Architekt verschätzt sich

Diskutiere Architekt verschätzt sich im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Hallo, in unserer Kostenschätzung wurden die Gründung mit ca. 13.000,- angenommen. Gekostet hat sie denn ca. 35.000. Gründe waren wohl mehr...

  1. #1 Hinkelstein, 6. März 2012
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    Hallo,
    in unserer Kostenschätzung wurden die Gründung mit ca. 13.000,- angenommen. Gekostet hat sie denn ca. 35.000. Gründe waren wohl mehr Bewehrung, aufwändigere Erdarbeiten, zusätzlich nötige Querfundamente. Architekt "hatte nicht gedacht, dass das so nötig wäre".
    Ähnliche Fehleinschätzungen finden sich bei weiteren Gewerken, was uns einerseits finanziell stark belastet, andererseits das Vertrauen in den Architekten schwinden lässt.
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Müssen wir diese Aussagen einfach so hinnehmen? Schließlich haben wir uns ja auch aufgrund der Kostenschätzung zum Bau entschieden.
    Vielen Dank, Grüße
    Hinkelstein
     
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  3. #2 Gast036816, 6. März 2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    was hat denn zum zeitpunkt der kostenschätzung vorgelegen?

    planungsstand architekt und tragwerk

    gab es fortschreibung zur kostenberechnung und zur vergabe den kostenanschlag mit vergleich zum vorherigen kostenstand?
     
  4. Yilmaz

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    13.000 EUR für Gründung kalkuliert, ist 35.000 EUR d.h. Kalkulierte Bausumme x 269 %= Tatsächliche Bausumme.
     
  5. #4 Hinkelstein, 6. März 2012
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    Hallo Rolf,
    zum Zeitpunkt der Kostenschätzung stand der Grundriss, es gab aber noch keine Tragwerksplanung.
    Zum Zeitpunkt der Vergabe war die Tragwerksplanung noch nicht abgeschlossen, der Rohbau war schon vorgefertigt. Das Angebot, auf dessen Grundlage der Auftrag vergeben wurde, belief sich auf ca. 25.000,-. Und die ausgeführte Gründung war denn halt wesentlich aufwändiger als das, was der Architekt sich ursprünglich gedacht hatte.
    Hinkelstein
     
  6. #5 Gast036816, 6. März 2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    was waren denn die genauen ursachen für die mehrkosten bei der gründung?

    bodenaustausch, nicht tragfähiger boden, kontaminierter boden - es gibt gründe, die man vorher nicht immer erkennen kann.
     
  7. mls

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    ich geh noch einen schritt weiter zurück:

    gabs ein baugrundgutachten? gründungsempfehlung?
    was war die ansage des architekten zu diesem thema?
     
  8. #7 Hinkelstein, 6. März 2012
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    Ein Bodengutachten gab es, das den Boden als sehr gut tragfähig bestätigte.
    Die Annahmen des Architekten bzgl. der Gestaltung und Anzahl der Streifenfundamente war wohl eher positiv, insgesamt gestaltete sich eben hinterher alles wesentlich aufwändiger als vorher gedacht.

    Hinkelstein
     
  9. #8 susannede, 7. März 2012
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    Bei sehr gut tragfähigem Boden kann die
    nun selbst für einen Architekten nicht das Hexenwerk sein.

    Hat sich denn ein Gründungsgestalter, vulgo Tragwerksplaner, mit dem Thema beschäftigt ?
    Was genau hatte sich denn aufwändiger gestaltet, hatte das Haus komplizierte Höhensprünge, Teilunterkellerungen oder Split-Level...?

    Bitte mehr Erläuterungen...
     
  10. #9 Hinkelstein, 7. März 2012
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    Hallo,
    das Grundstück ist leicht abschüssig, das Gebäude eingeschossig. Der Tragwerksplaner kam erst sehr spät dazu, die Vorfertigung des Rohbaus war da schon fast abgeschlossen. Wir hatten natürlich auch nachgebohrt, ob denn die Gründung so wirklich ausreicht und uns war nicht klar, dass man so weit daneben liegen kann.
    Hinkelstein
     
  11. #10 Gast036816, 7. März 2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    @ Hinkelstein - bei deinen beiträgen muss man mehr zwischen zeilen lesen, um zu verstehen oder die glaskugel bedienen.

    was heisst eigentlich: Vorfertigung des Rohbaus?

    wurde vor ort schon gebaut, als der tragwerksplaner eingeschaltet wurde?
     
  12. Hfrik

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    Und für den neugierigen Baulaien mal die genauen Inhalte der 35.000€ aufschlüsseln - wie man für ein EFH 35.000€ nur in Streifenfundamente vergraben kann, ist mir etwas schleierhaft - oder ist da der ganze Keller dabei?
     
  13. #12 Hinkelstein, 7. März 2012
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    Das tut mir leid, ich probier's mal:
    Der Bau ist ein Massivholzhaus, die Einzelteile wurden vorgefertigt.
    Das Ding steht 30cm bis 1m über dem Grund (weil Grundstück leicht abfallend) auf Betonscheiben, die auf Streifenfundamenten stehen.
    Die genaue Ausarbeitung und Gestaltung dieses Betongebildes erfolgte eben zu einem Zeitpunkt, zu dem die Vorfertigung schon abgeschlossen war und erwies sich wesentlich aufwändiger als vom Architekten angedacht (was er übrigens auch selbst geäussert hat, er hätte nie gedacht dass da so viel Beton und Stahl rein muss).
    die 13.000,- respektive 35.000,- belaufen sich nicht nur auf die Streifenfundamente, sondern auch auf Erdarbeiten, da das aber halt zusammen von einer Firma gemacht wurde habe ich das hier zusammengefasst. Die Streifenfundamente selbst wurden mit ca. 7000,- geschätzt.
    Wir hätten jetzt halt gedacht, bevor man so eine Kostenaufstellung macht geht man als Architekt einfach mal zu einem Statiker, lässt der drüberkucken und der würde dann immerhin sagen: ja, kann man so machen, aber zusätzlich braucht man hier noch dieses und da noch jenes und mit 7000,- kommt man gut hin oder kommt man auf keinen Fall hin.
    Hinkelstein
     
  14. ManfredH

    ManfredH Gast

    in wessen Auftrag kucke ich drüber, wer bezahlt mich dafür, wie ist die Haftungsfrage? ...
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 7. März 2012
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    Wessen Architekt? Ihrer oder der der Holzhausfirma?
    Welchen Auftragsumfang haben die Leistungen des Architekten gehabt?
    Warum wird die Statik erst erstellt, wenn der Bagger den Motor anwirft? In Deutschland braucht man eine Statik, um eine Baugenehmigung zu bekommen, sie muss nur nicht überall eingereicht werden.

    Auch anderes wurde teurer? Was soll denn bei einem Fertighaus noch teurer werden, was der Architekt versaubeuteln kann? Sie sagen ihm - Mein Haus kostet .... - und er übernimmt das. So what?
    Wenn Sie vorher den Leístungsumfang nict ausreichend definieren, ist das doch wohl nicht Sache des Architekten.
     
  16. #15 Gast036816, 7. März 2012
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    Gast036816 Gast

    bei dieser frivolen vorgehensweise, braucht sich niemand zu wundern, dass es zu solch einer kostensteigerung kommt. die gründung eines hauses - auch wenn es holz ist - ohne statiker - die fundamente nach bauchgefühl = ist fast sträflich leichtsinnig.
     
  17. #16 Hinkelstein, 7. März 2012
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    Aha.
    Also, wir haben uns nach reiflichen Überlegungen für diesen Architekten entschieden. Wenn der Architekt mir sagt, das geht so und so und mir das auch noch im Detail erklärt, dann gehe ich doch bitte davon aus, dass das in einem gewissen Rahmen abgeklärt ist und so funktioniert. Wenn ich selbst in meinem Beruf eine Aussage bzgl. Funktionalität und Kosten geben muss, dann versichere ich mich doch auch auf irgend eine Art und Weise dahingehend und gebe eine realistische Einschätzung ab.
    Wir glauben ihm auf jeden Fall inzwischen nichts mehr.
    Hinkelstein
     
  18. #17 Hinkelstein, 7. März 2012
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    Warum sagt Architekt nicht z.B.: die Kosten für die Gründung kann ich nur schwer abschätzen, da bräuchte ich eine Grobauskunft des Statikers, die hole ich ein, macht der Statiker aber natürlich nicht umsonst, die Kosten tragen Sie.
     
  19. Baumal

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    was ist denn da los?
    einen statiker brauchts für einen hausbau sowieso.
    ein architekt ist kein statiker.

    der architekt kann einen statiker seiner wahl empfehlen.
    beauftragen muß ihn aber der bauherr....
     
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  21. #19 Hinkelstein, 7. März 2012
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    So war das auch, er empfahl, wir beauftragten.
    Zum Bauantrag war die Statik nicht notwendig.

    Das driftet jetzt aber etwas ab. Dass das nicht so passiert wäre, wenn man erst die Statik gemacht, dann ausgeschrieben und dann erst mit der Vorproduktion begonnen hätte ist (jetzt) klar. Nur: ich vertraue doch dem Architekten, seinen Aussagen und seiner Kostenschätzung in einem Rahmen, der nachvollziehbar und begründet ist.
    Inkompetenz? Blödheit? Einfach dumm gelaufen?
     
  22. #20 Gast036816, 7. März 2012
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    momentan sieht es eher nach ´Ing-inkompetenz´ aus.

    wenn du nachweisen kannst, dass der archi dich nicht richtig beraten hat und die empfehlung - statiker einschalten - deutlich zu spät kam, kannst du gegen ihn vorgehen. deine mehrkosten müssen aber detailliert nachgewiesen werden - unter beachtung der sowieso-kosten.

    deine berufsbezeichnung ist dipl. ing. u. u. musst du dir auch sagen lassen - hättest du aber auch wissen müssen. fundamente haben nix mit gestaltung gemein - das ist reines engineering.
     
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