Belastbarkeit Fußboden für Waffenschrank

Diskutiere Belastbarkeit Fußboden für Waffenschrank im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, wir haben 2015 unser EFH Haus gebaut (ohne Keller, mit Fußbodenheizung). Jetzt ist es so, dass ich gerne im Erdgeschoss einen...

  1. #1 CarstenKl, 20.05.2022
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    Hallo,

    wir haben 2015 unser EFH Haus gebaut (ohne Keller, mit Fußbodenheizung). Jetzt ist es so, dass ich gerne im Erdgeschoss einen Waffenschrank aufstellen würde. Dieser ist 655x500mm und wieget leer rund 235 KG.

    Die Frage die sich mir stellt ist, ob das doch recht hohe Gewicht auf der kleinen Grundfläche machbar ist?

    Im Bauleistungsvertrag habe ich folgendes gefunden.

    Gründungsarbeiten
    Primeterdämmung, Stärke nach Berechnung zur EnEV, Bodenplatte aus Stahlbeton C25/30 als WU-Beton.

    Estricharbeiten
    Alle Räume im Erdgeschoss erhalten einen Hiezestrich als Zementestrich auf Grundsystemplatten der Fußbodenheizung und EPS-Dämmplatten gemäß Berechnung zur EnEV.

    Reicht dies aus, um schon sagen zu können dass das nichts wird bzw. doch oder lohnt es sich zum Statiker damit? Falls ja, welche Infos bräuchte ein Statiker darüber hinaus noch für eine Beurteilung?

    Vielen lieben Dank!
     
  2. #2 ApfelJohn, 20.05.2022
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    Grüße,

    da dein EFH ja recht neu ist, sollten die meisten Unterlagen vorhanden sein denke ich. Ich persönlich würde die Bodenplatte einfach belasten und sehen was passiert. Wenn man sich mal überlegt, wie viele Leute sich ein Homegym oder sonstiges zuhause eingerichtet haben wo dann mehrere Tonnen plötzlich mehr auf der Bodenplatte stehen.
    Voraussetzung natürlich, dass eine normale Gründung vorhanden ist. Wenn du eine super komplexe Bodensituation mit Spezialgründung hast, dann musst du wahrscheinlich etwas genauer schauen.

    Wenn du es aber genau bzw. schriftlich haben willst wären Unterlagen für den Statiker z.B.:
    - statische Berechnung
    - Bewehrungspläne
    - Infos/Unterlagen zum verwendeten FBH-System
    alles nicht zwingend nötig aber je mehr du davon hast umso besser natürlich.
     
  3. #3 CarstenKl, 20.05.2022
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    Ich muss sagen ich hatte etwas mehr Sorge bzgl des Estriches, nachdem was ich so gelesen hatte, aber da haben sich die Vorschriften in den vergangenen Jahren ja vermutlich auch geändert. Ansonsten hatte ich das vorher auch gedacht, was sind schon 200 KG? Viele Betten sind haben auch nur vier Füße und da liegen teilweise noch ein paar KG mehr drin ;)

    ---------------
    Zur Gründung steht noch folgendes im Bauleistungsvertrag:
    Es wird eine Belastbarkeit des Baugrundes von mind. 200 kN/m² vorausgesetzt.
    ---------------
    Im Bodengutachten steht...

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in meinem Gründungstechnischen Gutachten vom 21.12.2015 hatte ich vorgeschlagen, das Gebäude durch Streifenfundamente in frostfreier Tiefe zu gründen. Alternativ kann das Haus auch durch eine biegesteife Stahlbetonplatte gegründet werden, die auf eine Stabilisierungsschicht aus Kalksteinschotter der Korngröße 0 – 45 mm aufgelegt wird. Für die statische Bemessung der Platte kann ein Bettungsmodul von
    k s = 20 MN/m³ angesetzt werden. Dabei sollte eine mittlere zulässige Bodenpressung mit s zul = 150 kN/m³
    nicht überschritten werden.

    Unter der Bodenplatte sollte ein Kalksteinschotter der Korngröße 0 – 45 mm in mind. 50 cm Mächtigkeit eingebaut werden. Falls größere Auffüllmächtigkeiten erforderlich sind, kann im unteren Teil Grubensand oder Grubenkies erwendet werden. Unter der Schotterschicht sollte ein Filtervlies mittlerer Reißfestigkeit mit einer Zugfestigkeit von mind. 60 kN/m, z. B. das Duogrid, Typ 65/65B15FT der Fa. Huesker oder ein vergleichbares Produkt eines anderen Herstellers eingelegt werden. Der nach dem Abschieben des Mutterbodens in der Sohle anstehende Boden ist empfindlich gegenüber dynamischen Belastungen. Daher sollten der Bodenaushub und der Einbau des Schotters on den Seiten her durch einen Bagger mit Tieflöffelausrüstung erfolgen. Der Auffüllboden und der Schotter sollten in Lagen von max. 30 cm Stärke eingebracht und sorgfältig mit einer statischen Walze verdichtet werden. Der seitliche Überstand der Schottertragschicht über die Außenwände hinaus sollte mind. 50 cm betragen. Um ein Unterfrieren des Schotters unter den Außenwänden zu vermeiden, sollten um das Gebäude herum Dämmplatten in einer Breite von ca. 0,5 m verlegt werden
     
  4. #4 Hercule, 20.05.2022
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    Mach dir mal keine Gedanken darüber. Das Gewicht deines Schrankes ist kein Problem.
    Tip: stell ihn auf eine Gummimatte. Die gibt es für Waschmaschinen im Baumarkt - zuschneidbar mit einem scharfen Bastelmesser.
    Nur vom verdübeln im Boden würde ich abraten wegen der Bodenheizung.
     
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  5. #5 chillig80, 21.05.2022
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    Wie kommt man auf so etwas?

    Im Wohnungsbau darf man für den Estrich Punktlasten zwischen (je nach Aufbau) Null und max. 2kN annehmen…
     
  6. #6 Hercule, 21.05.2022
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    Wenn ein Zementestrich einer Bodenplatte keine 235kg auf 65x55cm aushällt, würde ich mir tatsächlich Sorgen um die Statik des ganzen Gebäudes machen :)
    EPS - der größte Schwachpunkt an jedem Estrich - hat übrigens eine Druckbelastbarkeit von ein paar Tonnen pro m² (je nach Sorte). XPS geht hoch bis 50 t/m². Mit dem Schrank kommt man auf ca. 0,67 t/m². Da würde ich mir wirklich keine Sorgen machen.
    Wenn man bedenkt was so manche Aquarianer an Gewicht auf die Böden packen :)
     
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  7. #7 nordanney, 21.05.2022
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    Jep - der Mann mit 115kg steht mit Schuhgröße 46 auf 29x16 cm. Dann gehen auch 235kg (doppeltes Gewicht) auf einer 6x so großen Fläche.
     
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  8. #8 CarstenKl, 23.05.2022
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    Ganz lieben Dank für die Vielzahl an Antworten! Ich hatte am Freitag noch beim Bauunternehmer angefragt, aber so wie es aussieht werde ich es einfach machen.
    Danke euch!
     
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