Alkali-Kieselsäure-Reaktion im Wohnungsbau?

Diskutiere Alkali-Kieselsäure-Reaktion im Wohnungsbau? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, auf sueddeutsche.de gibt es aktuell einen Bericht über Probleme im (Beton-)Straßenbau aufgrund einer Alkali-Kieselsäure-Reaktion...

  1. #1 Murphyslaw, 27. Juli 2014
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    Hallo,

    auf sueddeutsche.de gibt es aktuell einen Bericht über Probleme im (Beton-)Straßenbau aufgrund einer Alkali-Kieselsäure-Reaktion ("Betonkrebs"):
    http://www.sueddeutsche.de/auto/kaputte-autobahnen-wenn-der-betonkrebs-ausbricht-1.2056980

    In dem Artikel werden insbesondere Kiesgruben in Ostdeutschland als Ursache genannt. Allerdings wird dort nur über Probleme im Straßenbau berichtet. Daher würde mich interessieren ob das Problem auch im Wohnungsbau auftritt. Falls es auch dort auftritt: Ist es lokal auf Teile Ostdeutschlands begrenzt oder gibt es den gleichen Effekt z.B. durch problematische Kiesgruben in anderen Teilen Deutschlands oder durch einen Transport der Baumaterialien über größere Entfernungen auch in anderen Teilen Deutschlands?
     
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  3. #2 Skeptiker, 27. Juli 2014
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    Dauerhaft trockene Stahlbetonbauteile sind von der AKR nach heutigem Wissen nicht betroffen. Im Hochbau besteht damit nur eine Gefahr für den "nassen" Schichtteil von "weissen Wannen", also etwa das i.d.R. äußere Drittel. Aber das wird der Käptn sicher noch genauer erklären.
     
  4. #3 JamesTKirk, 27. Juli 2014
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    Feuchtigkeit und vor allem Alkalien (aus Tausalzen, Enteisungsmitteln bei Flughäfen und Meersalz) sind Hauptschadensauslöser von AKR. Bei Innenbauteilen in normaler Nutzung ist AKR ausgeschlossen und diese fallen daher unter die Feuchtigkeitsklasse WO (geringste Klasse) nach DIN 1045-2.

    Weitere Informationen über die Feuchtigkeitsklassen findet man hier.
     
  5. Stoni

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    Ähnliche Schäden hat auch die Bahn mit ihren Schwellen - bundesweit.
    Spiegel 10/2008 - Pfusch am Gleis

    Gruß Stoni
     
  6. #5 Murphyslaw, 28. Juli 2014
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    Danke für die Informationen. Da Innenbauteile scheinbar kein Problem darstellen, habe ich nur noch eine Frage zu erdberührenden Bauteilen:

    In dem Link wird bei Expositionsklasse XA2 der Punkt "Bauteile in betonangreifenden Böden" aufgeführt. Wird bei einem Bodengutachten standardmäßig geprüft ob sich durch die chemische Zusammensetzung des Bodens besondere Anforderungen an den Beton der Bodenplatte, weißen Wanne etc. ergeben?
    Wer legt fest welche Expositionsklasse der Beton haben muss - der Architekt, der Tragwerkplaner, ...?
     
  7. #6 Skeptiker, 28. Juli 2014
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    Nicht scheinbar, sondern anscheinend!

    Gemacht wird, gemacht werden muss, was bestellt wurde.

    Die Tragwerksplanerin schreibt das schön in die Schal- und Bewehrungspläne und die Architektin prüft, ob's a) drinsteht und b) passt. Die planerische Umsetzung im Bewehrungsplan müssten dann beide berücksichtigen und beachten, das kann nämlich sowohl im Stahlbeton wie auch auf seiner Oberfläche Konsequenzen haben. Das muss aufeinander und ggf. auch mit dem Bauherrn abgestimmt sein.

    Über die Anteile an der Verantwortung machen sich dann im Schadensfall Gutachterinnen Gedanken. :shades
     
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  9. #7 JamesTKirk, 29. Juli 2014
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    Eine Hilfe für den Planer ist der Bauteilkatalog ...

    Die Festlegung der Expositionsklassen erfolgt durch den Tragwerksplaner. Bei erdberührten Bauteilen gibts den Input vom Bodengutachter in Bezug auf die XA-Klassen und das Thema Wannenausbildung.
     
  10. #8 Skeptiker, 29. Juli 2014
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    Ahhh, wunderbar, gleich gespeichert

    Und unter 4.13 sind wir dann wieder bei der Ursprungsfrage! :konfusius
     
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