Architektenblick gegenüber Laienblick

Diskutiere Architektenblick gegenüber Laienblick im Architektur Allgemein Forum im Bereich Architektur; Sehr interessanter Artikel... http://www.psyplan.de/Architekturvermittlung_files/Der%20Architekt_7_98.pdf

  1. H.PF

    H.PF

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  3. HelgeK

    HelgeK

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    Ja, ich finde ihn auch interessant, weil er ein wirklich wichtiges Problem aufgreift und versucht zu erklären, warum Architekten- und Laienmeinungen häufig so weit auseinander liegen.

    Einen Mangel des Artikels sehe ich darin, daß er die Frage nicht im historischen Kontext beleichtet.

    Meiner Meinung nach sind die Laien in ihrer Mehrheit nie in der Moderne angekommen. Es gab auch vorher immer schon mal einzelne Geäude, die keine breite Zustimmung fanden. Bei Stil- und Geschmacksfragen ist das ja auch völlig normal. Aber mit dem Aufkommen der Moderne und ihrem "Diktat der Nüchternheit" haben sich Architekten und Laien mehrheitlich einander entfremdet. Alleingelassen mit dem Bedürfnis nach "Ornament" und "Gegorgenheit" kam und kommt es (nicht nur in Deutschland) zu Erscheinungen wie dem berühmten "Gelsenkirchener Barock".

    In den letzten 20 Jahren mehren sich meiner Meinung nach die Anzeichen für eine zaghafte Annährung. Heute geben auch Architekten mehrheitlich zu, daß z.B. die Großwohnsiedlungen der 60er und 70er Jahre gestalterisch und stadtplanerisch Missgriffe waren und entdecken regionale Bezüge wieder, während Laien eher bereit sind, sich auf Neues einzulassen.
     
  4. dquadrat

    dquadrat

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    schade, daß die abbildungen fehlen.

    die villa d'ava kann man googeln, beim rest wirds schwieriger.
    die "bretterbude" hätte mich schon interessiert :D
     
  5. Pazifik

    Pazifik

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  6. Ambiente

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    Stimmt.
    Ich sehe das aber nicht als verwerflich an. Verwerflich ist das die Architektenschaft es nicht hinbekommen hat dem Wunsch des Laien nach seinem "Castle" zu entsprechen. So kam es zu einem Mix aus bisschen Bauhaus, Alpenland und Mediterraner Geschmacksverirrung.
    Dabei hätte man sich doch wunderbar aus den vergangenen Stilepochen bedienen können. Warum dieser orwellsche Baustil immer noch so hoffiert wird kann ich nicht nachvollziehen.
     
  7. Gast036816

    Gast036816 Gast

    Ambiente - das ist nicht richtig, was du schreibst. der durchschnittliche bauherr definiert seinen baustil nach seinen urlaubserinnerungen, da kommt dann das toscanahaus, die mallefinca in den hohen norden oder das schwarzwaldhaus ins ruhrgebiet und der friesengiebel ins alpenvorland. neben diesen stilbruchirrungen gibt es eine breite masse an selbstentwerferles, die vom franchiser ihre wuensche verwirklicht bekommen, egal was fuer ein mumpitz entworfen wurde. jeder bauherr sollte sich eigentlich vor dem ersten strich selbst fragen und fuer sich ueberlegen, welchen kulturellen kann ich und moechte ich zur gestaltung der umwelt beitragen? was hinterlasse ich meinen nachfahren? die wenigsten stellen solche ueberlegungen an.

    die orwellsche architektur ist eher in der high-tech-architektur - icc berlin - vorhanden. selbstbedienung im stilelementehandel gab es in der postmodernen. ein fuerchterliches ergebnis und wenig resonanz in der bauherrenschaft.

    aus meiner sicht und nach meinen erfahrungen fehlt es an einer grundeinstellung in der breiten masse fuer ein stilbezogenes bauen. erwachsene lassen sich da wenig ueberzeugen. drum gehe ich ab und zu in die schulen und mache im kunstunterricht architektur und schule. das ist eine dankbarere aufgabe als ueberzeugungsarbeit.
     
  8. susannede

    susannede

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    so wie du im baumarkt. der quelle des guten geschmacks.

    ja, die lieben künstler, denn nur diese werden ja ihrem eigenen, mühsam hochgehaltenen "archi-tucken-ruf" gerecht --- geschmacklich so so so weit außen, und "däm gesonden ond natörlichem folksämpfinden toootal äntröckt..."
    so'n schmarrn !!! sch... auf bauhaus, sch... auf corbusier, sch... auf "moderne" - modern ist jetzt und modern passt immer: ins ortbild.

    spart material und energie, ist preiswert, aber nie billig - und im besten sinne einfach.

    elitäre l'art pour l'art-planer und eklektizistisch-degoutante baustil-protzer...

    ja, hurra - wir sind wieder da, wo wir mal waren: neureiches geschwerl diktiert, was geschmack ist, und unverstandenen genies mangelt es heuer an emigrations-orten.

    allen sei adolf loos und seine bauten anempfohlen.
     
  9. olaf b

    olaf b

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    Der Artikel beschreibt das Offensichtliche. Schuldzuweisungen von einer zur anderen Seite führen wohl auch nicht zu mehr Verständnis der beiden "Parteien".

    Letztlich bestimmt der Markt, wie gut die Vorstellungen der Käufer zu denen der Vertragspartner passen. Selbst wenn diese Vorstellungen frisch vom Malle-Urlaub geprägt sind. (ehrlich gesagt gefallen mir die naturbunten, hellen mediterranen Dachsteine auch besser als die super-edel-glanz-engobierten Ziegel, die einem hier so präsentiert werden.. :shades)

    Und so wie es aussieht, wird bereits seit vielen Jahren von Käuferseite mit den Füssen abgestimmt, wenn ich folgende (wahrscheinlich nicht repräsentative) Umfrage des Bauherren-Schutzbundes http://www.bsb-ev.de/fileadmin/user.../Ratgeber_aktuell_01_Vertragspartner_2011.pdf hier mal als Anschauungsmaterial nehme:

    52,3 % Generalunternehmer und Generalübernehmer
    36,9 % Bauträger.
    10,3 % Architekt als Vertragspartner.
    (fragt mich bitte nicht nach den fehlenden Promille)

    Wenn der Anteil an Architekten als Baupartner in den nächsten Jahren wieder steigen soll, dann helfen weder Hochmut noch Lächerlich-Machen der doch so ungebildeten, naiven Bauherren weiter. Ihr auf EFH-Bau spezialisierten Architekten solltet Euch meines Erachtens vielmehr zusammenschließen und überlegen, wie man gemeinsam Wege findet, um für Bauherren attraktiver zu werden und wie man gegen die psychologischen Tricks der Großen der Branche gegenhalten kann. Und sei es, in dem man in mühevoller, langwieriger, schmutziger Lobbyarbeit die richtigen Rahmenbedingungen schafft oder über Franchise-Konstruktionen Teile des Marketings professionalisiert.

    Ideen gäbe es sicher viele...
    ... aber derweil werde ich aus verschiedenen Gründen erst mal mit einem GÜ bauen, sorry! :angel:
     
  10. Ambiente

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  11. dquadrat

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    ich finds jut...
     
  12. dquadrat

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    ...und der zugehörige artikel beschreibt schön die intoleranz derjenigen, die anderen widerum orwellsche bauhausdiktatur vorwerfen :D
     
  13. #12 Ralf Dühlmeyer, 10. September 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Die 40 % BT vergessen wir schon mal ganz schnell wieder, weil deren Kunden den anderen beiden Gruppen meist gar nicht als Zielgruppe zur Verfügung stehen.

    Der geringe Anteil der Architekten hat neben der Tatsache, dass viele Bauherren nur den Preis, aber nicht die für den Preis gebotene Qualität (besser deren Absens) sehen und daher Architekten als "zu teuer" empfinden, auch mit der Tatsache der fehlenden Werbung zu tun.

    Den Architekten war es lange grundsätzlich und ist es seit kurzem nur sehr eingeschränkt möglich. Die Kammern haben die EFH-Bauherrenschaft lange sträflich vernachlässigt und den GÜ das Feld kampflos überlassen.
    Zumindest in Nds hat sich das seit ein paar Jahren geändert. Hier wird durch die Kammer viel auch für EFH-Bauherren geboten.
    Bauherrenseminare, Broschüren, Beratungen usw.

    Aber der Weg zurück ist halt steinig und lang.
     
  14. Hessekopp

    Hessekopp

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    Sei nicht so streng,
    dort gibt es Gaufeste und die Tradition steht hoch im Kurs.

    [​IMG]
     
  15. susannede

    susannede

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    also preissn mit geld bauen (zu zweit ?!) ein riesenhaus, wo einheimische vorrangig bauen sollten, von amtswegen auch noch unterstützt,
    ja woas denkt si da bayer doa ?
    eben.
    das haus könnt aussehen, wie's will.

    wenn da in 10 jahren das wdvs und oben die brettl-schalung herum ist, ist es ein 08/15-bayernstadel...der energiekrise sei dank.:28:
     
  16. Gast036816

    Gast036816 Gast

    olaf b - was soll man denn in der architektur franchisen? hast du dich erkundigt, ob das nach den kammmerordnungen fuer architekten ueberhaupt moeglich ist? ich kann es mir nicht vorstellen. ich sehe in den vorher beschrieben beitraegen keine schuldzuweisungen, es sind mehr unterschiedliche sichtweisen zu den ursachen.

    @ Ambiente - der artikel ist jetzt 2 jahre alt. wird sich immer noch eifrig aufgeregt oder hat man wieder etwas anderes gefunden, was man die hauptstrase rauf und runter treiben kann? ich mag das haus, obwohl es nicht mein stil ist.
     
  17. Ambiente

    Ambiente

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    Keine Ahnung ich kenne das Haus nur aus dem Fernsehen (Traumhäuser). So übel finde ich es im Grunde nicht. Auf mich wirkt es aber trostlos, abweisend und irgendwie langweilig. Eher wie ein Rohbau für eine Schule aus den 70er.

    @Hessekop
    Was hast Du gegen Buben und Dirndl auf dem Foto?
    Ich finde das toll wenn man sich dafür engagiert und noch Spass dabei hat. Die Gefahr das diese Kinder Rentern in U-Bahnen verprügeln, mit Drogen dealen oder als Punks Leute anbetteln halte ich für gering :shades
     
  18. Thomas B

    Thomas B

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    Einige finden es greislich, die Bewohner finden es toll. Mir würde es auch gefallen. Man kann es nicht allen immer recht machen....
     
  19. #18 Ralf Dühlmeyer, 10. September 2012
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

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    Achtung Ironie
    Nein, die zetteln eine Keilerei auf dem nächsten Schützen-/Feuerwehr/Sonstwasfest an, nachdem sie sich mit Bier ins Halbkoma getrunken haben und Punks beschimpfen sie als Schmarotzer und arbeitsscheues Gesindel.

    Der Unterschied liegt wo?

    Genau, in der Art des breitgetretenen Klischees!
     
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  21. dquadrat

    dquadrat

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    ähm, die pointe des bildes muß man sich erlesen ;)
     
  22. olaf b

    olaf b

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    Franchisen.
    Die Idee, dass man - nur zum Beispiel - eine Franchise-Konstruktion verwendet, um das Marketing zu verbessern, z.B. durch Werbung, zentrale Marketingdienstleistungen, Einführung von Zertifikaten/Labeln/Marken usw. Bitte nicht dran abarbeiten! War nur ein spontanes Brainstormen ohne engere Kenntnisse der eisernen Ketten Eurer Kammerordnung. Letztlich muss man Altes durchbrechen, wenn man Fehlentwicklungen grundsätzlich angehen will...

    Schuldzuweisungen.
    Naja, hier nur ein paar abwertende Begriffe als Indiz, dass das Thema ganz schön emotional besetzt ist: Bretterbude, Mediterrane Geschmacksverirrung, orwellsche Baustil, stilbruchirrungen, mumpitz, natörlichem folksämpfinden, neureiches geschwerl...
    Das könnte ich wohl an hunderten Beiträgen hier im Forum vorkramen - gern insbesondere bei der Vorstellung von Grundrissen und Bauvorhaben. Anscheinend ist der Graben schon recht tief...
     
Thema:

Architektenblick gegenüber Laienblick

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