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Falscher Plan vom Architekt - Fenster sitzen falsch

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  1. #1

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    Falscher Plan vom Architekt - Fenster sitzen falsch

    Hallo liebes Forum,

    wir haben da ein Problem mit unserem Architekten. :-( Bislang waren wir recht zufrieden, aber vor einer Woche ist uns ein fataler Fehler aufgefallen.
    Findet den Unterschied:
    Haus-Ost-Plan.jpg Haus-Ost-Bild.jpg

    Wir hatten einige Monate vor Baustart eine Besprechung mit dem Architekten für die Werkplanung und da explizit darauf bestanden, dass die Fenster im OG und EG bündig sein sollen. Dummerweise habe ich die einzelnen Maße im "falschen" Werkplan dann nicht mehr geprüft, sondern nur die aktualisierten Außenansichten betrachtet und das für o.k. befunden.

    Die obere Fensterreihe sitzt nun um 24cm zu weit links (von außen betrachtet) und ist somit nicht bündig zu den Fenstern im EG. Den selben Fehler gibt es an einer weiteren Hausseite noch einmal mit einem weiteren OG-Fenster. Der Architekt wurde unmittelbar auf den Fehler hingewiesen (zu dem Zeitpunkt floß gerade der Beton auf die OG-Filigrandecke). Es stellte sich heraus, dass er zwar die Ansicht in der Zeichnung geändert hatte, die neue Fensterposition aber offenbar nicht in den Werkplan übernommen hatte. Den Maurer trifft (aus meiner Sicht) keine Schuld - der hat sich brav an den Plan gehalten.

    Ich habe nun zwei konkrete Fragen:
    • lässt sich die Fensterposition noch halbwegs wirtschaftloch vertretbar korrigieren? Die Rollokästen sind halt schon eingebaut, genauso natürlich auch die ganze Dämmung und Randmauerung an der OG-Betondecke... Es handelt sich übrigens um Außenwände mit T7 (49,5cm) und Passivhaus-Rollokästen.
    • wie könnte man sich evtl. sonst einigen? Welcher Anteil des Honorars wäre angemessen? Oder unabhängig davon ein Schadensersatz?


    Wir ihr euch vorstellen könnt, liegen unsere Nerven aktuell ein wenig blank. Wir schwanken zwischen "naja, man kann sich das schönreden" und "wir werden uns ein Leben lang über die falsch sitzenden Fenster ärgern". Bin für jeglichen Tipp dankbar.

    Vielen Dank!

    Mampf

    (PS: ich bitte um Nachsicht, dass ich in der aktuellen Situation noch etwas "anonym" bleiben möchte)
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  2. Falscher Plan vom Architekt - Fenster sitzen falsch

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  3. #2

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    Hallo Mampf,

    Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um einen eindeutigen Planungsfehler des Architekten. Du (als Laie) hast die Ansichten für gut befunden und "freigegeben". Es ist nicht Deine Aufgabe die korrekte Umsetzung in der Werkplanung zu kontrollieren. Genau dafür bezahlst Du ja den Architekten.

    Ich würde mich hier nicht auf irgendein schönreden oder Honorarnachlass einlassen. Ihr werdet euch die nächsten Jahrzehnte daran ärgern.
    Teilt eurem Architekt freundlich aber bestimmt mit dass ihr die Position der Fenster nicht akzeptiert und, da es sich offensichtlich um einen Planungsfehler handelt, er sich doch bitte darum bemühen möchte die Position der Fenster für euch kostenneutral zu korrigieren. Für solche Fälle hat der Architekt eine Haftpflichtversicherung

    Sollte er sich bei einem nächsten Gespräch nicht sofort auf eine (für euch kostenneutrale) Korrektur einlassen, sondern versuchen das Ganze schönzureden oder irgendwie anders "hinbiegen" will, dann wird es höchste Zeit das ganze schriftlich zu machen, zur Not mit juristischer Unterstützung.

    Allerdings würde ich nicht gleich das volle Programm auffahren. Erstmal mündlich, dann (nachweislich) schriftlich, und wenn Du dann noch Wiederstand merkst juristische Unterstützung. Das bedeutet nicht dass da gleich ein Schreiben vom Anwalt kommen soll, aber Du solltest Dich dann von einem Anwalt (Fachanwalt für Baurecht) beraten lassen wie du weiter vorgehst.

    Was sagt denn Dein Architekt zu der Situation bzw. zu möglichen Lösungsansetzen?
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  4. #3

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    Nochmal ein Beispiel aus der Praxis (bei mir in der Familie):

    EFH geplant mit Architekt: Ein Fenster sollte so situiert werden dass Unterkante Fenster = Oberkante Podest der Treppe ist, damit die Podestplatte quasi als Fensterbank in das Fenster laufen kann. Architekt hatte sich leider mit der Brüstungshöhe vertan. Vermaßung bezog sich auf Rohbau und nicht auf OKFF. Das ganze ist leider erst aufgefallen als das Fenster schon eingebaut war. Die ganze Umbauaktion inkl. neues Fenster hat der Architekt (oder seine Versicherung) bezahlt.
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  5. #4
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    Hallo Dagobert,

    vielen Dank für das Feedback!

    Zitat Zitat von Onkel Dagobert Beitrag anzeigen
    Was sagt denn Dein Architekt zu der Situation bzw. zu möglichen Lösungsansetzen?
    Bislang nichts. Er weiß es seit knapp über einer Woche, vorgestern hatten wir einen anderen Baustellentermin und ich habe ihn dabei darum gebeten, einen Vorschlag zu machen wie wir das lösen können. Die bisherigen Kommentare deuten darauf hin, dass eine Änderung der Fenstersituation schwer/teuer sein würde.
    Ich bin da ziemlicher Laie, ich kann das nicht einschätzen. Klar, die Wand kann man an der einen Seite sägen und an der anderen Seite hochmauern - aber steht das dann stabil, braucht man Anschlussbleche, o.ä.? Kann man den Rollokasten versetzen?
    In knapp vier Wochen sollen die Fenster kommen, Aufmaß wurde bereits genommen. Eine eventuelle Änderung müsste also zeitnah und präzise erfolgen.
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  6. #5

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    Hallo Mapf,

    Wenn Dein Architekt jetzt schon eine Woche herumlammentiert ohne konkrete Vorschläge zu machen würde ich ihm jetzt mal Dampf machen. Das riecht danach dass er das aussitzen will und er darauf hofft dass ihr die Kröte schluckt. Vor allem weil die Fenster schon bestellt sind.

    Ihr solltet ihm jetzt freundlich aber bestimmt und vor allem schriftlich auffordern das Problem zu lösen, selbstverständlich für euch kostenneutral.

    Zum Rolladenkasten kann ich jetzt wenig sagen, da fehlt mir die praktische Erfahrung, aber auf dem Foto meine ich einen Ortbeton-Sturz über den Fenstern zu sehen. Das wird nicht einfach das zu ändern, vor allem weil die Decke schon drauf ist. Da muß ein Statiker was zu sagen.
    Das ändern des Mauerwerks ist kein großes Problem: eine Seite sägen, andere Seite wieder aufmauern unter Verwendung von Dübelankern zur vorhandenen Wand. Allerdings natürlich erst wenn die Sach mit dem Sturz geklärt ist.

    Vor allem müssen die neuen Öffnungen dann exakt den alten entsprechen, da die Fenster schon bestellt sind. In Theorie kein Problem, aber in der Praxis ist das manchmal so eine Sache.

    Wenn der Herr Architekt sich nicht bewegt solltet ihr wirklich über juristischen Beistand nachdenken, oder eventuell nur damit drohen, aber das ist mit Vorsicht zu genießen da man dann manchmal etwas lostritt was man nicht zurückgedreht bekommt.

    Viel Erfolg
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  7. #6
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    Danke für die Info! Ja, über den Rollokästen ist ein Ortbeton-Sturz. Zum Zeitpunkt der Bemängelung war der Beton aber noch nicht eingebracht (ist es naiv zu glauben, dass er den Beton in dem Moment noch hätte stoppen können?).
    Wir werden heute Abend mal ein freundliches, aber bestimmtes Schreiben aufsetzen und per Fax abschicken. Die Anwalts-Keule will ich auch nicht gleich zücken (wir haben ja gerade erst den Rohbau hinter uns, da liegt also noch einiges vor uns).
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  9. #7

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    Zitat Zitat von Mampf Beitrag anzeigen
    Ja, über den Rollokästen ist ein Ortbeton-Sturz. Zum Zeitpunkt der Bemängelung war der Beton aber noch nicht eingebracht (ist es naiv zu glauben, dass er den Beton in dem Moment noch hätte stoppen können?)..
    Es ist nicht naiv das zu glauben, sondern hochgradig dä.... äh sagen wir mal sehr ungeschickt von eurem Architekten. Hätte er zu dem Zeitpunkt das betonieren gestoppt wäre es ziemlich problemlos gewesen die Lage der Fenster zu ändern. Wären vielleicht 20 Handwerkerstunden und ein bischen Material gewesen also irgendwo bei 1000,- bis 2000,- € (nur mal so als Richtwert). Eventuell käme noch etwas dazu wenn sich Nachfolgegewerke verschieben würden.
    Würde mich nicht wundern wenn jetzt das 5 bis 10 - fache zu veranschlagen ist.

    Mit Verlaub: Dein Architekt ist ein Trottel!

    Hast Du irgendwelche Beweise wann Ihr die Fenster bemängelt habt, und wie da gerade der Stand der Baustelle war? Auf jeden Fall alles dokumentieren! Das kann später mal sehr hilfreich sein!
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  10. #8
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    Hallo Onkel Dagobert,

    ja, als Zeugen habe ich den Chef vom Rohbauunternehmen. Der kam in dem Moment zufällig zu unserer Unterhaltung dazu - und wies darauf hin, dass er sich streng an den Plan gehalten hatte.
    Wir haben nun einen freundlichen aber direkten Brief mitsamt Fristsetzung für die Unterbreitung von Lösungsvorschlägen vorbereitet. Ich werde dann berichten wie die Sache ausgegangen ist. Zudem überlegen wir, einen externen Sachverständigen zu beauftragen (also genau das zu tun, was wir durch den Bau mit Architekt eigentlich vermeiden wollten *heul*).
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