Baujahr 1910 - Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse unter Teerpappe ?

Diskutiere Baujahr 1910 - Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse unter Teerpappe ? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, das Haus ist Bj 1910 und hat ein Schrägdach mit Teerpappe von 2009. Das Dachgeschoss ist komplett ausgebaut. In einem Zimmer habe ich...

  1. #1 Peter Meier, 29. August 2012
    Peter Meier

    Peter Meier Gast

    Hallo,
    das Haus ist Bj 1910 und hat ein Schrägdach mit Teerpappe von 2009. Das Dachgeschoss ist komplett ausgebaut. In einem Zimmer habe ich aufgrund von Renovierungsarbeiten die Zimmerdecke runtergeholt und das Dach von innen freigelegt (4,5x4,5m). Dort möchte ich von innen dämmen. Folgender Aufbau alt:

    Teerpappe mit Schiefersteinchen von 2009.
    Dachlatten ca. 25cm breit. 2cm dick. Immer 1 cm Abstand zwischen den Latten.
    Sparren 12cm tief. Abstand ca. 60 cm zwischen den Sparren.
    Zwischensparrendämmung mit Glaswolle
    Dünne Konterlattung
    Holzdecke mit ein paar Lüftungslöchern

    Wo das Dach am Mauerwerk aufliegt ist nicht richtig abgedichtet. Die Luft zieht durch und an einigen wenigen Stellen sieht man Tageslicht durch. Durch die oberste Teerpappe und Dachlatten sind 2 kleine Entlüftungsschornsteine nach oben eingebaut für die Dachentlüftung.

    Geplanter Neuaufbau:

    Ringsum, wo das Dach auf dem Mauerwerk aufsitzt, die Abstände zwischen Mauersteinen und Dachlattung zwischen den Sparren ausschäumen, so dass kein Wind mehr unter dem Dach reinzieht.

    + Teerpappen mit 2 Lüftungsschornsteinen wie bisher
    + breite Dachlatten mit 1 cm Abstand zwischen einander wie bisher
    + Sparren 120 mm tief wie bisher
    + 032 Klemmfilz zwischen die Sparren. 120mm direkt unter die Dachlattung. Der gesamte Raum zwischen den Sparren wird ausgefüllt.
    + Klimamembran EtaPlus (Knauf)
    + Konterlattung 50mm tief
    + Untersparrendämmung 50mm 032
    + Regibs

    Ich habe nur irgendwie ein blödes Gefühl, dass sich nach dem Luftdichten Abschluß Feuchtigkeit im Dach sammeln könnte. Ist das ringsum Ausschäumen vielleicht kontraproduktiv ? Aber wie soll ich das Dach denn sonst warm bekommen, wenn im Winter die Luft nur so durchzieht ?

    Darf ich mit der Dämmwolle bis an die Dachlattung, oder besser Abstand halten ? Wobei zwischen den Dachlatten immer 1 cm Platz gelassen wurde und so einige Luftkanäle im Dach bereits bestehen.

    Kann ich die Gibsplatten anliegend an die Untersparrendämmung anbringen ? Oder muss dort Abstand zum Lüften eingehalten werden ?

    Besten Dank !!!! CIMG5796.jpg CIMG5787.jpg CIMG5793.jpg CIMG5794.jpg
     
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  3. Julius

    Julius

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  4. Grimm19

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    20% -Regel missachtet.
    Hinterlüftung der Dämmung missachtet.
    Teerbahnen sind so gut wie Dampfdicht, Hinterlüftung ist wichtig zur Abtrocknung von Feuchtigkeit.

    Folge: Kondensatausfall an der Dampfbremse/in der Dämmung.
    Wie Julius sagte: Planen lassen, aber nicht beim Baumarktfachberater .-)
     
  5. #4 Peter Meier, 29. August 2012
    Peter Meier

    Peter Meier Gast

    Hallo,
    danke für die schnelle Antwort. Planen lassen kommt leider nicht in Frage ... neben einem Dach habe ich noch tausend andere Dinge dort zu erledigen. Von daher frage ich ja im Forum nach, ob mir hier ein Fachmann einen Tipp geben kann. Wenn die Belüftung so wichtig ist, dann kann ich auch die Seitenränder nicht ausschäumen und die Luft durchziehen lassen.
     
  6. #5 Peter Meier, 29. August 2012
    Peter Meier

    Peter Meier Gast

    Wie wäre es denn, wenn ich das Ausschäumen sein lasse, so dass genug Luft seitlich über den Filz fließen kann, unter der Pappe. Die Sparren erweiter ich auf 160mm Tiefe und Untersparrendämmung nur 40mm. Ist die Klimamembran dann die Richtige ? Kann ich den 160mm Klemmfilz zwischen die Sparren bis zur Dachlattung eindrücken ? Wüsste nicht, wie ich da einen Abstand zwischen Filz und Dämmwolle sonst hinbekommen soll, selbst wenn ich dünneren Filz nehme, drücke ich den ja automatisch bis an die Latten. Da die Latten 2 cm dick sind und immer Abstand zwischen denen besteht, sollte die Pappe dann doch genug Belüftung erhalten. Zumindest kommt der Filz nicht direkt an die Pappe.
     
  7. Grimm19

    Grimm19

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    Es wird dir hier keiner eine eindeutige Antwort geben, da der Dach- und Isolationsaufbau von Objekt zu Objekt variiert.
    Investiere 30 Minuten in einen Fachmann. Oder mach erst deine anderen 1000 Dinge, wärend der Fachmann die Planung macht.
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Dann darfst Du halt in ein paar Jahren die ganze Aktion noch einmal machen, mit etwas Pech kannst Du dann auch den kompletten Dachstuhl entsorgen.

    Ein bischen Lesen im Internet ist zwar ganz lustig, ersetzt aber kein mangelndes Fachwissen. Man sollte daher seine Fähigkeiten schon sehr gut einschätzen können, und im Zweifelsfall auf externen Sachverstand vertrauen.

    Dann hast Du einen Fehler gemacht, denn es soll erst gar keine Feuchtigkeit in den Dachaufbau kommen.

    Gruß
    Ralf
     
  9. floauso

    floauso

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    Auf die Hinterlüftung kann ggf. mit dem Einsatz von feuchtevariablen Dampfbremsen (bspw. Intello, Vario KM...) verzichtet werden. Das sollte dann aber berechnet werden, da neben der Dämmstoffart und -dicke auch Dinge wie die Höhenlage, Dachneigung und Beschattung Einfluss haben.

    Damit gibt es gute Erfahrungen über Jahre. Gleichwohl gibt es Langzeittests über Jahrzehnte noch nicht.

    Wenn man sicher gehen will, entweder das Dach umdecken mit diffusionsoffener Dachbahn (was aber wohl nicht in Betracht kommen wird) oder Hinterlüftungsebene.

    Die 20%-Regelung würde ich davon abgesehen auf jeden Fall einhalten. Lieber die Sparren aufdoppeln und darauf dann die Dampfbremse. Neben der Mineralwolle würde ich auch darüber nachdenken, mit Zellulose im Einblasverfahren zu dämmen.
     
  10. #9 Peter Meier, 30. August 2012
    Peter Meier

    Peter Meier Gast

    Danke für die Kommentare und Tipps. Ich werde jetzt die Sparren aufdoppeln und mit 200mm 035 Fils dämmen. Darunter kommt die Knauf Folie, Konterlattung und 30mm 035 Filz. Dann der Regibs. Damit halte ich zumindest die 20/80 Regel ein. Das Dach lasse ich weiterhin belüftet und werde die Anschlusstellen zwischen Mauerwerk und Dach zwischen den Sparren nicht ausschäumen. Somit dürfte die Feuchtigkeit oberhalb der Dampfsperre und dem 200mm Filz weiterhin gut abziehen. Wird es halt etwas kälter im Dach. Für einen Planer ist leider nicht genug Zeit und ganz besonders nicht genug Geld da ... auch wenn mir bewusst ist, dass große Folgekosten entstehen können.
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Das sind die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für so eine Aktion. Aber ist ja nicht mein Geld.

    Gruß
    Ralf
     
  12. Grimm19

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    Reicht die Tragkraft für die Aufdoppelung?
    Wie lange willst du dich denn mit dem Planer auseinandersetzen? Der kommt an einem Termin vorbei, sieht sich alles in 20 Minuten an (bei der Fläche), hat Standardmäßig direkt eine Lösung parat und muss sie nurnoch niederschreiben.
    Soviel Zeit, wie du hier schon im Thema verbracht hast, hättest du schon Gewissheit und keine Laien-Dauerbaustelle.
    Und kein Geld? Schonmal einen durchfaulten Dachstuhl Austauschen lassen und Bezahlen müssen? Denke darüber lieber nach....

    Übrigens "Rigips" ;-)
     
  13. R.B.

    R.B.

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    Und GK Platten gibt es auch noch von anderen Herstellern. ;)

    Gruß
    Ralf
     
  14. #13 Peter Meier, 30. August 2012
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    Peter Meier Gast

    Ich habe soeben mit einem führenden Hersteller telefoniert. Dort wurde mir gesagt, dass ich das Dach ringsum ruhig dicht machen kann. Nur Schaum ist da nicht die beste Lösung. Die Feuchtigkeit im Dach wird über die Klimamembran geregelt. Ich solle die 80/20 Regel beachten und eine feuchtigkeitsvariable Membran verwenden. Das war´s.
     
  15. Julius

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    Na, dann viel Spaß bei der Umsetzung jener ortskunde- wie haftungsfreien Antwort...!
    Wenn Schäden aufgetreten sind, kannst Du Dich ja wieder melden.
     
  16. H.PF

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    Aufdoppeln ohne statische Kontrolle?

    Sorry, aber da wird mir ganz anders...

    Kleines Preisbeispiel: Ich habe hier vor meinem Umzug eine Wand rausgerissen (bin Maurer- und Betonbaubetrieb) und habe trotzdem vorher eine Architektin vorbeikommen lassen um sich das ganze angucken zu lassen. Offiziell, mit Rechnung. Der Betrag war unter 100 Euro...

    Und schwupp habe ich den Planungsschwarzen-Peter weggeschoben...

    Investier die Kohle in die Planung, alles Andere ist kritisch zu betrachten...
     
  17. Snake71

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    naja also beim dach würde ich schon zum fachman den es ist wichtig, der regen kommt von oben und eine hinterlüftung ist das a und o weil kein dach zu 100 dicht ist
     
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  19. Neutal

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    Immer wieder spannend wenn solche Diskussionen von Fachleuten geführt werden.
    Gerade unter einem Teerdach gibt es viel zu beachten. Die Sparren auf den Bildern sind nicht wirklich überdimensioniert. Schaum hat hier nirgends etwas verloren. Jeder noch so kleine Fehler kann zu gravierenden Bauschäden führen. Durchfeuchtung ist hier noch das geringere Problem. Ein schön gezüchteter Schwamm aufgrund einer fehleinschätzung führt zu einer Komplettsanierung. Da bleibt kein Holz mehr an seinem Platz und das Mauerwerk muß auch daran glauben. Ich habe gerade eine Baustelle betreut wo der Bauherr mit seinem mäßigen Sachverstand den Schwammbefall zumindest soweit gefördert hat, das Dach un OG komplett saniert werden müssen.
    Es geht hier um einen verglichsweise geringen Betrag für eine sinnvolle Planung. Dachausbauten unter Teerdächern sind in Eigenregie kaum sinnvoll zu beurteilen. Die richtige Einschätzung der Anschlusspunkte und den Übergängen zu Dachschräge oder angrenzenden Bauteilen ist hier sehr wichtig.
    Der Einsatz einer feuchtevariablen DB allein ist hier nicht die Wunderwaffe.
     
  20. #18 Alfons Fischer, 31. August 2012
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    warum ist da eigentlich "nur" ein Teerpappendach drauf? Nach oben aufzubauen wäre das bauphysikalisch Sicherste....
     
Thema:

Baujahr 1910 - Zwischensparrendämmung mit Dampfbremse unter Teerpappe ?

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