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Warum habe ich Kies und Beton auf meiner Holzbalkendecke ?

Diskutiere Warum habe ich Kies und Beton auf meiner Holzbalkendecke ? im Forum Bauphysik allgemein auf Bauexpertenforum.de


  1. #1

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    Warum habe ich Kies und Beton auf meiner Holzbalkendecke ?

    Hallo,

    Ich hoffe jemand ist so nett, und kann meine Frage beantworten.

    In unserem Haus Bj. 1940 haben wir eine Holzbalkendecke zwischen EG und noch nicht ausgebautem Dachboden.
    Unterhalb und oberhalb der Balken sind Bretter genagelt. Der Hohlraum ist leer.
    Auf der Oberseite liegt eine Schicht aus 3-4 cm Kies, darauf 3-4 cm Beton der viele Risse hat und vor sich hin bröckelt.

    Welchen Sinn hat dieser Aufbau ? Schallschutz ? Ist es wegen den Schwingungen ?

    Warum wurde, wie sonst üblich keine Schüttung zwischen die Balken gegeben ?

    Ich würde gerne den Beton entfernen und eine Trockenschüttung inkl. Trockenestrich mit Fußbodenheizung realisieren.

    Danke für eure Hilfe.
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  2. Warum habe ich Kies und Beton auf meiner Holzbalkendecke ?

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  3. #2

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    Nun in der Zeit wurde gebaut mit dem was man Vorort hatte....
    Auch waren die Ausführungen stark vom Handwerker abhängig.... überliefert über Generationen hinweg ..

    Wenn ich mir die Dächer ( Dachstuhl) in meiner Heimatgegend anschauen, dann weiß ich mit 95% Sicherheit welcher Zimmermann das war zu jener Zeit...
    Heute ist das nicht mehr so....macht der Computer den Abbund da ist alles gleich

    Nun den alten Belag ( Kies Beton) zu entfernen und durch eine Trockenschüttung zu ersetzten ist sicherlich eine gute Idee
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  4. #3

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    Wobei sich die Frage stellt, ob er mit "neueren" Materialien einen besseren Schallschutz erreicht.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Allso ist der Sinn der selbe wie bei einem Fehlboden ? Schallschutz ist von der geplanten Nutzung nicht so wichtig.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Rednaxela Beitrag anzeigen
    Allso ist der Sinn der selbe wie bei einem Fehlboden ? Schallschutz ist von der geplanten Nutzung nicht so wichtig.
    sagt sich schnell so dahin. Wenn es aber fertig sein, und der pupertierende Sohn die aktuell moderne Musik in Düsenjet-Lautstärke anhört, ändert sich der Anspruch schnell.

    darum: als erstes Mal die Anforderungen hinsichtlich Schall- und Wärmeschutz klären.

    für Wärmeschutz nimmt man Wärmedämmung. hier vermute ich eine Innendecke, so dass Wärmeschutz hier kaum eine Rolle spielen dürfte.
    Leere Hohlräume sollte man dennoch vermeiden, da diese negative Auswirkung auf den Schallschutz haben können ("Geigenkasten-Effekt")

    für besseren Schallschutz bedient man sich einer höheren Masse (Luftschallschutz). Darum ist eine Verringerung der Masse durch einen leicherten Aufbau nicht gerade zuträglich
    für einen besseren Schallschutz bedient man sich zusätzlich einer schalltechnischen Entkopplung (Trittschall, Körperschall), da spielt das Thema "Entkopplung" eine große Rolle... Masse aber auch

    Masse an einer Holzbalkendecke kann aber auch aus ganz anderen Gründen interessant sein: eine leichte Decke schwingt bei gleicher Steifigkeit ungleich mehr als eine schwere Decke. Darum kann durch Masse die Schwingung und damit verbundene Unbehaglichkeit infolge Schwingung deutlich reduziert werden. (sofern es die Statik zulässt).

    Also erst mal von vorne anfangen und die Anforderungen und deren Prioritäten festlegen...
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Rednaxela Beitrag anzeigen
    In unserem Haus Bj. 1940 haben wir eine Holzbalkendecke zwischen EG und noch nicht ausgebautem Dachboden.
    Unterhalb und oberhalb der Balken sind Bretter genagelt. Der Hohlraum ist leer.
    Auf der Oberseite liegt eine Schicht aus 3-4 cm Kies, darauf 3-4 cm Beton der viele Risse hat und vor sich hin bröckelt.

    Welchen Sinn hat dieser Aufbau ? Schallschutz ? Ist es wegen den Schwingungen ?
    Es wird sich um eine sog. Luftschutzdecke gehandelt haben.
    Auf diese Weise wurde verhindert, daß Brandbomben, welche die Dachhaut durchschlagen haben, die oberste Geschoßdecke in Brand setzen.

    Warum wurde, wie sonst üblich keine Schüttung zwischen die Balken gegeben ?
    Eine zusätzliche Fehlbodenfüllung war nicht nötig (Auflast war ja gegeben durch die obenliegende Schicht) und hätte eine höhere Tragfähigkeit erfordert.

    Ich würde gerne den Beton entfernen und eine Trockenschüttung inkl. Trockenestrich mit Fußbodenheizung realisieren.
    Dem stehen heute zumindest keine Luftschutzauflagen mehr entgegen.

    Evtl. ist aber aus Schallschutz- und Schwingungsgründen dann stattdessen eine schwere Füllung des Fehlbodens geboten.
    Prüfen und planen lassen!
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