Bodengrundgutachten zweifelhaft ?

Diskutiere Bodengrundgutachten zweifelhaft ? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo und guten Abend, wir wollten eigentlich diese Woche mit der Bodenplatte unseres Bungalows beginnen ( ohne Keller ). Im Juli haben wir...

  1. scottel

    scottel

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    Hallo und guten Abend,

    wir wollten eigentlich diese Woche mit der Bodenplatte unseres Bungalows beginnen ( ohne Keller ).

    Im Juli haben wir bei unserer Hausbaufirma einen Auftrag fürs Bodengrundgutachten abgegeben ( leider waren wir so blöd und haben keinen Gutachter nach unserem Wunsch beauftragt ). Im September wurden dann 2 Proben mit Rammkernsonden entnommen. Das Ergebnis liess auf sich warten, wir haben uns da leider auch nicht drum gekümmert sondern dies in die Hände der Hausbaufirma gelegt.

    Freitag rief mich dann die Hausbaufirma an ob wir den Nachtrag zum Bodenaustausch nicht bekommen hätten, ich fiel aus allen Wolken dass wir 1,50 auskoffern müssen und dafür knapp 11.000 € bezahlen sollen. Ich habe vorerst dankend abgelehnt, wir haben nun einen Baustop da wir dem Bodenaustauch nicht zustimmen ( zumal wir die Kohle nicht haben und das auch nicht mit einkalkuliert haben, das ist aber ein anderes, ärgerliches Thema ).

    Das Problem soll angeblich Bauschutt sein, der bis in der Tiefe mit der Rammkernsonde festgestellt wurde ( ist lehmhaltiger Boden in tieferen Schichten eigentlich ein Problem ? )
    Ein bekannter Erdbauunternehmen hier im Ort hat mir vor kurzem ein Loch für einen Abwasserschacht bis auf 2,80 m gebaggert, Auffälligkeiten wurden nicht festgestellt ( Er kennt die Grundstücke ). Vorsichtig ausgedrückt kann er sich das nicht vorstellen und empfahl mir mich um ein Gegengutachten zu kümmern.
    Gesagt getan ... habe einen Gutachter angerufen. Dieser hat sich das Gutachten angeschaut und kam zu dem Ergebnis dass die Rammkernsonden oftmals Fehler verursachen und empfahl mir ein Gegengutachten mittels Schürfen ( natürlich möchte er dafür knapp 800 € haben ), er sprach auch von "mauscheleien" die oft zwischen Gutachtern und Baufirmen vorkommen um Bauherren abzuzocken.

    Ein hinzugezogener Bausachverständiger des Bauherrenschutzbund kommt hingegen zu dem Ergebnis dass das Gutachten in Ordnung sei und das zweite Gutachten wahrscheinlich zu dem gleichen Ergebnis kommen wird ( also Geld rausgeworfen ), jedoch soll ich mir für die Erdbauarbeiten Angebote von anderen Firmen einholen ( schon unterwegs ).

    Was nun sprach Zeus ?
    Ich habe mir mal erlaubt das Gutachten ohne persönliche Daten hier anzuhängen, vielleicht gibts ja hier jemanden der mal drüber schauen könnte.

    Gruss

    Thomas
     
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  3. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Ich habe den Anhang (Gutachten) entfernt.

    Kannst es neu einstellen, nachdem Du das Gutachten anonymisiert hast. (Namen des Gutachters rausnehmen).
     
  4. scottel

    scottel

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    AW: Bodengrundgutachten zweifelhaft ?

    Ah, ok. Sorry.

    Das kann erst morgen im Büro machen.
     
  5. scottel

    scottel

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    AW: Bodengrundgutachten zweifelhaft ?

    Ich noch mal :D

    Der Gutachter der das Gegengutachten machen möchte stellt in unserem Neubaugebiet das Verfahren mit den Rammkernsonden infrage. Angeblich könnten sich tatsächlich Bauschuttreste in der Sonde verkeilen und so das Ergebnis verfälschen.
    Kann das sein ?
    Wenn ja würden wir dem "ersten" Gutachter vorschlagen zu schürfen, denn er hatte von sich aus vorgeschlagen in unserem Beisein eine Kontrollmessung zu machen ( kostenfrei ).

    Morgen früh kommt das anonymisierte Gutachten.
     
  6. KATMat

    KATMat

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    Rammkernsonde ist Standard. Natürlich kann sich bei einer Bohrung mal ein Stein oder Bauschuttbrocken in der Spitze festsetzen und das Ergebnis für diesen Abschnitt der Sondierung verfälschen. Man merkt aber meist bereits beim Bohren, wo die Auffüllung aufhört und der gewachsene Boden anfängt.
    Mit zwei Bohrungen wäre es schon arger Zufall, wenn bei beiden RKS der gleiche Fehler aufgetreten wäre.
    Außerdem sieht man ja beim Aushub, ob die Auffüllung tatsächlich so tief reicht wie angegeben.
     
  7. Gast vS

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    Untersuchungsprogramm 1) ist hier vollkommen unzureichend

    und Schürfungen können / werden (je nach Boden) aber so richtig zu Problemen führen = auch nicht besser, eher schlimmer
     
  8. scottel

    scottel

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    AW: Bodengrundgutachten zweifelhaft ?

    Guten Morgen,
    hier also das neue Bodengrundgutachten.

    Nach Rücksprache mit Gutachter A ist der Boden bis 1,50 nicht tragfähig um muss daher getauscht werden.
    Da wir nur eine Bodenplatte bekommen ist mir nicht klar weshalb so viel getäuscht werden muss, ich dachte 50 cm tragfähiger Boden ist ausreichend.

    Vielleicht könnte da noch jemand Licht ins Dunkel bringen.

    Gruß

    Thomas
     

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  9. scottel

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    Was meinst du damit, verstehe den Satz nicht.
     
  10. Gast vS

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    ich nehme es nach Durchsicht des Gutachtens zurück - hat ja doch ein wenig mehr gemacht.

    Humoser - stark humoser Boden darf nicht überbaut werden, sofern seine Schichtenansprache richtig ist, ist auch seine Schlussfolgerung richtig
     
  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 19. November 2012
    Zuletzt bearbeitet: 19. November 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Bitte das Gutachten nochmal genau lesen!!!

    Ausbreitungswinkel des Polsters 45° (min). Steilheit der Böschung 45° (max). Ausserdem Überstand des Polsters über die BoPla!
    Macht bei 1,5 Tiefe: 2* 1,5 m + Überstand = deutlich > 3m Abstand zur Grenze zu allen Seiten!!!

    PS:
    Bei Bau einer Garage NEBEN dem Haus gilt das gleiche! Oder Verbau an der Nachbargrenze und Gründung der Garage in > 1,5 m!!!
     
  12. scottel

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    Macht es denn Sinn von dem Angebot auf zusätzliche, kostenfreie Kontrollprüfung gebrauch zu machen ?

    Wir müssen hier richtig Geld ( was wir eigentlich nicht haben ) in die Hand nehmen, wobei Nachbarn auch so viel auskoffern mussten ( leider wissen wir erst jetzt davon ).
     
  13. scottel

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    Garage ist nicht geplant.

    Grundfläche/Wohnfläche des Hauses sind 108 qm.

    Lt. Angebot sollen ca. 158 qm ausgehoben werden, das entspricht an den Seiten jeweils 50 cm.

    Die Rechnung erschliesst sich mir nicht :confused:
     
  14. #13 Ralf Dühlmeyer, 19. November 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Da hst Du einmal die 45°!
    Da es sich um Auffüllung handelt, ergibt sich ein max. Böschungswinkel der Baugrube von ebenfalls 45°

    Nach dem ollen Pytagoras ist bei 45° der lotrechte Schenkel (Grubentiefe) gleich dem waagerechten (Ausbreitung des Polters bzw der Grube)
    Macht je Seite 1,5 m * 2 (einmal Polster, einmal Grube) + Überstand des Polsters. Nachbars Grund ist tabu, also ergibt sich für Dein Haus ein minimaler Grenzabstand von 3,x m!
    x = Überstand des Polsters.

    Ich denke also, Deine 11.000 € sind eher 15.000 € in der Endabrechnung!
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 19. November 2012
    Zuletzt bearbeitet: 19. November 2012
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    _____________________________________________ Vorhandenes Gelände
    X::::::::::::::::YYYY
    -.X::::::::::::YYYYYY
    -.-.X::::::::YYYYYYYY
    -.-.-.-X:::YYYYYYYYYY
    -.-.-.-.-XYYYYYYYYYYY
    -----------------------------------

    X und -.X stellen das vorhandene Erdreich nach Aushub der Baugrube dar
    :::: stellt den später zu verfüllenden Raum zwischen den Böschungen der Baugrube und der Polsterböschung dar
    YYY stellt das Polster dar.

    Das ganze kommt auf der anderen Seite spiegelbildlich nochmal
     
  16. scottel

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    An jeder Seite kommen 3 m hinzu ?

    Das würde also bei einer Hausgrundfläche von 13,70 x 9,70 m folgendes bedeuten:

    19,70 * 15,70 = 309,29 qm * 1,5 = 463,94 m3 ?

    Das wäre ja der blanke Wahnsinn oder habe ich hier einen Denk-/Rechenfehler ?
     
  17. #16 Ralf Dühlmeyer, 19. November 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Ich setze ,x mal mit 0,5 m an, dann sieht die Rechnung wie folgt aus
    Baugrube
    {[13,7 + 3,5*2]*[9,7 + 3,5*2]+[13,7 + 2,0*2]*[9,7 + 2,0*2]}/2*1,5 = 441,135 m³
    Polster
    {[13,7 + 2,0*2]*[9,7 + 2,0*2]+[13,7 + 0,5*2]*[9,7 + 0,5*2]}/2*1,5 = 299,835 m³

    zzgl. 141 m³ Füllgut für den Keil zwischen Polster und Baugrube!!!
     
  18. #17 Ralf Dühlmeyer, 19. November 2012
    Ralf Dühlmeyer

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    Halt Stop - evtl sind als Höhe für die Baugrube "nur" 1,20 m anzusetzen! Wenn denn Mutterboden zum Abschieben da ist (kostet auch, sollte aber im Angebot des GÜ enthalten sein)
     
  19. scottel

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    das wird ja immer mehr :wow

    Ich habe übrigens noch 2 Fotos gefunden als wir den Abwasserschacht gesetzt haben, die Stelle ist etwa 1 -2 Meter von dem ersten Messpunkt entfernt.

    Für mich und für den Erdbauer der das ausgehoben hat sieht der Boden richtig gut aus.

    Die tiefste Stelle auf dem Foto ist 2,80 m tief, dort wo die Leiter endet sind es etwa 1,50 m.

    Vielleicht kann man da was drauf erkennen ?
     

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  21. #19 Ralf Dühlmeyer, 19. November 2012
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    Ein Erdbauer, der seine Leute in eine 1,50 tiefe Grube mit senkrechten Grubenwänden :yikes schickt, dem gehört eh der Arsch versohlt.
    Der hat wahrscheinlich noch nicht mitbekommen, dass seine Leute darin auch ersticken, wenn der Kopf noch rausschaut!
     
  22. Gast vS

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    zumindest erkenne ich keine 1,5 m starke humose Deckschicht ....
     
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