Allgemeine Fragen ob Verdübelung oder nicht...

Diskutiere Allgemeine Fragen ob Verdübelung oder nicht... im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Sehr geehrte Experten, Objekt: EFH, alleinstehend, BJ 1965, 30er Mauerwerk, verputzt, in 80er Jahren gestrichen, zwei Seiten bis zum First 8,5m...

  1. #1 SenorPerro, 5. Februar 2007
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    Sehr geehrte Experten,

    Objekt: EFH, alleinstehend, BJ 1965, 30er Mauerwerk, verputzt, in 80er Jahren gestrichen, zwei Seiten bis zum First 8,5m und 9,5m (Hanglage) hoch, die anderen Seiten bis zum Dachüberstand ca. 3m. In der Farbe sind kleine Risse, an einer Seite sind auf vielleicht 1,5qm Putz abgeblättert (da kam Wasser drunter). Ansonsten ist der Putz fest.

    Vorhaben: 120mm WLG035 Styropor soll angebracht werden.

    Es waren Experten vor Ort. Die Meinungen unterschiedlich.

    1. Fassade nicht reinigen, Platten aufkleben und mit versenkbaren Dübeln festmachen.

    2. Fassade hochdruckreinigen, Platten aufkleben und mit versenkbaren Dübeln festmachen.

    3. Fassade hochdruckreinigen, Platten aufkleben und mit nicht versenkbaren Dübeln festmachen. (das habe ich schon gelernt ist nicht wirklich gut)

    4. Fassade hochdruckreinigen, 200bar, Platten aufkleben (maschineller Kleberauftrag) und nicht verdübeln - hält auch so, garantiert er für 30 Jahre (und dann?).

    Was sagen die Experten in diesem Forum? Kann man sich das Dübeln unter den geschilderten Bedingungen sparen?

    SenorPerro
     
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  3. Netzer

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    Punkt 2!
    Auf beschichteten Untergründen ist zu dübeln!
    Stell dir einfach vor das der Kleber den Anstrich auflösen könnte-worauf halten die Platten dann?
     
  4. #3 SenorPerro, 5. Februar 2007
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    Dazu eine laienhafte Frage. Wenn der Kleber den Anstrich auflösen kann und somit kein Halt mehr gegeben ist, dann halten ja nur noch die Dübel. Wieso muss man dann überhaupt Kleber aufbringen? Nur zur Vorfixierung vor dem Dübeln?

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  5. Robby

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    Ausgleichen des Untergrundes, fixieren, verhindern des Kamineffekts hinter den Platten...
     
  6. #5 SenorPerro, 5. Februar 2007
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    Okay, verstehe - danke für die beiden Antworten!

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  7. #6 Hundertwasser, 5. Februar 2007
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    Gefordert ist eine Abreißfestigkeit der Oberfläche von 0,08 N/mm². Bei neubaugleichen Untergründen aus Mauerwerk oder Beton darf das vorausgesetzt werden. In allen anderen Fällen müsste man also eine Prüfung der Abreißfestigkeit vornehmen sowie eine Prüfung der Verträglichkeit mit dem Kleber.

    Einfacher ist es da schon die Fläche zu Dübeln. Dann müssen aber bauaufsichtlich zugelassene Dübel verwendet werden.
     
  8. #7 SenorPerro, 5. Februar 2007
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    Okay, Abreissfestigkeit und Kleberverträglichkeit prüfen lassen = Kosten. Wie hoch sind die?

    Das Dübeln der 200qm soll 1470,- € plus 19% MWSt. = 1749,- € kosten (Thermo Pilzkopfdübel ) inkl. Material. Da wird wohl ein Stück aus der Platte rausge"fräst", der Dübel versenkt eingesetzt und dann kommen wieder 2cm Styroporstopfen drüber.

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  9. #8 Hundertwasser, 5. Februar 2007
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    Untergrundprüfung ist eigentlich eine Nebenleistung und sollte im Angebotspreis eingerechnet sein. Wenn der Verarbetier auf Nummer sicher gehen möchte müsste er an verschiedenen Hausseiten mehrmals prüfen. Dazu kommt das es meines Wissens kein Prüfgerät für den Nachweis der 0,08 N/mm² gibt. Aus diesem Grund wird im Altbau auch meistens gedübelt.

    Wenn sich der Handwerker traut dann klebt er mehrere Platten ums Haus verteilt auf den Untergrund, wartet eine Woche und versucht dann, die Platte wieder zu entfernen. Geschieht das zerstörungsfrei ist der Untergrund nicht tragfähig. Wenn man die Platte dabei zerbröselt ist die Haftung ausreichend.

    Ob es aber das Risiko wert ist? Also ich empfehle meinen Kunden die Verdübelung bei beschichteten Untergründen und bin auf der sicheren Seite.


    7,35 €/m² für die Dübelung ist billig. So gut würdest du bei mir nicht wegkommen. Hab gerade für eine 140 er Dämmung 11,35 gerechnet. Schraubdübel, gesetzt mit STR-Tool. Da wird gleichzeitig mit dem Einschrauben des Dübels der Rand um den Dübelteller eingeschnitten. Durch die Verschraubung zieht es den Dübel dann bis zu einem Anschlag von 2 cm in die Dämmplatte. Der Stopfen schließt dann genau oberflächenbündig aus und es entstehen keine Krümel wie beim Fräsen.
     
  10. #9 SenorPerro, 5. Februar 2007
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    Das Risiko ist die Ersparnis nicht wert. Wenn das Zeugs nach 20 Jahren runterkommt wird´s sicher schwer Regress zu fordern.

    Okay, für mich kommt hier raus, die Verdübelung auf jeden Fall mitzunehmen. Bei mir hat er den Arbeitsschritt zweiteilig erklärt. Zuerst eine Maschine um den Versenkungsraum in die Platte zu schneiden (kann man das nicht schon vor Verklebung auf dem Boden machen?) - dann eine Maschine um den Dübel in die dahinterliegende Wand zu bringen. Und dann den Stopfen drauf.

    Das STR Tool hört sich effizienter an.

    Zum Preis - oh mein Gott. Ich habe mit so 15.000€ bis 16.000€ kalkuliert (und auch recherchiert) und jetzt werden es locker über 20.000€. Also mehr als 100€ pro QM. Für 120mm WLG035.

    SenorPerro (Herr Hund)
     
  11. Bruno

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    Ich habe was in einem Leitfaden von iemb.de gefunden. Sieht so als, als würde man einen Schnitt mit einem Kernbohrer machen, einen Stempel mit Dorn aufkleben und dann mit kontrollierter Kraft ziehen. In der Praxis ist es mir noch nicht begegnet.

    http://www.iemb.de/veranstaltungen/dokumentationen/060302_sto-1.pdf
     
  12. #11 Carden. Mark, 5. Februar 2007
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    Was man da sieht, ist eine normale Haftzufprüfung.
    Wird so auch in der Betonsanierung oder Beschichtung eingesetzt.
    Aber da wird schon mehr als 0,08 N/mm² erwartet
     
  13. #12 Hundertwasser, 6. Februar 2007
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    Bei Betonbeschichtungen o.ä. werden Haftzugswerte um die 1,5 N/mm² gefordert, also ungefähr das zwanzigfache. Ich kenn kein Gerät das die relativ geringen Kräfte misst. Wärte aber für Infos sehr dankbar.
     
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  15. SenorPerro

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    Ich kenn da nur aus dem Physikunterricht von früher diese Zugfedern mit Skala. Sollte das nicht ausreichend funktionieren? Genormtes Stück Dämmstoff (10cmx10cm) an die Wand und da so einen Schraubdübel rein, daran einen Haken und den an die Zugfeder und ziehen. Oder ist das zu simpel?

    SenorPerro
     
  16. #14 Hundertwasser, 6. Februar 2007
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    Wir leben ja im Land der DIN Normen. So einfach kann man es sich da nicht machen. Abgesehen davon wäre mir das auch etwas zu hemdsärmelig.
     
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