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Dachdämmung - der ratlose Laie

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  1. #1

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    Dachdämmung - der ratlose Laie

    Hallo, liebes Forum...

    ich melde mich hier als ratsuchender (Voll-)Laie, der nach Gesprächen mit verschiedenen Firmen und vielem Lesen im Internet überhaupt nicht mehr weiß, wie er weitermachen soll. Mache ich irgendwo schlimme Denkfehler?

    Zur Situation (ebenfalls laienhaft beschrieben):
    Wir haben ein Haus, Baujahr 1978.
    Die 1. Etage soll umfassend renoviert werden (Dachfenster neu, Wände, Decken), weil hier Kinderzimmer rein sollen. Im Moment läuft gar nichts mehr, weil wir leider keine sinnvolle Reihenfolge/Lösung finden. Eigentlich wollte ich erstmal nur die beiden Kinderzimmer machen (aus Kostengründen)

    Problem (IST-Zustand, soweit ich das beurteilen kann):
    Oben drüber: unbeheizter und ungedämmter Dachboden mit Unterspannfolie
    die Geschossdecke ist mit Glaswolle ausgestopft
    die Dachschrägen: Dachziegeln, Lattung, Unterspannfolie (laut Aussage zweier Dachdecker eine diffusionsdichte), 12cm "Glaswolle" mit Aluminiumkaschierung, Paneele bzw. Rigipsplatten.
    Die Paneele wurde direkt auf die Dachsparren geklammert.

    Was ich möchte:
    Die Sparren sind durchgängig 25 cm tief, also genug Platz für reichlich Dämmung, die muss auch rein, denn im Moment wird es sehr heiß/kalt in der Etage. Die Sparren sind auch alle noch in Ordnung, nichts sichtbar verrottet.

    Variante 1 (Vorschlag Dachdecker): von außen
    - Dach abdecken, Unterspannfolie raus, alte Glaswolle raus, Aufdachdämmung gesamte Dachfläche
    Problem: Das ist sauteuer und: in absehbarer Zeit (d.h. die nächsten 10 Jahre) werden wir den Dachboden definitiv NICHT ausbauen, wenn überhaupt jemals. Ich steh auch optisch nicht auf sichtbare Dachsparren, d.h. an Raumhöhe würden wir von innen nichts gewinnen, da ich die eh wieder verkleiden würde. - Hier sehe ich also ein deutliches Kosten-Nutzen-Problem.
    Vorteil: gemacht ist gemacht und wir könnten innen die Wände Raum für Raum erneuern und sauen uns nicht alles mit der alten Glaswolle ein. Das Kostenproblem ist leider absolut grenzwertig (fast 150m² Dachfläche).

    Variante 2 (Vorschlag Dachdecker 2): von innen (Zwischensparren OHNE Folie)
    - Paneele/Gips runter, Glaswolle raus. Mit Cutter auch die Folie rausschneiden.
    - Thermo-Dämmsäcke mit Einblasdämmung. Die seien so beschichtet, dass sie gleichzeitig als Feuchteschutz für innen und außen funktionieren.
    Problem: Wir haben definitv keine Zeit, die ganze Etage oben auf einmal zu machen, d.h. man müsste Zimmer für Zimmer vorgehen, was laut Aussage des Dachmenschen aber Unfug ist wg. Kosten fürs Rüsten etc. aber mal angenommen, wir machen alles auf einmal: Was passiert mit den Dämmsäcken, wenn man dann die Wände mal erneuern will?? Die "fallen" einem dann doch entgegen?!
    Problem 2: der Bereich unter den Dachfenstern bleibt ungedämmt.
    Vorteil: günstiger, wir "sparen" die Dampfbremse und die Kosten für die Dämmung des Dachbodens.

    Variante 3 (Dachdecker 3): von innen (Zwischensparren MIT Folie)
    - Paneele runter, Glaswolle raus. Unterspannfolie drin lassen.
    - Ziegeln, Unterspannfolie, 4-5cm Luft, 20cm Hanfwolle (weil die wohl besser mit Feuchtigkeit klar kommt als Mineralwolle), Dampfbremse und Paneele/Gips ODER keine Dampfbremse und stattdessen Lehmleichtbauplatten (die würden die gleiche Funktion wie die Dampfbremse erfüllen, sagte man mir... ?
    Vorteil: wir könnten einiges selbst erledigen und Raum für Raum vorgehen, Hanf und Lehm allerdings ist wiederum ganz schön teuer.
    SOLLTEN wir dann irgendwann mal das Dach machen, könnte doch diese Zwischensparrendämmung dann auch einfach drin bleiben, nicht? Da müsste man dann nicht nochmal dran, oder?
    Problem: Die Unterspannfolie bleibt drin. Wenn nun die warme Luft durch das Dämmmaterial geht, kondensiert sie doch von unten an der Folie und tropft von da aus in die Dämmung - oder nicht? Ist das ein Denkfehler von mir? Da ändern doch auch 4 cm Luftschicht nichts dran - oder doch?

    Variante 4 (Dachdecker 4): von innen (Zwischensparren MIT neuer Folie)
    - gleiches Vorgehen wie bei Variante 3, nur dass er vorschlug, auch die Folie zu entfernen und dann von innen mit einer Lattung eine diffusionsoffene Folie zwischen die Sparren zu tackern.

    Jetzt sitz ich hier, glotze auf diese Paneele und weiß nicht, wie wir vorgehen sollen. Mir ist klar, das die Dämmung von außen in Bezug auf das ganze Gebäude und die Fach- und Sachgerechtigkeit am sinnvollsten wäre - aber ich bezweifel, dass wir die notwendigen finanziellen Mittel in den nächsten Jahren (z.B. für einen Kredit) dauerhaft aufbringen können, bzw. habe ich einfach Angst vor dieser zusätzlichen finanziellen Belastung.

    Was erscheint hier auf lange Sicht (auch in Bezug auf die Kosten) am sinnvollsten? Welche Reihenfolge?

    Ich werde noch wahnsinnig...jede(r erzählt einem was anderes. Der erste Mensch, der hier war meinte sogar, man könne das alles einfach ausblasen, sei überhaupt kein Problem, die Mineralwolle könne auch drin bleiben...(inzwischen weiß ich durchs Lesen wenigstens, dass das eine Bank für Schimmel gewesen wäre).

    Viele Dank für (laienverständliche) Tipps!
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  2. Dachdämmung - der ratlose Laie

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  3. #2

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    Anbieter 1 bis 3 suchen eine Goldmine.
    Alternative 4 ist am ehesten zu akzeptieren.
    Wichtig ist:
    Alte Paneele entfernen.
    Alte Unterspannbahn Zustand prüfen u.ggf. wie var 4 ersetzen.
    Sparren voll dämmen.
    Innen ZWINGEND prrfekt luftdicht bauen.
    Das geht Zimmer für Zimmer.
    Dämmen der Decke, NICHT bis zum First.
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  4. #3

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    Da treff ich mit meinen Fragen doch wieder auf den Herrn Dachmann, der ja so gern fotografieren lernen würde:

    Ich habe vor 10 Jahren mein Dach neu decken lassen und in dem Zuge gleich Minralwolle (ich meine, es waren 18cm) zwischen die Sparren packen, sowie von innen die alten Paneelen gegen Gipskarton getauscht.

    Mein Poblem: Zwar hats sehr gut geholfen, dass es im Winter wärmer wurde (der Schnee bleibt jetzt ewig auf dem Dach, ohne abzutauen), nur gegen die Hitze im Sommer hats überhaupt nichts genutzt. Woran liegt das?
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  5. #4
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    @ Dachmann: Die Unterspannbahn ist im Bereich der Dachschrägen (soweit wir das aktuell beurteilen können) in Ordnung. Lediglich auf dem Dachboden ist sie im Bereich der Dachluken durch die Sonneneinstrahlung porös und brüchig geworden.
    Sie haben geschrieben "gegebenenfalls" ersetzen? Hieße das für uns, wir könnten die Folie auch drin lassen und trotzdem die Sparren voll dämmen?
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  6. #5

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    @panthertier, Ja, die alte Folie kann bleiben.
    Das erfordert dann allerdings besonders hohe Sorgfalt beim weiteren Innenausbau, weil damit auch kleinste Leckagen grosse Risiken ergeen.
    Pardon, nicht falsch verstehen; der Ausbau erfordert immer saubere Arbeit aber die früher übliche Hinterlüftung der Folie hat viel verziehen.
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  7. #6

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    @tiefbaufotograf.
    Ich antworte gerne zum sommerlichen Wärmeschutz aber bitte ein neues Thema eröffnen, sonst gibts Durcheinander.
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  8. #7

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    Zitat Zitat von DACHMANN Beitrag anzeigen
    @tiefbaufotograf.
    Ich antworte gerne zum sommerlichen Wärmeschutz aber bitte ein neues Thema eröffnen, sonst gibts Durcheinander.
    Danke im Voraus:

    http://www.bauexpertenforum.de/showt...93#post1108093
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  9. #8
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    Danke vielmals für die Antworten!
    Das klingt zumindest nach einer machbaren Lösung.

    Können wir denn dann als Material Mineralwolle nehmen oder wäre es besser etwas zu wählen, das schneller trocknet?
    Müsste raumseitig dann eine Dampfsperre angebracht werden oder eine Dampfbremse?

    Mir ist noch nicht so ganz klar, was dann mit der Feuchtigkeit passiert...ich habe große Sorge, dass mir das Ganze dann weggammelt in den nächsten 5 Jahren. Angenommen, es zieht Feuchtigkeit z.B. von oben vom Dachboden in das Dämmaterial - oder durch die Holzsparren oder ein Mauseloch.. - dann kann die doch nirgends mehr hin und lässt mir doch von innen die Dämmung verrotten, nicht?

    Entschuldigung...ich komme mir selber schon vor wie ein Depp, aber es kostet so viel Zeit und Geld und wir hatten mit diesem Haus bisher nichts als Ärger (undichter Balkon, Grundwasser im Keller, Heizung...) und Unsummen an nicht einkalkulierten Sanierungskosten.
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  10. #9

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    Die "Feuchtigkeit " ( wieviel ,woher ..? ) bekommt man mit regelmäßigem Lüften in den Griff.
    Und da ist es Jacke wie Hose ob DS oder DB, weil man ja nicht an den Körperausdunstungen von Mensch und Haustieren ersticken möchte.. und Räucher-Stäbchen bringen ja auch nur kurzfristig Erfolg ,Duftkerzen können ja ebenfalls auch ganz schön die Sinne vernebeln..

    Eine Dampfsperre verhindert ,daß die Dämmung feucht wird..bei einer Dampfbremse hat man den gleichen Effekt .

    - Steinwolle und darauf achten ,daß die DS sorgfältig verklebt wird .
    - Holz-Faser-Dämmplatten und eine DB ( intelligente Unterspann-Bahn ) und wenn man möchte eine Dämmung unterhalb der GK-Platten..

    Leider fällt mir die Abkürzung für die Dämmung innerhalb der Zwischen-Räume der Trag-/ Konter-Lattung nicht ein..
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  11. #10

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    Wie sieht's mit einer Aufdachdämmung aus, da bleibt alles beim Alten?
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  12. #11

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    @bauking, um Himmels Willen. Niemals Aufdachdämmung an diesem Haus.
    @panthertier,
    Glaswolle ist völlig perfekt.
    Dampfbremse mit sd 2m ist ideal.
    PERFEKTE Luftdichtheit innen ist ZWINGEND.
    Vollflächige Zusatzdämmuung innen ist vorteilhaft.
    Keiner der Vorschläge 1- 4 berücksichtigt diese Voraussetzungen.
    Alle 4 Dachdecker sind unfähig.
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  13. #12

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    Auf die Gefahr hin Werbung zu machen...Mal das Rockwool Meisterdach googlen. Kombination Zwischen/Aufsparrendämmung. Die Luftdichtebene lieg hier zwischen den Dämmschichten..Funktioniert sofern die Aufsparrendämmung einen besseren Dämmwert besitzt als die Zwischensparrendämmung. Innen muss mit GK-Platten beplankt werden. Theoretisch funktioniert das auch ohne die GK-Platten. Rockwool schreibt diese aber vor.
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  14. #13

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    @Bamboocha,
    Werbung sollte kei9n problem ei9n - die kann man überlesen, wenn man will.

    Ein P?roblem ist aber:
    Eine Aufdachdämmung, gleich aus welcher werbung, ist zhier immer FALSCH.

    Der TE schreibt:
    "unbeheizter und ungedämmter Dachboden mit Unterspannfolie"
    Logisch, eine Aufdachdämmung über einem unbewohnten Speicher ist FALSCH und reine Beutelschneiderei der Dachdecker - frei weg zur Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf die Bauaufgabe oder Anforderung.

    Auch die weiteren Ratschläge mit "Papier"- säcken und Cellulose zwischen Sparren können nicht die Zwingende Anforderung der vollflächigen Luftdichten Ebene erfüllen.

    Wenn dann noch die Sparrenhöhe bei 240mm beträgt, wird Sowieso jede Aufdachdämmung völliger Humbug.
    Der TE benötigt auch den Innenausbau mit GK - was dan die aufdachdämmung völlig unsinnig werden lässt.

    Stellen Sie sich vor:
    Innen GK auf Unterkonstruktion.
    Dann 240mm Sparrenhöhe leer, ohne Dämmung
    und darauf das beworbene Aufdachsystem.

    Blanker Wahnsinn, sowohl konstruktiv wie bauphysikalisch und wirtschaftlich !!

    ???
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Warum sollte in diesem Fall eine Aufdachdämmung unabhänig von PU oder Holzwolleplatten prinzipiell falsch sein?
    Wenn die Dacheindeckung in absehbarer Zeit eh neu muss, ist der Aufwand überschaubar, ohne Dreck, Kosten und Nutzungsausfall im Wohnbereich.
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  17. #15

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    @bauking,
    weil Dämmung immer über beheizten Räumen der raumumscchliessenden Fläche folgen soll.
    Deshalb muss die Decke zum Dachboden gedämmt werden, was auch nur einen Bruchteil an Kosten verursacht.
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