Aus Bausparvertrag rauskommen

Diskutiere Aus Bausparvertrag rauskommen im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hoffe Ihr könnt mir einen Tipp geben, in Sachen Finanzierung sind wir ziemliche Laien. Sorry im voraus, sollten die Begrifflichkeiten nicht...

  1. Liesepetz

    Liesepetz

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    Hoffe Ihr könnt mir einen Tipp geben, in Sachen Finanzierung sind wir ziemliche Laien. Sorry im voraus, sollten die Begrifflichkeiten nicht korrekt eingesetzt worden sein (den beschämten Smiley hab ich nicht gefunden...).

    Meine Frau und ich haben (noch vor Eheschließeung) zwei identische Bausparverträge bei der BHW zu Zeiten schlechterer Zinskonditionen abgeschlossen mit Bausparsumme jeweils 80T€ (Darlehen 44T€ / anzusparendes Guthaben 36T€). Ein Vertrag ist bis zum vereinbarten Guthaben angespart, der andere liegt erst bei ca 14T€. Wegen besserer Zinskonditionen bei Banken würden wir da gerne raus, hätten das Geld aber gerne kommenden Jahr zur Verfügung (entweder Grundstückskauf Neubaugebiet und Baubeginn noch 2016, oder bis dahin gebrauchtes Haus finden).

    Als Optionen hatte ich überlegt:

    (1) beide Verträge kündigen (2x 800€ Abschlussgebühr futsch)
    (2) nur den geringer besparten Vertrag kündigen und den anderen weiter zu füttern, um den Darlehensanteil zu minimieren (voraussichtlicher Zuteilungstermin wäre ok)
    (3) wie (2), aber den geringer besparten Vertrag statt gleich zu kündigen zuvor mit Eigenkapital vom schlechter verzinsten Tagesgeldkonto auf die volle Bausparsumme von 80T€ auffüllen, um zwischenzeitig wenigstens noch Zinsen zu bekommen.

    Option 3 ist uns am sympathischsten. Allerdings machen mir die allgemeinen Vertragsbedingungen Sorgen. Darin steht zur Kündigung seitens des Bausparers, dass man (1) in diesem Fall "die Rückzahlung seines Bausparguthabens frühestens 6 Monate nach Eingang seiner Kündigung verlangen" kann (wäre noch o.k.), und (2) "Reichen 25% der für die Zuteilung verfügbaren Mittel nicht für die Rückzahlung des Bausparguthabens gekündigter Verträge aus, können Rückzahlungen auf spätere Zuteilungstermine verschoben werden." Wie ist denn da aktuell die Gefahr bei einer Kündigung einzuschätzen, hingehalten zu werden, so dass ggf. eine Zwischenfinanzierung nötig wird?

    Oder seht Ihr noch andere sinnvolle Optionen? Grundsätzlich wäre noch genug Eigenkapital da, um sogar beide Verträge vollzubuttern und damit zu übersparen. Da hätte ich aber erst recht Schiss, dass dann 160T€ Kapital gebunden sind, an die wir nicht ran kommen...
     
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  3. SirSydom

    SirSydom

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    idR lassen die Bausparkassen keine Besparung über der Regelbesparung mehr zu. Vor allem wenn diese recht hohe Guthabenzinsen haben.

    Könnt ihr den Bausparer nicht zugeteilt bekommen OHNE das Darlehen in Anspruch zu nehmen? Bei manchen Verträgen gabs dafür dann sogar rückwirkend einen Zinsbonus!
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Die wichtigste aller Frage ist erst einmal, welche Konditionen haben die Verträge, insbesondere der Darlehenszinssatz ist hier von Interesse. Dann könnte man rechnen, ob es sich überhaupt lohnt diese Verträge irgendwann einmal einzusetzen.
    Die nächste Frage wäre, ob man auf das dort vorhandene Guthaben, evtl. auch das Darlehen, bei der Finanzierung angewiesen ist, oder ob man den geringeren EK Einsatz bei der Finanzierung verschmerzen kann.

    Option (1) ist sicherlich die einfachste Variante, und es kann sich unter Umständen sogar lohnen, wenn man die Abschlüssgebühren abschreibt. Option (2) und (3) kann man so nicht beurteilen.

    Ich möchte aber folgende Punkt noch in den Ring werfen.

    a.) die komplette Aufzahlung des Vertrags wird dazu führen, dass die BSpk. den Vertrag kündigt, vor allen Dingen wenn er eine annehmbare Guthabenverzinsung verspricht. Das Argument ist ganz einfach, denn wenn man den Vertrag voll einbezahlt, dann ist der Sinn des "Bausparens" ja nicht mehr das Ziel, sondern es geht nur noch um eine Kapitalanlage. Aufgrund der niedrigen Zinsen die auch die Banken und BSpk. derzeit erwirtscahften können, werden sie solche Verträge kündigen.
    Evtl. könnte man das noch über 1-2 Jahre hinausziehen, sofern der Vertrag nicht komplett aufbezahlt würde. Ich habe so einen Vertrag, bespart mit 80%, in den nichts mehr einbezahlt wird. Ich werde zwar ständig aufgefordert das Darlehen in Anspruch zu nehmen, aber das ignoriere ich einfach.

    b.) eine Zwischenfinanzierung durch die BSpk. Sollten die Konditionen des BS-Darlehens nicht völlig unterirdisch sein, dann könnte man überlegen den Vertrag fortzuführen und bis zur Zuteilung eine Zwischenfinanzierung durch die BSpk. in Anspruch zu nehmen. Auch hier gilt, rechnen, rechnen und noch einmal rechnen. Je nachdem wie die Finanzierung im nächsten Jahr aufgebaut ist, können die Konditionen der BSpk. für die Zwischenfinanzierung interessant sein. Früher waren sie etwas besser als man am Markt bekommen konnte, heute sind sie eher marktüblich.
     
  5. Liesepetz

    Liesepetz

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    Danke für das Feedback.

    Ich glaube nicht, dass wir nur das Guthaben auszahlen lassen können, bzw. müssen dann m.W. die monatlichen Zahlungen weiterlaufen. D.h. so, als hätte man den Vertrag gerade erst gestartet. Eine konkrete Aussage dazu habe ich nicht gefunden. Derzeit konnten wir allerdings wählen zwischen einer Vertragsvariante, die man sich später auch auszahlen lassen kann und einer solchen, bei der man auf jeden Fall das Darlehen in Anspruch nehmen will. Wir hatten uns für letztere Variante entschieden.

    Der höher besparte Vertrag hat bereits die vereinbarte Guthabenhöhe erreicht und wird seit ein paar Monaten weiter bespart, ohne dass sich die BHW bislang gemeldet und einen Zahlungsstopp gefordert hätte.

    Der Guthabenzins liegt bei 1%, also zwar angesichts der Marktlage ok, aber schlecht, wenn man sich das Geld anderswo teurer leihen muss. Auf das Geld (Sparguthaben) wären wir insofern angewiesen, als dass wir ohne auf Kante zu nähen mit den voraussichtlichen monatlichen Kreditraten ausgelastet wären, und daher eine Zwischenfinanzierung schlecht oder nur mit endfälligem Kredit möglich wäre. Wenig geheuer ist mir dabei auch, ob der Zuteilungstermin nicht doch noch vertagt wird und dann höhere Zinsen anfallen.

    Der Darlehenszinssatz beträgt 3,8% Sollzins. Da wir inkl. Bausparguthaben gut 40-45% EK einbringen können (Variante Neubau mit Schätzung eines befreundeten Architekten und einkalkuliertem Sicherheitszuschlag), dürften die Zinskonditionen bei der Bank trotz unser beider Tätigkeit als Freiberufler deutlich besser liegen.

    Wäre es bei kompletter Aufzahlung denn schlimm, wenn die BHW kündigt? Das wäre dann ja wie Variante 1, nur dass ich mich nicht selbst um die Kündigung kümmern muss, oder? Dann wäre zumindest bis dahin besser verzinst als aktuell auf dem Tagesgeldkonto. Für mich ist die wichtigere Frage aber: was, wenn die nicht kündigen? Ziel ist es ja, an das ersparte Guthaben zu kommen. Daher meine Eingangsfrage, ob aktuell Gefahr besteht, dass die BHW aufgrund zu geringer "verfügbarer Mittel" im Sparertopf die Auszahlung verzögern kann.

    Besteht diese Gefahr nicht, kann man den Ausstieg bzw. die provozierte Kündigung ja zeitlich gut steuern. Dann könnte ich mir auch die beispielhaft gegebene Variante vorstellen, erst mal auf 80% aufzuzahlen und dann 6 Monate vor Bedarf vollzahlen und kündigen.
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Ich kenne Deine Tarifdetails nicht, aber üblicherweise lässt sich ein BSV kündigen, dann wird das Guthaben ausbezahlt. Leider sind mit den Jahren die Tarifbedingungen immer undurchsichtiger geworden, es wäre daher möglich, dass evtl. auch ein Bonus verloren geht, oder was weiß ich. Das lässt sich aber in den Tarifbedingungen nachlesen.

    Die melden sich wohl erst, wenn der BSV in die Zuteilung kommt. Die Tatsache, dass der BSV zu xx% eingezahlt ist, bedeutet ja nicht, dass dieser sofort zugeteilt wird. Weitere Raten verkürzen die Zuteilungszeit, Stichwort "Bewertungszahl". Die Berechnung der Bewertungszahl ist zwar normalerweise auch in den Tarifbedingungen aufgeführt, aber deren Berechnung ist von Hand etwas mühsam, und man hat sich schnell verrechnet. Da lohnt es sich den Berater von der BSpk. anzurufen. Der sollte die Daten auf Knopfdruck verfügbar haben.

    Da lohnt es sich nicht den BSV einzusetzen. Anrufen und klären wie man das Teil los wird, die Guthabenverzinsung spielt da keine Rolle. Evtl. fallen auf die Zinsen auch noch Steuern an, dann bleibt gar nichts mehr übrig.

    Wie sieht denn überhaupt Dein Zeitplan aus? Du solltest daran denken, dass selbst eine Kündigung nicht über Nacht geht. Wartest Du bis sie kündigen, dann kann das unter Umständen noch Jahre dauern.
    Die bisher eingezahlten 40% bringen Dir 400,- € an Zinsen p.a. abzüglich Steuern. Wenn Du viel Zeit hast, dann kannst Du das Geld dort liegen lassen. Sollte die BSpk. kündigen dann gibt´s die Abschlussgebühr natürlich auch nicht zurück, höchstens es besteht eine entsprechende Vereinbarung (siehe Taribedingungen).

    Du solltest zuerst einmal Deinen Zeitplan gedanklich fixieren, dann mit dem Berater sprechen. Evtl. reden wir hier über ungelegte Eier und die Lösung ist ganz einfach.
     
  7. Duddla

    Duddla

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    Ich hatte eine ähnliche Situation. Mehrere BSV, alle zinslich uninteressant und unterschiedlich bespart. Ich habe ein Gespräch mit der Bank gesucht (kann ich dir auch empfehlen) bei dem wir das Problem folgendermaßen (Ich beziehe das jetzt mal auf deine Summen) gelöst haben.

    - Schritt 1: Zusammenfassen der BSV (1 BSV mit 160.000Euro)
    - Schritt 2: Trennen der BSV in 100.000€ und 60.000€. In den 100er die ganzen Einlagen (58.000€). Dieser dürfte dann (sofort oder relativ schnell) Zuteilungsreif sein. Bei Zuteilung ohne den Kredit in Anspruch zu nehmen erhältst du wie SirSydom schon erwähnt hat idR. einen Zinsbonus bzw. einen Teil der Abschlussgebühren wieder. Den 60.000er würde ich dann konditionell anpassen lassen, sodass er dem heutigen Nidrigzins-Stand entspricht und gleichzeitig ruhen lassen (oder bespraren, wie ihr wollt)
     
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  9. Liesepetz

    Liesepetz

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    Der konkrete Zeitplan hängt bei uns leider davon ab, wann die Grundstücke nun endlich in den Verkauf gehen (bzw. die Verlosung, man kann sich auf 3 Grundstücke bewerben, dank Schwangerschaft sind unsere "Sozialpunkte" bei der Grundstücksvergabe gestiegen und die Chancen aufs Wunschgrundstück gestiegen). Der wird schon seit 3 Jahre angekündigt, aber die auf Nachfrage genannten Verzögerungen zumindest werden immer geringer. Letzter Stand war, dass es diesen Monat oder Januar 2016 sein soll. Dann ein paar Wochen bis über die Vergabe entschieden wird, 6 Wochen Zeit um das angebotene Grundstück anzunehmen, 6 Monate bis Bauantrag und dann 1 Jahr, bis der erste Spatenstich fallen muss. Grundstück können wir mit EK finanzieren, d.h. Zeitraum liegt irgendwo zwischen 6 Monaten und 2 Jahren.

    Ich sehe schon, letztlich müssen wir das wohl in die Diskussion über das gesamte Finanzierungskonzept mit der Bank reinnehmen. Warum kann es nicht mal einfach sein :-) ?

    Ralfs Bestätigung der geringen Sinnhaftigkeit einer Finanzierung zu 3,8% Sollzins in unserer Situation bekräftigt mich darin, zumindest einen BSpV los zu werden. So wie ich die Bedingungen lese, ist die Abschlussgebühr dann futsch. Duddlas Idee ist insofern auch ne Überlegung wert. Wenn der größere Teil des zuerst zusammengelegten und dann neu gesplitteten Bausparvertrags fett angespart wird, so dass kaum noch Darlehen und Bewertungszahl gepusht wird, besteht bis zur Zuteilung des dann im Gesamtkonzept vernachlässigenswerten Darlehens wenigstens ein wenig höhere Guthabenverzinsung als auf dem Tagesgeldkonto. Mal gespannt, ob das mit dem Ruhen-Lassen zugelassen würde. Könnte mir vorstellen, das für die nächstes Jahr kommenden Zwillinge mit monatlichen Kleinstbetägen zu besparen.
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Ich würde mich nicht auf die Guthabenverzinsung konzentrieren, bei 1% lohnt das nicht. Deswegen hatte ich oben auch die 400,- € p.a. genannt, also 33,- €/Monat, wobei davon evtl. noch Steuern abgehen.
    Für Dich muss die Finanzierung Priorität haben. Deine "Finanzanlagen" für die nächsten Jahre kennst Du ja, nennen sich "Haus" und wie ich gelesen haben auch "Kinder". ;)
     
Thema: Aus Bausparvertrag rauskommen
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