Aussteifung Außenwand im Holzrahmenbau

Diskutiere Aussteifung Außenwand im Holzrahmenbau im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Guten Tag! Durch welchen diffusionsoffen Baustoff läßt sich OSB als aussteifende Innenbeplankung im Holzrahmenbau ersetzen? Hintergrund ist...

  1. #1 DerBauonkel, 28. November 2013
    DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    Guten Tag!

    Durch welchen diffusionsoffen Baustoff läßt sich OSB als aussteifende Innenbeplankung im Holzrahmenbau ersetzen?

    Hintergrund ist eine bereits auf dem Holzständerwerk angebrachte (und mit allen Anschlüssen (Dach, Fenster...) Dampfbremse, die ich wegen des damit verbundenen Aufwandes ungern wieder herunterschneiden und durch OSB - Platten ersetzen würde.

    Wichtig: Für die Innenseite sind 15 mm OSB als aussteifende Scheibe vorgesehen.

    Eignet sich Gipsfaser als Alternative? Die Dampfbremse ist feuchtevariabel.


    Und noch was: Ich weiß schon, daß es einfacher und billiger gewesen wäre, direkt OSB anstatt der Folie zu verwenden... :rolleyes:
     
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  3. Neutal

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    Ohne Statiker geht hier nichts. Natürlich gibt es alternativen zur aussteifenden OSB Platte, so könnte z.B. eine DWD Platte von aussen auch aussteifend gerechnet werden. Es muß aber eben gerechnet werden, da führt kein Weg dran vorbei.
    Aber wer bitte verlegt eine Dampfbremse, wenn doch OSB vorgesehen ist???
    Ich halte nichts von Folien innen. OSB Scheibe und eine vernünftige Installationsebene, alles andere ist im HRB Murks und wird sich schneller rächen als man denkt
     
  4. JDB

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    Wovor hast Du Angst? Das es innen zu dicht wird?
    Das wäre in die falsche Richtung gedacht.

    Die aussteifende innere Beplankung ist Pflicht, wenn Du außen einen dissfusionsoffen Aufbau haben möchtest.
    Aber:
    Die Ausbildung einer aussteifenden Wandscheibe ist durchaus anspruchsvoll und keine Sache für einen Laien!
    Es geht um die Standsicherheit des Hauses.
     
  5. #4 Alfons Fischer, 28. November 2013
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    Wie ist denn der detaillierte Wandaufbau?

    Ist das ein Neu- oder Altbau?
    Wie ist denn die Aussteifung bisher realisiert? bzw.: warum brauchen Sie zwei Aussteifungsebenen?

    theoretisch wäre auch eine Diagonalschalung zur Aussteifung verwendbar. Hängt aber wie so vieles vom Einzelfall ab.
     
  6. JDB

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    Alfons, er will nicht 2 Aussteifungsebenen.
    Er möchte nur nicht, dass der Aufwand für die Folie für die Katz war.
    So verstehe ich das jedenfalls.
     
  7. #6 DerBauonkel, 28. November 2013
    DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    Erstmal Danke für die Antworten.

    Außen sind 6 cm verputzte Holzweichfaserplatten, dann 14cm Holzständerwerk mit MiWo.

    Ich glaube kaum, daß die Holzweichfaserplatten versteifen. Oder doch?

    Es handelt sich um einen Aufbau im Dachgeschoss.
     
  8. Neutal

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    Soll heißen Sie haben eine Aufstockung ohne Aussteifung? Das die Aufstockung akut gefährdet ist, braucht Ihnen ja keiner erzählen. Die Aussteifende Ebene ist eine der ersten die nach dem Ständerwerk erstellt wird. Irgendwas läuft bei Ihnen schief....und zwar sehr
     
  9. Kalle88

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    Es handelt sich um Gauben, die nachträglich ins Dach gezogen wurden. Wenn ich den Usernamen noch richtig in Erinnerung habe.
     
  10. #9 DerBauonkel, 28. November 2013
    DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    So ist es. ;-)

    Will heißen, die Aussteifung wird demnach nur dem Abtrag der an den Wangen anliegenden Windlasten dienen müssen?!

    Werde nochmal beim Planer nachhören. U.u. könnte dafür dann sogar die außen liegende Beplankung aus Holzweichfaserplatten genügen.....

    Ist jemand hier, der damit Erfahrung hat (also außenliegende Holzweichfaserplatten statisch für verhältnismäßig geringe Lasten in Anrechnung zu bringen)?
     
  11. #10 Alfons Fischer, 28. November 2013
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    Gaubenseitenwände sind in der Regel dreieckförmig. Kann sein, dass sich die Konstruktionshölzer damit schon ausreichend gegenseitig aussteifen.
    Und die Gaubenstirnwand wird in der Regel aus langen, auf der Rohdecke verankerten Hölzern gebildet, die damit auch eine ausreichende aussteifende Wirkung (ähnlich eingespannten Stützen) aufweisen.

    Vor Ort prüfen lassen!
     
  12. DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    Hallo Herr Fischer, vielen Dank für Ihre (konstruktive) Antwort.

    Ja, ist tatsächlich so, die Gaubenseitenwand ist dreieckförmig.
    Schwelle und Rähm bestehen aus 14x6 KVH, die Schwelle ist auf der Betondecke verschraubt.
    Die Wange hat vielleicht 6 qm, die Seitenwand 7m.
    Insofern dürften sich die hier ins System eingebrachten möglichen Windlasten vermutlich ohne die OSB - Platten abtragen lassen (eben durch das Ständerwerk i. V. m. den außenliegenden Holzweichfaserplatten).

    Ich werde das aber nochmal mit dem Statiker besprechen.
     
  13. Neutal

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    So wie Alfons es beschrieben hat reicht es nicht aus. Die Stützen sind nicht als eingespannt zu betrachten und die Weichfaser ist nicht in der Lage auftretende Kräfte aufzunehmen. Selbst bei kleinen Gauben werden in der Regel die Vorder und die Seitenwände als Scheibe ausgebildet. Optimal auch die Decke. Bei den zunehmenden Stürmen sind die auftretenden Kräfte nicht zu unterschätzen auch wenn es für den TE enfacher wäre.
    Sprechen Sie mit Ihrem Statiker, vielleicht ist das auskruzen mit Rispenband eine Möglichkeit, der Verziocht auf ausreichende Aussteifung ist hier keine Option und gefährdet nicht nur den Versicherungsschutz, sondern auch die Standfestigkeit
     
  14. DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    Hhm. Drei Experten, fünf Meinungen. Statiker sagt, Verzicht auf innseitige Beplankung wäre kein Problem, die Wangen nehmen nur geringe Windlasten auf und die Aussteifung durch Ständer und Holzweichfaser außen sei völlig ausreichend. :confused:
     
  15. Neutal

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    Man lernt ja nie aus. Manchmal frage ich mich nach dem Zweck meiner Ausbildung und weiß jetzt auch warum Handwerker sooo teuer sind. Man kann ja auf die Scheibenwirkung auch verzichten und Weichfaser kann zur Aussteifung dienen
    Na dann....Prost
     
  16. Skeptiker

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    Das soll der so gesagt haben, von Holzweichfaser? Sicher? Die Platten kann ich unabhängig von ihrer Stärke mit bloßen Handen biegen - und Schrauben kann ich auch mit dem bloßen Daumen hineindrücken. Die sind also austeifend mit tragenden Holzbauteilen verbind- und einsetzbar? Toll!
     
  17. Kalle88

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    Also ehrlich... Dann würde Aufdachdämmung mit Weichfaser ja auch als Scheibe ausbildbar sein... Ich vermute aber, dass der Thread hier eh nicht mehr lange offen bleibt. Wegen Gefahr der Onlinestatik... Mein Tipp, zweiten Statiker fragen. Wenn der das auch sagt, dann irren wir hier wahrscheinlich alle...
     
  18. DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    @Flocke
    Die Handwerker, tja.
    Die haben mir in Kenntnis der Statik ja nun gesagt (Dämmung und Innenausbau sind Eigenleistung): Mineralfaser hinein, Folie davor, dann Lattung und Innenausbau. Hätte ich das nicht hinterfragt, wäre ich auf die Problematik gar nicht gestoßen. Wenn ich den Zimmermannsmeister nun drauf anspreche kommt die Antwort "Die OSB-Platte gehört zu Dämmung und Innenausbau, da habe nix mit zu tun!"

    Die Frage ist nun halt, wie ich damit umgehe.
    Erster Plan war, Folie runter, OSB drauf, alle Anschlüsse der (jetzt fertigen) luftdichten Ebene neu auf der OSB erstellen.
    Zweiter Plan war dann, Folie mit den fertigen Anschlüssen drauflassen, eine diffusionsoffene Aussteifung auf der Folie verwenden - deshalb die Frage nach der Einsetzbarkeit von Gipsfaserplatten als Aussteifung.
    Dritter Plan wäre jetzt - nachdem der Statiker das als in Ordnung beurteilt, den ursprünglichen Plan (also jetzt auf das folierte Ständerwerk 4x6er Dachlatten und dann zwei Lagen Gipskarton raumseits) wieder zu verfolgen.

    @Skeptiker
    Ja, hat er tatsächlich gesagt, er kennt ja die verbauten Platten, die natürlich eine deutlich geringere Rohdichte als OSB haben (glaube rund 220 kg statt rund 600 kg) Wobei ich bei 60 mm Dicke da mit bloßen Händen nichts verbiegen kann, kann aber auch an meinen Händen liegen.


    @Kalle
    Möglicherweise liegt der Statiker daneben. Vielleicht doch lieber die ursprüngliche Lösung verfolgen.

    Dazu mal die blöde Frage: Darf der Zimmermann hier von dannen ziehen, ohne die Platten angebracht zu haben, wenn diese als statische Scheibe gefordert werden?! Oder muß der nachbessern?
     
  19. #18 Thomas Traut, 28. November 2013
    Thomas Traut

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    Brauchen sie auch nicht unbedingt. Beim Dreigelenkrahmen ist nichts eingespannt, trotzdem steht er.


     
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  21. Kalle88

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    Naja es geht ja nicht darum, das alles sofort zusammenbricht. Standsicherheit, sieht meiner Meinung nach aber anders aus. Und darum ist da Flocke und die anderen wohl etwas verwirrt über die Aussagen.

    Kommt drauf an, mit was der Zimmermann beauftragt wurde. Das ist sicherlich ein guter Fall um sich die Köppe ein zu schlagen. Irgendwo gehört die OSB und damit die Scheibe zur Standsicherheit. Nun ist die Frage, ob der Errichter, wenn auch nicht damit beauftragt, dies weglassen kann. Können tut er es, aber ob er damit sich selber ins Fleisch schneidet? Keine Ahnung, von mir hätte es in de Fall sicherlich eine Bedenkensanzeige gehagelt. Schon bevor da überhaupt ein Handschlag getan wäre.

    Ich finde dein Vorgehen, Bauonkel, jetzt aber auch nicht richtig fein. Kann gut sein, dass der Zimmermann sich hier nicht genug abgesichert hat, muss man das jetzt aber ausnutzen? Weil du die OSB entsprechend weggelassen hast?
     
  22. DerBauonkel

    DerBauonkel Gast

    Ich gehe doch gar nicht vor. Ich erkundige mich danach, ob das so in Ordnung ist.
    Wäre immerhin nett gewesen, wenn der "Fachmann" mich wenigstens drauf hingewiesen hätte, das OSB drauf muß, anstatt mir einen von Folie und Latten, die ich dann drauf mache, zu erzählen.

    Gibt es denn jetzt einen diffusionsoffenen Plattenwerkstoff, der wie OSB austeift?
    Oder ist das nur diffusionsdicht möglich?
     
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