Werbepartner

Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 38

Die Fensterfrage

Diskutiere Die Fensterfrage im Forum Energiesparen, Energieausweis auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27

    Die Fensterfrage

    Hallo, in unserem neu gekauften Haus von '92 steht ein Wechsel der Holzfenster an. Nun stellt sich hier natürlich die Frage - 2-fach oder 3-fach verglaste neue Fenster (Kunststoff) nehmen?

    Folgende Überlegungen und Informationen habe ich mir mittlerweile angelesen und bitte um Feedback.

    Wir haben eine ungedämmt 30cm Massivbauwand - Material? Keine Ahnung. Und ebenso keine Ahnung, wie man das herausfinden könnte. Ob Hochlochziegel, Poroton oder was auch immer. Keine Ahnung, was man da '92 am wahrschenlichsten verwendet hat.

    Luftfeuchte und (nicht vorhandener) Schimmel zeugen davon, dass bislang diesbezüglich alles gut lief. Aber nun sollen es ja neue Fenster werden.

    Meine Bedenken sind klar - mit neuen (dichteren) Fenstern, steigt auch das Schimmelrisiko.

    Ich denke, wenn man nun die 2-fach verglasten nimmt, ist die Wahrscheinlichkeit geringer. Bei 3-fach verglasten spart man zwar (v.a. über die Jahre gesehen) deutlich mehr Energie, jedoch sind die so dicht, dass die "schwächste" Komponente wohl zukünftig die Wand wäre = Kondensatbildung = Schimmel.

    Zwei Argumente sprechen dennoch für 3-fach verglaste Fenster:
    - evtl. sind schon die 2-fach verglasten "zu" gut und sie schieben den kältesten Bereich auf die Wand. Dann könnte man auch gleich 3-fache nehmen. Es heißt ja nicht "je weiter ich mit den Fenstern unter dem U-Wert der Mauer bin, desto schlechter", sondern "sobald man drunter ist, ist es schlecht". Oder?
    - sofern man auf die Luftfeuchte achtet (Hygrometer in den Räumen), heizt und täglich 2-3x stoßlüftet, sollten auch 3-fach verglaste kein Problem sein, oder? Wenn ich aber mir jetzt 3fache rein mache und danach merke "Mist, geht doch nicht so", dann ist es zu spät.

    Was meint ihr?

    Fragt nicht, was die "Fachmänner" sagen. Die Beratung fängt an mit "3-fache sind eh bald Pflicht" und endet mit "Eigentlich haben Sie Recht, 2-fach reicht und die Schimmelgefahr hat man dann auch nicht - die angepriesene Energieeinsparung ist eh rein theoretisch".
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Die Fensterfrage

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    10.2011
    Ort
    in einem Haus
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    5,673
    1. Die Schimmelwahrscheinlichkeit hängt nicht von der Anzahl der verbauten Scheiben ab. Beide Fenstersysteme sind dicht (Verringerung der Infiltration).
    2. Bei einem Fenstertausch ist ein Lüftungskonzept mit Berechnung der Infiltration und Festlegungen zur Sicherstellung des Mindestluftwechsel zu erstellen
    3. Es sind Dreifachvergalsungen zu bevorzugen, da die Zweifachverglasung über lang oder kurz zu einem Exot werden wird und damit im Preis über der Drefachverglasung liegen wird (Scheibentausch). Die dreifachverglasten Fenster sind jetzt schon nur noch nicht bemerkenswert teurer als die zweifachverglasten.
    4. Es ist festzustellen, ob die neuen Fenster einen geringeren U-Wert haben als die angrenzenden Bauteile. Sollte das der Fall sein sind Maßnhamen zu ergreifen, die ein sicheres Erkennen von Auffeuchtungen in den Wandbereichen erkennen lassen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Inkognito
    Gast
    Die Wärme nimmt den einfachsten Weg - am Fensterrahmen vorbei, durch das Mauerwerk. Ob das Mauerwerk so schlecht ist, dass es hier zu Kondenswasseranfall kommen kann sagt Ihnen ihr Bauphysiker, dann müsste man die Fensterlaibung zusätzlich dämmen.
    Fensterbauer sind lediglich am eigenen Gewinn interessiert, es lohnt sich nicht dem Kunden zu erläutern, dass er zum teuren Fenster eventuell noch Mehraufwand betreiben muss, und, mal ganz klar gesagt, die wenigsten stecken so tief in der Materie, dass sie das wissen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    02.2008
    Ort
    Pforzheim
    Beruf
    Dipl.-Ing.
    Beiträge
    1,966
    Zitat Zitat von Groxox Beitrag anzeigen
    Hallo, in unserem neu gekauften Haus von '92 steht ein Wechsel der Holzfenster an. Nun stellt sich hier natürlich die Frage - 2-fach oder 3-fach verglaste neue Fenster (Kunststoff) nehmen?
    '92 ist jetzt nicht unbedingt sooo alt. Müssen die Fenster überhaupt raus, sind die Holzrahmen vergammelt? Gab's keine Pflege vom vorherigen Besitzer?

    Es gab ja auch '92 schon "gute" und "schlechte" Fenster. Beim Mauerwerk ebenso.

    Ohne vorherige Analyse [Fenster / Mauerwerk...] würde ich erstmal garnichts tauschen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27
    Zitat Zitat von driver55 Beitrag anzeigen
    '92 ist jetzt nicht unbedingt sooo alt. Müssen die Fenster überhaupt raus, sind die Holzrahmen vergammelt? Gab's keine Pflege vom vorherigen Besitzer?

    Es gab ja auch '92 schon "gute" und "schlechte" Fenster. Beim Mauerwerk ebenso.

    Ohne vorherige Analyse [Fenster / Mauerwerk...] würde ich erstmal garnichts tauschen.
    Puuuuh, also mal wieder ein Gewerk, das aufwändiger ist als gehofft.

    Die Fenster wurden nicht gepflegt, müssten neu lackiert werden und schleifen und quietschen auch an allen Ecken und Enden. Wenn ich jetzt n 1000er in die Restauration stecken muss, liegt die Überlegung nahe einmal tiefer in die Tasche zu greifen und gleich ganz zu tauschen. Dazu haben sie fette Sprossen - gefällt uns ohnehin nicht.

    Aber weder Mauerwek noch aktuelle Fenster sind bekannt. Herausbekommen kann ich das wohl nur mittels eines Bauingenieurs?

    Wie gehe ich denn dann jetzt am besten vor? Verlange ich vom Fensterhersteller ein Lüftungskonzept? Oder muss ich das (teuer?) in Auftrag geben?

    Aber mal im Ernst - woher soll man denn wissen, wie man da vorgeht?
    Klar, hätte auch einen Architekten für die Renovierung beauftragen können, aber das Geld steht halt auch nicht in Massen zur Verfügung.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    11.2010
    Ort
    Dkb
    Beruf
    thermische Bauphysik
    Benutzertitelzusatz
    Formularausfüller
    Beiträge
    3,722
    Als Ex-(fast) Bamberger kann ich nur berichten, was wir damals verbaut haben. 1992 war die Zeit, wo ich in der Gegend viel auf Baustellen unterwegs war und einige Praktika gemacht habe.

    30cm Wandstärke war damals, zumindest auf den Baustellen, wo ich unterwegs war, eigentlich nur ein Material: Leichtbetonsteine (haufwerksporig mit Blähton), wahlweise von einem Hersteller aus Wachenroth oder aus Schlüsselfeld.
    Sonst hat man in der Region quasi ausschließlich 36,5 gemauert, das waren dann Ziegel oder die oben genannten Leichtbetonsteine in 36,5.

    Natürlich kann man nicht ausschließen, dass es auch anderes Material sein könnte, vereinzelt hat es auch Porenbeton gegeben. Dieses Material haben die Firmen, mit denen ich zu tun hatte, aber gar nicht verarbeitet.

    Darum würde ich erst mal prüfen, was da zum Vorschein kommt, wenn man ein Loch bohrt. Oft findet man auch im Spitzboden irgendeine unverputzte Stelle...
    Wenn es o.g. Leichtbetonmauerwerk wäre, dürfte der U-Wert bei 0,40 W/m²K liegen...

    Je nach gewünschten Fenstern wäre eine solche Maßnahme auch förderfähig.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27
    Danke für deine Einschätzung. Im Spitzboden befindet sich tatsächlich unverputztes Mauerwerk. Leider konnte ich nur Bilder von der Seite machen. Bringt nicht viel, oder? Leichtbeton sollte es demnach also nicht sein?

    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8

    Registriert seit
    11.2010
    Ort
    Dkb
    Beruf
    thermische Bauphysik
    Benutzertitelzusatz
    Formularausfüller
    Beiträge
    3,722
    nein, das ist ein Ziegel.
    30cm Ziegel-Mauerwerk war mir in der Gegend und in dieser Zeit nicht bekannt, bewegt sich wohl eher am unteren Ende des für die Gegend Bauzeittypischen.

    ausgehend von einem lambda von rund 0,27 bis 0,32 für Poroton dieser Zeit dürfte der U-Wert der Außenwände bei geschätzt 0,75 bis 0,88 W/m²K liegen. Vorausgesetzt, die 30cm Wandstärke stimmen. Je nach verwendetem Ziegel etwas besser oder etwas schlechter.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27
    Das ist dann ja schonmal nicht so gut. Schade.

    Heißt das im Umjehrschkuss, dass das neue Fenster einen maximalen Uw-Wert von 0,9 haben sollte. Besser wenn es nur 1,1 hat?

    Gehen wir mal von dem besagten Mauerwerk aus. Welche baulichen Maßnahmen wären bei einem Fenster mit Uw Wert von 1,1 zu veranlassen?

    Oder wäre ein derartiges Fenster bedenkenlos einzubauen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    10.2011
    Ort
    in einem Haus
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    5,673
    Zitat Zitat von Groxox Beitrag anzeigen
    Heißt das im Umjehrschkuss, dass das neue Fenster einen maximalen Uw-Wert von 0,9 haben sollte. Besser wenn es nur 1,1 hat?
    Oder du sorgst dafür, dass du die Gefahr des Auffeuchtens der Wände erkennst!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27
    Sorry für die Rechtschreibfehler. Bin unterwegs und mit Hände hier.

    Magst mir noch ein Schlagwort für Google geben? Hygrometer wirst du nicht meinen?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12

    Registriert seit
    10.2011
    Ort
    in einem Haus
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    5,673
    Temperatur Wandoberfläche Wärmebrücke, Temperatur Wandfläche, Temperatur und rel. Luftfeuchte Raum, h-x-Diagramm, denken.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27
    Gut, Wärmebrücke ist mir geläufig. Aber wie sorge ich dafür, dass ich die Gefahr des Auffeuchtens erkenne? Magst du da noch etwas konkreter werden? Mit einer Wärmebildaufnahme wird es nicht getan sein?!

    Aber jetzt nochmal - ob jetzt 1,1 oder 0,6 ist ja wirklich - auf die Fnesterfläche bezogen - kein nennenswerter Unterschied. Wenn ich mit dem 1,1er Fenster aber kein Problem mit Wärmebrücken bekäme, dann nehm ich doch lieber das? Bevor ich da mit weiteren Dämmarbeiten anfange. Oder wo ist da mein Denkfehler?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14
    Themenstarter

    Registriert seit
    10.2015
    Ort
    Bamberg
    Beruf
    Mathematiker
    Beiträge
    27
    Darf ich euer Schweigen so deuten, dass ich da KEINEN Denkfehler habe?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15

    Registriert seit
    10.2011
    Ort
    in einem Haus
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    5,673
    Nein du darfst das Schweigen nicht so deuten.

    Hast du dir das hx-Diagramm angeschaut? Als Mathematiker solltest du es verstehen.

    Du nimmst die Raumfeuchte und die Raumtemperatur. suchst die im Diagramm und ziehst senkrecht nach unten auf die Oberflächentemperatur. Dort kreuzen weitere relative Feuchten. >80% --> schlecht, Lüften und mehr heizen!

    Das regelmäßig, dauerhaft.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen