Altbau von 1930 in Rheinnähe

Diskutiere Altbau von 1930 in Rheinnähe im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben uns eine Eigentumswohnung in einem Haus gekauft welches von ca. 1930 ist durch einen Bauträger im letzten Jahr...

  1. #1 gerry8875, 17.07.2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.07.2012
    gerry8875

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    Hallo zusammen,

    wir haben uns eine Eigentumswohnung in einem Haus gekauft welches von ca. 1930 ist durch einen Bauträger im letzten Jahr saniert wurde ( neue Wohnungszuschnitte, Heizung, Elektro, Sanitär, teilweise neue Fenster). Das Haus liegt Luftlinie 400 Meter zum Rhein. Wir haben häufig einen feuchten Boden im Keller. Dazu sind die Wände in einer Höhe von 20 cm gelegentlich spürbar und sichtlich Feucht – da die Wände weiß sind kann man die Feuchtigkeitslinie erkennen.

    Nun hat der Bauträger im Rahmen der Sanierung, zwar das Gebäude gedämmt, aber nicht den Keller ausgeschachtet und Trockengelegt. Darüber gibt es nun einen heftigen Streit mit dem Bauträger, weil einigen Käufern beim Kauf der sanierten Wohnungen das Problem nicht bewusst war.

    Wahrscheinlich müssen wir Eigentümer aber auf eigene Kosten Abhilfe schaffen. Aber wie?

    Als Verwaltungsbeirat versuche ich mich gerade in diesen Thema einzuarbeiten und möchte mich bei meiner Meinungsbildung nicht allein von Sachverständigen und Firmen wie isdochegal abhängig machen.

    1. Es gibt Meinungen die sagen, weniger ist mehr und man müsse bei so einem alten Haus aufgrund der fehlenden Wanne mit dieser Feuchtigkeit leben – weniger ist manchmal mehr und einige Eigentümer möchten auf gar keinen Fall eine Lösung ála isdochegal Horizontalsperre mit Bohrungen, weil es teuer sein soll und nicht nachhaltig das Problem löst. Ein Angebot haben wir allerdings noch nicht eingeholt. Hat jemand Erfahrungen mit diesem Verfahren gemacht? Wieviel Euro kostest wohl so ein Verfahren?
    2. Ist ein Sperre von Außen und das legen einer Drainage ratsam? Mit wieviel € ist bei dieser Maßnahme zu rechnen? Es gibt hier vorbehalte einiger Eigentümer, weil sie Angst haben ans Fundament zu gehen. Außerdem würden die Maßnahme bei innen liegenden Kellerwände nichts bewirken.
    3. Die vom Bauträger aufgebrachte Farbe am Boden löst sich durch die Feuchtigkeit, obwohl sie Feuchtigkeitsresistent sein soll – ich denke mal bei Feuchtigkeit von unten löst sich jede Farbe!?
    4. Inwiefern kann das aufsteigende Grundwasser langfristig die Bausubstanz schädigen? Bisher hat das Haus damit anscheinend viele Jahre ganz gut leben können!?
    5. Ist ein Luftentfeuchter ratsam, damit es wenigstens nicht mehr so muffelt?
    6. Es wurde vorgeschlagen den Kellerboden und die Wände zu fliesen. ich kann mir nicht vorstellen, dass dies eine gute Lösung ist. Die Feuchtigkeit wird dann woanders hinziehen.

    Ich für meinen Teil überlege mir zumindest eine Wasserpumpe in den Kellerraum zu stellen, da zu befürchten ist, dass bei einem sehr hohem Wasserstand des Rheins es ein wenig nasser werden wird im Keller. Was für eine Pumpe ist empfehlenswert?

    Grüße
    Gerry8875
     
  2. #2 Gast036816, 17.07.2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    bei der vielzahl an fragen, die natürlich in solch einer situation aufkommen und unweigerlich auch zu falschen gedankengängen führen, ist es wirklich ratsam, einen fachmann oder eine fachfrau vor ort einzuschalten, der sich mit bestandsbauten im grundwasserbereich auskennt.

    zur beantwortung der fragen ist eine umfassende untersuchung vor ort notwendig. das thema ist so heikel, dass ein rat aus der ferne nur in verkehrte richtung gehen kann.
     
  3. #3 Bromm Edmund, 17.07.2012
    Bromm Edmund

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    Das Aufgraben hätte auch keinen Sinn ergeben, denn dann wäre das Wasser (sofern dies überhaupt eindringt) an anderer Stelle eingedrungen!
    Wie hoch steht denn das Wasser im Keller? - oder sind "nur" die Wände feucht?
    Welche Luftfeuchte und welche Temperatur wurde denn ermittelt?
     
  4. #4 Ralf Dühlmeyer, 17.07.2012
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    Zunächst einmal wäre zu klären, was denn aussen an Wasser ansteht. Wenn es sich um Grundwasser handelt, ist jede Überlegung in Richtung Drainung Unfug, weil Grundwasser nicht drainiert werden darf!
    Wenn es Schichtenwasser oder Bodenfeuchte ist, darf die auch nicht mehr überall drainiert werden. Stadt fragen!

    So einen alten Keller bekommt man nur auf eine Art dicht: Innen eine Weisse oder Schwarze Wanne (schwarze Wanne dann mit Auflast/Vormauerung) einbauen.
    Nur die Wände abzudichten, bringt nicht wirklich viel, weil die Bodenplatte eben alt und damit undicht bleibt.

    Vielleicht sollte man sich auch mal Gedanken machen, was denn so bei einem Rheinhochwasser passiert. 400 m sind nicht viel. Reicht die Höhendifferenz, um den Keller sicher vor Überflutung von aussen zu schützen?
    Wenn nein, ist ein nasser Keller vielleicht sogar besser, weil der die Nutzer davor bewahrt, dort wirklich wertvolle Dinge zu lagern, die bei einem Hochwasser dann ersaufen!

    Innenbeschichtungen wie Fliesen oder Anstriche werden niemals von Dauer sein.
     
Thema: Altbau von 1930 in Rheinnähe
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