Auswahl LWWP

Diskutiere Auswahl LWWP im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo liebe Bauexperten, nachdem ich nun schon lange in euerm tollem Forum mitlese, muss ich nun auch mal eine Frage stellen (vermutlich hätte...

  1. Tope

    Tope

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    Hallo liebe Bauexperten,

    nachdem ich nun schon lange in euerm tollem Forum mitlese, muss ich nun auch mal eine Frage stellen (vermutlich hätte ich schon viel öfter Fragen stellen müssen, aber das ist ein anderes Thema).

    Wir wählen gerade unsere Heizung aus. Es soll eine LWWP werden und ich habe von den Heizungsbauern recht unterschiedliche Vorschläge bekommen.

    Zum Haus:
    • Freistehendes KFW 70 EFH
    • Beheizbare Fläche ca. 300m²/ 5 Personen
    • Primärenergiebedarf nach ENEV: 12700 kWh/a
    • LWWP für FB-Heizung und WW
    • zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

    Die folgenden Heizungen werden uns angeboten:

    Rotex-compct 516 11KW
    • COP A7/W35: 2,45
    • COP A2/W35: 3,29
    • Nennwertleistung (bei A2/W35): 7,74 KW

    Junkers SAO 85-1
    • COP A7/W35: 2,55
    • COP A2/W35: 4,03
    • Nennwertleistung (bei A2/W35): 8,7 KW

    Ochsner ELW8
    • COP A7/W35: 2,60
    • COP A2/W35: 3,64
    • Nennwertleistung (bei A2/W35): 5,52 KW

    Meine Fragen dazu:
    1. Mit welcher Nennwertleistung sollte ich für eine solche Hausgröße planen?
    2. Die COP Werte stammen aus der BAFA Liste. Haben die A2 und A7 vertauscht oder habe ich etwas grundsätzliches bei der COP Berechnung noch nicht verstanden (Werte bei A7 müssten doch besser sein als bei A2, oder)?
    3. Verbraucht eine LWWP mit einer höheren Nennwertleistung mehr Strom, oder könnte ich erwarten, dass ein höhere KW Leistung mir mehr Wärme erzeugt und somit weniger Strom verbraucht? Oder anders gefragt, wähle ich die KW Leistung nach dem Motto "je mehr desto besser" oder eher nach dem Motto "so wenig wie möglich"?

    Vielen Dank für eure Meinungen und beste Grüße

    Sven
     
  2. #2 Andybaut, 25.11.2016
    Andybaut

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    zu 1:
    das muss dein Heizungsbauer ausrechnen. Die Angaben der ENEV kannst du dafür nicht nehmen.
    Nennt sich Heizwärmebedarfsberechnung.
    zu 2:
    die haben nichts vertauscht. Aber das steht ein - (Minus) vor der Zahl. Also die COP bei A-7/W35.
    Die ist schlechter wie bei A2/W35, da -7°C kälter wie +2°C ist.

    zu 3:
    gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz schwierig.
    eine Wärmepumpe sollte nach dem Motto gewählt werden ob sie passt.
    Eine zu große wird evtl. öfter takten und eine zu kleine die Leistung nicht bringen.
    Viel wichtiger ist es, was nach der Wärmepumpe mit der Wärme passiert.
    Ist da eine Fußboenheizung direkt angesteuert oder gibt es Heizkörper und einen Pufferspeicher.
    Kann die Wärmepumpe modulieren oder kann sie nur an/aus.
    Will ich möglichst wenig Geld ausgeben und nehme die Rot.. und habe eine etwas schlechtere COP
    oder will ich etwas "theoretisch" langlebigeres für mehr Geld mit einer besseren COP und nehme eine Ochs....

    Deine Fragen sind gut. Aber Punkt 3 ist sehr komplex und lässt sich so nicht sauber beantworten.
    Wenn ich es richtig sehe, sind das alles Splitt-Geräte. Also Rotor außen und Verflüssiger innen.
    Spricht nichts dagegen. Ist dir aber bewusst?
     
  3. Tope

    Tope

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    Hallo Andy,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das "-" erklärt natürlich einiges, dann verstehe ich es.
    Wir bauen ausschließlich mit FBH, und die mir vorliegenden Angebote sind alles modellierende WP mit Pufferspeicher. Dass ich hier nur Splitt Geräte habe ist mir bewusst und wurde mir so von allen Heizungsbauern empfohlen. Die Vor- und Nachteile sind mir nur bedingt bewusst. Platz im Keller hätte ich, allerdings stelle ich mir vor, dass ich die Abluft und den damit verbundenen Schall lieber direkt außen erzeuge, statt nach draußen leite.
     
  4. #4 Gast56083, 25.11.2016
    Gast56083

    Gast56083 Gast

    Dann hoffen wir mal, dass Deine Nachbarn das mit dem Lärm auch so sehen...optisch muss man das auch mögen, aber gut.
    Was Du als erstes brauchst, ist eine Heizlastberechnung nach EN 12831 (und da idealerweise die wirklichen raumweisen Wunschtemp hinterlegen, ich möchte z.B. nicht bei 20° im WZ sitzen, sondern eher bei 22°).
    Wenn Du die hast, kann man sich zusätzlich den Warmwasserbedarf und die Komfortwünsche (wie schnell wieder WW zur Verfügung stehen soll, Zirkulation etc.) überlegen und dann anfangen nach Geräten zu schauen.
    Darf man fragen, warum die Wahl auf eine LWWP gefallen ist?
    Die beheizbare Fläche läßt auf doch auf einen rel. hohen Wärmebedarf für ein Neubau EFH von ~ 15.000kWh/a inkl. WW (wenn ohne Solarthermie) schließen. (Achtung: nicht Primärenergie, sondern tatsächliche benötigte Endenergie in thermischer Wärme)
    Kurz überschlagen:
    LWWP mit JAZ von 3,25: 4615 kWh el *0,25 €/kWh = 1153€/a
    WP mit Flächenkollektor und JAZ von 4,25: 3529 *0,25 = 882€/a
    Gas ohne ST (was nach EnEV vermutlich nicht funktionieren wird): 15000 * 0,05€/kWh th = 750€ zzgl. Kaminkehrer ~30€/a = 780€/a
    Gas mit ST (EnEV vermutlich erreichbar aber evtl. kein KfW70, senkt den WW Bedarf inkl. Bereitstellungsverluste um gaaanz grob geschätzt 2500kWh th, dafür ca. 2500€ Invest ): 12500 *0,05 = 625€/a

    Will damit nur zeigen, dass es in den Betriebskosten schon Unterschiede gibt...
    Gibt natürlich noch viele andere Gründe pro/con einer der Varianten bzw. ob die alle überhaupt möglich sind wg. Fläche oder Verfügbarkeit...
     
  5. #5 rechter Winkel, 25.11.2016
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    Bei relativ hohen Heizwärmebedarf sollte ggf. über einen seperaten Zähler mit eigenem WP-Tarif nachgedacht werden (Preise dann unter 20 ct/kWh möglich)
    Die JAZ für die WP sind schon recht niedrig angesetzt; die können bei richtiger Einstellung und guter Auslegung auch deutlich höher liegen. Bei Gas fehlt noch der Stromanteil.
    Die Rotex hat in dem Sinne keinen Pufferspeicher sondern einen Hygienespeicher für das WW. Die Wp fährt im Heizfall direkt in den Heizungswärmetauscher der FBH.
    Ansonsten wie Zellstoff: HeizLASTberechnung.
    Die Rotex 516 hat 2 Ventilatoren in der Ausseneinheit. Grosses Teil mit schlechteren COP als die kleineren Geräte von Rotex (kleiner gleich 8 KW).
    Daher generell guten Wärmedämmstandard anvisieren. Falls hier der Zug schon abgefahren ist, möglichst viel Fläche im Haus mit Heizrohren belegen, um mit möglichst geringen Systemtemperaturen fahren zu können.
    Und Aufstellort der Ausseneinheit mit Bedacht wählen, sensible Innenräume wie Schlafzimmer meiden, Nachbar berücksichtigen.
     
  6. Tope

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    Danke für eure Antworten. Heizlastberechnung war mir neu, das werde ich berücksichtigen, um dann möglichst nah an die optimale KW Leistung heranzukommen. Danke auch für den Hinweis zum Extra Zähler, dem werde ich auch nachgehen.
    Zur Heizungswahl: für Flächenkollektoren fehlt uns der Platz im Garten und eine Gasheizung wollte ich einfach nicht, auch wenn die Kosten momentan niedriger sein mögen.
    Um die Lautstärke der Außeneinheit mache ich mir schon Gedanken. Ich glaube, dass der Standort im Garten ganz gut gewählt ist (An der Grundstücksecke, die von beiden angrenzenden Grundstücken mit einem Gartenhaus und einer >2m Mauer eingerahmt ist), aber trotzdem werde ich versuchen ein möglichste leises Modell zu finden.
    Würdet ihr denn ein nur innen aufgestelltes System oder eine Abluft WP bevorzugen?
     
  7. #7 moderne.heizung, 02.12.2016
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    Hallo Sven,

    da ja wie in den vorherigen Beiträgen deutlich wurde noch keine fundierte Berechnung der Heizlast nach DIN EN 12831 erfolgt ist, würde ich die konkrete Auswahl eines Wärmeerzeugers noch gar nicht so stark in den Fokus stellen. Je nach Warmwasserverbrauch etc. kann sich dies signifikant auf die Effizienz der Wärmebereitung auswirken. Daher wäre sicherlich die Frage angebracht, wieso eine LWWP gesetzt ist? Wie sieht es mit alternativen Wärmeerzeugern aus, in welcher Richtung auch immer? Wieso wird eine Gas-Brennwertlösung kategorisch ausgeschlossen? Die Preise für Strom und Gas kann natürlich niemanden vorhersagen, die Entwicklung in den letzten Jahren lief aber zugunsten von Erdgas. Oder was wäre mit der Möglichkeit von Erdsonden für die Wärmepumpe?

    Beste Grüße, Erik von moderne.heizung
     
  8. Tope

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    Hi Erik,

    kategorisch schließe ich nichts aus, aber ich bin nun mal ein Fan regenerativer Energie und baue letztendlich nur ein stinknormales EFH für eine (zumindest was Wasser- und Heizungsnutzung angeht) recht normale Familie in einer der wärmsten Regionen Deutschlands. Daher würde ich einfach mal davon ausgehen, dass eine LWWP grundsätzlich in Frage kommt. Vielleicht hätte ich die Planung anders angehen können, aber nun bleibe ich wohl bei einer WP. Erdsonde schaue ich mir nochmal an.

    Vielen Dank und beste Grüße

    Sven
     
  9. #9 moderne.heizung, 07.12.2016
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    Hallo Sven,

    gut schon einmal das nichts kategorisch ausgeschlossen wird, eine offene Sichtweise ist sowohl aus wirtschaftlicher als auch ökologischer Sichtweise vorteilhaft.
    Denn fairerweise sollte dazugesagt werden, dass auch bei Einsatz einer strombetriebenen Wärmepumpe noch der Großteil der Energiebereitstellung aus konventionellen Quellen (Kohle, Kernenergie) erfolgt, wenn der deutsche Strommix zugrunde gelegt wird. Dort liefern die erneuerbaren Energien einen Anteil von etwa 30%, der Rest stammt aus den fossilen Energieträgern.

    Beste Grüße, Erik von moderne.Heizung
     
  10. #10 Gast56083, 07.12.2016
    Gast56083

    Gast56083 Gast

    aber wenn ich jetzt doch einen Ökostromvertrag habe, dann kommt doch 100% regenerativer Strom aus meiner Steckdose ;)
    Nein, bitte nicht drauf antworten...

    Aber ernsthaft: es gibt viele Gründe Pro/Con dem Wärmeerzeuger und Energieträger. Noch dazu kann jeder diese anderes gewichten.
    Hart wirtschaftlich betrachtet (Invest, laufende Kosten, Wiederbeschaffungswert) ist eine WP bei keinem realistischen Rechenmodellen im Vorteil ggü einer GBWT.
    Die "weichen" Faktoren gewichtet jeder anders und hängen zudem stark von den individuellen Rahmenbedingungen ab (wer z.B. Platz hat, den stört ein Pelletlagerraum nicht)
     
  11. #11 moderne.heizung, 19.12.2016
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    Hallo Zellstoff,

    dem stimme ich zu, daher denke ich ist es grade in der Grundlagenphase wichtig, alle Optionen zumindest zu durchdenken und durchzurechnen.

    Natürlich sollte jeder dann für sich selbst gewichten, welche ökologischen/ökonomischen und weiteren Bedingungen für ihn selbst wie relevant sind. Häufig erfolgt in meinen Augen aber die Festlegung bspw. für den Wärmeerzeuger vor der Bedarfsermittlung, wo viele Punkte noch unklar sind.

    Beste Grüße, Erik von moderne.Heizung
     
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