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leichte Bauschäden - Bauleiter vertröstet von Woche zu Woche

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  1. #1

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    leichte Bauschäden - Bauleiter vertröstet von Woche zu Woche

    Guten Morgen zusammen,

    vor über einem Jahr ist unser EFH fertiggestellt worden. Im Prinzip verlief der ganze Bau ohne Probleme.

    Es sind aber dann noch einigen Wochen einige Schäden entstanden.

    Zwischen Traufe und Hauswand ist ein ziemlich breiter Riss entstanden. Ca. 5mm

    Der Nachbar hatte direkt an unser Haus gebaut, evtl. hatte sich dadurch etwas gesenkt. Das Gerüst von ihm stand noch, deshalb kam man eigentlich ganz gut ran. Leider wurden wir immer wieder vertröstet, also habe ich mit Abstimmung des Bauleiters dann selbst Acryl reingespritzt.

    Dann ist im Dachstuhl Schimmel entstanden. Auch hier hatte es der Bauleiter es nicht geschafft sich das Ganze mal anzuschauen, ich solle doch etwas Dämmung an ein Lüftungsrohr stecken, hier wäre wohl die Dämmung etwas verrutscht. Nun, das habe ich getan, ob es was gebracht hatte weiß ich nicht, der Winter war dann auch rum.

    Dann ist der Putz auf einer Hausseite zum Dachübergang abgebröckelt und ein Ventil von der Heizung hat geklemmt, das Ventil konnte nicht mehr richtig geschlossen werden. Das hatte ich aber erst im September bemerkt.
    Wir haben eine Wärmepumpe mit Fussbodenheizung. Der Heizungstechniker meinte, die Heizung könne das ganze Jahr angeschaltet bleiben, die Pumpe läuft erst, wenn ein Ventil geöffnet wird und der Druck in der Leitung nachlässt. Nun, lief etwas der Heizungskreis den ganzen Sommer durch? Unsre Heizungskosten waren höher als bei vergleichbaren Häusern.
    Das Ventil steuert einen von 3 oder 4 Heizkreise in einem Raum, also sehr ungüstig wenn hier verschiedene Temperaturen herrschen.

    Hier hatte ich sofort direkt die Heizungsfirma benachrichtigt, auch hier keine Reaktion.
    Dann hatte der Fußboden angefangen zu knacken. Zufällig auch dort wo das Ventil des Heizkreises hängt.

    Der Bauleiter meinte nur, ich solle doch mal schauen, ob die Fliesenleger evtl. Fliesenkleber bis zur Wand geschmiert hätten, wegen des Ventils fragt er bei der Heizungsfirma nach.

    Also, Fußleisten runter und nachgeschaut. An div. Stellen mit einem Multitool den Fliesenkleber entfernt, Knacken noch immer da.

    Anfang Dezember auf die Dringlichkeit hingewiesen, wieder Vertröstung von ihm, wir waren auch eine Woche im Urlaub.
    Jetzt im neuen Jahr wieder nichts von ihm gehört.

    Muss ich mir das wirklich alles gefallen lassen? Es sind noch einige Risse, manche recht heftig, entstanden.

    Was ist wenn nun wirklich durch des klemmende Ventil Schäden am Fussboden entstanden sind?


    Leider auch hier keine Reaktion der Heizungsfirma.


    Danke und Grüße
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  2. leichte Bauschäden - Bauleiter vertröstet von Woche zu Woche

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    es war vermutlich ein Fehler, jeweils selbst tätig zu werden...
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  4. #3

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    Zwischen Traufe und Hauswand ist ein ziemlich breiter Riss entstanden. Ca. 5mm
    Kleinere Risse können (sollen natürlich nicht) immer mal auftreten. Dies kann die unterschiedlichsten Ursachen haben und letztendlich ist Acryl sicher nicht das Mittel der Wahl. Letztendlich gilt es die Ursache für die Rissbildung zu ergründen. Aber eines sei hier schon vorab geschrieben: 5mm sind eine Größe, die mir dann doch etwas Sorgen bereiten würde, weil dies -wenn richtig gemessen- das normale Maß bei Weitem überschreiten würde.

    Dann ist im Dachstuhl Schimmel entstanden.
    Schimmelsporen sind grundsätzlich überall anzunehmen/ vorhanden. Aber erst wenn das Klima wachstumsförderlich ist blühen diese tatsächlich auf. Sollte es sich um einen kleineren, lokalen Befall handeln, so kann man vorhandenen Schimmel sicherlich recht einfach entfernen. Man muß jedoch Sorge tragen, daß die Ursache, das "Schimmelklima" nicht mehr vorhanden ist, sonst kommt der Schimmel natürlich sofort wieder.

    Es ist natürlich vom BL grundsätzlich falsch Korrekturen an den Bauherrn zu überantworten. Wenn auch nicht ganz ungeschickt...nun ja.

    Frage: Stehen noch Restzahlungen an den GU (?) aus. Solche einbehaltenen Beträge können, so sie hoch genug sind, dem Engagement förderlich sein. Gibt es seitens des AN nichts mehr zu holen, erlahmt der Wille zur Mitarbeit schnell.
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Habt ihr sämtliche Leistungen aus einer Hand von der Hausbaufirma erhalten? Also GU/GÜ?

    Dann solltet ihr euch bei Mängeln nicht direkt an die Subunternehmer wenden (Heizungsfirma), sondern stets erstmal (per Einwurfeinschreiben) direkt eine Mängelanzeige an euren Vertragspartner schicken mit einer angemessenen Frist zur Mängelbeseitigung. Meistens kommt dann Bewegung in die Sache. Die Anzeige sollte alle Mängel umfassen.

    Einen Mustertext dafür findest du z.B. hier:
    http://www.baurechtstipps.de/_subseite.php?content=512
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  6. #5
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    Ja, das Ganze lief über einen Bauträger.
    Ich werde ihn nochmal kontaktieren und etwas "ernster" werden, bevor ich mit Einschreiben anfange.

    Der Witz ist ja auch, dass er von uns ein Empfehlungsschreiben für andere Bauherrn haben möchte....
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von easyrunner Beitrag anzeigen
    Ja, das Ganze lief über einen Bauträger.
    Ich werde ihn nochmal kontaktieren und etwas "ernster" werden, bevor ich mit Einschreiben anfange.
    Ja, okay. Dann musst du dich indes nicht wundern, dass du immer wieder vertröstet wirst. Du bist wahrscheinlich zu lieb. Eine schriftliche Mängelanzeige ist ja keine Kampfansage, sondern ein professionelles Mittel zum Umgang mit Mängel am Bau.
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  8. #7
    Themenstarter

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    Naja, ich bin Dipl.-Ing. in der Automobilzulieferer-Branche.

    Ich bin es gewohnt dass mit Kunden anders umgegangen wird.
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  9. #8

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    Ich werde ihn nochmal kontaktieren und etwas "ernster" werden, bevor ich mit Einschreiben anfange.
    Eine sehr sanfte Art der Eskalation...was wird passieren. Der BL wird bedröppelt schauen (was Du am Telefon nat. nicht erkennen kannst ) und dann wird was passieren...wahrscheinlich nichts (da ja bisher auch nichts geschah).

    Richtiger wäre es dem Vertragspartner nun eine Liste mit allen Mängeln zukommen zu lassen und ihm eine angemessene Frist für deren Behebung zu setzen. Druckmittel? Geld...noch was einbehalten oder schon alles bezahlt?
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  10. #9

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    Zitat Zitat von easyrunner Beitrag anzeigen
    Wir haben eine Wärmepumpe mit Fussbodenheizung. Der Heizungstechniker meinte, die Heizung könne das ganze Jahr angeschaltet bleiben, die Pumpe läuft erst, wenn ein Ventil geöffnet wird und der Druck in der Leitung nachlässt. Nun, lief etwas der Heizungskreis den ganzen Sommer durch? Unsre Heizungskosten waren höher als bei vergleichbaren Häusern.
    Das Ventil steuert einen von 3 oder 4 Heizkreise in einem Raum, also sehr ungüstig wenn hier verschiedene Temperaturen herrschen.
    Gleich vorweg, die Heizkosten in den ersten Jahren sagen noch nicht viel aus. Man muss sich die Zahlen und das Verhalten der Heizung, bzw. WP, genauer anschauen.
    Die "Heizung" im Sinne von Wärmepumpe, ist sicherlich das ganze Jahr über in Betrieb, denn sie muss ja auch WW erzeugen. Die Regler in den WP sorgen normalerweise dafür, dass ab einer einstellbaren Grenztemperatur der Heizkreis nicht mehr bedient wird. Ob diese Einstellung zu Euerem Nutzerverhalten passt, das kann ich nicht sagen. Manche Menschen fühlen sich wohler wenn sie die Heizung manuell auf Sommerbetrieb umstellen können, anstatt sich auf die Automatik zu verlassen.

    Die 3 oder 4 FBH Kreise an einem Raumthermostat wären eine übliche Konfiguration, 3 oder 4 FBH Kreise an einem einzigen Ventil wäre nicht üblich (Druckverlust). Oder reden wir hier gar nicht über eine echte FBH sondern über eine Bodentemperierung, also eine Anlage die Heizkörper und Bodenkreise bedienen soll, und deswegen die "FBH" Kreise über ein einziges Ventil (RTL Ventil o.ä.) angesteuert werden?

    Bei neuen Heizungsanlagen sind fast immer Optimierungsarbeiten erforderlich. Der Heizungsbauer stellt den Regler grob ein, macht den hydraulischen Abgleich, und dann muss man beobachten und nachjustieren. Das könnte zwar auch der Heizungsbauer machen, aber das wäre unbezahlbar wenn dieser jeden Tag anrücken müsste. Also kümmert sich der Betreiber selbst um diese Optimierung, denn er weiß ja am besten, wie die Anlage reagiert und ob das seinem Wohlempfinden entspricht.

    Das Knacken im Estrich kann mehrere Ursachen haben, sollte aber bei korrektem Funktions- und Belegreifheizen nicht mehr auftreten. Wenn es sich natürlich nicht um eine echte FBH handelt und stattdessen so ein RTL Ventil verbaut wurde, dann wäre es möglich, dass der Boden mit einer sehr hohen Heizwassertemperatur angefahren wird, was dann den Estrich nachträglich stresst und auch für Knacken sorgen kann (Schäden an den Fliesen inklusive). Verbindungen zu den umliegenden Wänden spielen dann keine Rolle.

    Zum ganzen Rest, auch wenn man auf dem Bau manchmal etwas Geduld aufbringen muss, man muss sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Die Frage ist, ob man damit professionell umgeht bzw. umgehen kann. Bei mangelnder Erfahrung, die bei den meisten Bauherren vorliegen dürfte, sollte man sich dann externen Sachverstand holen, nicht nur fachlich im Sinne von Technik, sondern auch für die juristischen Fragen. Als Laie kann man zu viele Fehler machen, und später wird es schwer, oder gar unmöglich, Ansprüche durchzusetzen.

    Ganz wichtig, bei einem BT hast Du mit dem Heizungsbauer nichts zu tun (sofern nicht beim BT Vertrag ausgenommen und direkt beauftragt). Der kurze Dienstweg kann hier gerade der falsche Weg sein.
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  11. #10

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    Zwischen Traufe und Hauswand ist ein ziemlich breiter Riss entstanden. Ca. 5mm
    Gibt es davon ein Foto, welches man hier einstellen kann????

    5mm sind nicht mit "normalen Bauteilbewegungen" (Schwinden, Kriechen,...) zu erklären.
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  12. #11

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    Zitat Zitat von easyrunner Beitrag anzeigen
    Zwischen Traufe und Hauswand ist ein ziemlich breiter Riss entstanden. Ca. 5mm

    Der Nachbar hatte direkt an unser Haus gebaut, evtl. hatte sich dadurch etwas gesenkt. Das Gerüst von ihm stand noch, deshalb kam man eigentlich ganz gut ran. Leider wurden wir immer wieder vertröstet, also habe ich mit Abstimmung des Bauleiters dann selbst Acryl reingespritzt.
    allein schon bei diesen beiden aussagen schrillen bei mir die alarmglocken:

    nachbar baut später an und es entstehen risse von 5 mm, die du selbst mit acryl verschmierst.

    meine empfehlung - besorg dir eigenen sachverstand, dringend. der bauleiter ist nicht einmal in der lage eventuelle schäden eines dritten an seinem werk fachgerecht zu betrachten!

    dass du selbst hand anlegst, ist ein kardinalsfehler, denn du entlässt möglicherweise deinen vertragspartner aus der gewährleistung! also - finger davon lassen!
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  13. #12

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    nachtrag - ein 5 mm riss ist kein leichter bauschaden.
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  14. #13

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    Zitat Zitat von easyrunner Beitrag anzeigen
    Naja, ich bin Dipl.-Ing. in der Automobilzulieferer-Branche.

    Ich bin es gewohnt dass mit Kunden anders umgegangen wird.
    Das liegt daran, dass Deine Kunden milliardenschwere Konzerne sind, und deren Anzahl überschaubar ist. Schon ein einziger unzufriedener Kunde ist ein ernsthaftes Problem.

    Ein typischer EFH-Bauherr gibt aber normalerweise nur einen einzigen Auftrag in seinem Leben an einen Bauträger. Sein Einfluss auf andere potenzielle Bauherren ist auch nur sehr begrenzt. Also wird in dieser Branche dementsprechend mit Kunden umgegangen.
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Deshalb soll ja der Kunde (also der Bauherr) den Druck erhöhen. Angefragt/ nachgefragt hat er ja nun oft genug. Nachdem dabei nichts rum kam, muss nun eben entsprechend nachgesetzt werden.

    Wichtig ist hierbei aber (leider) ein gewisses Druckmittel. Denn ohne Druckmittel kein Druck. Druckmittel wäre hier natürlich zurückbehaltene Geldbeträge...so es sie gibt.
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  17. #15
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    Wichtig ist hierbei aber (leider) ein gewisses Druckmittel. Denn ohne Druckmittel kein Druck. Druckmittel wäre hier natürlich zurückbehaltene Geldbeträge...so es sie gibt.
    Das sehe ich nicht so. Es gibt viele Firmen, die auf eine förmliche Mängelanzeige des Bauherren, noch dazu, wenn sie per Einschreiben kommt, reagieren, obwohl zuvor telefonische Mängelanzeigen des Bauherren nichts gefruchtet haben und zwar auch dann, wenn kein weiterer Druck durch zurückbehaltenen Werklohn dahinter steht.

    Sie sagen sich wohl "Hoppla, jetzt geht es los. Jetzt wird es ernst; jetzt müssen wir was machen" und kommen in die Gänge.
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