Anschlussfinanzierung

Diskutiere Anschlussfinanzierung im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo. Unseren Neubau haben wir mit einem Annuitätendarlehen finanziert. Nach Ablauf der Zinsbindung von 10 Jahren werden wir noch eine Restschuld...

  1. MDWD

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    Hallo. Unseren Neubau haben wir mit einem Annuitätendarlehen finanziert. Nach Ablauf der Zinsbindung von 10 Jahren werden wir noch eine Restschuld von rd. 80.000,- Euro haben.

    Aufgrund des aktuellen Zinsniveaus mache ich mir gerade Gedanken, ob es Sinn macht, das Zinsniveau über die Jahre mit einem Bausparvertrag abzusichern, so dass wir nach der Ansparphase den Großteil der Restschuld mit dem günstigen Zinssatz des Bauspardarlehens begleichen können.

    Die Möglichkeit ergibt sich deshalb, weil wir von unseren Eltern das Angebot bekommen haben, dass sie sich in der Ansparphase mit rd. 400,- Euro monatlich beteiligen wollen und wir Ihnen nach der Ansparphase das Guthaben inkl. Zinsen zurückbezahlen. Wir hätten dann die Möglichkeit des günstigen Darlehens.

    Jetzt stellen sich mir als Laie folgende Fragen:
    1. Ist das eine sinnvolle Variante?
    2. Macht es mehr Sinn, dass meine Eltern einen "einfachen" Bausparer abschließen, bei dem der Sollzinssatz später bei 1,5% liegt
    3. Oder macht es mehr Sinn, dass wir einen Riester-Bausparer abschließen, bei dem dem Sollzinsen später bei 2,5% liegen.

    Wäre sehr dankbar für eure Einschätzung!!
     
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  3. vOlli

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    Das ist eine Mathematikaufgabe, bei der berücksichtigung findet, mit welchem Zinssatz in 10 Jahren zu rechnen ist.

    Das kann Dir keiner sagen, daher kommt es auf Deine Risikobereitschaft an, bzw darauf, wie sicher Du die Restschuld absichern möchtest.

    Von einem Wohnrister rate ich persönlich ab, da Gebühren dafür sehr hoch liegen. Um Zulagen und Steuervorteile ausnutzen zu können würde ich die Zahlungen in einen separaten Riester packen und davon die Rente aufbessern.

    Beim Bausparer hast Du die 1,6% Abschlussgebühr, die sich negativ auswirken sowie geringe Zinsgutschriften. Allerdings bringt der Bausparer Flexibilität in 10 Jahren, denn Du musst das Geld ja nicht zur Baufi nutzen, wenn die Zinsen günstig liegen. Es gibt Baupare (ich habe so einen) der mir einen Zins von 2,75 Guthaben rückwirkend verspricht, wenn ich das Darlehen nicht in Anspruch nehme. Trotzdem schlagen sich die 1,6% Abschlußgebühr natürlich auf die Rendite nieder. Ich habe mir dadurch wirklich nur Flexibilität erkauft und die Möglichkeit vermögenswirkasame Leistungen zu bekommen, was angesicht der geringen Beträge wenig ist.

    Bauspare ist teuer, das muss man einfach wissen.
    Beim Riestern steckst Du entsnimmst Du Geld für Deine Baufi, das eigentlich für eine Aufbesserung der Rente gedacht ist. Das Geld fehlt ggf. später, die erhaltene vorgezogene Rentenzahlung muss aber versteuert werden.

    Rechnen ist angesagt und zwar selbst, nicht nur die Bank vorrechnen lassen. Deren Argumente werden Dich dazu leiten, dass Du für sie gute Entscheidungen triffst.

    Und das eigene Sicherheitsbedürfnis und zukünftige Wünsche nach Felxibilität formulieren und bereit sein, dafür Geld zu investieren.

    Schau Dir die Threads dazu im Forum an. Es wird viel geschrieben dazu.
     
  4. MDWD

    MDWD

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    Danke für die Rückmeldung.

    Deine Antwort trifft meiner Meinung nach genau den Kern.
    Für uns geht es lediglich um die Absicherung in 10 Jahren ein zinsgünstiges Darlehen zu haben.
    Die Einzahlung in den Bausparer sind deshalb für meine Eltern in Ordnung, weil sie als konservative Anleger bei anderen Anlageformen auch nicht mehr als die 0,25% die der BSV bringt erhalten.

    Im Grunde stellt sich doch die Frage, ob die Abschlussgebühr - in meinem Fall wären das 1% der Bausparsumme - nicht das kleinere Übel zu einem höheren Zinssatz in 10 Jahren sind. Habe mir mal errechnet, dass bereits ab einem Zinsanstieg von einem Prozent (Bausparer wäre bei 1,5% Sollzins) die Abschlussgebühr mindestens kleiner als der Zinsnachteil ist. Insofern müsste der BSV doch Sinn machen, oder?

    Riester-BSV ist mir auch nicht ganz geheuer. Es ist undurchsichtig, ob die Zulagen den schlechteren Zinssatz und die nachgelagerte Versteuerung sich am Ende gegenseitig eliminieren oder das Ganze dadurch sogar teurer wird als ein herkömmlicher BSV. Die Angebote und Werbungen der Banken sind meiner Meinung nach allesamt unseriös in ihrer Darstellung. Entweder gibt es sehr viele Fußnoten oder es fehlen wichtige Faktoren ganz in der Berechnung.

    Sehe ich das richtig? Habe die Suchfunktion natürlich schon bemüht. Für die konkrete Fragestellung gibt es wohl eine eierlegende Wollmilchsau....
     
  5. vOlli

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    Im Prinzip macht es Sinn, den BSV abzuschließen, diesen mit dem kleinstmöglichen Betrag zu besparen und VL-Leistungen zu integrieren.

    Den größten Betrag sollte man dann in eine Anlage stecken, die in den nächsten 7 Jahren deutlich mehr als 0,25% macht.

    Es ist ohnehin nur eine 50 / 50 Chance, dass der BSV nach genau 7 Jahren zur Zuteilung kommt, daher würde ich den in Richtung 10 Jahre rechnen, aber so, dass man frühstmöglich dran käme.

    In 7 Jahren hat man dann verschiedene Möglichkeiten. Einen BSV auf dessen Darlehen man zurückgreifen kann, Eigenkapital, welches zur direkten Tilgung oder zum BSV-Auffüllen genutzt werden kann.

    Und einen konkreten Zinssatz der Anschlußfinanzierung, der die Entscheidungen maßgeblich beeinflusst.

    Und veränderte Wünsche, Geldeingangsströme, Ausgaben......

    Spannend. Und unbedingt bei den Entscheidungen einbeziehen.

    Greetz, Olli
     
  6. #5 Frank Dengel, 24. November 2013
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    Hast du bei deinem Annuitätendarlehen die Möglichkeit Sondertilgungen zu tätigen?

    Wir stehen in einer ähnlichen Situation wie du, nur momentan noch vor Finanzierungsabschluss.
    Bei uns wurde von Seiten der Bank auch vorgeschlagen, sich die Zinsen in 15 Jahren zu sichern durch Abschluss eines Bausparvertrages und die möglichen Sondertilgungen stattdessen in diesen Bausparer einzuzahlen und auf die Sondertilgungsmöglichkeit, die mit einem Zinsaufschlag verbunden wäre, beim Darlehen nicht zu nutzen.

    Nach etwas Excel quälen kam für uns folgendes Ergebnis raus:

    Alternative 1:
    Mit dem Bausparvertrag kann ich mir sowohl für das KfW-Darlehen mit 10 Jahren Zinsbindung und das Bank-Darlehen mit 15 Jahren Zinsbindung einen Anschlusszins von 2,5% sichern. Zahle aber die ganze Ansparzeit die vergleichsweise hohen Kreditzinsen, bekomme jedoch nur 0,25% Guthabenszins im Bausparer.

    Alternative 2:
    Wenn ich die Sparrate für die Bausparverträge stattdessen in Sondertilgungen stecke, senke ich meine Restschuld am Ende der Zinsbindungen. Insofern muss die Anschlussfinanzierung einen kleineren Betrag abdecken.

    Ergebnis:
    Bei Sondertilgungen kann der Anschlusszins auf 10% steigen (bei gleicher monatlicher Belastung), und ich bin immer noch eher fertig als bei den Bausparern.
    Ich zahle also eine kürzere Zeit die Monatsraten und somit in unserem Fall 35.000 Euro weniger über die gesamte Laufzeit.

    Grüße
    Frank
     
  7. vOlli

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    Du kommst schon zur richtigen Schlußfolgerung. Unter Berücksichtigung der Flexibilit, die man in jedem Fall braucht, kommt zuerst die Ausschöpfung von Sondertilgungen (max. 5% der Kreditsumme).

    Wir nutzen diese nur bei den teuren Krediten, der ganz günstige ist mir zu "billig". Und das Sondertilgungsrecht muss ja ja auch mit 0,15% bezahlen.

    Die Sondertilgung ist für uns ein "nice to have" wenn wir keine unerwarteten Ausgaben haben.
    Wir tilgen sowieso zwischen 4% und 5% und leben wollen wir auch noch.... Wohnungseinrichtung, Kinder.....

    Was Du schreibst hört sich gut an. Wenn Du spliten kannst, hol Dir ein Sondertilgungsrecht für einen Kreditteilbetrag und lass einen anderen ohne Sondertilgungsrecht laufen.

    Rechne Deine Raten so, dass Du Deine Wunschrate formulierst und in Zins-und Tilgung steckst, monatlich. Und in der Lage bist, jeden Monat mindestens eine Waschmaschine zu kaufen.

    Solltest Du am Jahresende keine 12 Waschmaschinen gebraucht haben, steckst Du die Kohle in die Sondertilgung.

    Blos KEINEN separaten Sparvertrag mit Verpflichtungen eingehen (BSV). Wenn Du diese Verpflichtung stemmen kannst, pack das direkt in die Tilgung. Der Banker will nur Geld verdienen (-;
     
  8. vOlli

    vOlli

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    Wenn Du Felxibilität erhöhen willst und einen BSV machst, sei Dir bewußt, das es teuer erkauft wird.

    Ich habe es gemacht, einen BSV, der relativ gute Verzinsung nachwirft, wenn ich das Darlehen später nicht in Anspruch nehme.
     
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  10. #8 Frank Dengel, 25. November 2013
    Frank Dengel

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    Genau das war ja auch meine Schlussfolgerung in Bezug auf den Bausparer. Ich erkaufe mir sehr teuer eine theoretische Sicherheit.

    Ebenso ist die Flexibilität relativ. Denn wer garantiert mir die passende Zuteilungsreife, wenn ich während der Sparphase diese Flexibilität nutze und unregelmäßig spare? Dann habe ich zwar am Ende meine Sparquote erreicht, aber noch nicht die passende Bewertungszahl...
     
  11. vOlli

    vOlli

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    siehe Thread #4.

    Korrekt. Und dann muss ich Zwischenfinanzieren. Ich kenne Situationen mit mehr als 18 Monaten. Da ist man ganz schön gelackmeiert!

    Gilt nur, wenn der BSV die einzige Tilgungsvariante ist.
     
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