Baustromverteiler, Baustrom - Was wäre am sinnvollsten?

Diskutiere Baustromverteiler, Baustrom - Was wäre am sinnvollsten? im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ich brauchte mal eine Meinung von Elektro-Spezialisten bzgl. dem Anschluss des Baustromverteilers zum Bau des Hauses:...

  1. retep12

    retep12

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    Hallo zusammen,

    ich brauchte mal eine Meinung von Elektro-Spezialisten bzgl. dem Anschluss des Baustromverteilers zum Bau des Hauses:

    Folgende Situation:

    Grosses Grundstück, an der hinteren Hälfte (25m von der Strasse weg) soll gebaut werden. An der vorderen Hälfte (zur Strasse hin) steht ein altes Fachwerkhaus (Wohnt unser Vater drin mit Wohnrecht). Grundstück und altes Haus bilden eine rechtliche Gemeinschaft.

    Wo wird am sinnvollsten der Baustromverteiler angeschlossen:

    1. Im alten Haus gibt es keinen Starkstrom. Am HAK kommen zwar 3 Phasen an, es geht aber nur eine zum Sicherungskasten im EG.

    2. Kann man vor dem alten Haus (zwischen Haus und Strasse auf unserem Grundstück) das Stadtstromkabel anzapfen?
    (nicht falsch verstehen - über einen Elektriker natürlich)

    3. Oder muss man von der Strasse den Strom nehmen?

    4. Ich habe mir einen gebrauchten Baustromverteiler besorgt. Macht es Sinn das Kabel (25m 5G6) zu besorgen, oder dürfen die selbst besorgten Sachen nicht verwendet werden?

    Es wäre toll wenn mir die 4 Fragen mal erklärt werden. Ich denke ja immer prinzipiell, dass es doch am günstigsten wäre von Vaters Haus den Strom zu nehmen - aber wie?


    Gruss Peter
     
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  3. H.PF

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    Hausanschlußkasten hat 3 Phasen. Warum nicht umbauen?
     
  4. retep12

    retep12

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    Bitte mal genauer erklären?

    Wie gesagt es ist ein 110 Jahre altes Haus mit Uralt HAK im Gewölbekeller. Dort ist kein Zählerschrank in der Nähe. Der Mini-Sicherungskasten steht im EG im Flur und es sollten eigentlich keine Wände großartig aufgerissen werden.
    Kann man nicht im Keller direkt am HAK was machen (was erlaubt ist)?

    Man kann doch nicht direkt vom HAK mit 25m an den Baustromverteiler (BSV), oder? Dann könnte man ja theoretisch am BSV wo ja nur ein 32A-Stecker reingeht, an diesem kostelos Strom abzapfen. Also das sind da so meine Gedanken.

    Also an die Elektriker, wie kann man das lösen?

    Gruss Peter
     
  5. Julius

    Julius

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    Im Normalfall würde man den Baustromverteiler am HAK des Bestandsgebäudes anbinden.
    In den allermeisten Fällen liegt bis hierher Drehstrom an. Nur nicht bei zweiadrigem Freileitungsanschluß (sieht man) oder zweiadrigem Erdkabel (gibts so gut wie nicht).

    Die Hausanschlußleitung zu trennen wäre viel zu aufwendig.

    Alternativ die (ja später sowieso erforderliche) Zuleitung für den Neubau vorab erstellen lassen und den Baustromverteiler dann damit versorgen. Später wird sie ins Gebäude umgeschwenkt (oder man wählt gleich eine Hausanschlußsäule, die kann dann weitergenutzt werden, das spart Kosten).

    Wenn das selbstbeschaffte Material den HEUTIGEN Anforderungern entspricht UND zweifelsfrei in Ordnung ist, sollte ein Fachbetrieb kein Problem damit haben, es anzuschließen.

    Besitzt der Baustromverteiler denn einen eingebauten Zählerplatz?
    Wenn nicht, hängt der Eli noch einen provisorischen Zählerkasten dazwischen.

    Welche Lasten sollen angeschlossen werden? 6mm² ist arg wenig.

    Stattdessen könnte man (sofern nicht getrennte direkte Abrechnung zwingend ist) im Altbau einen neuen Zählerschrank installieren lassen und den Wechselstromzähler durch einen Drehstromzähler ersetzen (der dann BEIDES versorgt). Das kann aber (regional unterschiedlich) zu dauerhaft etwas höheren Grund-/Meßentgelten führen. Dafür entfiele das Grund-/Meßentgelt für den Baustromzähler.
     
  6. Julius

    Julius

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    Hat sich mit Deinem Nachtrag überschnitten.
    Daher nun im Detail weiter:

    Offenbar besitzt Dein Baustromverteiler keinen Zählerplatz.
    Dann muß ein separater Zählerschrank davor (ggf. eben ein temporärer mobiler, kann man mieten oder kaufen).

    Bei der Umbaulösung würde man einfach einen neuen Zählerschrank direkt neben den HAK setzen und die bestehende Leitung zum EG dort wieder anbinden. Der Zähler oben würde dann dorthin versetzt (und bei der Gelegenheit durch eine Drehstromausführung ersetzt).

    Dann könnte der restliche Altbestand vermutlich so bleiben (das hängt aber von dessen Ausführung und Zustand ab).

    Ggf. muß zusätzlich noch eine Haupterdung für das Gebäude errichtet werden.

    An der Baustelle (Standplatz des Baustromverteilers) ist sowieso eine separate Erdung erforderlich).

    Zeig mal Bilder von Deinem Baustromverteiler, ob der überhaupt nocxh zulässig ist.
    Anschluß mittels Stecker ist unüblich. Vielleicht ist es ja ein kleiner Bau-Unterverteiler?


    Bei Deiner Situation rate ich zur oben schon genannten Alternativ-Lösung:
    -Zuleitung für neues Gebäude vorab errichten lassen
    -dafür Hausanschlußsäule (evtl. sogar als Zähleranschlußsäule, das ist aber nicht so zukunftssicher) setzen (die kann z.B. schon an der Grundstücksgrenze stehen oder neben dem Gebäude
    -diese Säule versorgt den Baustromverteiler (ggf. über zwischengeschalteten ortsveränderlichen Stand-Zählerschrank) und später das Gebäude

    Das dürfte insgesamt die billigste Lösung sein. Ist problemlos zu realisieren (dauert aber etwas, insbesondere bei Winterwetter), leistungsstark und flexibel.


    Ansonsten kann man natürlich den Baustromverteiler auch von einem anderen Punkt aus speisen (z.B. dem nächstgelegenen Kabelverzweigerschrank). Das bedeutet aber deutlich höhere Kosten (längere, DEUTLICH stärkere Leitung nötig, die meist auch auf öffentlichem Grund zu liegen kommt). Würde ich zu vermeiden trachten. Ginge aber sehr schnell.

    Mit welcher Bauzeit rechnest Du?
    Wann soll es losgehen?
     
  7. retep12

    retep12

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    Hallo Julius, doch hat er - Er ist von 1994 und hier ist ein Foto. (6 x 220V, 3 x Kraftsteckdosen 380V, AEG Drehstromzähler, Schutzschalter, Funktioniert 1A)
    Rechts neben dem Drehstromzähler ist der Zuleitungsstecker (32A)

    Theoretisch bin ich der Meinung 380V/16A reichen da kein Kran o. ä. (das stärkste wäre später mal die Putzmaschine)

    BSV-Merz.jpg

    Also es ist gerade der Archi mit dem ganzen beauftragt worden. Wir machen sehr viel selber - ich denke es wird so 1,5 - 2 Jahre dauern und mit etwas Glück können wir im Sommer starten.

    Noch eine Frage:

    Also Du meinst wenn ich das für später benötige Hauptkabel für das fertige Haus jetzt schon beantrage wäre es am Günstigsten?
    Das wäre aber dann doch (ja später sowieso erforderliche) Zuleitung für den Neubau vorab erstellen zu lassen? Ist das nicht das gleiche wie eine Hausanschlußleitung zu trennen?
     
  8. Grizly

    Grizly

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    Hallo,
    Kläre als erstes wie die Anschlussbedingungen Deines Energieversorgers sind. Dann ist die Idee mit der Anschlußsäule, wenn möglich sehr gut.
    mfg Andreas
     
  9. Julius

    Julius

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    Dem Foto nach ist das - wie ich schon vermutet hatte - nur ein Unterverteiler mit Zwischenzähler.
    Für direkten Anschluß und Nutzung eines VNB-Zählers dürfte der nicht zulässig sein, auch wenn man die Einspeisedose stillegen würde. Außerdem fehlt vermutlich die Absicherung für die 32A-CEE (ist jetzt wohl nur durchgeschleift, was in dieser Betriebsart auch ausreicht).
    Also muß ihm ein separater Zählerstandschrank vorgeschaltet werden!

    So? Wann wurde er zuletzt durchgemessen? Ich kann keine Prüfplakette erkennen.

    380V gibt es schon viele Jahre nicht mehr. Das wurde längst auf 400V geändert (und statt der 220V gibts 230V)!
    Aber für die üblichen Putzmaschinen wird 3x16A schon sehr knapp. Die wollen meist mindestens 20A, wenn nicht 25A. Also Anschluß über die 32A-CEE.

    Dann ist ein eigener Baustromverteiler sehr sinnvoll. Wahrscheinlich lohnt es sich auch, einen Zählerstandschrank dazu zu kaufen (gebraucht). Kann man hinterher ja weiterverticken.


    Ja.

    Nein. Erstens ist das ja kein Provisorium, sondern verbleibt und wird weiter genutzt.
    Und zweitens ist noch nicht bekannt, wie die Zuleitung zum neuen Hausanschluß überhaupt ausgeführt wird. Das kann in Form eines Abzweigs von der vorhandenen Hausanschlußleitung sein (bei einer - wie Du erwähnt hast - sehr alten Leitung ist das aber wenig wahrscheinlich). Stattdessen wird entweder ein neuer Abzweig an der durchgehenden Hauptleitung in der Straße erstellt oder eine eigene Zuleitung vom nächsten Kabelverzweigerkasten gezogen (wird örtlich ganz unterschiedlich ausgeführt).

    Du brauchst also einen Eli, der den Antrag für Dich stellt und dann die Baustromversorgung anklemmt und durchmißt. Am besten einen aus der Gegend, der kennt die örtlichen Feiheiten und Befindlichkeiten.
    Anträge bald stellen, damit die Erdarbeiten beginnen können, sobald das Wetter dies wieder zuläßt.
     
  10. retep12

    retep12

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    Hallo zusammen,

    vielen Dank Euch allen für die Antworten - dann werde ich mal einen Eli und den Energieversorger aufsuchen.

    @Julius:
    ...ja ich habe sowieso vor alles mögliche (sinnvolle) zu kaufen und dann später wieder zu verticken (klappt ganz gut)

    Gruss Peter
     
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  12. bindpe

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    Hallo
    möchte an diesen Tread anknüpfen:
    Ich werd im nächsten jahr zu bauen beginnen. Nun wäre meine Überlegung einen Baustromverteiler gebraucht zu kaufen. Wenn man sich die Mieten pro Monat anschaut rentiert sich das meiner meinung nach schon fast.
    Die Ortsansässigen würden so um die 50Euro pro Monat verlangen. Gebrauchte gibts schon am 600 Euro

    Was haltet Ihr davon
    Auf was muss ich achten wenn ich gebraucht einen Baustromverteiler kaufe?
    Für den Betrieb einens kleinen Baustellkranes wird wohl ein 63A Dose und ein FI (RCD) reichen?

    Gibt es irgendwelche Prüfsiegel usw auf die man achten muss???
    Auf was muss ich achten dass er "konform" ist?

    DANKE
     
  13. Julius

    Julius

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    - Rentabilität des Kaufs hängt logischerweiser von der Nutzungsdauer ab
    - für kleinen Kran reicht (3x)32A (Schränke mit 63A sind deutlich teurer)
    - FI ist sowieso Pflicht - bei Antrieben mit Umrichter ist ggf. einer des Typs B (allstromsensitiv) erforderlich
    - aktuelle Prüfung erforderlich, macht i.d.R. der anschließende Betrieb bei Inbetriebnahme (und ggf. turnusgemäße Wiederholungsprüfungen)
    - wegen der örtlich unterschiedichen Details kontaktiere den Betrieb, welcher anmelden und anschließen soll
     
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