Altbauflachdach stinkt bestialisch. Teer?

Diskutiere Altbauflachdach stinkt bestialisch. Teer? im Baubiologie Forum im Bereich Rund um den Bau; Mir ist schon klar, dass ihr beim Lesen nicht riechen könnt, was ich rieche. Ich versuche trotzdem, mein Problem zu erklären. Seit ein paar...

  1. #1 Susannesorglos, 2. August 2013
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    Mir ist schon klar, dass ihr beim Lesen nicht riechen könnt, was ich rieche. Ich versuche trotzdem, mein Problem zu erklären. Seit ein paar Monaten wohne ich im obersten Stock eines Altbaus, der nach dem Krieg ein Notdach - Flachdach - bekommen hat. Seit der Hitzewelle stinkt es vom Dach her im (zum Dach offenen) Treppenhaus gewaltig. Scharf irgendwie, ähnlich wie beim Straßenbau, aber doch anders. Außerdem fallen komische braune Bröckchen vom Dach auf meinen Balkon. Zäh, klebrig - ihgitt.
    Ich weiß, dass der Vermieter im Frühjahr was am Dach hat machen lassen. Natürlich weiß ich nicht, was genau. Und der ist jetzt in Urlaub. Jetzt frage ich mich natürlich, ob meine Kopfschmerzen von dem, was da riecht, kommen. Das wäre echt ärgerlich. Was kann ich denn tun, um rauszukriegen, worum es sich handelt und ob das arg schädlich ist?
    Danke für nette Antworten!
    Susi
     
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  3. #2 Inkognito, 2. August 2013
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    Inkognito Gast

    PAK ist das Stichwort, schicken Sie doch die braunen Bröckchen ins Labor?
     
  4. #3 Guenter1234, 4. August 2013
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    Carbolineum – Wikipedia ?

    Grüße
     
  5. #4 Susannesorglos, 4. August 2013
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    Puh, das ist ja eine blöde Geschichte!
    Carbolineum glaube ich eher nicht, weil die Bröckchen, die vom Dach auf den Balkon fallen, zu groß sind. Carbolineum wird doch eher ölig streichbar sein, oder? Ich schätze, nachdem ich etwas mehr gegoogelt habe, es handelt sich um Bitumen oder Teer, was ja wohl fast dasselbe ist.
    Kann man denn ein Flachdach überhaupt decken, ohne PAK-haltige Substanzen einzusetzen?
    Irgendwas müsste ich dem Vermieter halt vorschlagen können, wenn ich demnächst mit ihm spreche. Und da habe ich bisher keine Idee, leider...
    Danke für eure Hilfe, die Susi
     
  6. #5 Skeptiker, 4. August 2013
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    ja, kann man. (Aber irgendwas kommt aus fast jedem Material heraus ...)

    Als juristischer Laie denke ich, dass Du genau das nicht musst, sondern lediglich Deinen Vermieter zur Beseitigung des Mangels an der Mietsache (Gefahr für Deine Gesundheit durch Ausgasung und für Deine Sachen durch Flecken) auffordern. Hierfür solltest Du (ggf. unter Einsatz Deiner Rechtsschutzversicherung) juristische Hilfe in Anspruch nehmen.
     
  7. #6 Susannesorglos, 4. August 2013
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    Ich kenne ihn ganz gut und mag ihn auch. Viel Geld hat er leider nicht, aber er hat bestimmt kein Interesse daran, den Mietern und sich selbst (wohnt auch hier) zu schaden. In welche Richtung muss man denn denken, wenn es um eine vernünftige Flachdachsanierung geht?
    Überhaupt nicht skeptisch :shades Susi
     
  8. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    eben nicht fast dasselbe. Daher werden nur noch Bitumen- und keine Teerbaustoffe mehr verwendet.
     
  9. #8 Susannesorglos, 4. August 2013
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    Hm. Also nicht fast dasselbe.
    Wäre nur Bitumen auf dem Dach, wäre also alles gut und es könnte bei Sonnenschein doch eigentlich auch nicht so stinken, oder?
    Aber was, wenn beides auf dem Dach ist? Ich stelle mir vor, dass mehrere Schichten von Dachpappe übereinander liegen. Ganz unten gute alte Ware aus den 50ern. Und ganz oben drauf eine gestrichene Bitumenfarbschicht. Wenn es jetzt heiß wird, geht der Dampf nach unten, weil es nach oben gut dicht ist.
    Kann das sein?
    Grüße von der Susi
     
  10. #9 Susannesorglos, 3. September 2013
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    Also jetzt wissen wir mehr. Es sind PAK in dem teerartigen Zeug und leider auch in "extremem Maß" in meinem Hausstaub. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weiter geht. Dazu müsste man erstmal wissen, auf welchem Weg diese PAKs vom Dachboden in die Wohnung kommen. Gehen sie durch die Decke? Das Haus wurde 1903 gebaut, wahrscheinlich ist laut "Fachleuten" entweder undurchlässiger Lehm oder irgendeine Schlacke in der Decke zwischen Dach und oberstem Stockwerk. Oder bewegen sie sich nur durch das Treppenhaus nach unten? Dann würde nämlich notfalls eine feste Tür das Gift aus dem Treppenhaus draußen halten. Weiß das jemand?
    Danke, eure Susi
     
  11. Skeptiker

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    Ich fürchte, Dein Ansatz ist der falsche! Deine Bemühungen um die Problemlösung und das Portemonai Deines Vermieters ehren Dich, sind aber eigentlich seine Sache.

    Dir sollte es jetzt zu allererst um den Schutz Deiner Gesundheut gehen! Abhängig von den konkret gemessenen Stoffen und ihrer Konzentration könnte dies bedeuten, dass Deine Wohnung durch die PAK-Belastung momentan unbewohnbar ist!

    Ich würde mich vorsorglich ab sofort nicht mehr in der Wohnung aufhalten (für die erste Nacht zu Freunden),
    mich sofort in der Rechtsberatung des Mietervereins oder direkt bei einem entsprechend versierten Anwalt über das richtige Vorgehen informieren und dann ggf. auf Kosten Deines Vermieters im Hotel oder einer Ersatzwohnung schlafen, bis keine akute Gefahr für Deine Gesundheit mehr besteht - das könnte nach Abschluß der Sanierung sein. Bis dahin die Wohnung nur mit Schutzmaßnahmen betreten, wie sie hier für eine solche Dachsanierung zu sehen sind: http://www.schadstoffsanierung-lorenz.de/seiten/195/Downloads.html

    Das gilt je nach Belastung auf für Deine Nachbarn!

    In die Wohnung würde ich erst zurückgehen, wenn ich mir für mich sicher geworden bin, dass für mich keine akute Gefahr mehr besteht. Dabei könnte bspw. auch die Kontaktaufnahme zum bezirklichen Gesundheitsamt helfen.

    Zum Juristischen mehr auch hier: http://www.berliner-mieterverein.de...terverein.de/magazin/online/mm0506/050614.htm

    Die Sanierung gehört dann in die Hand eines spezialisierten Entsorgungsfachbetriebes, die Neueindichtung des Daches in die eines Dachdeckers.

    Ich möchte Dir keine Angst machen, aber bei krebserregenden Stoffen ist jede Exposition zu viel. :shades
     
  12. Inkognito

    Inkognito Gast

    PAK kommt aus diversen Ecken, im Hausstaub kann das auch der Parkettkleber gewesen sein. Wie dem auch sei, ich würde mir eine neue Wohnung suchen, möglichst zeitnah. Sympathie ist nie verkehrt, ich hoffe der Vermieter lässt sie auch aus Sympathie dort schon die ganze Zeit umsonst wohnen.

    Ernsthaft, es ist sein Problem das Ihre Gesundheit gefährdet. Und wenn was am Dach gemacht wurde, dann ist das Problem bekannt. Dachdecker sind auch nicht doof. Und die Idee einfach die Türe zuzumachen... das ist so ein bisschen wie aus den Augen, aus dem Sinn: Komm' wir verbuddeln den Atommüll hinter dem Haus und dann können wir erleichtert aufatmen.
    Unter PAK kann sich anscheinend keiner was vorstellen.... fragen Sie sich, was würden Sie machen, wenn es Asbest wäre?
     
  13. KATMat

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    PAK sind eine Stoffgruppe von über 200 Einzelstoffen. Grundsätzlich gilt: je giftiger, desto weniger flüchtig und wasserlöslich. Auch bei hohen Gehalten im Hausstaub bleibt die Aufnahme bei Erwachsenen idR gering bis vernachlässigbar; anders ist das bei Kleinkindern.
    Wenn allerdings ein deutlicher Geruch wahrnehmbar ist deutet das darauf hin, dass leichterflüchtige PAK überproportional beteiligt sind (Naphtalin). Das ist bei teerhaltiger Dachpappe normalerweise nicht so.
    Bröckchen können auch auf Teerkork hindeuten; eine Dämmung, die in den 60er Jahren eingesetzt wurde. Die wäre innen und könnte bei großer Hitze auch PAK in Gasphase freisetzen. Die adsorbieren dann am Hausstaub. Ggf. kann man das am PAK-Spektrum erkennen.
    Grundsätzlich sollte da sicher was gemacht werden, aber Panik wäre wohl übertrieben.
    Sind die Emissionen denn auch bei kühlerem Wetter gleichstark wahrnehmbar?
     
  14. Skeptiker

    Skeptiker

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    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Aus dem Ursprungspost: "Seit ein paar Monaten wohne ich im obersten Stock eines Altbaus, der nach dem Krieg ein Notdach - Flachdach - bekommen hat. Seit der Hitzewelle stinkt es vom Dach her im (zum Dach offenen) Treppenhaus gewaltig. Scharf irgendwie, ähnlich wie beim Straßenbau, aber doch anders. Außerdem fallen komische braune Bröckchen vom Dach auf meinen Balkon. Zäh, klebrig - ihgitt."
     
  15. KATMat

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    Frage übersetzt: stinkt es auch nach der Hitzwelle gleichermaßen?
    Dann wäre es relativ sicher, dass es dauerhaft gasförmige Emissionen sind (und auch eine nennenswerte Aufnahme stattfindet) - was bei PAK die ganz ganz große Ausnahme darstellt.
     
  16. Gast360547

    Gast360547 Gast

    Moin,

    Wenn die Dachdecker etwas gemacht haben, dann könnte es sein, dass die Dachfläche/Abdichtung mit einem Dachlack gestrichen wurde. Eine Praxis, die mittlerweile nicht mehr so häufig durchgeführt wird, da die Dachlacke fast keine Lösungsmittelmehr enthalten dürfen. Diese haben nämlich das alte und versprödete Bitumen der Deckschicht etwas angelös und damit (vorübergehend) wieder flexibler gemacht, was die Bahn weniger anfällig gemacht hat. Inzwischen sind das fast alles nur noch Emulsionen auf Wasserbasis, die nicht mehr anlösen, sondern nur noch farbgebend sind. Bei den Oberlagen, die seit den Ende der 1970-er Jahren Verwendung finden, ist so ein Anstrich eigentlich überflüssig.
    Was jedoch verwundert ist der Umstand, dass die Bröckchen (gibt es Bilder davon??) umherfliegen sollen. Das hieße nämlich, dass - vorausgesetzt, es ist tatsächlich Kork als Wärmedämmung - dieser ungeschützt auf der Dachfläche herumliegen würde. Allerdings würde das den scharfen Geruch erklären, denn wenn Kork nass wird, stinkt er wiederlich.

    Grüße

    stefan ibold
     
  17. #16 Susannesorglos, 9. September 2013
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    Hier ein Foto, das ganz gut zeigt, wieso "Bröckchen" runtergefallen sind: Bei der Hitze im Sommer hat diese Substanz angefangen, so eine Art Fäden zu ziehen - unter dem Dach. Vom Dach sind dann Tropfen zwischen Dach und Regenrinne auf meinen Balkon runtergetropft, nehme ich an. DSCF9132.jpg
    Inzwischen stinkt es nicht mehr. Was natürlcih sofort zu der Frage führt, ob nur bei Gestank neues Gift in meine Wohnung dringt. Der Vermieter hat mit einem "Spezialisten für PAK-Sanierung" den Plan erarbeitet, eine fest schließende Tür zwischen Dach und Treppenhaus zu bauen. Mich wundert allerdings, dass der Sanierer davon ausgeht, dass der Boden zwischen Dach und Wohnung aus Lehm besteht, der luftundurchlässig ist. Kann das sein? Bei einem Berliner Altbau würde ich immer diese Schlackenschüttungen erwarten. Und ich habe keine Ahnung, was die durchlassen.
    KATmat geht eher davon aus, dass die Verteilung der PAK nur über Staub läuft, ja? Dann wäre eine dichte Tür ja vielleicht schon die endgültige Lösung.
    Parkettkleber kann es nicht sein, weil es kein Parkett gibt, sondern alte Dielen. Oder kann es sein, dass unter denen auch Teerpappe liegt? Nein, keine Panik jetzt...
    Außerdem hat der Vermieter ein Gerät gekauft, das die Luft von PAKs befreit, filtert halt. Und ich bin erstmal auf die Schnelle vorübergehend ausgezogen. Aber ich brauche eine Dauerlösung!
     
  18. KATMat

    KATMat

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    Nur über Staub hatte ich nicht geschrieben. Bei den Standardbaustoffen (teerhaltig) und normalen Temperaturen ist das allerdings so.
    Bei höheren Temperaturen werden auch nennenswerte Mengen in Gasphase freigesetzt. Das sind dann überwiegend die weniger gefährlichen leichterflüchtigen PAK. So scheint das in diesem Fall ofenbar zu sein. Was im Umkehrschluss nahelegt, dass jetzt keine PAK mehr (oder deutlich weniger) in die Wohnung verlagert werden.
    Geräte mit Aktivkohlefilter (nur die filtern zuverlässig) müssen auch überwacht und gewartet werden (Aktivkohlewechsel).
     
  19. #18 Susannesorglos, 9. September 2013
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    Danke! Dann sind wir ja vielleicht doch auf einem guten Weg, der auch noch bezahlbar ist...
     
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  21. Gast360547

    Gast360547 Gast

    Moin,

    ähhmmmm *grübel*, reden wir hier von einer zweischaligen-belüfteten Konstruktion? Das Bild läßt darauf schließen. Das Eindringen der Masse zwischen den Schalbrettern, in einem Bereich, der sehr augenscheinlich mehrfach und/oder sogar dauerhaft undicht ist, es zeichnet sich ein Verfaulen der Schalung ab, KÖNNTE den schluss zulassen, dass hier mittels eines Kaltklebers (oder einer vergleichbar ungeeigneten Masse) eine "abdichtene Maßnahme" getroffen wurde, um diesen Bereich abzudichten.

    Ich behaupte, dass für den Fall, dass hier oberhalb der Schalung eine Wärmedämmung angeordnet wäre, niemals soviel Temperatur durch Sonneneinwirkung an die schon ewig vorhandene Dampfsperre gelangen könnte, dass diese nach etlichen Jahren plötzlich zu schmelzen beginnt.

    Kork tropft hier jedoch nicht ab.

    Grüße

    si
     
  22. #20 Susannesorglos, 9. September 2013
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    Tja, wenn ich das jetzt wüsste. Ich glaube jedenfalls nicht, dass da irgendeine Art von Wärmedämmung ist. Mir sieht das aus wie Bretter, auf die man eine Lage Dachpappe über die andere genagelt hat. Und leider begreife ich die Tragweite Ihrer Aussage nicht. Was wäre denn, wenn da mit falschen Klebemaßnahmen gearbeitet wurde? Würde das dazu führen, dass Hitze von oben (Sonne!) schlimmere Auswirkungen hat als ohne solche Kleberei?
    Ganz vielen Dank und liebe Grüße an die vielen Menschen, die hier was von sich geben!!!:bef1003:
     
Thema: Altbauflachdach stinkt bestialisch. Teer?
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