Beurteilung von Rissen in der Sohlplatte

Diskutiere Beurteilung von Rissen in der Sohlplatte im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo Bauexperten! Zunächst möchte ich Lob an die Betreiber und Administratoren dieses Forums aussprechen. Seit längerem verfolge ich passiv...

  1. #1 KartoffelPansen, 4. März 2011
    KartoffelPansen

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    Hallo Bauexperten!

    Zunächst möchte ich Lob an die Betreiber und Administratoren dieses Forums aussprechen. Seit längerem verfolge ich passiv einige Themen die mir bis jetzt immer weitergeholfen haben. Nun bin ich an einem Punkt an dem ich aktiv Hilfe benötige und darum bitte.

    Zunächst ein kleiner Auszug aus der statischen Berechnung zur Sohlplatte:

    System:
    Im Bereich der gesamten Gründungsebene wird eine durchgehende 30cm starke Sohlplatte erstellt.

    Baustoffe:
    Normalbeton C25/30 BSt 500M(A)
    Größtkorn des Zuschlags dg = 32.0 mm

    Expositionsklasse XC1

    Gewählte Bewährung:

    Matten: oben Q335A, unten Q335A


    Am MI den 02.03.2011 gegen 10:00 Uhr wurde die Sohlplatte gegossen. An diesem Tag waren es min 0,7 C bis max 9,9 C warm / kalt. Es war ziemlich windig und den ganzen Tag über schien die Sonne. Die Platte wurde mit keiner Folie abgedeckt oder bewässert.

    Am DO den 03.03.2011 musste ich nun feststellen das sich Risse gebildet haben.

    Nach ausgiebiger recherche habe ich folgende Dokumente zur DIN 1045-1 gefunden:
    http://www.vdz-online.de/fileadmin/gruppen/vdz/3LiteraturRecherche/Zementmerkblaetter/B18.pdf
    http://e3p.de/pub/arbeitsblaetter/rissbreiten-2006-01.pdf

    Die entstanden Risse sind ungefähr 4mm breit. Ich kann auch leider kein Muster in den Rissen feststellen. Dem Beitrag habe ich einige Bilder angehängt. (Ich hatte leider keine Zollstock dabei ...)

    Laut meinem Kenntnisstand wäre diese Rissbreite noch zu tolerieren. Der Bauunternehmer sagte mir das Gleiche. Ich möchte aber 100% sicher gehen und mir unabhängige Meinungen dazu einholen.

    Wie würdet ihr die Risse beurteilen und wäre eine Nachbesserung erforderlich?

    Ich bin für jeden kontruktiven Beitrag dankbar.
     
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  3. Yilmaz

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    Hallo,
    0,4 mm sind zu tolerieren 4,0 mm ist schon heftig und ungewöhnlich.
    Es sieht nach fehlende nachbehandlung aus.
    Können sie die genau aufbau der untergrund beschreiben?
    Es handelt sich um die Bodenplatte der nicht unterkellerten bereichs?
     
  4. Lebski

    Lebski Gast

    Rissbreiten bis 0,4 mm sind zulässig, nicht 4 mm.

    Mängel anzeigen. Auf fehlende Nachbehandlung verweisen. Frist zur Nachbesserung setzen, vorher Konzept vorlegen lassen, vom Statiker absegnen lassen. Mangelbeseitigung Fachkundig bei Ausführung überwachen lassen.
     
  5. #4 JamesTKirk, 4. März 2011
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Muster wohl keines, aber nach Bild 2 verlaufen die Risse doch parallel. Vom Rissbild her würde ich sagen, dass das Frühschwindrisse sind, die aufgrund mangelnder (bzw. keiner) Nachbehandlung aufgetreten sind. Rissbreiten bis 0,4 mm sind für Innenbauteile hinnehmbar, nicht 4,0 mm. Die Risse sind deutlich > 0,4 mm, daher ein Mangel und instand zu setzen.

    Richtig "gesund" sieht die Oberfläche nicht aus. Ist die irgendwie flügelgeglättet worden ??

    Deinem Bauunternehmer würde ich jetzt gehörig auf die Füße treten.
     
  6. #5 JamesTKirk, 4. März 2011
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    3 Dumme, 1 Gedanke :bierchen:
     
  7. RMartin

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    Nicht ganz uninteressant (auch um ein Sanierungskonzept erstellen zu können) wäre zu wissen wie tief diese Risse 'gehen'.
     
  8. Hansal

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    Ungewöhnlich finde ich die Häufigkeit und die dazugehörige Rissweite, wenn Schwindrisse als alleinige Ursache angeführt werden.
     
  9. #8 KartoffelPansen, 4. März 2011
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    Danke für Ihre Beiträge!

    Ich bitte um Nachsicht für die Korrektur:

    Ich habe mich verrechnet ... der breiteste Riss ist maximal 2,2 mm. Leider immernoch über dem tolerierten Wert. Ich werde morgen früh mit dem Zollstock nochmal die breitesten Risse genau ausmessen.

    Gibt es eine möglichkeit die Tiefe eines Risses zu ermitteln ohne ein Loch aufzumeißeln?

    Welche Schritte wären denn für die Nachbesserung erforderlich?

    Danke und viele Grüße
     
  10. #9 Ralf Dühlmeyer, 4. März 2011
    Ralf Dühlmeyer

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    So etwas habe ich bisher erst einmal gesehen. Da war im Hochsommer bei Supersonnenschein und 30° im Schatten am Freitag nachmittag ohne Nachbehandlung betoniert worden (GÜ-Bau von Vereinskameraden).
    Sonntag morgen stand ich dann vor so einem Rissfeld.

    Wer hat denn den Unterbau kontrolliert, wer die Bewehrung abgenommen?
    Eigener Architekt/Statiker oder GU/GÜ-Bau???
     
  11. mls

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    schritte zur nachbesserung?
    auf jeden fall nicht so:

    dazu muss man sich klar machen, womit der statiker beauftragt ist und
    wo üblicherweise seine kompetenzschwerpunkte liegen.

    wenn´s darum geht, einen versicherten doofen zu finden, mag das allerdings
    zielführend sein.

    wenn´s darum geht, ein mögliches nachbesserungsrecht einzuräumen, wäre
    dessen hinzuziehung u.u. zwingend.

    weil ´ma grad dabei sind:
    wo war eigentlich der bauleiter?
     
  12. #11 KartoffelPansen, 4. März 2011
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    Ich bitte um Nachsicht. Der breiteste Riss ist maximal ca. 2,2 mm. Ich habe mich verrechnet. Allerdings liegt er immernoch über dem tolerierten Wert.
    Es gab definitiv keine Nachbehandlung. Ich kann Ihnen dieses Verhalten leider nicht begründen. Vermutlich Nachlässigkeit ...

    Genau, es handelt sich um einen nicht unterkellerten Bereich.

    Untergrund: Keine Sauberkeitsschicht, PE-Folie, Bewehrung, Sohlplatte.
    (Unter Sauberkeitsschicht, verstehe ich eine wenige cm "dünne" Betonschicht auf die die PE-Folie drauf kommt, stimmt das? Das war nicht der Fall. Die Folie wurde auf einer aufgetragenen und plattgemachten Erde ausgelegt.)

    Dazu kann ich leider keine Aussage machen. Aber ich vermute eher nicht. Da wurden klassischere Methoden angewandt ...

    Danke und viele Grüße
     
  13. H.PF

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    einfach auf nackten Boden betoniert????

    Uiuiui, das ist gar nicht fein... Keinen Schotter drunter, nix???
     
  14. #13 KartoffelPansen, 4. März 2011
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    Das alles geschah unter Aufsicht des Bauleiters.

    Vielleicht ist die Ursache mit dem realtiv starken Wind zu begründen? Zu dem Zeitpunkt gabs anhaltende Geschwindigkeiten bis zu 30kmh und die Umgebung ist kaum bebaut.
     
  15. #14 KartoffelPansen, 4. März 2011
    KartoffelPansen

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    Schotter war keiner darunter. Unter der PE-Folie war lediglich geebnete und geplättete Erde.
     
  16. Lebski

    Lebski Gast

    Sag mal, du baust doch mit BT ode GU?

    Das ist doch niemals mit eigenem Architekt, Bauleitung und Einzelvergabe so gemacht worden?!
     
  17. #16 JamesTKirk, 4. März 2011
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Die Frühschwindrisse bilden sich immer senkrecht zur Windrichtung aus. Wenn starker Wind war, ist dies eine mögliche Erklärung.

    Ich würde an 2-3 Stellen mal vorsichtig aufstemmen und mir die Risstiefe anschauen. Weiterhin würde ich schauen, in wie fern sich Schlämme auf der Oberfläche abgesetzt hat und wie dick diese ist.

    @HansaI:
    Für Schwindrisse ist das Rissbild ungewöhnlich, nicht aber für Frühschwindrisse. 2 völlig verschiedene Vorgänge, die schon zeitlich gesehen rein gar nichts miteinander zu tun haben.
     
  18. #17 gunther1948, 4. März 2011
    gunther1948

    gunther1948

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    hallo
    das rissbild ist ungewöhnlich wenn der ablauf des betonierprozesses an der baustelle in ordnung war.
    aber nicht wenn da versucht wurde mit schlämme (mehr wasser und zement) die ebenheit noch halbwegs zu retten.
    das würde auch die farbstreuung und korngrössen erklären.
    würde über den rissen bohrkerne ziehen.

    gruss aus de pfalz
     
  19. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    @Lebski

    Wieso nicht? Architekt = Vermutung der Unfehlbarkeit?

    Da hab ich schon ganz andere Sachen bei von Architekten geleiteten/überwachten Baustellen gesehen.
     
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  21. Lebski

    Lebski Gast

    Ne, die Vermutung, kein Suizid machen zu wollen. :shades

    Warten wir die Antwort ab, dann sind wir schlauer.
     
  22. #20 KartoffelPansen, 4. März 2011
    KartoffelPansen

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    Ich Danke euch für die vielen Informationen.

    Diese Risse haben mich doch sehr unruhig gemacht. Besonders nach den vielen informativen und kritischen Beiträgen hier im Forum. Letztendlich habe ich dann unseren Architekten und Statiker konsultiert. Die Risse sind ein Mangel und müssen behoben werden.

    Im Endeffekt trafen sich der Bauunternehmer, die Bauleitung und die Verantwortlichen des Betonunternehmens an der Sohlplatte und haben diese begutachtet. Materialfehler werden ausgeschlossen. Die Untersuchung der Risse ergab eine maximale Tiefe von ca. 4cm. Die Beeinträchtigung der Statik ist ausgeschlossen. Der Fehler liegt eindeutig in der Nachbehandlung des Betons.

    Die Risse werden auf Kosten des Bauunternehmens verharzt.

    Vielleicht stelle ich dann mal ein paar Bilder von den verfüllten Rissen ;)

    Danke und viele Grüße!
     
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