Außenwände = Polystyrol-Schalungsstein, Innenwände = ???

Diskutiere Außenwände = Polystyrol-Schalungsstein, Innenwände = ??? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Wir möchten mit Polystyrol-Schalungssteinen bauen. Ich habe selbst 20 Jahre in so einem Haus (selbst der Keller ist damit gebaut) gelebt, es ist...

  1. #1 Liesepetz, 23. April 2014
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2014
    Liesepetz

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    Wir möchten mit Polystyrol-Schalungssteinen bauen. Ich habe selbst 20 Jahre in so einem Haus (selbst der Keller ist damit gebaut) gelebt, es ist nach fast 30 Jahren immer noch top in Schuss und hatte immer ein prima Wohnklima, und keine Spur von den im Netz kolportieren negativen Klischees. Ein paar Besuche bei relativ frischen Bauherren, die mit solchen Systemem (von IsoXXXt bis StyXXXXXne) gebaut haben, haben uns weiter bestärkt. Beim Rohbau ist viel (und bei guter Bauleitung unkritische) Eigenleistung möglich, das Betonwerk hier um die Ecke scheint gute Preise für den Füllbeton zu machen.

    Allerdings stören mich die Innenwände: Diese Systeme nutzen auch für die tragenden Innenmauern die Styroporschalungssteine (zumindest wollen es die Anbieter so). Das ist einerseits insofern plausibel, als dass alles in einem Guss mit Beton verfüllt werden kann und das Rastermaß aufeinander abgestimmt ist. Klassisches Mauerwerk müsste aufwändig über Maueranker eingebunden werden, und die Stabilität beim Verfüllen könnte leiden.
    Andererseits sind 10cm Polystyrol an Innenwänden schlichtweg unnötig. Und ich vermute stark, dass Polystyrol-Schalungssteine hier ein gutes Stück teurer sind als eine einfache OSB-Schalung (oder was man dafür üblicherweise verwendet (?)). Da im anvisierten Baugebiet (Ende 70'er erschlossen) laut Bauordnung L-förmige Bungalows mit größerer Grundfläche und "teilbewohnbarem UG" vorgesehen sind (leichte Hanglage: EG Eingang zur Straße, UG ebenerdig zum Garten raus, Hinterräume als Keller), fiele das bei uns wohl schon ganz schön ins Gewicht. Bei den aktuellen Entwurfsüberlegungen hätten wir in beiden Geschossen zwei längere tragende Innenwände.

    Daher meine Frage: Sind jemandem günstige Alternativmöglichkeiten bekannt, die es idealerweise auch für Selbstbauer gibt?

    Wie würdet Ihr das sonst lösen?

    Eine in meinem Laien-Kopf entstandene alternative Idee ist, dass ggf. eine Zimmerei so zu akzeptablen Preisen ganze Wandelemente als vorgefertigte Schalung anfertigen könnte, die idealerweise nach Verfüllen gar nicht entfernt werden muss (außen Gipskarton o.Ä.). So etwas - falls jemandem von Euch bekannt - müsste dann ja eigentlich unabhängig von jeweiligen Anbieter passen, das alle Schalungssteinhersteller ein 25cm Raster verwenden.
     
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  3. Thomas B

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    Nun ja...da gibt es durchaus auch andere Erfahrungen.

    Spezielleim Bereich Keller ist das System höchst problematisch und m.E. nur bei gänzlich unproblematischen Böden (ohne besondere Anforderungen an eine Abdichtung, weil z.B. der Baugrund aus hoch versickerungsfähigem Material besteht) anwendbar.

    Die "Vorteile" dieses Sytsmes sind sicher, daß sie auch mittelmäßig bis wenig begabte Heimwerker einigermaßen korrket einsetzen können. Ist eben etwas für Bastler und DIY-ler.

    Insgesamt aber denke ich schon, daß es ein recht wagemutiges Unterfangen ist so ein Haus selber basteln zu wollen.
     
  4. Neutal

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    Ich dachte bisher immer, das dieses System zur Belustigung für die Arbeiter auf umliegenden Baustellen erfunden wurde.....
    Ihre Erfahrung in Ehren, aber bei allem was ich bisher gesehen habe ist dieses System extrem Fehlstellenanfällig. Bin eindeutiger unterstreicher der negativen Klischees. Es mag vielleicht daran liegen, das mir die rosa Brille abhanden gekommen ist ;-)
    Zum Thema: Ich glaube kaum das eine in Auftrag gegebene Schalung so ein enormes Sparpotenzial bietet. Man verläßt das Sytem und riskiert hierbei die Gewährleistungsansprüche und muß die Statig seperat rechnen oder kontrollieren lassen.
     
  5. Julius

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    Ich sehe auch nicht, wo bei dieser Änderung das Sparpotential liegen soll.
    Was soll billier sein als solch eine verlorene Polystyrolschalung?
     
  6. #5 Friedl1953, 23. April 2014
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    Nicht einmal das Thomas. Das korrekte Verfüllen ist nicht ganz anspruchslos und kann bis zum Tode führen. So geschehen vor vielen, vielen Jahren in den neuen Ländern, als die Kiste beim Verfüllen zusammenbrach.
     
  7. Thomas B

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    Nun ja...Fehler/ Unfälle gibt es da natürlich auch. Logo.

    Aber mit den Styropor-Lego-Steinen und eine paar Eimern Beton kann eben ein Mensch, der ansonsten gar nicht mauern kann auch eine gerade wand hinbekommen.

    Dazu raten würde ich tatsächlich Niemandem....
     
  8. #7 Liesepetz, 23. April 2014
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    Das werde ich noch abklären. Es ist bei diesem Grundstück aber so, dass beim aktuellen Geländeverlauf im Grunde nur die der Straße zugewandte Ostseite 1,5m im Boden stünde, Nord- und Südseite lägen nach 3-4 Metern komplett frei. D.h. kritisch wäre nur die Ostseite, die aufgeschüttet werden müsste. Da hoffe ich nach Abklärung mit fachlicher Unterstützung, mit Bitumenanstrich, zusätzlicher XPS-Lage, Noppenbahn und Dränung auf der sicheren seite zu sein.
    Im Elternhaus ist eine Dränung gelegt, bei lehmigem Boden, Keller steht ganz unterirdisch. Nie Probleme mit Schalungsstein-Keller, Vater perfektionistischer Ingenieur hat aber auch selbst abgedichtet. Ursprünglich wollte er einen anderen Keller, war so aber günstiger.

    Da stimme ich ganz zu... kostenmäßig wird es kaum anders gehen. Habe einige Baustellen besucht und da wurde schnell klar, dass es mit dem Betreuer steht und fällt. Wen ich diesbezüglich in der Region meiden muss, habe ich auch schon erfahren...
    Hier werden z.Z. viele (allerdings zugegebenermaßen kellerlose) Häuser mit diesem System von einem Fertighausanbieter (KXXn-Haus) gebaut, der dafür gerade stehn muss. Ich denke, da ist es wie mit allem, wenn es fachgerecht verarbeitet wird, müsste es halten. Meine Eltern leben schon lange im Beweis.
     
  9. #8 Friedl1953, 23. April 2014
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    Die Lego's zusammensetzen ja, aber das Verfüllen und verdichten muss nach einem genauen Ablauf lagenweiße erfolgen. Da sehe ich schon ein Problem.
    Aber noch ein sachlicher Hinweis, solche Verfüllsysteme mit OSB, aber eher mit zementgebundener Spanplatte gab/gibt es. Dazu gibt es Aluminium Abstandshalter mit denen Wände ähnlich wie die Filigran-Wände im Werk vorgefertigt werden. Billiger als die Lego-Steine ist es auf keinen Fall.
     
  10. #9 Friedl1953, 23. April 2014
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    Der hat aber eine so ausgklügelte Vertriebsmethode, damit könnte man auch einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen. Das viele Häuser bei Dir in der Region gebaut werden liegt eindeutig daran und nicht an einer besonderen Qualität oder einem besonderen Preis- Leistungsverhältnis. Schließlich muss er was tun wenn er 1.000 Hütten im Jahr unter die Leute bringen will.

    Sagt ja keiner, dass es nicht geht oder nicht hält. Insofern ist Dein Vater kein Qualitätsbeweis. Es ist die Sinnlosigkeit eines solchen Bausystems.
     
  11. Liesepetz

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    Vielleicht tatsächlich etwas mehr als andere, die sind es aber bei nicht fachgerechter Verarbeitung auch. Die typischen Probleme sind ja recht gut bekannt, und ich werde, wenn die Entscheidung so fällt wie beabsichtigt, mir dann wirklich gute Unterstützung und Betreuung holen.

    Daher meine Frage... ich habe gehofft, jemand kennt etwas Passendes kennt. In beiden Fällen, OSB und Polystyrol, ist es immer nur die Stahlbetonfüllung, welche die statische Funktion erfüllt. Statik dürfte daher identisch zu berechnen sein, solange bei gleicher Dicke der Betonschicht die Bewehrung auf gleiche Art eingelegt würde, wie man es auch im Styroporschalungsstein tun würde.

    Ich hoffe mal, dass die Statik insgesamt einfach wird... konstruktiv ist's einfach und gearde gehalten, es gibt auf dem "halb Keller, halb Wohnraum"-UG nur noch das OG und ein Flachdach, und der Architekt meint, sein Statiker sei ein alter Hase.
     
  12. Liesepetz

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    naja, wenn man mal schaut, was 2x 5cm Polystyrol, und was eine einfache Schalwand auf zwei Seiten pro m² kostet, könnte man auf die Idee kommen, letzteres ist günstiger.

    Es gibt mit Magu (ich hoffe, ich kann das weil Info über die Existenz eines Systems und keine Werbung hier ausnahmsweise hinschreiben) auch tatsächlich einen Anbieter von Schalungselementen, der so etwas im Programm hat. MXXu bietet die allerdings nicht für den Selbstbau im EFH Bereich an
     
  13. Liesepetz

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    kann überall passieren, und die große Mehrheit der Dinger steht und die Leute sind zufrieden. Bitte nicht die Grundsatzdiskussion an dieser Stelle führen, mir sind die Herausforderungen klar und ich werde Maßnahmen ergreifen, um dem vorzubeugen.
     
  14. Liesepetz

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    So ist es, und die damit verbundenen Fettnäpfchen lassen sich, wie vielfach belegt, auch in den Griff bekommen.

    Ich habe hier nach Monaten mitlesen vor Anmeldung auch mit nichts anderem gerechnet :-)
    Der letzte Bauherr, mit dem ich gesprochen hatte, hatte einen Endpreis von brutto 90€/m² für die (unverputzte) Wand (inkl. allem, d.h. Betreuung, Leihgebühren, Silo-Beton und Bewehrung, Außenwand insg. 20cm Neopor mit U-Wert 0,14) erreicht. Beim leider bei mir recht hohen Außenwandanteil und der unkomplizierten Architektur ist das zu verlockend.
     
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  16. Liesepetz

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    Alles klar, damit hat sich die Sache eigentlich erledigt. Danke für die Info.

    Schade.

    Dann müsste ich mal abklären, ob es eine andere Möglichkeit gibt, günstigere tragende Innenwände einzubinden. Werde dazu einen neuen Thread öffnen, dieser kann geschlossen werden !
     
  17. #15 FrankStefan, 23. September 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24. September 2015
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Thema: Außenwände = Polystyrol-Schalungsstein, Innenwände = ???
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