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Baurechtliche Mindestbreite von Wohnungseingangstüren

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  1. #1

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    Baurechtliche Mindestbreite von Wohnungseingangstüren

    Hallo,

    interessanter Dissens:

    planender Architekt: Durchgangslichte 0,90 m sei Vorschrift (Bayern)

    Fensterbauer: baut seiner Aussage nach reihenweise schmälere Durchgangslichten ein.

    Art 35 (2) Bay BO sagt:

    (2) Eingangstüren von Wohnungen, die über Aufzüge erreichbar sein müssen, müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben.

    Der Brandschutzplaner zitiert in seinem Gutachten so:

    BayBO Art. 35 (2): Eingangstüren … müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben.

    Ausführung:
    Alle Einheiten
    Breite des 1. Rettungsweges mind. 0,9 m

    Wer hat nun recht? Nach dem Wortlaut könnten andere Türen die NICHT über Aufzüge erreicht werden, auch schmäler sein.
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  2. Baurechtliche Mindestbreite von Wohnungseingangstüren

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  3. #2

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    Zitat Zitat von PaulDiracBaut Beitrag anzeigen
    Art 35 (2) Bay BO sagt: (2) Eingangstüren von Wohnungen, die über Aufzüge erreichbar sein müssen, müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben.
    Müssen die Wohnungen im fraglichen Haus nach BayBO (§ 37 Abs. 4) oder anderer öffentlich rechtlicher Vorgabe (Förderung, ASR) per Aufzug erreichbar sein?

    - ja -> Breite mind. 0,90 m
    - nein -> Breite beliebig

    Zitat Zitat von PaulDiracBaut Beitrag anzeigen
    Der Brandschutzplaner zitiert in seinem Gutachten so: BayBO Art. 35 (2): Eingangstüren … müssen eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 0,90 m haben.
    Das ist so falsch, siehe BayBO.

    Zitat Zitat von PaulDiracBaut Beitrag anzeigen
    Nach dem Wortlaut könnten andere Türen die NICHT über Aufzüge erreicht werden, auch schmäler sein
    Das ist falsch, sieht oben. Nochmal: Nicht ob sie erreichbar sind, sondern ob sie erreichbar sein müssen ist relevant. Also: Nur Türen von Wohnungen, die (z.B. nach § 37 Abs. 4 BayBO) mit einem Aufzug erreichbar sein müssen, müssen mind. 0,9 m breit sein.

    (Weshalb? Sehr wahrscheinlich, weil sie sonst für mobilitätseingeschränkte Menschen (Rollstuhl, Roillator, sonst. Gehhilfen) zu schmal sein könnten.)
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  4. #3

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    Weshalb? Sehr wahrscheinlich, weil sie sonst für mobilitätseingeschränkte Menschen (Rollstuhl, Roillator, sonst. Gehhilfen) zu schmal sein könnten.
    ergibt für mich keinen Sinn. Beispiel:
    Wohnung im 3.Stock eines Behindertenwohnhauses->muß mit dem Aufzug erreichbar sein->Türe >=90cm: o.k.
    Wohnung ebenerdig in einem Behindertenwohnhaus->Aufzug nicht erforderlich->Türe <90cm: nicht o.k. weil der Rolli dann nicht mehr durchpasst.
    Fazit: falls an sowas wie Rollstuhl oder Rollator gedacht ist, dann muß das von der Nutzung abhängig sein, nicht von dem (zwingenden) Vorhandensein eines Aufzugs weil es halt genug Fälle gibt, wo ein Aufzug nicht vorhanden ist und trotzdem die Anforderung an Mindestbreite der Tür besteht.
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Pruefhammer Beitrag anzeigen
    ergibt für mich keinen Sinn.
    Der bay. Gesetzgeber hat es in seiner Weisheit aber nun einmal so beschlossen, warum steht sicherlich in der amtlichen Begründung. Es ist nur auffällig, dass exakt die Maße der DIN 18024 / 18025 / 18040 sind.

    Wie ich schon schrieb, kann es auch andere Gründe als § 37 Abs. 4 BayBO geben, weshalb eine Wohnung mit dem Aufzug erreichbar sein muss. Und immer dann muss die Tür > 0,9 m breit sein.
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  6. #5

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    ich kann da nichts passendes (erklärendes) finden, jedenfalls erscheint mir das Argument mit dem Rolli nicht nachvollziehbar, ich denke es gibt einen anderen Grund für die Forderung.
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  7. #6
    Gast23627
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    Warum so kleinlich

    Wir haben in unserem Haus für die (normalen) Türen ein RRM von mindestens 1010 mm für die Wohnungseingangstüren 1135 mm und noch einige Schiebetüren mit 1260 mm ausgeführt.

    Das ergibt ein Gefühl von Freiheit und Bequemlichkeit welches wir nicht missen wollen.

    Also nicht so kleinlich sein

    Gruß
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  8. #7

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    Art 48: In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar sein. Das heißt auch in Gebäuden welche noch keinen Aufzug haben müssen. Oft ist dann das Erdgeschoss das barrierfreie Geschoss. Das heißt, dass hier die Eingangstür auch 90 cm sein muss.

    lg
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  9. #8

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    Zitat Zitat von Pruefhammer Beitrag anzeigen
    ich denke es gibt einen anderen Grund für die Forderung.
    Ist es nicht so, dass insbesondere Häuser großer Höhe Aufzüge haben müssen? Und dass dann einer der Aufzüge ausreichend dimensioniert werden muss, um u.a. Krankentragen transportieren zu können? Alternativen wie zB mit der Drehleiter aus dem Fenster raus scheiden ja ab einer gewissen Höhe (nämlich der der Drehleiter) aus, da ist ein geräumiger Zugang Richtung Aufzug vielleicht öfter mal entscheidend über Leben und Tod...
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  10. #9

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    Zitat Zitat von ziesel Beitrag anzeigen
    Ist es nicht so, dass insbesondere Häuser großer Höhe Aufzüge haben müssen? .
    Paragraph 37 Abs. 4 BayBO
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  12. #10

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    Zitat Zitat von ziesel Beitrag anzeigen
    Und dass dann einer der Aufzüge ausreichend dimensioniert werden muss, um u.a. Krankentragen transportieren zu können?
    Die Tragen in RTW's sind nach DIN 13 025 mit 189x55 cm dimensioniert - die Breite an sich ist da also nicht der kritische Faktor - in der Praxis machen eher abknickende, mit Möbeln zugestellte Flure Probleme.
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  13. #11

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    Auch wenn eine Wohnungstür kleiner sein dürfte, so macht das für mich keinen Sinn sie kleiner zu machen. Durch diese Tür muss alles rein und im Notfall muss auch eine Trage und sonstiges Equipment vom Rettungsdienst ohne Probleme rein und raus. Auch voll bepackt mit Einkaufstüten macht es keinen Spaß durch schmale Türen zu gehen. Deswegen würde ich prinzipiell immer 1,01 Türen als Wohnungstür machen und nicht kleiner. Alles andere ist sparen am falschen Ende und den Mietern gegenüber ein Bärendienst. Wenn keine 1,01m Tür passt, dann hat man im Grundriss was falsch gemacht.
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