Aufbau einer abgehängten Decke zum Kriechboden

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  1. 3hben

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    Hallo zusammen,

    wir sind aktuell dabei, das OG unseres Hauses umzubauen. Dabei stellt sich nun die Frage, wie wir die Decke zum darüberliegende Kriechboden (ca. 80cm Höhe) aufbauen sollten.

    Das Haus ist BJ 89/90. Die gesamte Dachfläche ist mit Rollisol gedämmt. Alukaschiert zum Innenraum. Zustand ok. Das OG ist bereits komplett mit Trockenbau, bzw. Leichtbauwänden ausgebaut. Davon nehmen wir einiges weg und teilen die Gesamtfläche mit Rigips doppelt beplankt neu auf. Die drei entstehenden Schlafzimmer besitzen jeweils einen eigenen Heizkörper (neu).

    Bisher war an den Kehlbalken ein Unterkonstruktion aus Holzlatten montiert, unter welche eine dunkelbraune Holzpaneel-Decke gesetzt war (jetzt ist auch klar, wieso wir das rausgerissen haben ;)). Die Vorbesitzer hatten zwischen den Kehlbalken, direkt auf die alte Holzpaneel-Decke KMF legen lassen. Ohne Dampfsperre oder Bremse.

    Da das Dach über Belüftersteine "belüftet" ist und die Rollidol-Dämmung zwischen den Sparren sicher auch nicht wirklich "dicht" ist, hat das offenbar funktioniert, wenngleich der Dachdecker, der sich das angesehen hat, in Frage gestellt hat, wieso nochmal lose KMF zwischen die Kehlbalken gelegt wurde. Über die Jahre haben sich da jedenfalls Mäuse und Ratten ausgetobt.

    Das zur Vorgeschichte - Was wurde bisher gemacht:

    - Die Holzpaneel-Decke samt Unterkonstruktion und KMF haben wir entfernen lassen
    - Ich habe ab Kehlbalken aufwärts Alles mit Restfaserbindemittel eingenebelt (bin da übervorsichtig) und offene KMF Kanten eingekapselt
    - Die Zwischensparrendämmung habe ich an gelösten Kanten neu angeschossen und so gut es ging mit Alutape repariert
    - Aktuell montiere ich ab Firstpfette die Sparren entlang Rieselschutzvlies, welches besonders diffusionsoffen ist und schieße es unten auf die oberste Trockenbaukante an

    Der Plan ist, die bisherigen Rigipsplatten an den Dachschrägen aufzudoppeln / aufdoppeln zu lassen. Auch die neue, abgehangene Decke soll aus Rigips hergestellt werden. Ebenfalls doppelt beplankt (ich möchte, jetzt wo es möglich ist, wegen des nahem Flugverkehrs, gleich einmal das Möglichste machen).

    Nun stellt sich die Frage, ob man statt einer Doppelbeplankung eine leichte Holzebene von unten auf die Kehlbalken schraubt und darauf die Unterkonstruktion für eine einfach beplankte Rigipsdecke baut. Würde mir insofern gut gefallen, als das so etwas wie eine "leere" Installationsebene hätte, die trotzdem noch zum Kriechboden abgeschirmt ist. Aber ob das irgendeinen Sinn ergibt, weiß ich eben nicht.

    Was macht aus Eurer Sicht Sinn, wie man die Decke aufbauen sollte?

    Besten Dank & Sorry für die lange Geschichte. ;)
    Ben
     

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  2. #2 Sergius, 04.11.2021
    Sergius

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    Hi Ben

    Ich versuche mal zu Antworten....

    ...Haus ist BJ 89/90. Die gesamte Dachfläche ist mit Rollisol gedämmt. Alukaschiert zum Innenraum. Zustand ok....
    ist doch schon mal Prima. Dass der Zustand so OK ist hast du der Hinterlüftung zu verdanken.

    ...Das OG ist bereits komplett mit Trockenbau, bzw. Leichtbauwänden ausgebaut. Davon nehmen wir einiges weg und teilen die Gesamtfläche mit Rigips doppelt beplankt neu auf. Die drei entstehenden Schlafzimmer besitzen jeweils einen eigenen Heizkörper (neu)....
    Bedeutet es dass die Rigipsplatten runterkommen? Es werden Trennwände gestellt?

    ...Bisher war an den Kehlbalken ein Unterkonstruktion aus Holzlatten montiert, unter welche eine dunkelbraune Holzpaneel-Decke gesetzt war....
    Was garnicht soo schlecht ist. Die im Innenraum entstandene Feuchtigkeit wurde im Kriechboden abgelüftet.

    ...Ohne Dampfsperre oder Bremse...
    was erstmal kein Nachteil ist. Eine Trockene Dämmung ist eine Funktionierende Dämmung.

    ...Da das Dach über Belüftersteine "belüftet" ist und die Rollidol-Dämmung zwischen den Sparren sicher auch nicht wirklich "dicht" ist, hat das offenbar funktioniert, wenngleich der Dachdecker, der sich das angesehen hat, in Frage gestellt hat, wieso nochmal lose KMF zwischen die Kehlbalken gelegt wurde. Über die Jahre haben sich da jedenfalls Mäuse und Ratten ausgetobt....
    Die Belüftersteiene haben eine Wichtige Funktion! Ratten sind da dennoch fehlamplatz. Da hilft aber ein vorgesetztes Gitter. Das Wort "Dicht" würde ich nicht so ernst nehmen beim Altbau. Das Baukonzept war einfach anders und ich persönlich hab schon zu viele Negativerfahrungen mit Dicht gemacht. Die Feuchtigkeit entsteht, dass ist Fakt. Wie damit umzugehen ist die Frage. Willst du dein Innenraum Dicht haben kommst du um ein Lüftungskonzept nicht herum. Die Ausführung einer Funktionierenden Dampfsperre halte ich für Schwierig bis unmöglich. Die Kehlbalken würde ich auch nicht Dämmen, stimme ich deinem Zimmermann zu.


    Das zur Vorgeschichte - Was wurde bisher gemacht:
    - Die Holzpaneel-Decke samt Unterkonstruktion und KMF haben wir entfernen lassen

    Meinst du damit den den Streifen, der an den Kehlbalken montiert war, so wie es das Bild aktuell zeigt?
    - Ich habe ab Kehlbalken aufwärts Alles mit Restfaserbindemittel eingenebelt (bin da übervorsichtig) und offene KMF Kanten eingekapselt
    ist ok
    - Die Zwischensparrendämmung habe ich an gelösten Kanten neu angeschossen und so gut es ging mit Alutape repariert
    auch ok
    - Aktuell montiere ich ab Firstpfette die Sparren entlang Rieselschutzvlies, welches besonders diffusionsoffen ist und schieße es unten auf die oberste Trockenbaukante an
    der Rieselschutz, wegen mir... aber der Anschluss an die Lage Rigibs würde ich unterlassen. Du behinderst damit die Hinterlüftung. Ich würde da garnichts machen...

    Der Plan ist, die bisherigen Rigipsplatten an den Dachschrägen aufzudoppeln / aufdoppeln zu lassen. Auch die neue, abgehangene Decke soll aus Rigips hergestellt werden. Ebenfalls doppelt beplankt (ich möchte, jetzt wo es möglich ist, wegen des nahem Flugverkehrs, gleich einmal das Möglichste machen).
    Kann man machen. Ich bin allerdings kein Freund von Rigips und empfehle dir andere Aufbauten...


    Nun stellt sich die Frage, ob man statt einer Doppelbeplankung eine leichte Holzebene von unten auf die Kehlbalken schraubt und darauf die Unterkonstruktion für eine einfach beplankte Rigipsdecke baut. Würde mir insofern gut gefallen, als das so etwas wie eine "leere" Installationsebene hätte, die trotzdem noch zum Kriechboden abgeschirmt ist. Aber ob das irgendeinen Sinn ergibt, weiß ich eben nicht.
    Das versteh ich nicht. Doppelt belangt ist das eine die Hinterlüftungsebene (Installationsebene ist falsch) das andere. Bei doppelt geplantem Aufbau schraubst du die eine Rigipsplatte über die andere. Betrachte diese Punkte bitte differenziert.

    Eine (innere) Hinterlüftungsebene ist bei dem Aufbau Pflicht... (Meine Meinung, Erfahrung)
    Der Aufbau ab sparren ist wie folgt.
    Deine angefachte Variante: Sparren, dann Dachlatten (quer zum Sparren 30cm Raster und ausgerichtet zu einer Ebene), dann erste läge Rigips und zweite läge Rigips. Die Zweite lage Rigibs verbessert den Schallschutz. Gesamtaufbau ca. 55mm

    Ich bin ein Freund von den alten Bauweisen deswegen empfehle ich einen Kalkputz 1,5-2cm auf entweder Sauerkrautplatten (Zementgebundene Holzwolle) oder einer Holzschalung mit Schlifrohrträger. Das Zweite ist günstiger. Die Zwischenmauern würde ich massiv mauern und alles zusammen Maschinell verputzen lassen. Beide Aufbauten kommen ohne Unterkonstruktion aus deshalb müssen leisten eingelegt werden um die Hinterlüftung weiterhin zu gewährleisten.
    Die Trockenbauer werden mich vielleicht steinigen, aber ich habe meine Gründe warum ich den Trockenbau meide.

    Ich hoffe das hilft dir weiter...
     
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    Hallo Sergius,

    vielen Dank für Deine Antwort. Entschuldige meine verzögerte Antwort. Bin etwas eingebunden aktuell. ;) Nun aber..

    Die bestehenden GK Platten an der Schräge bleiben bestehen. Die Raufaser darauf kommt runter. Ich hasse Tapeten. Ich möchte am liebsten Alles mit Silikatfarbe gestrichen haben. Die Dachschrägen sollen allerdings (u.A. wegen des Flugverkehrs) aufgedoppelt werden. Darüber hinaus werden neue Trennwände gestellt, korrekt.

    Genau, das möchte ich auch nicht verhindern. Darum haben wir einen maximal diff.-offenen Rieselschutz gewählt. Den wollte ich aber eben drin haben. Das passende Tape dazu ist im übrigen auf diff.-offen.

    Natürlich auch nur, soweit ich das sehen konnte.

    Die Belüftungssteine sind von außen mit einem Gitter versehen. Das Getier kam von anderswo. Das Haus war aber auch komplett zugewachsen. Mittlerweile steht kein Gewächs mehr an der Fassade. Alle Klinkeröffnungen zwecks Belüftung sind mit Gittern versehen, die beiden HT Rohre in die Kanalisation bekommen Rattentrichter und die Regenwasserrohre sind mit einem Kletterschutz-Kragen versehen. Rest müssen wir beobachten. Das Haus steht halt auch an einem Feld. Insofern.. ;)

    "Dicht" möchte ich nichts haben. Dass das nichts werden kann, denk ich mir. Das soll ruhig atmen können. Allerdings will ich natürlich auch nichts in Richtung Kinder-Schlafräume darunter haben. Lüftunsgkonzept nach DIN 1946-6 steht eh noch an. Wir haben alle Fenster tauschen lassen.

    Genau. Zwischen die nun offen liegenden Kehlbalken war Mineralwolle gelegt. Diese lag auf der untergeschraubten Holzdecke. Es sieht im Grunde immer noch wie auf dem Bild aus. Außer das man Sparren und Dämmung wegen des Rieselschutzvlies nicht mehr sieht.

    Ich habe halt leider nichts, wo ich das Vlies sonst nach unten gegenspannen kann.

    Wir wollen aus verschiedenen Gründen (Zeit, Gewicht, Gewerke) auf GK zurückgreifen. Deine Aufbauempfehlung liest sich aber dennoch sehr interessant.

    Ich hab mich dabei ungünstig ausgedrückt. Anbei mal eine schnelle Zeichnung, wie ich mir den neuen Aufbau vorstellen könnte:
    • aufgedoppelte Dachschrägen (grün)
    • (diffusionsoffene) 5mm Holzplatten (blau) von unten auf die Kehlbalken geschraubt um eine Abschirmung nach oben zum Boden über dem Rigips zu haben, falls sich da oben doch nochmal irgendwas einfindet, was nicht hingehört - damit die GK quasi nicht die einzige Schicht sind
    • Lattung / Unterkonstruktion (blau) / Luftebene (Platz zum Kabel ziehen)
    • doppelt geplankte GK Decke (grün)
    OB man das so machen kann/darf mit dieser "Luftschicht" weiß ich eben nicht. Ist eine reine Kreatividee. Weiterhin weiß ich nicht, ob der GK dann zwangsläufig noch doppelt sein müsste. In meinem Kopf hätte ich so eine gute Schalldämmung nach oben zum Boden und meine gewünschte Leerebene für Kabel, etc. ohne das man beim durchbohren (Lampen, etc.) direkt wieder im Boden-Bereich ist.

    Werden wir so umsetzen (lassen) denke ich. Dann oprimalerweise mit Silikatfarbe gestrichen.

    Meinst Du diesen Aufbau für die Zimmerdecke unter den Kehlbalken?

    In der Decke? Hier hab ich irgendwie den Faden verloren..!? :)

    Sehr! Vielen Dank schonmal!

    Ben
     

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  4. #4 Sergius, 21.11.2021
    Sergius

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    Für Rigips bin ich der Falsche Ansprechpartner.

    Aber hier sind genug Trockenbauer unterwegs ;-)

    Viel Erfolg
     
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    Danke Dir für Deine Hilfe.

    Kannst Du oder Jemand Anderes mir denn beantworten, ob man folgenden Aufbau wegen der "Luftebene" überhaupt so aufbauen kann/darf oder ob damit Probleme (Feuchtigkeit) vorprogrammiert sind!?

    Von oben nach unten:

    Kriechboden ungeheizt / Belüftersteine
    Kehlbalken
    Echtholzschicht (kein OSB, o.Ä.)
    Luftschicht / Lattung
    Rigips
    Schlaf-/Kinderzimmer beheizt

    Danke Euch! :)
     
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Aufbau einer abgehängten Decke zum Kriechboden

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