Ausführungsplan Anbau Siedlungshaus

Diskutiere Ausführungsplan Anbau Siedlungshaus im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Mit der Planung eines Anbaus ohne Unterkellerung an ein Siedlungshaus haben wir einen Architekten beauftragt. Es sollte ein ca. 30 qm großer...

  1. pimpe

    pimpe

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    Mit der Planung eines Anbaus ohne Unterkellerung an ein Siedlungshaus
    haben wir einen Architekten beauftragt. Es sollte ein ca. 30 qm großer Anbau, gedeckt mit Dachpfannen, mit einer Anbindung an das vorhandene Satteldach ( vorh. Satteld. 45 Grad Dachneigung mit eingelassener Dachgaube ) werden. Nach Planung unseres Architekten wäre dies so möglich und wurde auch so beim Bauamt eingereicht und genehmigt ( mit einer Dachneigung von 8 Grad ). Der erste Ausführungsplan unseres A. beinhaltete eine Dachneigung von 5 Grad, woraufhin wir ihn um einen Ausführungsplan baten, der wie in der Baugenehmigung eine Dachneigung von 8 Grad aufweist. Schon beim ersten Ausführungsplan gab es Unstimmigkeiten und viele Fragen von seiten des Maurers bei der Durchführung ( z. B. darüber, ob die Bodenplatte eine Bewehrung erhält, dies war nicht im Ausführungsplan vermerkt ) Zudem wurden Materialien in diesem Ausführungsplan aufgelistet , die es bereits seit zwei Jahren nicht mehr gibt. Als wir nun unseren zweiten Ausführungsplan erhielten, nun mit einer Dachneigung von 8 Grad und zusätzlich einem Leimbinder, von dem vorher nie die Rede war, weder im Bauantrag noch im ersten Ausführungsplan, legten wir diesen nun beim Dachdecker sowie Zimmerer vor, um diese Gewerke in Auftrag zu geben. Dabei erfuhren wir, daß bei dieser Dachneigung überhaupt keine Dachpfannen eingedeckt werden dürften. Hätte uns der A. nicht vorher darauf aufmerksam machen müssen? Wir haben ihn diesbezüglich um eine Stellungnahme gebeten, da es mittlerweile nicht die einzige Unstimmigkeit war, und mußten ihn nun von einer anderen Seite kennenlernen. Seiner Ansicht nach müßte er das nicht wissen und bei einem Ausführungsplan sei nunmal mit Änderungen zu rechnen. Heißt das im Klartext, daß man bei einem Architekten ein Überraschungsei in Auftrag gibt, wo man von der ersten Planung bis zur eigentlichen Ausführung so etwas nicht kalkulieren kann ? Immerhin handelt es sich hier um einen Anbau der doch übersichtlichen Kategorie. Für eine ehrlich gemeinte Meinung bzw. Empfehlung wären wir sehr dankbar.
     
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  3. Ryker

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    Leimbinder hin, Leimbinder her: Änderungen kommen vor.
    Natürlich muss auch ein Architekt nicht alle Regeldachneigungen für alle Eindeckungsarten/-Materialien auswendig wissen,
    gegen Stolperstein einer Regeldachneigungsunterschreitung tritt auch ganz bestimmt die Mehrheit der Architekten häufiger,
    ein Gewisses Gefühl für Bedachungsmaterialien und die zugehörigen Dachneigungen sollte ein Architekt
    im Laufe seines Berufslebens aber schon entwickeln - Hier hat er es klar verrissen und darf den Anbau nochmal malen,
    falls erforderlich.
     
  4. mls

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    seh ich ähnlich.
    5° oder 8° is eh so knapp, dass bei beiden varianten die dachsteine
    der deko dienen... wer´s mag?
    änderungen gibt´s, bis der bau steht - dananch sollte schuss sein mit ändern ;)
    wär doch schlimm, wenn schon bei der genehmigungsplanung alles soooo
    einfach wäre, dass es fix-und-fertig ver-plant würde.
    gab´s eigentlich e. twp? die frage, ob bewehrung in der bodenplatte,
    ob zusätzliche pfette, u.a., muss nicht zwingend der architekt beantworten.
     
  5. mawi

    mawi

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    Ich muss doch staunen...

    wenn ich sowas höre.

    Ein Architekt/ Planer muss wissen, dass eine reine Ziegel-/
    Dachsteineindeckung nur bis 22° funzt. Wenn er das nicht weiss oder sich nicht sicher ist, sollte er sich ein schlaues Buch nehmen und das nachschlagen. Im digitalem Zeitalter kann man auch bei den bekannten Ziegelherstellern auf die Hompage gehen und dort nachsehen- für gewöhnlich stehen die zulässigen Dachneigungen drin. Bei einer Dachneigung von weniger als 22° sind die Ziegel eher als "Deko" zu verstehen, die eigentliche Dichtigkeit wird durch Bitumenbahnen (wie beim Flachdach) erreicht.

    Ich habe bei meinem Häuschen (Altbau aus 1956) auch ein Dach erneuert und das so gehandhabt. Allerdings hat dieses Dach ca.12° Neigung.

    Nee nee nee... ist ja verständlich, dass man sich nicht alles merken kann, aber man muss doch wenigstens wissen wo´s geschrieben steht. Sowas ignorantes, tztztz. "Ich kann nicht alles wissen, Änderungen kommen vor..." Lach! Klar kommen die vor- aber wenn sich dadurch die gesamte Konstruktion ändert, oder die Optik, oder die Raumafteilung (nach dem Motto: Wie?! Wozu ne tragende Wand? Ich kann doch nicht wissen, dass das statisch sch***e ist- hab doch keine Ahnung von Statik) Lach!:D Bunte Bildchen malen kann jeder...

    MfG mawi
     
  6. #5 VolkerKugel (†), 18. Oktober 2006
    VolkerKugel (†)

    VolkerKugel (†)

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    Architekt . Nachweisberechtigter für Wärmeschutz
    Ich kann mich da ...

    ... nur vollinhaltlich anschließen.

    Rettungsfrage (zur Wahrung der Berufststandsehre): War das wirklich ein "richtiger " Architekt?
     
  7. pimpe

    pimpe

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    Vielen Dank für die freundlichen Antworten.

    Eine Tragwerksplanung hat es gegeben. Auch hier sind die Dachziegel benannt worden. Laut Dachdecker hätten die Dachziegel keinen Halt, so
    daß man sie auch nicht als "Deko" aufbringen könnte. Hätten wir dieses vorher gewußt, wäre evtl. auch direkt ein Flachdach in Frage gekommen,
    welches von den Gesamtkosten her wahrscheinlich günstiger geworden wäre. Insgesamt ist unser Eindruck, nicht nur allein wegen der Dachziegel, daß unser Architekt sehr kostenintensiv geplant hat. Z. B. hatte er bodentiefe doppelflügelige Fenster im Wohnzimmer mit einem Sondermaß geplant, obwohl diese Fenster im Standardmaß völlig ausreichen, kostengünstiger sind und auch optisch besser ins Wohnzimmer passen. Hinzu kamen noch diverse Umbauarbeiten im Haus, die, wenn wir uns nach unserem Architekten gerichtet hätten, zur Kostenexplosion geführt hätten bei geringem Nutzungsfaktor. Bei unserem Architekten handelt es sich sogar um einen Architekten mit langjähriger Berufserfahrung, Sachverständigen für Wärmeschutz usw.. Deswegen sind wir davon ausgegangen, den richtigen Architekten gewählt zu haben. Enttäuschend ist , gerade zur Wahrung der Berufsstandsehre, daß er anscheinend nicht interessiert ist, auf vernünftigem Wege eine Klärung zu finden, so daß das Vertrauensverhältnis natürlich gestört ist.

    Freundliche Grüße und nochmals vielen Dank Bettina und Michael
     
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