Werbepartner

Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1

    Registriert seit
    01.2016
    Ort
    Burgenland
    Beruf
    Softwareentwickler
    Beiträge
    41

    Frage Vorgangsweise für genaue Kostenschätzung

    Hallo,

    ich wollte euch mal fragen, wie eure Empfehlung ist, um eine möglichst gute Kostenschätzung zu erhalten?

    Aktuell wird der 1. Vorentwurf unseres Hausplanes durch den Architekten überarbeitet, da wir noch einige Rückmeldungen eingebracht haben, diese gemeinsam besprochen und sich nun ein paar Dingen ändern z.B. wandert 1 Raum vom EG ins OG, damit das Haus als gesammtes etwas "kompakter" wird.

    Worum es mir aber eigentlich geht: Nach diesem weiteren Vorentwurf wäre es unserer Meinung nach sinnvoll, eine genauere Kostenschätzung des geplanten Hauses durchzuführen. Vom Architekten haben wir den Hinweis, dass wir mit ca. 2000€/m² Wohnfläche rechnen sollen, für den Keller weniger.
    Freunde welche schon gebaut haben meinen: ein paar m² mehr fallen nicht soooo ins Gewicht, weil z.B. wenn das Wohnzimmer 5m² größer ist man ja trotzdem die selbe "Einrichtung" hat. (ausgehend davon, dass man unabhängig von der Größe die selbe Einrichtung verwendet).
    Klar, mehr m² bedeuten größere Fundamentplatte, mehr Mauerziegel, mehr Bodenbelag, mehr Leitungen für Fußbodenheizung, mehr Dachfläche...bedeuten aber nicht automatisch: mehr Lichtschalter, mehr Stecker, größeres Sofa, mehr Kästen und Schränke, generell "mehr Einrichtung" ...

    Nach einigen Recherchen im Netz und auch hier im Forum und in Büchern, wird der m² Preis schwankend von 1200€ bis 2000€ angesetzt.
    Dass diese Schätzung sehr grob ist erscheint uns logisch, weil diese einfach von extrem vielen Faktoren abhängig ist (welche Ziegel, welcher Boden, welche Fenster, welche Einrichtung, ...)

    Meine Frage daher: Wie kann man die Kosten möglichst gut abschätzen?
    Eigentlich sollte man basierend auf dem Architektenentwurf einen Ausführungsplan erarbeiten (lassen), wo dann schon festgelegt ist, welche Ziegel, welche Heizung, welcher Bodenbelag, welche Fenster usw. verwendet werden sollten, oder?
    Dann noch einen Puffer von z.B. 10% dazu, weil ja immer noch etwas dazukommt.

    Einen solchen Ausführungsplan zu erstellen ist natürlich sehr aufwändig.
    Noch dazu: wenn sich der Entwurf danach noch ändert, muss ja auch der Ausführungsplan wieder angepasst werden.

    Aus unserer Sicht ist es aber die einzige Möglichkeit um festzustellen, ob wir mit dem Entwurf im geplanten Budget sind.
    Bringt ja nichts wenn wir den für uns "perfekten" Plan ausarbeiten, dann jedoch merken dass wir uns das Haus so nicht leisten können.
    Andrerseits wäre es "schade", wenn wir auf Sachen verzichten (z.B. Keller) und danch festgestellen: Das hätten wir uns noch leisten können - ja, das wäre natürlich ein "Luxusproblem"

    Wie seit ihr hier vorgegangen um ausgehend von einem Entwurf festzustellen, ob ihr euch das geplante Haus überhaupt leisten könnt?
    Einfach mit der Schätzung Kosten/m²?
    Wenn ja, von welchem m² Preis seit ihr ausgegangen?
    Mit dem Vorentwurf schon mal zum Baumeister gehen und sich etwas anbieten lassen?
    ...finde ich nicht so gut, ich möchte eher mit dem Ausführungsplan zum Baumeister gehen bzw. zu mehreren um vergleichbare Angebote zu erhalten.
    Dazu müsste aber natürlich dieser Ausführungsplan mal erstellt werden.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Vorgangsweise für genaue Kostenschätzung

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    06.2015
    Ort
    BW
    Beruf
    Ingenieur
    Beiträge
    54
    Ein sehr interessantes Thema und ich freue mich schon auf konstruktive Beiträge. Wir sind aktuell in der gleichen Situation. Geschätzt haben wir bisher mit Pauschalpreisen. Bei unserem Architekten haben wir jedoch gesehen dass er eine relativ umfangreiche "Kostenschätzungstabelle" führt. Hier sind relativ detailliert (Richt-)Preise niedergeschrieben wie bsp. Kosten für Bodenplatte, Estrich, Bodenbeläge aber auch Heizung, Küche etc.

    Hier sind jeweils Kosten hinterlegt, was das abschätzen natürlich leichter macht... Beispiel hierfür ist wie du schon gesagt hast "wird das Wohnzimmer 5m² größer, beeinflusst das Bodenplatte, Bodenbeläge etc. aber wirkt sich nicht auf Einmalbeträge wie Heizung, Haustüre oder die Küche :-)

    Für uns ist es natürlich auch recht gut zur Orientierung was die einzelnen Posten kosten dürfen, um noch im Budgetrahmen zu bleiben.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    08.2005
    Beruf
    Dipl.Ing.
    Beiträge
    11,181
    Meine Frage daher: Wie kann man die Kosten möglichst gut abschätzen?
    Eine (möglichst) genaue Kostenermittlung gehört zu den Leistungen des Architekten, die im Rahmen der Entwurfsplanung zu erbringen sind. Brauchst Dir darum also nicht selber einen Kopf zu machen. Natürlich benötigt der A. neben dem Entwurf einige Aussagen zur baulichen Qualität (Bsp.: Stahlrohrtreppe o. Stahlwangentreppe mit Eichenstufen, massiv o. KS-Fenster oder Holz-Fenster mit Aluverkleidung usw.), was er mit Euch besprechen/ abrufen wird.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    06.2013
    Ort
    4711 Duftstadt
    Beruf
    Rentner
    Beiträge
    410
    Es gibt zwei Möglichkeiten. Man beauftragt seinen eigenen Architekten entsprechend HOAI mit den Leistungen und der Architekt fertigt Pläne und stellt die entsprechenden Baukosten zusammen.
    Man verschickt seinen Hausentwurf an entsprechende Firmen die Wohnhäuser schlüsselfertig erstellen , bittet diese ein Angebot zu erstellen entsprechend ihrer eigenen Baubeschreibung und bekommt dann ein entsprechendes Angebot. Dann kann man alles schön auseianderklamüsern und hat dann am Ende evtl. das freudige Ergebnis die Baukosten zu wissen. Ganz einfach
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    05.2013
    Ort
    nirgendwo
    Beruf
    Informatiker
    Beiträge
    778
    Ihr habt dem Architekten sicherlich euer Budget genannt. Wenn er euch ein Haus planen ließe, von dem davon auszugehen sei, dass man das Budget nicht einhalten kann, wäre das nicht im Sinne des Erfinders und auch nicht seiner Beauftragung.
    Eine detailierte Kostenschätzung der einzelnen Gewerke kommt dann später (sofern beauftragt, wie schon von Thomas erwähnt), aber eigentlich ist eh nur LPH1-4 komplett sinnvoll.
    Wenn ihr vom Architekten auch die Werkplanung und Auschreibung beauftragt, werdet ihr sicherlich verschiedene Optionen aufnehmen (z.B. T8 425cm oder T7 425cm, verschiedene Dachziegel, Aufpreise für Option A, B etc.)

    2000/€ pro qm ist schon gehobene Ausstattung (kommt auch drauf an, wie sehr man sich insb. bei der Innenausstattung informiert und weiß was man will).
    Nicht vergessen darf man dann die Kleinigkeiten die danach kommen: Außenanlagen, Vorhänge, neue Lampen sowie die fast unvermeidlichen kleinen Nacharbeiten, die praktisch immer auf Regie laufen und die hunderter verschwinden lassen.

    Und wegen der QM: Jeder qm den man das Haus kleiner machen kann (ohne den Platz zu vermissen) spart Kosten und zwar deutlich. Eine durchdachte Planung ist Gold wert.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Themenstarter

    Registriert seit
    01.2016
    Ort
    Burgenland
    Beruf
    Softwareentwickler
    Beiträge
    41
    Danke für eure Antworten!

    Ja, unser Maximalbudget haben wir dem Architekten bekanntgegeben.
    Wir haben beauftragt, eine Vorentwurfsplanung und eine Entwurfsplanung durchzuführen. Auch die "künstlerische Leitung" (steht so in der Honorarordnung) liegt beim Architekten. Der Einreichplan wird von einem befreundeten Baumeister, basierend auf dem Entwurf und mit Rücksprache des Architekten erstellt. Wir möchten, dass uns dieser auch noch einen Ausführungsplan erstellt.

    Wie genau kann das funktionieren, dass der Architekt basierend auf dem Entwurf eine genaue Kostenaufstellung macht?
    Dazu müsste er ja auch einen Einreichplan und Ausführungsplan erstellen, oder?
    So wie ich es verstehe, wird ja erst im Ausführungsplan exakt festgelegt, welche z.B. Ziegel verwendet werden, welche Dämmung, welcher Bodenbelag...u.v.a. Vor allem aber auch die Einrichtung beeinflusst ja wesentlich den Gesamtpreis.

    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    Natürlich benötigt der A. neben dem Entwurf einige Aussagen zur baulichen Qualität (Bsp.: Stahlrohrtreppe o. Stahlwangentreppe mit Eichenstufen, massiv o. KS-Fenster oder Holz-Fenster mit Aluverkleidung usw.), was er mit Euch besprechen/ abrufen wird.
    Ok, ist verständlich. Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht, über die zu verwendenten Baumaterialien.
    Wir haben nur gesagt, dass wir massiv bauen möchten, also Ziegelbauweise.

    Diese Planung wird dann aber vermutlich unser "Baumeister" machen müssen, da wir beim Architekten ja Vorentwurf und Entwurf beauftrag haben...oder sollte das "fix dabei" sein, dass auch eine Kostenschätzung vom Architekten erstellt wird?
    ...wie gesagt: Dazu müsste es dann aber vorerst mal eine genaue Festlegung unsererseits geben.
    Derzeit sind wir noch nicht so weit und möchten mal, dass der Plan passt - klarerweise möchten wir aber auch sobald als möglich wissen, ob das angedachte/geplante Haus dann überhaupt leistbar ist

    Zitat Zitat von dimitri Beitrag anzeigen
    Wenn ihr vom Architekten auch die Werkplanung und Auschreibung beauftragt, werdet ihr sicherlich verschiedene Optionen aufnehmen (z.B. T8 425cm oder T7 425cm, verschiedene Dachziegel, Aufpreise für Option A, B etc.)
    Und wegen der QM: Jeder qm den man das Haus kleiner machen kann (ohne den Platz zu vermissen) spart Kosten und zwar deutlich. Eine durchdachte Planung ist Gold wert.
    Wir haben nur Vorentwurf und Entwurf beauftragt.
    Ja, das hatten wir auch gehofft, dass 2000€/m² die gehobenen Ausstattung ist, welche wir uns nicht leisten können werden und muss auch garnicht sein.

    Wenn ich rechne mit einem 170m² Haus wären das dann:
    EG + OG: 2000 * 170 = 340000
    Keller: 1000 * 120 = 120000

    Summe: 460.000€ (oder ist meine Rechnung hier falsch?)

    Das kommt mir sehr hoch vor und wäre nicht leistbar.
    Ich hoffe ich täusche mich da, weil bisher haben wir es eher so verstanden, dass man wenn man mit 2000€/m² rechnet der Keller schon dabei ist?

    Auch wenn das Haus kleiner wird z.B. 130m²: 260000 + 120000 = 380000 wäre das ja noch unglaublich teuer.

    Keine Frage, wir möchten nicht "unnötige Quadratmeter" aber fänden wir es halt schon nett wenn das Bad z.B. 10m² statt 6m² hat, beispielhaft, obwohl das 6m² Bad sicher auch "reichen" würde.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7

    Registriert seit
    01.2016
    Ort
    Wien
    Beruf
    Angestellte
    Beiträge
    13
    Die Kernfrage für mich ist: Wie sind die 2000 €/m2 zu verstehen? Ist da der Keller normalerweise bereits inkludiert oder nicht?

    Danke!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8

    Registriert seit
    01.2015
    Ort
    Bodensee
    Beruf
    Dipl.-Ing.
    Beiträge
    1,116
    Warum lasst ihr die Planung von zwei verschiedenen Leuten machen? Warum macht das nicht alles der Architekt?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
    Registriert seit
    09.2009
    Ort
    Magdeburg
    Beruf
    Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
    Beiträge
    2,216
    Zitat Zitat von Thomas B Beitrag anzeigen
    Eine (möglichst) genaue Kostenermittlung gehört zu den Leistungen des Architekten, die im Rahmen der Entwurfsplanung zu erbringen sind. Brauchst Dir darum also nicht selber einen Kopf zu machen. Natürlich benötigt der A. neben dem Entwurf einige Aussagen zur baulichen Qualität (Bsp.: Stahlrohrtreppe o. Stahlwangentreppe mit Eichenstufen, massiv o. KS-Fenster oder Holz-Fenster mit Aluverkleidung usw.), was er mit Euch besprechen/ abrufen wird.
    An alle deutschen Experten, die hier mitlesen und sich beteiligen, erlaube ich mir vorsorglich den Hinweis, dass es sich offensichtlich um ein Bauvorhaben im österreichischen Burgenlandkreis handelt.

    In Österreich gilt nicht die deutsche HOAI, sondern seit 2007 die HIA - "Honorar Information Architektur". Die HIA beruht auf Leistungskatalog, Abschätzung des Zeitaufwandes und Stundensatzermittlung. Ich kenne die HIA nicht näher und auch nicht den darin evtl. enthaltenen Leistungskatalog. Ich weiß nicht einmal, ob die HIA verbindlich ist. Ich persönlich vermag daher die Fragestellung des TE vorsorglich nicht zu beantworten - da spielen für mich zu viele Unbekannte mit.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  12. #10

    Registriert seit
    01.2016
    Ort
    Wien
    Beruf
    Angestellte
    Beiträge
    13
    Zitat Zitat von Frau Maier Beitrag anzeigen
    Warum lasst ihr die Planung von zwei verschiedenen Leuten machen? Warum macht das nicht alles der Architekt?
    Unser Architekt bietet nur die Leistungen bis inkl. der Entwurfsplanung an. Er hat uns gleich zu Beginn darüber informiert, und unwissend wie wir waren, haben wir gemeint, ja das ist kein Problem, den Einreichplan kann uns eh ein Freund machen (- dieser hat vor kurzem die Prüfung zum Baumeister abgelegt + ist unselbständig tätig. Es ist also leider nicht so, dass wir da gleich eine passende Firma an der Hand hätten, die uns das Haus errichten kann).
    Wir sind da relativ unbedarft in die Sache hineingegangen.
    Inzwischen haben wir dazugelernt, und wissen nun, das diese Konstellation nicht optimal ist.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #11

    Registriert seit
    01.2016
    Ort
    Wien
    Beruf
    Angestellte
    Beiträge
    13
    [QUOTE=Ralf Wortmann;1078439]
    In Österreich gilt nicht die deutsche HOAI, sondern seit 2007 die HIA - "Honorar Information Architektur".

    Vielen Dank für den Hinweis!
    Dieser Gedanke ist mir auch schon gekommen, nur muss ich sie erst durchgehen - auf den ersten Blick ist die HIA nicht so nach Leistungsstufen aufgebaut wie die HOAI, und auch nicht so leicht durchschaubar (https://www.arching.at/baik/leistung...0/content.html)
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen