Anlagenaufwandszahl Gastherme?

Diskutiere Anlagenaufwandszahl Gastherme? im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Bauexperten, wir haben Ende 2006 den Bau einer Doppelhaushälfte in Hessen erworben. Der Generalunternehmer/Bauträger hat es leider nicht...

  1. #1 Christof Lenz, 29. April 2007
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    Hallo Bauexperten,

    wir haben Ende 2006 den Bau einer Doppelhaushälfte in Hessen erworben. Der Generalunternehmer/Bauträger hat es leider nicht so mit der Dokumentation, daher liegen uns derzeit zwei verschiedene Fassungen der Berechnung zur Energieeinsparverordnung vor: eine, die beim Bauamt zur Genehmigung eingericht worden ist, und eine zweite (günstigere), die sich auf unsere Haushälfte bezieht.

    Einer der wesentlichen Unterschiede ist die Anlagenaufwandszahl: diese wurde einmal mit 1,46, einmal mit 1,13 berechnet. Das scheint mir als Laie (mit physikalischer Vorbildung) viel Varianz für das gleiche Heizsystem. Kann jemand ungefähr einschätzen, ob die Werte realistisch sind? Ge- und verbaut werden soll folgendes:

    - Doppelhaushälfte voll unterkellert mit Obergeschoss und Dachgeschoss
    - Keller Beton mit 10 cm Isolierung Lambda 0,35
    - Wände Porenbeton 30 cm
    - Fussbodenheizung in EG/OG/DG, Heizkörper in Hobbykeller im KG
    - Zentrale Gas-Kessel-Therme im KG

    Seitenfrage: welche Vorlauftemperaturen würdet ihr empfehlen? Bin für jede Empfehlung/Einschätzung dankbar!

    Gruß,

    Christof
     
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  3. #2 Hendrik42, 29. April 2007
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    Hi Christof,

    Du spricht von der Gesamt-Anlagenaufwandszahl ep? Oder tatsächlich nur von der Aufwandszahl für die Gasheizung?

    Die Gesamt-Anlagenaufwandszahl kann schon schwanken, je nachdem ob mit FBH oder Heizkörpern, mit Zirkulationsleitung für Warmwasser, mit Solarthermie oder ohne geplant wurde.

    Ich glaube die maximale Vorlauftemperatur darf 40°C nur wenig übersteigen, da der Fußboden nur 35°C warm werden darf/werden soll, weils sonst für die Füße zu warm wird. Weniger ist besser.

    Nur zum Spaß: wie groß ist Euer Haus und wieviel kW hat die verbaute/geplante Gasheizung? Wahrscheinlich bauen sie Euch eh eine ein, die zu groß ist und sich dann tot-taktet...

    Gruß, Hendrik
     
  4. #3 Christof Lenz, 1. Mai 2007
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    Hallo Hendrik42,

    vielen Dank für die Antwort! Auf deine erste Frage

    >Du spricht von der Gesamt-Anlagenaufwandszahl ep? Oder tatsächlich nur >von der Aufwandszahl für die Gasheizung?

    ..habe ich leider nur eine formalistische Antwort: die Anlagenaufwandszahl ep, so, wie sie in der Berechnung des Endenergiebedarfs gemäß EnEV (Hessen) angegeben ist. Weisst Du, ob dieser Wert eindeutig definiert ist?

    >Die Gesamt-Anlagenaufwandszahl kann schon schwanken, je nachdem ob >mit FBH oder Heizkörpern, mit Zirkulationsleitung für Warmwasser, mit >Solarthermie oder ohne geplant wurde.

    Zwei Heizkörper im Keller, sonst Fussbodenheizung; Zirkulationsleitung für Warmwasser ja, Solarthermie nein.

    >Nur zum Spaß: wie groß ist Euer Haus und wieviel kW hat die >verbaute/geplante Gasheizung? Wahrscheinlich bauen sie Euch eh eine ein, >die zu groß ist und sich dann tot-taktet...

    Doppelhaushälfte mit KG/EG/OG/DG; Nutzfläche 241.77 m2, Wohnfläche 140 m2. Zum Heizungstyp: weiss ich derzeit nicht, kann aber mal die Nachbarn fragen. Wir sind (glücklicherweise) Haushälfte 5 aus 6 in einer Reihe ;) Jahres-Primärenergiebedarf lt. Bauträgers Berechnung 77,19 kWh/(m2*a)

    Grüße aus Hessen und einen guten Maifeiertag,

    Christof
     
  5. #4 Hendrik42, 1. Mai 2007
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    Hi Christof,

    >>Du spricht von der Gesamt-Anlagenaufwandszahl ep? Oder tatsächlich nur >>von der Aufwandszahl für die Gasheizung?
    >
    >..habe ich leider nur eine formalistische Antwort: die Anlagenaufwandszahl
    >ep, so, wie sie in der Berechnung des Endenergiebedarfs gemäß EnEV
    >(Hessen) angegeben ist. Weisst Du, ob dieser Wert eindeutig definiert ist?

    Klar. Das ist nach/in der EnEV definiert und diversen DIN. ep ist die Gesamt-Anlagenaufwandszahl, bezogen auf den Primärenergiebedarf, für das Heizsystem für Haus und Warmwasser. Da ist dann alles drin. Sachen wie Solarthermie machen den Wert kleiner, eine Zirkulationspumpe erhöht ihn. Kleiner ist besser.

    >>Die Gesamt-Anlagenaufwandszahl kann schon schwanken, je nachdem ob >>mit FBH oder Heizkörpern, mit Zirkulationsleitung für Warmwasser, mit >>Solarthermie oder ohne geplant wurde.

    >Zwei Heizkörper im Keller, sonst Fussbodenheizung; Zirkulationsleitung für
    >Warmwasser ja, Solarthermie nein.

    Du musst die beiden Ausweise mal daraufhin vergleichen, sind beide mit Zirku? Beide mit FBH usw.

    Die EnEV schreibt bestimmte Mindeststandards vor, eine minimale Dämmung (Transmissionswiderstand) und einen maximalen Primärenergiebedarf. Der Primärenergiebedarf ist Heizenergiebedarf (inkl WW) mal ep. Der Heizenergiebedarf ist natürlich abhängig von der Dämmung.

    Was ich sagen will: wenn man den minimalen Transmissionswiderstand nicht unterschreitet kann man an der Dämmung sparen, wenn man den ep runter rechnet.

    Wie hoch ist denn der Heizenergiebedarf in der ersten und in der zweiten Rechnung? Also der Heizenergiebedarf, nicht der Primärenergiebedarf?

    >>Nur zum Spaß: wie groß ist Euer Haus und wieviel kW hat die >>verbaute/geplante Gasheizung? Wahrscheinlich bauen sie Euch eh eine ein, >>die zu groß ist und sich dann tot-taktet...
    >
    >Doppelhaushälfte mit KG/EG/OG/DG; Nutzfläche 241.77 m2, Wohnfläche 140
    >m2. Zum Heizungstyp: weiss ich derzeit nicht, kann aber mal die Nachbarn
    >fragen. Wir sind (glücklicherweise) Haushälfte 5 aus 6 in einer Reihe ;)
    >Jahres-Primärenergiebedarf lt. Bauträgers Berechnung 77,19 kWh/(m2*a)

    Primär (!) energiebedarf 77,19 bei ep 1,13? Dann ist das Haus auch bei ep 1,46 wahrscheinlich noch erlaubt und ich würde mir erstmal keine Sorgen machen. Ein "auf Kante" gerechneter EnEV Nachweis hätte schlechtere (höhere) Werte...

    Wenn eine geringe Chance besteht, dass Ihr die Hütte mal verkaufen wollt, sollte der Ausweis aber stimmen, denn den würde ich als Käufer sehen wollen und ein hoher ep würde das Haus belasten.

    Gruß, Hendrik
     
  6. #5 Christof Lenz, 3. Mai 2007
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    Hallo Hendrik,

    die Ausweise sind beide auf eine Niedrigtemperaturheizung gerechnet ("monol. AW und NT-Heizung >55/45C"), die Fussbodenheizung ist da noch nicht berücksichtigt. Der Heizenergiebedarf ist mit 55,81 kWh/(m2a) veranschlagt, für den Trinkwasserbedarf die (glaube ich) Pauschale von 12,50 kWh/(m2a).

    Guter Hinweis mit dem Verkaufswert - wir werden den Bauträger etwas pressieren, damit er uns eine aktualisierte Berechnung nochmal in Reinform gibt. Das mit dem pressieren ist bei unserem Bauträger leider erforderlich - freiwillig haben wir bis dato noch kaum schriftliche Dokumentation von ihm erhalten.

    Gruß,

    Christof
     
  7. #6 Hendrik42, 5. Mai 2007
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    Hmm, AW und NT-Heizung kling t für mich nicht so, als wäre mit Brennwert-Gasheizung gerechnet worden, aber eine Brennwert-Gasheizung ist doch hoffentlich verbaut worden?

    Der Heizenergiebedarf ist jedesmal 55,81 und nicht unterschiedlich? Das ist ein recht guter Wert. Ja, in der EnEV wird Warmwasser mit 12,5 kWh/qm/a pauschal angesetzt.

    Jedenfalls muss die Haustechnik (Brennwert oder nicht, FBH oder nicht, Zirkulationsleitung oder nicht, Solar oder nicht etc.) im EnEV Ausweis korrekt wiedergegeben sein. Hier wird schliesslich die einhaltung eines Gesetzes nachgewiesen.

    Gruß, Hendrik
     
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