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KFW 60-Haus auch mit Gas-Heizung und Solar möglich?

Diskutiere KFW 60-Haus auch mit Gas-Heizung und Solar möglich? im Forum Praxisausführungen und Details auf Bauexpertenforum.de


  1. #1
    hampfi
    Gast

    KFW 60-Haus auch mit Gas-Heizung und Solar möglich?

    Hallo,

    ich bin neu Ihr und habe eine sehr wichtige Frage an Euch. Wir planen ein Fertighaus zu bauen und wollen dieses als KFW 60-Haus errichten. Nun wurde uns gesagt, dass wir dafür eine Pelletheizung bräuchten. In einem KFW-Flyer habe ich allerdings gesehen, dass man auch den KFW 60-Standard mit einer Gasbrennwerttechnik und Solaranlage erreichen kann. Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen!!
    Der Wandaufbau soll wie folgt von außen nach innen sein:Klinkerfassade, 5cm Luftschicht, 40 mm Wärmedämmung, 13mm Holzplatte, 160mm Dämmung, 13mm Holzplatte und 12,5mm Rigipsplatte.
    Ist es nun möglich mit diesen Werten und Gas plus Solar ein solches Energiesparhaus zu errichten oder ratet Ihr lieber zu Pellets oder Erdwärme.
    Ich würde mich sehr über Antworten freuen und bedanke mich schon einmal für die Mühe!!

    Hans
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  2. KFW 60-Haus auch mit Gas-Heizung und Solar möglich?

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  3. #2
    Avatar von matzi
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    Lese dir mal bitte diesen Link durch.
    http://www.beye-hameln.de/enev/beisp...hora-kfw60.htm
    Gruß matzi
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  4. #3
    Hendrik42
    Gast
    hampfi,

    KfW60 kann man natürlich auch mit Gasheizung erreichen.

    Die "60" in KfW60 beziehen sich auf den Primärenergiebedarf. Der setzt sich zusammen aus dem tatsächlichen Heizenergiebedarf multipliziert mit der primärenergetischen Aufwandszahl der Heizung. Plus Hilfenergien, lasse ich aber mal der Einfachheit weg.

    Man kann die "60" also durch das Senken des Heizenergiebedarfs (also mehr und besser dämmen) oder durch senken der primärenergetischen Aufwandszahl der Heizung erreichen.

    Da Gasheizungen aus Sicht der Energieeinsparverordnung (und die ist Grundlage für die 60 in KfW60) einen "schlechte" primärenergetische Aufwandszahl haben, mußt Du entweder besser dämmen, oder eine andere Heizung nehmen; zum Beipiel Pellets oder eine Wärmepumpe.

    Eine Solaranlage macht einiges aus (auf dem Papier!). Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) macht auch einiges aus.

    Es gibt mehr als einen Weg zum Ziel. Wenn Dein Fertighaushersteller das nicht weiss oder nicht kann, solltest Du Dir vielleicht einen anderen suchen. Die Mehrkosten für KfW60 sollten um die 10.000 EUR liegen, damit ist das erreichbar (war jedenfalls bei uns so und andere hier und in anderen Foren haben ähnliche Zahlen genannt).

    Gruß, Hendrik
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  5. #4
    Hendrik42
    Gast
    Der Link von Matzi ist auch gut. Hat Herr JDB sehr schön vorgerechnet...
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  6. #5
    hampfi
    Gast
    Hallo,
    schon einmal vielen Dank für Eure schnellen Antworten!!
    Würdet Ihr mir bei der Heizung denn eher zu einer Pelletheizung oder Erdwärme raten? Haben Erdwärmepumpen denn nicht auch eine schlechte Einstufung auf Grund des Stromes??
    Vielen Dank!

    Hans
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  7. #6

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    Zitat Zitat von hampfi
    Hallo,
    schon einmal vielen Dank für Eure schnellen Antworten!!
    Würdet Ihr mir bei der Heizung denn eher zu einer Pelletheizung oder Erdwärme raten? Haben Erdwärmepumpen denn nicht auch eine schlechte Einstufung auf Grund des Stromes??
    Vielen Dank!

    Hans
    zu 1: Pellets

    Zu 2: Ja

    Gruß Holger
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  8. #7
    Hendrik42
    Gast
    Hans,

    eine Wärmepumpe verbraucht Strom, der mit dem miesen Primärenergiefaktor von 3 beaufschlagt ist. Allerdings braucht eine WP nur 0,2 bis 0,33 kWh Strom um eine kWh Wärme zu "erzeugen", der Rest kommt aus dem Boden oder der Luft. Deswegen hat eine Wärmepumpe am Ende eine primärenergetische Anlagenaufwandszahl von unter 1!

    Pellets sind politisch gefördert und haben nur einen Primärenergiefaktor von 0,2. Dein Bauunternehmer kann Dir also eine Hütte aus Pappedeckel hinstellen und trotzdem noch KfW60 erreichen (jaja ich übertreibe maßlos, er muss immer auch die EnEV Transmissionswerte um XX% unterschreiten).

    Bei der WP zahlst Du die Anlage, Strom, Stromanschluss und vielleicht Wartung. Bei Pellets zahlst Du die Anlage, den Lagerraum für die Pellets, Strom (auch locker 30-50 EUR / Jahr), Schornsteinfeger (hier 90 EUR / Jahr) und Pellets (und die Kapitalkosten für die Pellets während sie lagern) und Wartung.

    Ein KfW60 Haus kann man auch wirtschaftlich mit einer Luft Wärmepumpe beheizen, die ist in der Anschaffung günstiger als eine Erd-WP.
    http://hendrik42.twoday.net/stories/949387/

    In Deutschland kann 5-6% der Heizungenergie nachhaltig über Pellets realisiert werden. Aus meiner Sicht werden wir das für Altbauten und den Bestand brauchen, einen Neubau würde ich nie mit Pellets ausrüsten. Wofür eine tausend Grad heiße Flamme anmachen, wenn ich nur 30 bis 35° Grad für die Fußbodenheizung und max. 60°C für Warmwasser brauche?

    Gruß, Hendrik
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  9. #8

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    Ich denke mittlerweile, ob Pellets oder Wärmepumpe ist Geschmackssache. In "normalgroßen" Häusern werden sie sich bei aktuellen Energiepreisen nicht viel nehmen. Gas oder Öl wären für mich aus ideologischen Gründen tabu, da ich keinen Bock habe, große Mineralölfirmen zu bezahlen. Da lasse ich lieber mein Geld in der Region beim Pelletsproduzent.
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von Bruno
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    Zitat Zitat von Hendrik42
    In Deutschland kann 5-6% der Heizungenergie nachhaltig über Pellets realisiert werden. Aus meiner Sicht werden wir das für Altbauten und den Bestand brauchen, einen Neubau würde ich nie mit Pellets ausrüsten. Wofür eine tausend Grad heiße Flamme anmachen, wenn ich nur 30 bis 35° Grad für die Fußbodenheizung und max. 60°C für Warmwasser brauche?
    Den Pellets gehört trotzdem die Zukunft. Sie sind heute schon konkurrenzfähig, obwohl 940 von den 1000 Grad, also 94%, ungenutzt abrauchen (lt. Hendrik42 werden max. 60° der 1000° für Warmwasser gebraucht). Das Geheimnis heißt Fernwärme bzw. Blockheizkraftwerk. Man nutzt die vollen 1000 Grad, indem man die 16-fache Menge Warmwasser erzeugt. Damit können nicht nur 5-6% der Heizungenergie in Deutschland, sondern 94% mehr, also 99-100% nachhaltig über Pellets realisiert werden. Die Schweden machen es vor.
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,406698,00.html
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  11. #10
    Hendrik42
    Gast
    Hä? Natürlich sind Pellets "konkurrenzfähig". Und natürlich gehört ihnen die Zukunft. Allerdings eben nur ca. 6% der Zukunft... aber mit Pellets wird man wohl noch in 100 Jahren heizen können -- was man für Öl und Gas nicht sicher sagen kann.

    Blockheizkraftwerke und Fernwärme sind auch toll. Kraft-Wärme-Kopplung ist auch toll! Aber das ist nicht "konkurrenzfähig" wenn man "nur" ein EFH heizen willst, sondern rechnet sich erst ab MFH.

    Daß 100% aller Heizungsenergie in Deutschland mit Pellets erzeugt werden kann, halte ich allerdings für ein Gerücht. Soviel Wald haben wir in Deutschland nicht.

    Gruß, Hendrik
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  12. #11

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    @ Hendrik42

    Womit wird denn in Zukunft am besten geheizt??????
    Was erzeugt genau 60° Wärme, gibt die in die WW-Bereitung und hat nur 25° Verlust bei FBH???
    MfG
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer
    Womit wird denn in Zukunft am besten geheizt??????
    Ralf, das ist wohl eine der entscheidensten Fragen, die in den zukünftigen Jahren geklärt werden MUSS. Bin mal gespannt, womit wir heizen und rumfahren, wenn der Rohölpreis bei 200USD und die kWh Strom bei 2EUR liegen.
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13

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    Da hier keiner die Entwicklung vorhersehen kann, steck ich mein Geld in die Dämmung, senke meinen Wärmebedarf ab soweit es eben geht und geb stattdessen nur wenig für das Heizsystem aus.
    Und ne kleine Hütte braucht auch weniger Energie als ne große. Auch noch ein Ansatzpunkt, wo man an die langen Jahre denken sollte, wenn die Kinder aus dem Haus sind.
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  16. #14

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    Zitat Zitat von th_viper
    Da hier keiner die Entwicklung vorhersehen kann...
    Eins ist absolut sicher: fossile Brennstoffe werden kontinuierlich knapper und damit teurer.

    Zitat Zitat von th_viper
    ...steck ich mein Geld in die Dämmung, senke meinen Wärmebedarf ab soweit es eben geht...
    Guter Ansatz. Wenn das jeder machen würde - nicht nur beim Haus, sondern vielleicht auch beim Auto - wäre schon sehr viel gewonnen.

    Zitat Zitat von th_viper
    Und ne kleine Hütte braucht auch weniger Energie als ne große.
    Prinzipiell richtig. Größere Häuser (z.B. Doppel-, Reihen- oder Mehrfamilienhäuser) sind aber noch energieeffizienter, da nur wenig größere Oberfläche um mehr Raum existiert, über die Energie abgegeben werden kann. Das war auch ein Grund, warum wir uns für eine DHH entschieden haben. Da ist eine Wand "warm".
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