Bitumenreste auf Traufblech/Kastenrinne

Diskutiere Bitumenreste auf Traufblech/Kastenrinne im Dach Forum im Bereich Neubau; Frage an die Fachleute hier. Ich ärgere mich jetzt über mehrere Baustellen mit einem Dachdecker herum, bezüglich der Bitumenreste auf den...

  1. Whizzy

    Whizzy

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    Frage an die Fachleute hier.
    Ich ärgere mich jetzt über mehrere Baustellen mit einem Dachdecker herum,
    bezüglich der Bitumenreste auf den eingeklebten Traufblechen der Kastenrinne. Bei jedem Flachdach bzw. jeder Gaube, die der Herr Meister hinterlässt, wird die obere Lage der Bitumenpappe in der Nähe (+/-5cm) der Vorderkante Traufblech anscheinend irgendwie abgebissen.
    Das durch den Aufklebevorgang über die Traufbleche bis in die Rinne tropfende Bitumen bleibt dann halt dort wo es gerade ankommt. Wegmachen der Bitumenreste und ein sauber und gerades Abschneiden der überstehenden Pappe, leistet der DD immer erst nach Androhung körperlicher Gewalt:D
    Gibt es hier zu was in der einschlägigen Literatur darüber: Flachdachrichtlinie, Regeln für Abdichtungen DDHW, das Buch von Herrn Ibold (habe ich auch hier, bloß leider erst angefangen)?
    Was konkretes habe ich im Schnelldurchgang leider noch nicht gefunden.

    Grüsse
    Mario
     
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  3. Gast360547

    Gast360547 Gast

    nee, gibs nich

    Moin,

    nein, dazu gibt es nur einen Hinweis bei aufgehenden Blechen. Danach soll die Bahn ca. 1 cm vor der Aufkantung enden, damit kontrolliert werden kann, ob die Verklebung einwandfrei ist.

    Bei Traufblechen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Ich pers. stehe auf dem Standpunkt, dass auch hier die Bahn rd. 1 cm vor der Kante enden soll. Andere wiederum wollen, dass die übersteht, damit - so die Begründung - das Wasser nicht über die Zinkkante tropft, sondern direkt in die Dachrinne.
    Letzters hat den "Charme", dass das Einlaufblech weniger mit der Bitumenkorrosion belastet wird.

    Die dritte Meinung teile ich nicht. Danach ziehen einige Kollegen die Bahnen um das Blech herum. Gerade bei Polymerbitumenbahnen mit Elastomeranteilen wird sich die Bahn immer wieder aufstellen wollen. Dann läuft das Wasser über die Dachrinne hinweg.

    Zu Ihrem Problem:
    Die Bitumenreste gehören selbstverständlich nicht in die Dachrinne. Begründung: an deren Ränder wird die Korrosion nachhaltig unterstützt. Zudem wird das bei Kastenrinnen ohnehin schlechtere Ablaufen noch weiter behindert.

    Ich frage mich allerdings: wenn der Schweißbahnen verwendet, weshalb läuft das Bitumen so erheblich heraus? Da sehe ich noch die Gefahr, dass das Blech und damit die Lötnähte unzulässig erhitzt werden und aufgehen.

    InsiderTipp: die Bleche mit Tapetenkleister streichen, dann geht das Bitumen leichter wieder ab.

    Grüße

    stefan ibold

    PS. SOOO dick ist das Buch nu auch wieder nich, dass man(n) Monate braucht, um es durchzulesen :) ich finde es sogar so spannend, dass ich selber häufiger darin lese :D
     
  4. Meki

    Meki

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    Also die Abschnittkante der Bitumenbahnen soll schon eine Linie bilden - paralell zur Traufkannte. Die Bitumenreste sind hässlich und schädigen nur zusätzlich und schneller die Rinne.
    Meki
     
  5. Whizzy

    Whizzy

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    Danke erstmal für die Antworten.
    Die 1cm-Regel kenne ich auch, der Punkt mit der Unterstützung der Korrosion durch die Bitumenklekse war mir neu.
    Das Iboldsche Buch habe ist gut gemacht, ich habe mir gestern Abend mal die erste Hälfte durchgelesen. Gute Texte, schön anschaulich erklärt.

    Grüsse aus der Pfalz
    Mario
     
  6. Dachhase

    Dachhase

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    Hallo.

    Ich möchte gern mal zu der Verklebung der Bitumen-schweißbahnen mit dem Blech ein paar Punkte in den Raum stellen, welche auf Erfahrungswerten (seit 1990) beruhen.

    Speziell die Traufe betreffend, ist die Ausführung mit dem komplett überklebten und um die Kannte geführten Schweißbahn meiner Meinung nach zu bevorzugen. (Besonders bei längeren Blechen.)

    Ich führe dazu folgende Begründung auf:

    Bitumen-korrosion am Traufblech: Wird quasi verhindert. Da es keine frei liegenden Blechabschnitte des Traufbleches mehr gibt.

    Bei ordnungsgemäßer Vorbehandlung des Bleches und richtiger Aufschweißung der Bahnen, bis an die Unterkante des Traufbleches, hat sich noch nie eine Bahn wieder aufgestellt. Die Gefahr des Kapillaren Eindringens von Wasser in die Schweißnaht wird absolut minimiert.
    Wenn sich die Bahn wieder aufstellen sollte, dann ist diese nicht ordentlich verklebt. Dann würde sich die Bahn auch bei nicht um die Kante geführten Schweißbahnen vom Blech wieder lösen! Ein Wassereintritt wäre hier die Folge

    Die Vergangenheit hat gezeigt, das gerade an Bauteilen aus Blech, welche einer Zwängung sowie sonstiger Bewegungshinderung unterliegen, die Lötnähte eine besondere Schwachstelle darstellen. Gerade bei längeren Traufen war es des öfteren zu beobachten, dass Lötnähte durch Schälung aufgerissen waren und somit das Wasser freien Zugang unter die Abdichtung finden konnte. Der Einbau von Dehnungsausgleichern in das Traufblech sollte eigentlich hier Abhilfe schaffen. Diese müssten aber überschweißbar sein oder eine besondere Form besitzen. Schauen wir uns doch mal um, wo sind diese verbaut. Im Regelfall müssten diese aller 6m! eingebaut sein. Ich habe bis heute noch keinen gesehen. Das gilt natürlich nicht für die Allgemeinheit.

    Wenn nun die Schweißbahn bis an die Unterkante des Traufbleches geführt wird, kommt der Dichtenden Bedeutung des Traufbleches nur noch eine untergeordnete Bedeutung zu. Hier übernimmt das Traufblech nur noch eine tragende Funktion, welche der Formgebung des Traufabschlusses dient.
    Dadurch erübrigt sich eine Verlötung untereinander und die Bleche können den Temperaturänderungen uneingeschränkt folgen. Ein Aufreißen der Verbindungsstellen und darauf zurück zu führender Wassereintritt wird sicher ausgeschlossen.

    Die Traufblech-abkantung nach unten in die Rinne sollte natürlich nicht zu knapp bemessen werden, damit ein vernünftiges aufkleben gewährleistet ist.
    Dies kommt immer auf den Einzelfall und die Planung der Rinnen-Ausführung an.

    (Eine Saubere Ausführung und Erfahrung bei der Verarbeitung der Bitumenschweißbahnen setzte ich hier mal voraus)



    Viele Grüße
    Mike
     
  7. Meki

    Meki

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    @ Dachhase,
    deiner Argumentation kann ich schon folgen. Du verhinderst am Traufblech die Bitumenkorrosion, und was macht die Rinne? Gut streichen, aber damit wird das Problem nur verlagert. Und das mit den offenen Lötnähten liegt wohl an eine nicht ganz fachgerechte Ausführung der Traufe. Dehnerabstand zu groß, Lötnaht nicht richt hergestellt, ect.
    Meki
     
  8. Dachhase

    Dachhase

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    Ja, dass ist schon alles richtig.
    Aber die Bitumenkorrossion wird nicht verlagert, sondern an einem Bauteil der Dachentwässerung ausgeschlossen. Es verbleiben dann noch die Rinne und die Fallrohre auch nicht zu vergessen. Die Rinne und die Fallrohre bleiben ja nicht davon verschont, bloß weil das Wasser vorher über ein kleines Stück Traufblech läuft.
    Ausstreichen der Rinnen wäre eine Lösung, aber die Dauerhaftigkeit steht auch wieder im Raum. Und wie bitte die Fallrohre innen streichen? Ausgießen?
    Wenn die Traufe denn richtig ausgeführt wird, müssten alle 6m diese Dehnungsausgleicher installiert werden. Auch muss eine indirekte Befestigung der Bleche erfolgen. Und das nicht nur Traufseits sondern an allen Blechen wie z.B. Wandanschluss und Ort.
    Mit der umklebten Lösung geht man diesen Problemen aus dem Weg. Natürlich haben die anderen Methoden auch ihre Daseinsberechtigung.
    Aber gerade wenn Bleche aus nicht lötbaren Materialien zum Einsatz kommen, ist diese Variante klar im Vorteil. Man kann dann auch Aluminiumbleche sowie oder auch Rinnen und Fallrohre aus Alu Verbauen. Alu ist im Gegensatz zu Zink und Kupfer durch seine extrem harte Oxidschicht bestens gegen Bitumenkorrosion geschützt. Ich bin der Meinung, wenn möglich alle Details ohne Blech aus zu führen aber mit dem selben Material wie die Abdichtung, hier halt Bitumenschweißbahn. Aufgehende Bauteile demzufolge auch aufgehend einschweißen usw. An der Traufe ist das nun nicht möglich. Um dort aber das Risiko eines Defektes von vornherein zu minimieren, finde ich persönlich die Umklebung am effektivsten. Oder traust du jeder Lötnaht wenn du nicht drunter schauen kannst, ob sie wirklich auch durch-gelötet ist. Mal abgesehen vom nicht immer möglichen Abwischen der Flussmittelrückstände.

    Wie gesagt, dass ist meine persönliche Meinung uns soll nicht den Regelfall darstellen.

    Grüße Mike
     
  9. Meki

    Meki

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    @ Dachhase,
    es gibt viele Wege nach Rom. Ich bitte meinen Kunden alternativ zum streichen der Rinne die Klempnerarbeit in Edelstahl an.Welche Mehtode richtiger ist, kann man nicht sagen, nur es "dauerhaft" funktionieren.
    Gruß Meki
     
  10. Dachhase

    Dachhase

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    Ja. Es muß sich halt auch bewähren.
    Und mit der Zeit wird sich's zeigen.

    Grüße Mike
     
  11. Klaus Gross

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    Auch wenn die Dachrinne beschichtet wird mit Zink-O-Rinn o. ä . bleibt sie ein Wartungsteil, d. h. die Dachrinne muß mind. alle 2 Jahre auf die Beschichtung hin überprüft werden..Wie die Vorgänger schon geschrieben haben, was passiert mit den Zinkrohren und vor allem mit den Rohrbogen....
     
  12. Meki

    Meki

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    Es gab mal eine zeitlang von innen beschichtete Fallrohre, und zwar genau aus diesen Grund. Hat aber niemand gekauft, also verschwanden sie wieder vom Markt. Deswegen biete ich meinen Kunden die gesammte Entwässerung in Edelstahl an. Aluminium ist auch eine Alternative. Andere Möglichkeit ist, hochwertige Bitumenbahnen einsetzen.
    Meki
     
  13. Dach

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    @KlausGroß
    Wenn baumöglich : Rohre demontieren , mit Farbe volllaufen lassen mit Drehung,...
    Auch im verbauten Zustand kann der Bogen m.E. (meißt) geschützt werden, zumindest im Wasserlauf..

    @Meki
    Inwiefern schützten "hochwertige Bitumenbahnen" vor Bitumenkorrosion ?

    Gruß
    AK
     
  14. Meki

    Meki

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    Habe nicht gesagt, das sie schützen. Ich habe nur bei 2 Herstellern diese Ablaufspuren auch nach Jahren nicht feststellen.
     
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  16. #14 Klaus Gross, 4. Dezember 2009
    Klaus Gross

    Klaus Gross

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    Ja Meki ist dergleiche Effekt, nur verzögert die Besplittung den Vorgang, die Bitumenkorriosion ist nicht aufzuhalten.
     
  17. Meki

    Meki

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    Aufzuhalten ist Sie gewiss nicht. Habe ich auch nicht behauptet. Es kommt auf die Rezeptur der Bahn an, wie schnell und stark diese auftritt. Korosionsschutzanstrich ist auf jedenfall bei Zink vor zunehmen.
     
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