Bauzeichner zeichnet Eingabeplan Bauplan Bauantrag mit Abweichungen

Diskutiere Bauzeichner zeichnet Eingabeplan Bauplan Bauantrag mit Abweichungen im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Hallo Experten Unser Bauzeichner setzte nun den von uns vorgegebenen Plan in einen Eingabeplan um. Teilweise verbesserte er kleine Fehler...

  1. #1 bauschauwem, 24. Dezember 2007
    bauschauwem

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    Hallo Experten

    Unser Bauzeichner setzte nun den von uns vorgegebenen Plan in einen Eingabeplan um. Teilweise verbesserte er kleine Fehler unsererseits, andererseits hielt er sich bei ein paar Details wie Wandschräge, Positionen der und Größe eines Kellerlichtschachtes, sowie Größe und Öffnungsrichtung von Türen nicht genau an unsere Vorgaben, so daß der Eingabeplan nun ein paar „Fehler“ enthält.

    Leider sind die Mappen für die Eingabe (Bauantragsunterlagen) schon in 3-facher Ausfertigung gemacht. Er meinte, das mache nichts, denn zum Bau muß eh ein Werksplan gemacht werden. Und bis zum Bau kann auch noch fast jede Innenwand verschoben werden!

    Allerdings bin ich der Meinung, daß der Werkspan oft nur eine Vergrößerung 1:75 des Eingabeplanes 1:100 ist? Ansonsten müsste ich ja nochmals einen Plan zeichnen lassen und dies bezahlen? Wie wird dies normalerweise gehandhabt? Mit welchem Plan/ Maßstab arbeitet der Rohbauer? Müssen wir hier nochmals Geld abdrücken?

    Sollen wir nun auf der Abänderung dieser „kleinen Fehler“ bestehen, oder den Plan, so wie er ist, einreichen (die Außenmaße, Dachschrägen usw. stimmen) und den Bauzeichner bezahlen?
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 24. Dezember 2007
    Ralf Dühlmeyer

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    Wieso haben Sie einen Bauzeichner, der den Bauantrag zeichnet???
    Weil er billiger war als ein Bauing/Architekt??? Tja - nu wissts Ihr warum.

    Und wieso sollten Ausführungspläne 1/75 sein? (Das ist ja nicht mal ein Modellbaumaßstab)
    1/50 - 1/1 - DAS sind Ausführungspläne.

    MfG
     
  4. #3 bauschauwem, 24. Dezember 2007
    bauschauwem

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    Eher weil er uns von Bekannten empfohlen wurde. Unsere Bekannten hatten meines Wissens alle "nur" den Eingabeplan als Werksplan zum Bauen. Ob er günstiger war? Keine Ahnung! Was verlangt denn der Archi für den Kostenpunkt "Erstellung Eingabeplan/Bauantrag" ?
     
  5. Shai Hulud

    Shai Hulud

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    Baubegleitende Planung...

    Planungkosten sind nur ein Bruchteil der Geldmenge, die Sie ohne Planung in den Sand setzen werden. :konfusius

    Außerdem richten Sie hier Ihre Fragen an die Experten, auf deren Unterstützung Sie bei Ihrem Bau verzichten wollen. Was erwarten Sie als Antwort? :shades

    Bitte mal lesen: Brauch ich das Viergestirn? Noch ist es Zeit zum Umdenken!

    ...für unseren anstehenden Neubau ist die Antwort: Ja! :28:
     
  6. Baumal

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    da hat er recht, der bauzeichner..:konfusius
     
  7. #6 Wilhelm Wecker, 25. Dezember 2007
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    Legitimation zum Bauen - typisch Bayrisch

    Diese Vorgehensweise - Bauzeichner zeichtnet Eingabeplan - ist vermutlich eine typische Methode wie man in Bayern zur Baugenehmigung und damit zur Legitimation zum Bauen gelangt. Nach Angabe der Bauaufsichtsbehörden werden bis zu 90% der Baueingaben von Nichtarchitekten erstellt. Oft habe ich den Eindruck, dass beispielsweise die Bauvorlageberechtigung überhaupt nicht geprüft wird.

    Dem Bauzeichner werden entweder Strichskizzen, ohne Berücksichtigung von Wandstärken, bis hin zu "fertigen" Computerzeichnungen, vorgelegt. Der soll diese Vorgaben möglichst schnell und billig in einen fertigen Eingabeplan umsezten. An den Eingabeplan werden gleichzeitig Anforderungen gestellt, die es erlauben, diesen als Ausführungsplan zu verwenden, auf Details wird sowieso verzichtet.

    Mindestanforderungen die vom Eingabeplan erwartet werden:
    - alle Fensteröffnungen mit Angabe von Größe, Brüstungshöhe und Sturz
    - alle tragenden Bauteile möglichst mit Dimensionsangaben zu Decken- und Wandstärken, Sparren, Pfetten
    - Vermaßung aller Außen- und Innenwände, Fenster- und Türöffnungen,
    - möglichst noch die Innenwandmaße, einschl. der Innentüren
    - die Entwässerungsangaben sollten mindestens im Grundriss enthalten sein, damit man sich mit etwas Verhandlungsgeschick die Vorlage eines Entwässerungsplanes bei der Gemeinde spart
    - ganz praktisch wäre noch die Angabe aller Geländehöhen

    Ein weiteres Phänomen beim Bauen in Bayern - wie es in anderen Bundesländern aussieht, weiß ich nicht? Alle Bauvorlagen und insbesondere die Technischen Nachweise, die seitens der Bauaufsichtsbehörden nicht verlangt oder geprüft werden, ist der Bauherr in der Regel auch nicht bereit, diese erstellen zu lassen.
    - Statik brauch ma ned - die Verantwortung übernimmt der Bauunternehmer
    - der Wärmeschutz und Materialwahl beschränkt sich auf die Beratung durch den Baustoffhandel oder wird dem Zufall überlassen, nach dem Motto: "des hamma immer scho so gmacht."
    - Brandschutz - was ist das?

    Bei der Bauausführung gehts dann in dieser Richtung weiter:
    - "Werkspläne brauch ma a need", außer der Zeichner hat die Eingabe mit dem Computer gezeichnet, dann erhält man die Werkpläne doch praktisch als Abfallprodukt, auf Knopfdruck. Das kann und darf dann auch nicht viel kosten.
    - vielleicht hat man Glück und der clevere Bauunternehmer zeichnet sich seine Werkpläne und Schalpläne selbst
    - wer größere Ausgaben vermeiden will, bei dem reicht es doch auch, die Pläne einfach bei der Kopieranstalt auf 1:50 - nicht auf 1:75 - hochkopieren zu lassen, gelingt teilweise auch mit dem Kopierer und durch anschließendes "Zusammenpappen" -kleben.

    @bauschauwem:
    Die dreifache Ausfertigung der Bauantragsmappen hat nichts mit dem Eingabeplan zu tun, denn der Eingabeplan wird lediglich in die Mappen eingelegt. Solange der Eingabeplan nicht unterschrieben und bei der Gemeinde abgegeben ist, lassen sich Änderungen jederzeit einarbeiten, der Plan muss dann allenfalls nochmals kopiert werden.

    Auf die paar Fehler kommts vermutlich überhaupt nicht an, beim Bauen werden sich noch mehr Änderungswünsche ergeben, weil da noch mehr Beteiligte mitreden - ich würde den Zeichner jetzt zahlen, der will doch später auch noch was verdienen, wenn er die Ausführungpläne zeichnen "muss" bzw. darf - Hauptsache man hat sich den teuren Architekten gespart.


    Ich kann nur hoffen, dass die neue Bayerische Bauordnung ab 01.01.08 endlich zu etwas geordneteren Verhältnissen führt - glaube aber nicht im Ernst daran.
     
  8. Landbub

    Landbub

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    Wir bauen on Oberbayern mit
    a) Architekt HOAI 1 - 7
    b) fachplaner für Heizung
    c) Fachplaner für Elektro
    d) Statiker

    und habe da nun schon etliches an Erfahrung. Es geht auch anders, da bin ich mir sicher. Es wird dann nicht besser, aber billiger. Voraussetzung: es handelt sich um ein EINFACHES Haus.
    So ist es eher üblich als die Ausnahme, dass die Statik für Decken und Treppen vom Fertigteilwerk übernommen wird. Die liefern OHNE AUFPREIS einen Plan für die obere Bewehrung mit, wenn man danach fragt.
    Ein Zimmermann sieht die Statik für den Dachstuhl nicht zwangsweise als extra zu berechnende Leistung an, schließlich sind diese Funktionen in sein CAD-System eingebaut.
    Ein einfaches Gewerk wie E-Technik braucht keinen Planer, soviel kann der da gar nicht sparen. Standard ausschreiben kann der Archi, Änderungen auf Zuruf und Nachtrag.
    Installationstechnik und Gastherme dito.
    Brandschutz ist im EFH kein Thema.

    Warum habens wir nicht so gemacht? Weil wir kein "einfaches Haus" bauen. 3 Wohneinheiten (Schall- und Brandschutz), ein 11m hoher Stahlbetonpfeiler trägt die Firstpfette, 10 x 8m freitragende Decke mit Wänden oben drüber, komplexe Grundwasserwärmepumpenanlage mit möglicher Holzofeneinbindung, eigene Kläranlage, Treppe über 4 Geschosse, teilweise BUS-Steuerung...
    Wir sind 100%ig sicher, mit unserer Ansammlung an Planern letztendlich billiger zu kommen. Dies ist aber sicher nicht allgemeingültig. Für einfache Bauten reicht definitiv EINER, der die Werkplanung und Bauleitung übernimmt. Ob das nun ein BauIng oder ein Architekt ist - egal, würde ich mal sagen. Aber Viergstirn? I woass ned...
     
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  10. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Leider ist es nicht ganz so.

    Die machen das alles bis auf dann:

    Die Unterlagen müssen eingereicht und geprüft werden :yikes

    Öhmm, dann sollte das der Architekt, der Statiker bitte tun.

    Keine von den Baufirmen, die so Unterlagen erstellen, kümmert sich drum, ob das zusammenpasst, ob es insgesamt wirtschaftlich und angemessen ist, ob es sonstige Anforderungen einhält.

    Also lebe man auch mit dem Ergebnis.

    Na gut die meisten Bauträger agieren auch so. Und wenn die das können , kann ich das auch, dachte sich der Bauherr.
     
  11. Thomas B

    Thomas B

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    Bauzeichner...

    ...machen vor allem eines: sie zeichnen.

    Normalerweise zeichnen sie das, was Ihnen der Planer vorgiebt. Begabte Bauzeichner mögen auch durchaus in der Lage sein gute Häuser zu entwerfen.

    Allerdings sind selbige nicht berechtigt diese einzureichen. Hierzu benötigt der Planer eine etwas höhere Qualifikation, z.B. Archi, Bau.-Ing., Bautechniker oder auch Maurer- o. Zimmerermeister. Bauzeichner jedenfalls nicht.

    So wird wohl letztendlich jemand anders den Plan dann "offiziell" mit seinem Stempel versehen und einreichen müssen....und im Zweifelsfall -wenn etwas nicht paßt- seine Rübe dafür herhalten müssen. Insofern ist der Bauzeichner also ganz prima gefahren.

    Frohe Weihnachten allerseits

    Thomas
     
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