Abschätzung Heizbedarf Spitzboden

Diskutiere Abschätzung Heizbedarf Spitzboden im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Zusammen, wir haben in unserem Haus Niedertemperatur Fernwärme in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Auf dem Spitzboden haben wir...

  1. #1 Oliver82, 29. Mai 2013
    Oliver82

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    Hallo Zusammen,

    wir haben in unserem Haus Niedertemperatur Fernwärme in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Auf dem Spitzboden haben wir keinen Estrich, hier soll ein spezieller Heizkörper mit Gebläse hinkommen, welcher auch mit niedrigen Temperaturen arbeiten kann.

    Nun kam das Angebot und ein entsprechender Heizkörper schlägt mit über 1000€ zu Buche...
    Der Architekt hat uns nun vorgeschlagen alle Anschlüsse vorzubereiten und dann erstmal zu schauen ob man diesen Heizkörper überhaupt benötigt. Der Dachspitz soll als Arbeits und Gästezimmer genutzt werden.

    Sprich der Schreibtisch mit PC, Bücherregale, ein Schlafsofa, Fernseher und ein paar Sportgeräte landen da oben.

    Kann man grob abschätzen, welche Temperatur sich hier einstellen wird wenn nicht zusätzlich geheizt wird? Evtl fährt man mit einem Heizlüfter der im "Notfall" angeworfen wird günstiger?

    Dachdämmung besteht aus voraussichtlich 20cm Mineralwolle (035 oder 032) und 35mm Holzfaserplatte.

    Wie im beigefügten Plan zu sehen ist, besteht eine offene Verbindung über die Spindeltreppe zum Stockwerk darunter, die beiden DFF zeigen Richtung Nord-Nord-West. DN beträgt 38° Kniestock ~90cm und die max Raumhöhe in der Mitte ~2,9m.

    Spitzboden.jpg
     
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  3. R.B.

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    Die Maßangaben auf Deiner Zeichnung kann ich nicht entziffern. Ermittle einfach mal die Dachflächen, und rechne mit einem U-Wert um 0,2W/m2K sowie einem dT von 35K. Dann noch die Flächen Kniestock und Giebelwände dazu, wobei dazu auch noch der U-Wert bekannt sein sollte. Zum Schluss das Raumvolumen mit einem Luftwechsel von 0,5, evtl. kannst Du den auch etwas niedriger ansetzen.

    Gruß
    Ralf
     
  4. H.PF

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    Meine Erfahrungen mit Obergeschoss: Ich heize mein Schlafzimmer gar nicht. Alles was an Wärme da Oben benötigt wird kommt durch die Türe hoch.

    Wenn ich Oben Fenster etwas auf Kipp mache zieht so viel Luft von Unten hoch das es Oben immer angenehm (21 Grad, drunter ist eher selten...) temperiert ist. Ich würd es weglassen...

    Also zumindest die Heizkörper. Vorrichten ja, montieren nein...
     
  5. #4 Zellstoff, 29. Mai 2013
    Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    Wärmeverlust da oben ist das eine, aber was ist unten drunter und wie ist die FB Dämmung im Dachspitz? Ist die Treppe offen oder gibts da ne Tür? Wenn da nur "unbeheizte" Schlafzimmer sind (idR versucht man da ja so auf 18° zu kommen und die FBH in den SZ wird meist aus sein), dann kanns da oben schon schattig werden.
    Wie wärs denn mit so IR Heizdingern für den Notfall.
    Ralf: Du hast doch solche hast Du letztens geschrieben...
     
  6. #5 Manfred Abt, 29. Mai 2013
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    praktische Erfahrung: minimalste Heizlast da oben, wenn überhaupt
     
  7. #6 Oliver82, 29. Mai 2013
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    Dachfläche + Kniestock + Giebelwand dürften zusammen grob 75m² sein.

    Bei einem U-Wert von 0,2W/m2k über alles sind das dann 15W/k

    Bei 0° Außentemperatur und 21° Raumtemperatur also 315W Wärmestrom den ich "gegenheizen" müsste, Lüftung mal außen vor... oder?
    Bei -10° Außentemp sind das dann 465W...

    Die Frage ist jetzt wie viel wird durch die Angrenzenden Wände (15m²) bzw den Fußboden (40m²) nachgeliefert, wieviel kommt durch Konvektion über die Treppe und wo stellt sich dann ein Gleichgewicht ein?

    19-20° im Winter wären vermutlich noch OK.. wenns deutlich kälter werden würde dann wäre Heizen nicht schlecht....
     
  8. #7 Oliver82, 29. Mai 2013
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    Drunter sind teilweise 2 Kinderzimmer, Teilweise Bad und Schlafzimmer und Großteils Flur. Treppe ist ohne Tür also permanent offen.

    Ok das hört sich so an als wäre ein 1000€ Heizkörper evtl wirklich Overkill und ich kann es mal "riskieren" den wegzulassen...
     
  9. R.B.

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    Habe ich, würde ich aber für diesen Anwendungsfall nicht unbedingt empfehlen....genau genommen würde ich sie für so gut wie gar keinen Anwendungsfall empfehlen. :smoke

    Kann ich mir kaum vorstellen, auch wenn ich die Maße auf dem Plan nicht erkennen kann. Unterstellen wir tatsächlich 75m2 mit U-Wert 0,2W/m2K, dann wäre die Heizlast aus Transmission um die 500W, dazu dann die Lüftungsverluste.
    Die Räume darunter heizen sicherlich mit, aber das was für den Spitzboden gebraucht wird, müssen die Räume darunter dann zusätzlich leisten.

    Gruß
    Ralf
     
  10. #9 Oliver82, 29. Mai 2013
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    doch das kommt schon grob hin... der Raum ist ~7,4m lang und 5,16m Breit zwischen den Kniestockwänden dazu 2,9m hoch im first.

    die Dachschräge hat also alleine 50m² dann noch knapp 15m² Kniestock und dann ~10m² Giebelwand

    Jo das deckt sich mit meiner Berechnung. Die Bodenfläche und die Wand hin zum Luftraum des Wohn/Essbereichs sind mit ~ 55m² "Heizfläche" aber auch nicht viel kleiner.

    Dass ich die 500W an einem kalten Wintertag nicht geschenkt bekomme ist mir bewusst, die Frage ist nur wie ich da rechnerisch annähern kann, wo sich das Gleichgewicht einstellen wird, wenn ich für die beheizten Räume ~22° annehme...

    Wenn ich als U-Wert für den Boden und die Wand 1,0 ansetze (ka wie der Bodenaufbau genau geplant ist.. mal Architekten Fragen) dann habe ich bei 55m² also 55W/k.

    Bei 0° Außentemperatur dürfte sich so ein Gleichgewicht bei ca 17,3° ergeben, wo Wärmefluss nach Außen = Wärmeeinfluss von innen ist.
    Bei -10° Außentemperatur dürfte das Gleichgewicht bei ca 15° Raumtemperatur liegen.

    Konvektion wird hierbei jetzt erstmal ignoriert! die tatsächliche Temperatur sollte durch Luftaustausch durch das Treppenloch eher höher sein!

    Wenn ich nun davon ausgehe, dass das Dach eher in Richtung U-Wert 0,18-0,19 geht und für die Kniestockwände auch ein deutlich kleinerer U-Wert zugrunde gelegt werden kann, da der Raum zwischen Dachhaut und Trockenbaukniestock ja auch von unten erwärmt wird und auch die Trockenbauwand leicht dämmend wirkt.

    Gehe ich also von einem Gesamt U-Wert von 0,19 aus und für die Dämmung der Innenwände bzw den Boden setzte ich 1,3 anstelle von 1,0 an, dann ändert sich das Bild schnell.
    Bei 0° Außentemp ist das Gleichgewicht schon bei ~18,3° erreicht also bereits 1°C mehr.

    Es kommt hier also stark auf den Fußbodenaufbau des Spitzbodens an... möglichst schlechte Wärmedämmung bei guter Trittschalldämmung ist hier also das Ziel...

    Es ist also durchaus möglich hier ohne Heizkörper auszukommen, solange man im Winter mit Temperaturen von ~19-20° leben kann.

    Spätenstens wenn der Fernseher oder der Rechner längere Zeit am laufen sind und sich 1-2 Personen im Raum aufhalten, dürfte die "Heizleistung" bereits ausreichend sein um mittelfristig auf 20-21° zu kommen.
     
  11. R.B.

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    Vergiss die Lüftungsverluste nicht. Die kommen bei dem Volumen auch schnell über 1kW, und wenn der Spitzboden so dicht ist, dass keine wesentlichen Lüftungsverluste anfallen, dann war´s das auch mit der Warmluft aus dem Stockwerk darunter, denn "natürliche Konvektion" setzt dann nicht ein.

    d.h. Du kommst auf eine Heizlast irgendwo in der Region um 1-1,5kW, und irgendwo her muss die Heizleistung kommen.

    Ob Überschüsse aus dem Stockwerk darunter ausreichen, das möchte ich mal bezweifeln. Das mag für die Übergangszeit funktionieren, aber wenn es mal richtig kalt wird, dann reicht das nicht.

    Darunter befinden sich Kinder- und Schlafzimmer sowie Bad, d.h. Räume die selbst beheizt werden und bei denen die Türen normalerweise geschlossen sind. Woher soll dann die Wärme kommen? Durch die Decke? Dann musst Du die Räume darunter aber mit deutlich Übertemperatur fahren, denn das bisschen Flur wird nicht ausreichen.

    Gruß
    Ralf
     
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  13. Oliver82

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    Lüftungsverluste würde ich ertsmal nicht so hoch ansetzen.. der Raum wird nicht per KWL belüftet und wenn sich niemand drin aufhält wird der Bedarf zur manuellen Fensterlüftung auch nicht sooo groß sein...

    die Frage ist eben was hier "reichen" ist... dass ich hier nicht permanent 20° haben werde ist mir bewusst. Die frage ist eben ob es eher in der Region +-18° oder eher in Richtung 15-16° geht...

    Je nachdem ist es wirtschaftlich vertretbar einen Heizlüfter anzuwerfen wenn es wirklich ZU kalt ist oder ich baue eben von Anfang an einen Heizkörper ein...

    naja der Flur geht direkt in den offenen Wohn/Ess/Kochbereich über so dass in Summe > 250m³ Luft zur "verfügung" steht... die Frage ist eben, wieviel hier die Konvektion wirklich zur Erwärmung beitragen kann...
     
  14. R.B.

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    Das hat nichts mit einer KWL zu tun. Der Raum ist ja nicht luftdicht.

    Da kann man nur raten. Ich glaube nicht, dass man ausschließlich durch den Wärmestrom durch die Decke, den Raum auf 18°C+ halten kann.

    Die Frage ist, ob es hier überhaupt Konvektion gibt. Deine Rechnung nämlich enthält einen Denkfehler, von alleine geht die Luft aus dem Wohnbereich nicht durch das Nadelöhr Treppe in´s OG und dann durch ein weiteres Nadelöhr in den Spitzboden. Soviel Konvektion kann durch die geringen Temperaturunterschiede gar nicht entstehen.

    Gruß
    Ralf
     
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Abschätzung Heizbedarf Spitzboden

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