Bodenaufbau Altbau Spanien

Diskutiere Bodenaufbau Altbau Spanien im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo, ein Altbau in Spanien (ca. 100 Jahre alt) hat einen Bodenaufbau von 11,5 cm, der auf Balken mit einem Abstand von ca. 60 cm aufliegt....

  1. #1 Esther80, 3. Juni 2015
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    Hallo,

    ein Altbau in Spanien (ca. 100 Jahre alt) hat einen Bodenaufbau von 11,5 cm, der auf Balken mit einem Abstand von ca. 60 cm aufliegt. Wenn ich das richtig interpretiere, ist oben eine Fliese, darunter ein Mörtelbett, etwas Schüttung und dann eine Gips(?)-Schicht (ist sehr hell, die Untersicht sieht auch sehr nach Putz aus), siehe Bilder. Es gibt definitiv keine Holzschalung oder irgendetwas, was meiner Meinung nach etwas tragfähiger ist und vor allem eine Durchbiegung abfangen kann.
    Ist das üblich, dass man so einen Aufbau unsaniert "weiterverwendet"? Nach deutscher Mentalität würde ich das ja schon als einsturzgefährdet einstufen, aber die Spanier sind ja in solchen Dingen etwas lockerer.
    Oder sollte man auf jeden Fall etwas machen?

    IMG_5327.JPG

    IMG_5328.JPG
     
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  3. #2 Esther80, 3. Juni 2015
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    Lustig übrigens auch, dass die Handwerker einfach mal so ein Loch in den Boden hacken. Unter der Gipsschicht ist gleich der Raum des Eigentümers darunter, das nenne ich mal ne direkte Sichtbeziehung... ! ;-)
     
  4. #3 Alfons Fischer, 3. Juni 2015
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    die Physik ist überall die gleiche...
     
  5. #4 Esther80, 3. Juni 2015
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    Stimmt schon, die Bewohner des Hauses haben aber komischerweise keine Probleme damit. Das höchste der Gefühle ist, dass sie sich einen Holzbelag oben drauf gelegt haben.
    Ich würde ja erstmal gerne wissen, ob es sinnvolle Maßnahmen gibt, die Bodenstabilität etwas zu verbessern, da ja zumindest die Balken recht eng liegen, oder ob das alles ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wenn man die Decken nicht komplett aufreißt und verstärkt.
    Geht übrigens nicht um mich, aber ich bin nach meiner Meinung gefragt worden. Ich hätte da ja auch die Finger von gelassen, aber nu ist zu spät...
     
  6. #5 gunther1948, 3. Juni 2015
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    hallo
    sieht mir aus wie holzbalken mit eingelegten deckenplatten und obendrauf aws halt so rumliegt.

    gruss aus de pfalz
     
  7. #6 Esther80, 3. Juni 2015
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    Was ist denn da die Deckenplatte? Die 3 cm Gips?
     
  8. #7 Alfons Fischer, 3. Juni 2015
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    Man müsste erst mal recherchieren, wie der Aufbau insgesamt aussieht.
    Das weiße sieht für mich nicht wie Gips aus, sondern wie ein weißer Anstrich.

    Entweder auf Mallorca oder auf Madeira habe ich mal Bilder (die ich nur grad nicht finde) von einer Decke gemacht, die aus einer sichtbaren Holzbalkenlage bestand, auf welche dünne schmale Betondielen (oder ähnliches) aufgelegt waren. Diese Dielen waren geschätzt 20cm breit und spannten nur jeweils von Balken zu Balken.
     
  9. #8 Esther80, 3. Juni 2015
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    Sichtbare Holzbalken gibt es da auch, hier mal ein Bild von der Untersicht.

    IMG_5362.jpg

    Die Balkenlage ist wirklich ziemlich eng, das ist das einzige Positive. Darauf befindet sich aber tatsächlich nur der Aufbau mit 11,5 cm, wie oben auf den Bildern.
    Das haus ist ja nun auch schon 100 Jahre alt oder so, gab es damals schon sowas wie Betondielen? Es ist auch nirgendwo ein Eisen zu sehen.

    Ich frag mich nur, ob der Zustand des Hauses wirklich so alarmierend ist, oder ich das als "Neubau"-Architektin dramatisiere? Nach meinem Gefühl müsste das extrem durchbruchgefährdet sein, wenn ich z.B. Möbel mit Füßen gerade zwischen die Balken stelle...
     
  10. #9 Alfons Fischer, 3. Juni 2015
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    Das obige Bild erinnert mich stark an die Decke, welche ich oben angesprochen habe...

    Beton gab es auch vor 100Jahren schon. opus caementitium haben schon die Römer verwendet.
    Der Gärtner Monier beschäftigte sich auch schon rund ein halbes Jahrhundert früher mit Eisenzement.

    Vielleicht sind's aber auch keine Betondielen, sondern aus irgendwas anderem bestehend...
     
  11. #10 gunther1948, 3. Juni 2015
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    hallo
    z.b. in kroatien ist der beton auch weiß, da dort kalksteine/ kalksand verwendet werden.

    gruss aus de pfalz
     
  12. Esther80

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    Okay, im besten Fall ist es möglicherweise tatsächlich eine Art Beton. Aber ohne Bewehrung ist die Tragfähigkeit einer 3 cm Platte ja auch nicht berauschend, auch wenn die Spannweite nicht so groß ist. Andererseits stehen die Häuser da halt seit 100 Jahren so rum, ohne zusammenzustürzen. Vielleicht müsste man doch nochmal einen Statiker fragen...
     
  13. #12 Skeptiker, 3. Juni 2015
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    Im Berliner Raum wurden ab ca. 1870 in unterschiedlichster Form bewehrte "Betondielen" eingesetzt, in Katalonien einige Jahre später auch. Die typische Schichtung entspricht genau der von Dir fotografierten, aber ist schichtweise jeweils etwas stärker. Mir sind in Spanien (oder auf den Kanaren?) auch schon dicht gelegte Holzbalken mit einer ersten Tragschicht aus aufgelegten Ziegelplatten ähnlich Biberschwänzen begegnet.
     
  14. Esther80

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    Und wie geht man üblicherweise damit um? Geht man davon aus, dass weiter hält, was schon 100 Jahre gehalten hat? Man muss ja vielleicht nicht unbedingt den Steinway Flügel in diese Wohnung stellen. Oder muss man definitiv sanieren?
     
  15. #14 Alfons Fischer, 4. Juni 2015
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    man könnte ja mal einen Belastungstest machen an einer ausreichenden Anzahl von Dielen.
     
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    Erinnert mich irgendwie an Gipsdielen-Einhangdecken. Da kam auf die Gipsdiele eine Sandschüttung und dann ein (allerdings bewehrter) Gipsestrich. Gahlten hats. Nachrechnen wöllt ich's nicht.

    Angelehnt sind die Decken an Grünzweig bzw. Hartmann'sche Korkplatten-Decke. Auf die Spitze getrieben wurde das System dann mit der Neugersdorfer Decke und der Decke mit Bernsdorfer Balken anfang der Fünfziger. sowie der Decke mit Leipziger Balken. Dort kamen nur noch "bewehrte"-HWL-Platten mit einen Aufestrich von 1-4cm zum Einsatz.
     
  17. #16 Skeptiker, 4. Juni 2015
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    Die letzten sind ja besonders scharf. Habe sie mir eben in Ahnert / Krause: Typische Baukonstruktionen ... Band 2 angeschaut. Unglaublich! Da ist ja jeden Hochbett tragfähiger!
     
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    Ich hatte sie eben auch aus der Auflage 6, Band II gezogen, nachdem ich mich erinnerte dort sowas gesehen zu haben .... Da hätte ich zu der spanischen Version schon mehr vertrauen :-)
     
  20. #18 Skeptiker, 4. Juni 2015
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    dito! (bei mir übrigens nur die unverändert nachgedruckte 7. Auflage)
     
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