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Schallübertragung bei Neubau

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  1. #1

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    Schallübertragung bei Neubau

    Hallo zusammen,

    wir wohnen seit ca. 6 Monaten in unserem neuen Haus mit zwei Vollgeschossen und Holzbalkendecke. Die Decke wurde Standardmäßig als Holzbalkendecke ausgeführt. Anhydrid-Estrich (schwimmend) inkl. Randstreifen, OSB Platten, Gebälk, Dämmung und Gipskartonplatte.

    Es ist uns auch bekannt, dass die Holzbalkendecke den Betondecken nicht das Wasser reichen können bezüglich Trittschall.
    Was uns allerdings nun nach 6 Monaten täglich auf den Kopf prasselt, wenn unsere Kinder oben nur mit Ihren Fahrzeugen auf dem Boden fahren oder etwas herunterfällt, schockiert uns doch sehr.

    Wir fragen uns daher ob dies so normal ist und ob es Richtwerte gibt die nach Verordnung oder Gesetz vom Haushersteller einzuhalten sind.

    Kann mir hierzu jemand einen Rat geben, wo ich mich informieren könnte oder gar ein Verweis auf bestehende Regularien geben?
    Kann mir jemand sagen, welche Gründe es geben könnte, die zu dieser Schallübertragung führen könnten bzw. wie man diese ggf. reduzieren kann?

    Danke vorab
    Grüße
    dasp
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  2. Schallübertragung bei Neubau

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  3. #2

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    Gibt es gesonderte Vereinbarungen hinsichtlich Schallschutz? oder nachweislich Zusagen der Baufirma zum Schallschutz?

    Ansonsten wird´s schwierig. Schallschutz innerhalb der eigenen 4 Wände ist normalerweise kein Thema, denn da hat man den Schall ja selbst unter Kontrolle. So Dinge wie "Schall durch Haustechnik" lassen wir mal außen vor, darum geht es ja nicht.

    Zu Deinem Aufbau, da fehlt nach meinem Geschmack eine Trittschalldämmschicht zwischen Estrich und OSB bzw. als Entkopplung zu den Balken. Liegt auf dem Estrich auch noch ein schallharter Oberbelag, dann wird der Schall mehr oder weniger ungehindert nach unten geleitet. Vermutlich gibt es auch keine nennenswerte Trittschalldämmung zwischen Estrich und Oberbelag.

    Lösung: anderen Oberbelag wählen und Trittschalldämmung drunter. Das sollte für eine Verbesserung der Schalldämmung sorgen. Weitere Möglichkeiten sehe ich nicht, zumindest nicht so lange ein kompletter Rückbau nicht in Frage kommt (wovon ich mal ausgehe).
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  4. #3

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    @ Vornamensvetter

    Schwimmend soll wahrscheinlich die Trittschalldämmung darstellen.

    @ TE
    Was für ein Oberbelag??
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  5. #4

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    @ Vornamensvetter

    Schwimmend soll wahrscheinlich die Trittschalldämmung darstellen.
    uups. Das hatte ich überlesen. Dann bleibt noch Oberbelag & Co.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Hi,

    sorry du hast natürlich recht. Unter dem Estrich ist noch eine 10-12 cm dicke Styroporpackung verlegt auf welcher der Estrich liegt.

    Als Oberbelag haben wir den Designboden von Haro verlegt. Marke Haro Disano als Click-System. Dieser Fußboden hat bereits eine verklebte Korkschicht als Dämmung integriert. Man hat uns im Fachmarkt gesagt, eine weitere Dämmung mit Kork oder anderen Materialien wäre daher nicht notwendig.

    Bezüglich Schallwerten wurde leider nichts vereinbart. Im Nachhinein betrachtet hätten wir evtl. darauf beharren müssen aber alle Hersteller taten sich bei dem Punkt sehr schwer.

    Ein Rückbau kommt natürlich ob des jungen Alters unseres Hauses nicht in Frage, selbst eine Neuverlegung der Fußböden im OG ist derzeit nicht drin.

    Man liest hier und da immer von DIN und anderen Normen...Ich hatte mir erhofft, dass es gewisse, generelle Anforderungen gibt, die seitens Hersteller per Verordnung oder Gesetz eingehalten werden müssen.
    Schall und Lärm ist ja leider immer subjektiv und daher sehr lax in der Auslegung bzw. Wahrnehmung.
    Oder eben eine ganz banale Erklärung bzw. Lösung (Wunschdenken :-)
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  7. #6

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    Ist der "Designboden" vollflächig verklebt?


    mit skeptischen Grüßen!
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  8. #7

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    Sicher, dass die verklickte Spanplatte und deren Kleber keine Schallbrücken vom Estrich zur Wand hergestellt haben???
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  9. #8
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    Hi zusammen,

    der Boden wurden nicht geklebt sondern wie Laminat im Klick-Verfahren, oder wie man es auch nennen möchte, verlegt.
    Jeweils mit Luft zur Wand da schwimmend verlegt. Daran sollte/dürfte es also nicht liegen.

    Ich meine halt, dass der Trittschall für unser Empfinden sehr hoch ist. Wenn wir Gäste haben, sind diese auch immer sehr erstaunt, was da alles "von oben herunterkommt".
    Leider haben wir aber auch keinen Vergleich, sprich, Freunde mit Holzbalkendecke und zwei Kids die aktiv spielen...

    Wir würden das Thema ja gerne aktiv mit dem Haushersteller angehen aber mit welcher Handhabe?
    Es gibt ja nichts worauf wir uns beruhen könnten. Man könnte höchstens mal um fachlichen Rat des Hausherstellers bitten um die Schallübertragung im "Echt-Versuch" zu zeigen...

    Wenn sonst noch jemand einen Rat weiß oder evtl. Grenzwerte die per se festgelegt sind, gerne her damit.

    Danke schon mal für die Beiträge zum Thema

    Grüße
    dasp
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von Ralf Wortmann
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    Zitat Zitat von realdasp Beitrag anzeigen
    Man liest hier und da immer von DIN und anderen Normen...Ich hatte mir erhofft, dass es gewisse, generelle Anforderungen gibt, die seitens Hersteller per Verordnung oder Gesetz eingehalten werden müssen.
    Gibt es leider nicht, wenn du damit Schallschutzgrenzwerte meinst. Die existieren, wie R.B. schon schrieb, nicht für Schallschutzanforderungen zwischen zwei Stockwerken oder Zimmern innerhalb derselben Wohneinheit, sondern nur für den Bereich zwischen zwei voneinander unabhängigen Wohnungen.

    Es geht ja leider nicht um eine Erdgeschosswohnung mit einer separaten Einliegerwohnung darüber.

    Du müsstest höchstens nach Planungs- oder Ausführungsmängeln "suchen", die aus anderen Gründen gegen die aaRdT verstoßen und zugleich schallrelevant sind und könntest, wenn du fündig wirst, deren Beseitigung verlangen und dabei ggf. zugleich als Nebeneffekt die Schallsituation verbessern. Wäre aber recht weit hergeholt.
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  12. #10

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    Zitat Zitat von realdasp Beitrag anzeigen
    Ich meine halt, dass der Trittschall für unser Empfinden sehr hoch ist.
    Das mag ja sein, aber wie oben schon geschrieben, wirst Du Dich hier nicht auf irgendwelche Grenzwerte berufen können, schon gar nicht wenn nur ein subjektives Empfinden Anlass für die Beschwerde ist.

    So lange Du Dich nicht auf eine vertragliche Vereinbarung berufen kannst, entweder in dem Grenzwerte im Vertrag genannt wurden, oder in Form einer allgemeinen Beschreibung zugesichert wurden, wird es extrem schwierig hier einen Mangel zu konstruieren. Man müsste Trittschall und Luftschall messen, und dann mit den Werten vergleichbarer Konstruktionen vergleichen. Bei erheblichen Abweichungen könnte man dann unterstellen/vermuten, dass hier ein Mangel vorliegt, denn man hat ja das Haus mit einer Konstruktion x bestellt in der Erwartung, dass diese die üblichen Schalldämmwerte einhält. Diese Argumentation dürfte aber bereits auf tönernen Füßen stehen, das müsste ein Fachanwalt beurteilen, ob man damit weiterkommt.

    Wurde der Boden selbst verlegt, dann hat man aber bereits den nächsten Streitpunkt, denn die Firma wird zuerst einmal den Bodenleger dafür verantwortlich machen.

    Wenn Du also wirklich voran kommen möchtest, dann einen Gutachter holen und mit den o.g. Messungen beauftragen. Er kann Dir dann auch gleich sagen, wie die Werte einzuordnen sind. Evtl. kann er auch schon Hinweise darauf geben, wie man hier eine Verbesserung herbeiführen könnte. Aus der Ferne ist das unmöglich.
    Dann die Firma mit dem Gutachten in der Hand aufsuchen und um Nachbesserung bitten (sofern die Ergebnisse entsprechend sind). Vorab eine Beratungsstunde bei einem Fachanwalt in Anspruch nehmen, um zu klären, ob man aus der Leistungsbeschreibung irgendwelche Ansprüche ableiten kann.
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  13. #11
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    Hallo zusammen,

    danke für die zahlreichen Antworten. Ich hatte bereits vermutet dass es schwierig bis unmöglich wird, hier etwas herbeizuleiten, was mit dem Haushersteller konkret anhand von Fakten besprochen werden könnte.
    Alles Maßnahmen die unsererseits einzuleiten wären, würden nun natürlich Kosten verursachen mit wohl geringer Chance auf Erfolg.

    Nunja, wir werden wohl schauen müssen, wie wir das Thema nun angehen werden um es auch realistisch zu halten.

    Danke trotzdem und Grüße
    dasp
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