Bauabnahme verweigern

Diskutiere Bauabnahme verweigern im Bauvertrag Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo, ich habe einen Vertrag vom GU angefordert. Darin sind einige Details, die mich doch etwas verwundern. Dem Bauherren ist es nicht...

  1. Micki77

    Micki77

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    Hallo,

    ich habe einen Vertrag vom GU angefordert. Darin sind einige Details, die mich doch etwas verwundern.
    Dem Bauherren ist es nicht gestattet die Abnahme zu verweigern, wenn der Außenputz noch nicht angebracht wurde.
    Ist das beim Vertrag mit einem Architekten genauso?

    Ebenso merkwürdig finde ich 5% zu zahlen nach Vertragsbestätigung, 25% der Gesamtsumme zu zahlen vor Baubeginn.
    Gibt es da Möglichkeiten zu verhandeln?
     
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  3. #2 toxicmolotow, 13. Dezember 2014
    toxicmolotow

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    Der Vertrag des Architekten wird kaum die Anbringung des Außenputzes zum Bestandteil haben.

    Bei der Beauftragung eines Architekten hast du nicht nur einen Vertrag mit dem Architekten und noch gefühlt 20 weitere Verträge, unter anderem auch bestimmt einen Vertrag mit dem Außenputzer, dessen Abnahme wohl erst erfolgen wird, wenn auch der Außenputz drauf ist.

    Ich würde keine 30% der Gesamtkosten bezahlen bevor angefangen wird mit dem Bau, es sei denn der GU ist ein Bauträger und beinhaltet auch den Grundstücksteil.
     
  4. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Unfug. So was unterschreibt man nicht.

    Abnahme erfolgt nach Fertigstellung aller vertraglich zu erbringenden Leistungen.

    Die Zahlungsbedingungen entsprechen nicht den Vorgaben des BGB § 632a. Guckst Du hier

    Vor Anforderung der 1. Abschlagszahlung muss der GU Sicherheit in Höhe von 5% des Auftragswertes stellen, Abschlagszahlungen nur in Höhe des erlangten Wertzuwachses. (§632 a Nr. 3)


    Daher ist die Forderung 5% nach Auftragsbestätigung und 25% bei Arbeitsbeginn gem. BGB unzulässig.


    Mit einem GU mit solchen Zahlungsbedingungen verhandelt man nicht, den streicht man gleich von seiner Liste.
    (Wer solche Vertragsbedingungen hat, der kommt in der Bauzeit noch mit ganz anderen Klöpsen.....)

    Stell dir nur mal vor, der macht noch vor Baubeginn aber nach Zahlung der 30% den Laden zu. Kannst Du das verkraften?

    Wenn es also ein GU ist: ALARM!!!!!




    Nachtrag:
    @toximolotow
    Auch ein Bauträger darf nach Makler-/Bauträgerverordnung keine 5% nach Vertragsbestätigung fordern.
    Der darf -sofern Eigentum am Grundstück übertragen werden soll- 30% NACH Beginn der Erdarbeiten forden.
     
  5. #4 toxicmolotow, 13. Dezember 2014
    toxicmolotow

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    Ich wollte nur darauf hinaus, dass dem Geld auch eine Gegenleistung entgegenstehen sollte. Beim Bauträger eben auch der Teil "Grundstück".

    Wenn alleine Grund und Boden schon 50% der Gesamtkosten ausmachen und dazu noch x% Planungskosten dazu kommen, dann kann man (unabhängig vom Recht) auch 30% der Gesamtkosten als "fair" empfinden.

    Nur danach klang es ja nicht unbedingt.
     
  6. Micki77

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    So würde ich das auch sehen ... http://www.vpb.de/abc-gemeinheiten.html#Zahlungsplan
    Das Grundstück haben wir bereits. Sonst wäre es ja ein Vertrag mit einem Bauträger.
    Der Berater argumentiert so, daß wir ja über eine Bürgschaft (VHV Versicherung) abgesichert wären.
    Bürgschaft hin oder her ... die Devise heißt Geld gegen Leistung. Mal schauen wie die darauf reagieren werden.
     
  7. #6 Ralf Wortmann, 13. Dezember 2014
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    Du nennst drei Klauseln aus dem Vertrag und alle drei sind möglicherweise gem. § 307 BGb wegen unzumutbarer Benachteiligung des Verbrauchers unwirksam. Selbstverständlich solltest du die Abnahme verweigern dürfen, wenn der Außenputz fehlt. Mehr als 5 % solltest du nicht anzahlen müssen, bevor eine ensprechende werthaltige Gegenleistung vorhanden ist.

    Wenn der GU mit der Bürgschaft eine 5 %-Erfüllungssicherheit nach § 632 a BGB meint, wäre dies ohne hin eine Selbstverständlichkeit. Wie hoch soll sie denn sein? Ist es eine echte Bürgschaft, oder vielmehr eine Versicherung mit dem GU als VN? Bei einer höheren Bürgschaft, z.B. 25-30 % wären die Vorauszahlungen anders zu bewerten.

    Bevor du über diese drei Klauseln verhandelst, die du selbst bemerkt hast, solltest du den ganzen Vertrag in einer Bauvertragsberatung bei einem Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht (m/w) in der Nähe deines Wohnortes checken lassen. Kostet (auch regional unterschiedlich) etwa 250-400 €.
     
  8. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Bei der letzen großen GÜ Pleite glaubten die Bauherren auch, Ihre Vorauszahlungen wären über eine Versicherung abgesichert.
    Pech nur, dass der GÜ Versicherungsnehmer war, aber die Prämien nicht gezahlt hatte.
     
  9. Jan81

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    Das mit dem Außenputz hatte ich letztes Jahr bei einigen großen GÜ gelesen.

    30% Vorrauszahlung vor Baubeginn ist deutlich zu viel. Klar man muss einiges bezahlen, weil planung usw. hinter ist, aber keine 30%.
     
  10. ultra79

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    Bei meinem Bau war explizit vorher vereinbart das wenn der Außenputz nicht aufgebracht werden kann die Abnahme trotzdem erfolgt und ein Wertgutschein über xxxx EUR ausgestellt wird usw.

    Nun fand ich das auch erst nachteilig für mich - allerdings kann man das auch andersrum sehen - wenn 4 oder 6 Wochen der Putz nicht aufgebracht werden kann und dadurch entsprechend keine Abnahme erfolgt, dann warten ggf. nachfolgende Gewerke - bei mir wären das vor allem die Heizungsbauer gewesen. Da war das der bessere Kompromiss - am Ende war der Putz zur Rohbauabnahme drauf...

    Man muss halt immer das Gesamtpaket sehen.

    30% zahlen bevor der erste Spatenstich gemacht wurde geht natürlich nicht...
     
  11. Jan81

    Jan81

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    so ist das hier wohl nicht gemeint. Es geht hier um die Schlussabnahme. Diese darf nicht verweigert werden, wenn der Außenputz nicht drauf ist. Z.b im Witter kann man keine Außenputz machen, aber die Firma will schon vorher abnahme machen, weil nicht 2 monate warten will.
     
  12. ultra79

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    Bei mir war die Rohbauabnahme die "Schlussabnahme" mit dem Unternehmen - da ich den Innenausbau anders organisiert habe... von daher ist dies genau der Fall.

    Man muss halt das Gesamtbild sehen und schauen welches Risiko man gehen kann... die 30% Vorauszahlung ist heftig - ein fehlender Außenputz vielleicht akzeptabel.
     
  13. ultra79

    ultra79

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    Achso - auf den GU Fall - willst du 2 Monate auf den Einzug warten, weil alles was fehlt der Außenputz ist? Da hängt ja finanziell einiges dran... aber der Unternehmer wird dir den Schlüssel nicht geben bevor er keine Abnahme hat (zu Recht...)
     
  14. Jan81

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    genau da liegt das Problem. Man draf die Abnahme nicht verweigern, aber man muss diese Rate auch in der Regel nicht bezahlen.
     
  15. Baufuchs

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    @ultra
    wenn auf Grundstück des Bauherren gebaut wird (was bei GU immer der Fall ist), kann der GU dem Bauherrn den Zugang zum Haus gar nicht verweigern, denn alles was mit dem Grundstück fest verbunden ist, ist eh Eigentum des Bauherren, selbst wenn es noch nicht bezahlt ist.

    Bei einer Bauträgermaßnahme sieht das anders aus, denn der bleibt bis zur endgültigen Zahlung Eigentümer.

    Grundsätzlich sollte man deshalb auch einem GU nicht per Vertragsklausel das Hausrecht übertragen.
     
  16. ultra79

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    Zugang ist das eine - Nutzungsaufnahme das andere. Das kann dann auch als implizite Abnahme verstanden werden - da steh ich im Zweifel vielleicht sogar schlechter da als wenn ich denn Fall explizit vereinbart habe. Klar ist das nicht optimal - aber gerade beim Außenputz gibt es doch Fälle wo das warten darauf einfach nur Zeitverschwendung wäre und man sich halt irgendwie einigen muss.
     
  17. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Kann man ja auch, aber nur wenn abzusehen ist, dass der Fall "alle für Bezugsfertigkeit nötigen Arbeiten erledigt", Ausnahme "Aussenputz kann witterungsbedingt nicht fertiggestellt werden" eintritt.

    Dann aber auch gleich mit Regelung der Höhe des Einbehalts für noch nicht erbrachten Außenputz.
     
  18. Micki77

    Micki77

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    Der wäre laut Vertrag 2500€.
     
  19. Micki77

    Micki77

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    Dafür gibt es ja eine Vertragsstrafe von 50€/Tag und max. 5℅ der Gesamtsumme.
    Woher weiß ich denn, welcher Putz genommen werden muss und ob die 2500€ überhaupt ausreichend sind. Was passiert wenn durch den falschen Putz Folgeschäden auftreten? Wie sieht es dann mit der Gewährleistung aus?
     
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  21. Gast036816

    Gast036816 Gast

    2.500 € für außenputz erscheint mir als zu gering. wieviel m² putz sind das denn?

    um zu prüfen, ob der gu die richtigen materialien verwendet, sollte immer eigens bezahlter sachverstand eingeshaltet werden.

    je mehr du hier an zahlen aus dem gu-vertrag hier einstellst, desto sicherer ist, dass der vertrag zu deinem nachteil ausgelegt wird. such dir lieber einen anderen gu. wahrscheinlich ist der gu wirtschaftlich arg am schwanken!
     
  22. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Die 2.500 € reichen sicher nicht aus.

    1. wenn Gerüst nicht seit Rohbaufertigstellung stehen geblieben ist, kommen da noch Gerüstkosten hinzu
    2. Als Druckzuschlag sollte (wie bei Mängeln) das 2-fache der tatsächlichen Kosten einbehalten werden

    Rechne mal mit ca. 35 €/m² für den Außenputz. Bei ca. 150m² Außenwandfläche wären das schon 5.250.- €.
     
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Bauabnahme verweigern

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