Berechnung nach Glaser/Jenisch: Nachträgliche Dämmung eines Flachdaches/Kaltdaches

Diskutiere Berechnung nach Glaser/Jenisch: Nachträgliche Dämmung eines Flachdaches/Kaltdaches im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Es soll ein bestehendes Flachdach/Kaltdach gedämmt werden. Der Aufbau des Bestandes wie folgt: [img] Tragende Konstruktion mit 50cm hohen...

  1. #1 Christiane, 10. März 2010
    Christiane

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    Es soll ein bestehendes Flachdach/Kaltdach gedämmt werden.
    Der Aufbau des Bestandes wie folgt:

    [​IMG]

    Tragende Konstruktion mit 50cm hohen Holzgitterträgern
    wobei
    I. In den Gefachen
    innen
    Rigipsplatte
    ca. 5-10cm hohe Dämmung
    40-45 cm Luftschicht mit Querlüftung (links<>rechts des Bildes)
    Rauhspundschalung
    3-lagiger Bitumenaufbau
    außen
    II. Zwischen Holz-Gitterträgern
    innen
    Rigipsplatte
    8cm Untergurt
    34 cm Luftschicht mit Querlüftung/Verstrebungen
    8cm Obergurt
    Rauhspundschalung
    3-lagiger Bitumenaufbau
    außen

    Es wurde nun der folgende Aufbau mit Dämmwerk gerechnet:

    [​IMG]

    Nachträgliche Dämmung durch Rockwool-Einblasdämmung 040 mit 50 kg/m³ ca. 28cm hoch, sowie eine ProClima Santa DT als Dampfbremse auf der Innenseite:
    I. In den Gefachen
    innen
    Santa DT
    Rigipsplatte
    ca. 28 cm hohe Dämmung
    22 cm Luftschicht mit Querlüftung
    Rauhspundschalung
    3-lagiger Bitumenaufbau
    außen
    II. Zwischen Holz-Gitterträgern
    innen
    Santa DT
    Rigipsplatte
    8cm Untergurt
    ca. 20 cm hohe Dämmung
    14 cm Luftschicht mit Querlüftung/Verstrebungen
    8cm Obergurt
    Rauhspundschalung
    3-lagiger Bitumenaufbau
    außen

    Nach Glaser stehen dann aber in den Gefachen immer noch 319 g/m² Tauwasser einer Verdunstung von 225 g/m² gegenüber (Die Verdunstungsrate mW,V reicht nicht aus. Nicht zulässig!) [Rahmen 149 g/m² Tauwasser zu 105 g/m² Verdunstung], während nach Jenisch das Dach mit einem Jahresminus von -2561 g/m² [-2540 g/m²] immer trocken ist.

    Wie kann der Dachaufbau so geändert werden, dass auch mit Glaser ein gutes Ergebnis erzielt wird, der aber bauphysikalisch noch Sinn macht?
     
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  3. #2 Christiane, 10. März 2010
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    Was mir bei diesem Aufbau auch noch Kopfzerbrechen macht, wie die Dampfbremstapete lückenlos auf der Unterseite angebracht werden kann.
     
  4. mls

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    rechnerisch bekommt man alles hin - dieses wissen entnehme ich auch dem
    letzten satz
    und obendrein ist die konstruktion auch
    bzgl. holzschutz "nicht ohne" - din 68800.
    die stehende (?) luftschicht wird nicht nur normativ, sondern auch praktisch
    zum problem wegen auffeuchtung der dämmung durch abtropfendes kondensat
    (auch wenns theoretisch funktionieren würde).
    damit steht dann eine mögliche marschrichtung schon im raum.

    die "tapete" hatte ich bisher noch nicht eingesetzt, aber der hersteller hat telefon ..
     
  5. #4 Christiane, 11. März 2010
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    Danke für die schnelle Antwort.
    Die Schwächen dieser Konstruktion habe ich auch schon geahnt; mir ist nun selbst so unwohl, dass ich davon abgerückt bin.

    Jetzt gäbe es noch die Möglichkeit der Realisierung eines Umkehrdaches.
    1. Auf das jetzige Bestandsdach 18cm XPS + 5cm Kies zur Beschwerung. Dabei übernimmt die jetzt vorhandene Bitumenbahn die Funktion der Dampfsperre.
    Nach Herstellerangaben ist die Isoloierung geeignet, im Wasser zu liegen ;-) .
    2. Die 50cm hohe Attika rundum abdämmen und verschließen.

    Nach Glaser und Jenisch funktioniert das einwandfrei.
    Ist das in der Praxis genauso?
     
  6. mls

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    das ist eine ziemlich robuste konstruktion.
    die vorh. schwarzabdichtung ist dabei mehr als nur abdichtung - wenn die also
    schon 100 jahre auf dem buckel hat .. ;)
     
  7. #6 Christiane, 11. März 2010
    Christiane

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    Vielen Dank für die Unterstützung.
     
  8. #7 Gast360547, 12. März 2010
    Gast360547

    Gast360547 Gast

    da hab ich bauchschmerzen

    Moin,

    Wie wollen Sie da nen Umkehrdach von machen?

    Was passiert dann mit dem verbleibenden Raum?

    Wie werden die vorhandenen Lüftungsöffnungen verschlossen?

    Wie werden die Innenseiten der dann geschlossenen Bereiche gedämmt?

    Grüße

    stefan ibold
     
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  10. #8 Christiane, 12. März 2010
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    Hier im Kurzen:
    Das Dach wird an den Rändern geöffnet und rundum im Bereich der 50cm hohen Attika von innen mit Dämmung ausgekleidet.
    Anschließend wieder verschlossen und mit einer zusätzlichen GV-Dachbahn versehen.
    Dann werden auf das Dach XPS-Platten mit Kies als Beschwerung gelegt.

    [​IMG]

    Kopfzerbrechen machen mir noch die Ausführung der Übergange zur oben liegenden Schalung und unten hängenden Rigips-Decke.

    Hätten Sie sonst noch einen anderen Vorschlag?
     
  11. #9 Gast360547, 12. März 2010
    Gast360547

    Gast360547 Gast

    keine begeisterung

    Moin,

    Da verbleibt mir pers. ein zu großer Zwischenraum, der unkontrollierbar ist.
    Auch wenn die Seiten (ehemaligen Öffnungen geschlossen werden, wie wollen Sie da von innen dämmen und das luftdicht bekommen?

    Der große Luftzwischenraum: wird da die Luftdichtschicht in der Abhängung gemacht? Der wird trotzdem eine recht große Eigenkonvektion haben. Dadurch wird sich der Wärmedurchlasswiderstand nachteilig verändern. Da könne ndie berechneten 13,6°C im Bereich der Schalung schon mal unterschritten werden.

    Hmm, nein, so aus der Ferne hab ich keine Lösung. So eine Baustelle muss man "leben", also riechen, schmecken, fühlen, sehen etc..

    Gibt es Bilder?

    Grüße

    stefan ibold
     
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