Auslegung Unterzug Carport

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  1. Thomsen

    Thomsen

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    Liebe Fachleute und Interessierte!

    Das Problem stellt sich wie folgt dar:
    Nach statischer Erfordernis wird B x H für einen 3,5 m langen Unterzug in einem Carport zu 160 x 240 mm² dimensioniert.
    Der Architekt plant Unterzug KVH 14/24 (Werkplanung), in der Ausschreibung steht für diesen dann aber KVH 14/20 .
    Der Zimmerer liefert dies und baut ein.

    Da mir das Dach aber zu tief war, habe ich kurz nach Stellen des Carports einen zusätzlichen Balken KVH 14/10 flach drauflegen lassen (also Flachdach und Balkenlage wieder runter). Zu Kosten von ca. 500 Euro. Um die Statik habe ich mich damals noch nicht gekümmert.

    Fakt ist also: Ich habe einen in Längsrichtung zweigeteilten Unterzug, B x H = (140 x 200 + 140 x 100) mm². Der Architekt nimmt ab (gemäß Vertrag Einzelgewerk Holzbau ist er dazu berechtigt) und erteilt die Zahlungsfreigabe.

    Die Statik ist mir vom Studium noch soweit in Erinnerung, dass ich weiß wie Flächenmomente einfacher Träger berechnet werden. Bei der Bestimmung des gemeinsamen Flächen- und Widerstandsmoments zweier aufeinanderliegender Träger muss ich aber passen.

    Vereinfacht (Einzel-Flächenmomente addiert) besitzt mein jetziger Unterzug aus KVH 14/20 + KVH 14/10 wohl nur ca. 65% des vom Statiker bei 160 x 240 mm² berechneten Flächen- sowie Widerstandsmoments.

    Erwähnenswert noch, dass die auf dem Unterzug aufliegende Balkenlage ca. 1 m weiter auf einem am Haus angebrachten Träger aufliegt.
    Die Durchbiegung am Unterzug ist deutlich sichtbar, wie viele mm hab ich nicht ausgemessen, hält ja noch.

    Zusammenfassung:
    Der Statiker rechnet A.
    Der Architekt plant B (B weniger als A).
    Der Architekt schreibt aus C (C weniger als B)
    Der Zimmerer baut ein C + D (zusammen wesentlich kleiner als A)
    Der Bauleitung (dem Architekten) fällt nix auf.
    Das Gewerk wird abgenommen, die Zahlungsfreigabe kommt.

    Das ist nur die harmlose Variante, weil dem Problem relativ einfach durch Auswechseln des Unterzugs oder Abstützung beizukommen ist. Im Haus selbst wird es richtig interessant...doch davon später.

    Was ist hier anzuraten?
     
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  3. Taipan

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    Ich würde mal das Abnahmeprotokoll des Statikers herausgraben.
     
  4. #3 rolf a i b, 29. August 2013
    rolf a i b

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    und dem zimmermann ist nichts aufgefallen? normalerweise bekommt der leistungsverzeichnis, statischen nachweis, werk- und detailplanung. ich würde mich erst einmal an den auftragnehmer halten. ihm müssen solche differenzen auffallen, wenn er die unterlagen alle bekommt.
     
  5. mls

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    der statiker ist anscheinend nicht mit der "abnahme" beauftragt,
    ob das bei der beschriebenen konstruktion erforderlich ist oder
    ob die überwachung o. abnahme nicht zu den grundpflichten des
    architekten gehört, spielt keine rolle: er hat ja abgenommen.

    wie zwischen gesamtschuldnerisch haftenden handwerker vs.
    architekten gequotelt wird, ist ganz genau im horoskop definiert ;)
     
  6. Inkognito

    Inkognito Gast

    Das lässt sich relativ einfach beheben, die beiden Balken müssen schubfest miteinander verbunden werden, dass sie zusammen tragen, beispielsweise mittels Gamma Verfahren mit nachgiebigem Verbund über Vollgewindeschrauben. Da muss aber einer noch mal rechnen ob das mit I eff hinhaut, und natürlich die Menge an Schrauben/Abstände/Längen etc.

    Kostet natürlich Geld.
     
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