Ausbau DG mit problematischem Deckenaufbau

Diskutiere Ausbau DG mit problematischem Deckenaufbau im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo liebe Forumgemeinde, ich lese hier schon eine Weile unangemeldet mit, habe aber leider dennoch Fragen zu meinem Bauvorhaben. Zu den...

  1. 1200Bandit

    1200Bandit

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    Hallo liebe Forumgemeinde,

    ich lese hier schon eine Weile unangemeldet mit, habe aber leider dennoch Fragen zu meinem Bauvorhaben.

    Zu den Grunddaten: Gebäude war mal ein altes Kloster, verschiedene Mauerteile wurden über die Lebensdauer des Gebäudes zum Teil bereits ausgetauscht, prinzipiell ist es aber ein Fachwerkhaus mit Lehm(-ziegeln) ausgefacht.
    Im EG befinden sich 2 Geschäftsbereiche, im OG sind bereits 2 Wohnungen drin und das unausgebaute DG möchte ich nun ausbauen zu einer neuen Wohneinheit.

    Bauantrag wurde gestellt und bewilligt, Finanzierung ist auf dem Weg kurz vor dem Abschluss.

    Nun zum eigentlichen Thema:

    Wie in diesen alten Häusern üblich, sind die Zwischendecken ebenfalls aus Holzbalken(ca. 18x24) und Lehm dazwischen ausgefertigt. Die Balken enden oben im Mauerwerk, auf welchem wiederum der Ringbalken aufliegt, der seinerseits wieder die Sparren aufnimmt.
    Um die Wärmedämmung des OG’s zu verbessern, habe ich mit meinem Vater vor vielen Jahren mal angefangen, die Decke des OG’s (bzw. den Fußboden im DG) von oben höhenmäßig auszugleichen(mit Balken + Konterlattung) und den Zwischenraum mit Mineralwolle auszukleiden. Obendrauf kamen dann Holzfaserplatten (15er). Dies war wie gesagt nur eine Wärmetechnische Lösung, es war damals noch nicht geplant, das hierauf gebaut werden soll.

    Wir haben nun beschlossen auszubauen.
    Dazu musste der alte „Fußboden“ im DG wieder raus, weil damals nicht das beste Holz verwendet wurde und die Höhenausgleichung quer zu den unteren Deckenbalken erfolgen soll, was bisher nicht der Fall war. Ebenfalls sollen nun als Abschluss und Fußboden 30ger OSB-Platten dienen. Zwischen die Balkenkonstruktion des Höhenausgleichs soll wieder MiWo zur Schall-und Wärmeisolierung verlegt werden. Da das Gebäude wie erwähnt immer mal diversen Umbauten unterzogen wurde, fehlen auch an mehreren Stellen die Lehmauskofferungen zwischen den Deckenbalken(siehe Skizze), weil da beispielsweise mal eine Treppe oder ein Schornstein hoch ging. Hier wurde wie im Bild zu sehen, einfach MiWo in den Zwischenraum gestopft.

    Nun habe ich bei der Demontage der alten Holzfaserplatten festgestellt, dass diese von unten teilweise total nass waren! Teilweise so nass, dass die Flüssigkeit beim Aufrichten der Platten nach unten lief. Unter diesem Bereich befindet sich in der einen Wohnung des OG die Küche bzw. auch das Bad.

    Nun habe ich mir das folgendermaßen erklärt: In den Wohnungen unten drunter besteht die Deckenverkleidung lediglich aus einem Höhenausgleich(Lattung) und abschließender Gipskartonplatte. Eine Dampfbremse ist, wie eben wahrscheinlich früher üblich, nicht verbaut wurden! Laut Angaben meiner Eltern ist bei zwischenzeitlichen Renovierungen zwar PE-Folie mit an die Decke von unten gekommen, aber ob die richtig untereinander verklebt wurde , oder ob diese PE Folie an die Wände richtig angeschlossen wurde, ist äußerst zweifelhaft – ich vermute nicht. Demnach steigt die warme Luft und auch Dampf aus den unteren Wohnungen nach oben, diffundiert durch die Lehmbalkendecke, die MiWO und landet dann an der Holzfaserplatte, wo der kälteste Punkt sein wird und damit der Taupunkt entsteht. Damit entsteht das Wasser an der Unterseite der Platte.

    Soweit sogut.
    Dies liegt also an dem Temperaturunterschied – dieser Temperaturunterschied hat sich ja erledigt, weil ja oben nach dem Ausbau das DG ebenfalls beheizt ist. Damit dürfte sich dann an der Unterseite der neu zu verlegenden OSB-Platten zumindest kein Tauwasser bilden. Liege ich damit richtig?

    Was also bleibt ist das Problem mit dem Wasserdampf, der ja scheinbar ungehindert aus den unteren Wohnungen durch die Decke und die MiWO diffundieren kann und dann wahrscheinlich an der OSB-Platte nicht weiterkommt.
    Ich habe nun Angst, dass meine neue Fußbodenkonstruktion von unten durchfeuchtet wird und damit bald beschädigt sein wird. Sind diese Bedenken berechtigt? Schließlich gibt es so viele alte Gebäude mit Lehm-balken-Decken wo auch nie eine Dampfbremse eingebaut wurde und die haben auch kein Problem mit Feuchtigkeit etc…..

    Die Nächste Frage wäre, wie dann die Dampfbremse (im Bild blau) richtig angeschlossen wird?! Ich dachte mir, dass ich diese auf der Dämmung (Zwischensparrendämmung + Konterdämmung drüber) nach unten führen lasse, anschließend auf den neuen Fußboden drauf und auf diesem Verkleben! Anbieten würde sich ja der Punkt genau unter dem Drempel, da ich hier gleich die Klebestelle von oben mechanisch sichern könnte.

    Ich bedanke mich bereits für die geleistete Hilfe von euch!

    Grüße

    Zwischendecke.jpg
     
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  3. Kalle88

    Kalle88

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    Ich mag es garnicht schreiben, weil es schon so oft geschrieben wurde aber sowas ist nix für den DIY Bauer. Sie sind fachlich nicht in der Lage Konsqeuenzen abzuschätzen. Sie haben das "Prinzip" verstanden, aber dabei bleibt es auch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die aufgenommene Feuchtigkeit in der Dämmung spurlos am Tragwerk vorbei ging.

    Sowas sollte bitte IMMER unter fachlicher Anweisung erfolgen, niemals vom DIY allein zu bewerkstelligen. Da dürfte sogar einige Planer dran verzweifeln und der Hütte überhelfen. Hier braucht es Erfahrung und Fachwissen im Symbiose. Bitte kontaktieren Sie einen Architekten oder Bau Ing. (der Erfahrung mit dem Baustil, Hausalter und Thematik hat) mit Ihrem anliegend und lassen Sie sich fachlich unterstützen. Das ist der einzige Rat den man Ihnen geben kann. Die Gefahren sind einfach zu hoch hier irgendwelche Pauschalaussagen zu tätigen. Sie haben ja gesehen welche Feuchtigkeit da durchmaschieren will. Stellen Sie sich mal vor, die Platten wären Tragbalken die aufgrund Ihrer unfachmännischen Bastelei ihren Dienst versagen und Leib und Leben gefährdet. Wollen Sie das? Ich denke nicht.
     
  4. Gast943916

    Gast943916 Gast

    ich hätte das gleiche geschrieben wie Kalle, nur nicht so viele Worte:
    Such dir jemand der Ahnung von der Materie hat, so wird das nichts

    @Kalle das will er aber sicher nicht lesen.....
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Viele alte Gebäude haben massive Probleme, aber die werden gerne ignoriert, weil sie eben alt sind. Da gehört das quasi schon dazu.
    Dann darf man nicht vergessen, dass Häuser heuzutage ganz anders bewohnt werden als das noch vor 100 Jahren (und mehr) der Fall war. Die Belastung mit Luftfeuchte war nicht so hoch, weil Badezimmer gab es nicht, und Fenster und Türen waren so "dicht", dass beim ersten Windstoß die Kerzen auf dem Tisch aus gingen.

    So möchte heute kein Mensch mehr leben (außer KF vielleicht) und das hat zur Folge, dass Häuser den heutigen Nutzungsbedingungen entsprechend angepasst werden müssen. Konzepte die vor 100 Jahren oder 200 Jahre noch funktioniert haben, versagen bei den heutigen Nutzungsbedingungen kläglich.
    Um hier ein schadenfreies Konzept zu entwickeln braucht es jemanden mit Ahnung in Bauphysik und viel Erfahrung, da schließe ich mich Kalle an.

    Bevor man aber irgendwas bastelt, muss erst einmal die Substanz untersucht werden. Ich war vor einigen Monaten bei Bekannten in einem Haus, 200 Jahre alt, da waren die Deckenbalken zur Hälfte durch. Der einzige Grund warum die Decke noch nicht der Schwerkraft gefolgt ist ->, die Balken waren so gnadenlos überdimensioniert, dass der Kern noch intakt war. Da steht jetzt eine Totalsanierung an.

    Deswegen nicht auf eigene Faust was basteln was später zu erheblichen Schäden führen kann.
     
  6. 1200Bandit

    1200Bandit

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    Ich danke erstmal für die Antworten.
    Die Arbeiten würde ich nicht selbst ausführen, die Dachdeckungsarbeiten (Gauben bauen, Dachflächenfenster einsetzen...) macht logischerweise eine Dachdeckerfirma, beim Innenausbau sieht es ähnlich aus, auch hier rückt eine Firma an. Wie ich geschrieben hatte, ist der Bauantrag bereits bewilligt - Ich habe hier natürlich einen Architekten damit beauftragt, der die Statik usw. geprüft und für ausreichend befunden hat.
     
  7. Kalle88

    Kalle88

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    Hat er auch ein Bauphysikalisches Konzept ausgearbeitet? Festlegung und Definition der Luftdichtenebene, Tauwasserberechnungen und den ganzen Schnodder? Detailzeichnungen der wichtigen Punkte, dami die HW wissen wie sie es ausführen sollen?

    Hat er die Gaubenkonstruktion geplant oder in Zusammenarbeit mit dem DD? Weil DD grundsätzlich keine Statikexemplare sind. Wir sind keine Zimmerleute, wenn auch die meißten davon Ahnung haben - was aber noch lange nicht flächendeckend für die Republik gillt. Es braucht eine Planung, ein Konzept und damit ein Zeil wo man hinkommen will...
     
  8. 1200Bandit

    1200Bandit

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    Er war mehrfach vor Ort, hat die Statik untersucht und berechnet, den Bauantrag gestellt. Ebenfalls wurden die ganzen Gauben berechnet, Wärmedämmung berechnet, EneV-Nachweis erbracht usw... Alles was man meines Wissens eben braucht für den Ausbaus eines DG. Luftdichtenebene(?) und Tauwasserberechnung ist meines WIssens nicht erfolgt, wenn da was entsprechendes zu beachten wäre, hätte er mich mit Sicherheit darauf hingewiesen - ist ein sehr erfahrener Architekt.
     
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  10. Kalle88

    Kalle88

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    Die sollten eigentlich vorliegen. Wie sonst soll man wissen, dass der Aufbau Tauwasserfrei ist? Nun, ich kenne das Objekt nicht kann also auch nicht sagen wie es zu bewerten ist. Gehen wir mal davon aus der Archi weiß was er tut. Mit der Skizze hast du ja im Prinzip auch eine Luftdichtigkeitsebene, wenn sie denn so ausgeführt ist. Fraglich ist dann halt nur ob die Feuchtigkeit die in die Zwischendecke eindringt über Konvektion oder Diffusion gerade im Bereich der Außenwand schadensfrei bleibt.
     
  11. Gast943916

    Gast943916 Gast

    hätte er aber machen sollen / müssen,
    denn dann würden solche Fragen wie
    gar nicht gestellt werden. Dein Archi als Planer, muss hier Detaillösungen erarbeiten und die fachgerechte Ausführung überwachen
     
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