Bodenheizung fräsen, Fragen zur Dämmung

Diskutiere Bodenheizung fräsen, Fragen zur Dämmung im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ich hoffe ihr könnt mir ein paar "neutrale" Ratschläge geben zur Fußbodenheizung. Konventionell ist es ja so, man macht den alten...

  1. #1 gpa123, 20.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 20.10.2021
    gpa123

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    Hallo zusammen,

    ich hoffe ihr könnt mir ein paar "neutrale" Ratschläge geben zur Fußbodenheizung.
    Konventionell ist es ja so, man macht den alten Estrich raus, man verlegt erstmal eine Dämmung auf die beheizbare Fläche und legt dann oben drauf die neue Fußbodenheizung. Soweit so gut.
    Es gibt ja jetzt Möglichkeiten bestehenden Estrich zu fräsen. Die Meinungen gehen hier stark auseinander, aber es ist auch ein Zeit/Kosten Faktor.
    Vor allem ein großer Punkt, ist ja, dass der Estrich quasi nicht gedämmt wird.

    Was ist aber wenn das Haus ein Keller drunter hat und man da sowieso vor hat die Kellerdecke vollständig zu dämmen? Kommt man da aufs gleiche raus (jetzt mal übertrieben gesagt) oder eher nicht. Bekannterweise geht ja die Wärme nach oben.
    Der Keller liegt nicht unter der Erde sondern quasi im EG (unbeheizt) und soll in Zukunft auch als Keller weiterhin genutzt werden und nicht als Wohnraum.

    Ich hätte da jetzt für ca. 7000€ ein Angebot zum Fräsen inklusive Montage.
    Leider kann ich absolut nicht einschätzen, was es mir kosten würde, wenn ich das auf konventioneller Art machen würde. Lohnt sich das?

    Danke
    Grüße
     
  2. #2 Fred Astair, 20.10.2021
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    Tut sie das? Verwechsle das bitte nicht mit erwärmter Luft, die wegen der Ausdehnung der Moleküle leichter wird und deshalb aufsteigt. Die Wärmeleitung findet gravitationsunabhängig in alle Richtungen gleichmäßig statt.
    Nein, kommt man nicht.Selbst wenn Du 30cm MiWo unter die Decke klebst, findet ein nicht unbeträchtlicher Teil Flankenverluste statt. D.h. die Wärme verschwindet auch teilweise in den Wänden nach Außen und nach unten in den Keller.
     
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  3. #3 simon84, 20.10.2021
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    Also der größte Nachteil vom Fräsen ist, dass du dadurch den Estrich in seiner Funktion de fakto zerstörst oder stark schwächst.

    Es ist eine Sonderlösung, die weit entfernt ist von DIN und sonstigen aRdT für Estrich.

    Selbstverständlich kann man bei Sanierungen auch auf Sonderlösungen zurückgreifen, und das heisst auch nicht, dass Probleme mit Schäden an Oberbelägen oder Tragwerk auftreten müssen ! Aber das sollte mal vorab gesagt werden.

    Bei beiden Varianten gibt es Vor- und Nachteile.

    Eines haben sie gemeinsam, nämlich dass du den oberen Bodenbelag sowieso erneuern musst.

    Erstmal solltest du ermitteln, wie viel Aufbauhöhe du hast.
    Der bestehende Estrich wird vermutlich ca. 5-6 cm dick sein. Das musst du als erstes ermitteln.
    Dann musst du dir überlegen, auf wie viel lichte Höhe im Raum du verzichten könntest, wie du mit Höhenunterschieden im Flur etc umgehst
    und ob die Türrahmen und Türblätter neu kommen bzw. neu kommen sollen oder nicht.

    Ich sag mal ab 10cm, idealerweise 15cm kann man was sinnvolles bauen, was auch energietechnisch sinnvoll ist.

    Wenn du eher dazu tendierst, Türen eh neu zu machen und auch im Keller eigentlich nichts machen willst, dann geht es eher in Richtung neuer Estrich.
    Hier bietet sich z.B. Eigenleistung für Entfernen vom alten Estrich an. Das kann man wirklich mit einfachem Werkzeug, Muskelkraft und Container selber machen.
    Da kann man viel Geld sparen.

    Wenn du eher dazu tendierst nur einen bestimmten Raum zu machen und nichts an Türen, Schwellen, Flur usw. machen willst, dann kann Fräsen durchaus eine Option sein.
    Da bietet sich dann die Kellerdeckendämmung in Eigenleistung an. So hast du nur die gleichen/ähnlichen Materialkosten für die Dämmung.
    Muss aber dazu sagen, die Arbeit fürs Verlegen der Dämmung fällt beim klassischen Estrich nicht wirklich ins Gewicht.

    Der Nachteil einer Kellerdeckendämmung ist dass der meist eh schon niedrige Keller noch niedriger wird.
    Oft sind dann noch Versorgungsleitungen (Abwasser, Heizung etc) an der Decke und man hat recht viel Arbeit.
    Nichtbrennbare Dämmung die zu empfehlen ist, noch etwas schwieriger zu verlegen.

    Und jetzt muss ich dir einen Zahn noch ziehen.
    Es ist zwar richtig, dass in einem Zimmer warme Luft nach oben steigt.
    Aber die Wärme die über ein FBH Rohr abgegeben wird, erwärmt den Bereich um das Rohr fast komplett gleichmässig.
    D.h. du kannst ohne Dämmung der Kellerdecke davon ausgehen, dass du fast 50% der Heizenergie in den Keller ballerst.

    Das heisst du MUSST eigentlich alleine schon aus praktischen Gründen dämmen. Die gesetzlichen Vorgaben laut EnEV und GEG mal aussen vor.

    Von daher, meine persönliche Empfehlung, ganz klar klassisch Neuaufbau.
    Und vor allem vorab eine ordentliche Planung mit raumweiser Heizlastberechnung !
    VA im Zweifelsfall eher so eng wie möglich und HK Länge beachten.

    Dann kannst du dir Angebote einholen. Genauso wie du für das Fräsen auch Angebote eingeholt hast, holst du eben Angebote für neuen Estrich mit FBH ein


    PS. @Fred Astair hatte es schon geschrieben, es treten bei der Dämmung unter der Decke mehr Verluste auf, als wie wenn direkt im Raum gedämmt wird. Ebenso wird die Heizung träger, da die gesamte Speichermasse der Betondecke erstmal mitaufgewärmt wird.

    Aber mit Dämmung an der Kellerdecke ist trotzdem noch wesentlich besser als ohne.
     
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  4. gpa123

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    Hallo, vielen Dank für die Antworten.
    Wie verhält es sich im oberen Geschoss z.B, ist es da genau so notwendig den Estrich zu dämmen? Im Oberen Geschoss wären dann die Schlafräume. Drunter Wohnbereich.
    Ja, ich frag nur, damit ich mir vorab Gedanken machen kann, was machbar ist und was nicht. Bzw. was empfohlen wird und was eben halt nicht.
    Ich werde wenn es dann soweit ist, eh die Bodenbeläge weg machen müssen (Teppich) und dann mal ne ecke rausklopfen.

    "und ob die Türrahmen und Türblätter neu kommen bzw. neu kommen sollen oder nicht."

    Ja, ist eigentlich geplant.

    Wenn du eher dazu tendierst, Türen eh neu zu machen und auch im Keller eigentlich nichts machen willst, dann geht es eher in Richtung neuer Estrich.
    Hier bietet sich z.B. Eigenleistung für Entfernen vom alten Estrich an. Das kann man wirklich mit einfachem Werkzeug, Muskelkraft und Container selber machen.
    Da kann man viel Geld sparen.


    Ja, das traue ich mir zu. Hab das schonmal gemacht. Muss manchmal auch gar nicht so schwer sein.

    Mit wieviel cm muss ich denn rechnen, wenn ich z.B ab Beton anfange zu rechnen? Also quasi, Dämmung, Bodenheizung, neuer Estrich. Dann kommt ja noch ein Bodenbelag (Wahrscheinlich Vinyl)

    Wenn du eher dazu tendierst nur einen bestimmten Raum zu machen und nichts an Türen, Schwellen, Flur usw. machen willst, dann kann Fräsen durchaus eine Option sein.
    Da bietet sich dann die Kellerdeckendämmung in Eigenleistung an. So hast du nur die gleichen/ähnlichen Materialkosten für die Dämmung.


    Leider nicht, wir reden hier von ca. 120-130qm Heizfläche. Alternativ bin ich am überlegen ob ich nicht nur im unteren Geschoss, die Bodenheizung "konventionell" installiere und im oberen Geschoss, also wo später die Schlafräume + Bad kommen, Heizkörper die für WP geeignet sind. Aber ob das ende so ein riesen Ersparnis wird, wage ich zu bezweifeln.

    Der Nachteil einer Kellerdeckendämmung ist dass der meist eh schon niedrige Keller noch niedriger wird.
    Oft sind dann noch Versorgungsleitungen (Abwasser, Heizung etc) an der Decke und man hat recht viel Arbeit.

    Der Keller befindet sich im Prinzip im EG. Die Deckenhöhe ist gleich wie in den oberen Geschossen. Selbst wenn ich 10cm Dämmung anbringen würde (nur als Beispiel) habe ich immer noch genug Luft zwischen mir und die Decke. (ich bin 1,90m).

    Und jetzt muss ich dir einen Zahn noch ziehen.
    Es ist zwar richtig, dass in einem Zimmer warme Luft nach oben steigt.
    Aber die Wärme die über ein FBH Rohr abgegeben wird, erwärmt den Bereich um das Rohr fast komplett gleichmäßig.

    Danke, aus dem Blickwinkel habe ich das jetzt nicht gesehen gehabt. Stimmt schon.

    D.h. die Wärme verschwindet auch teilweise in den Wänden nach Außen und nach unten in den Keller.
    findet ein nicht unbeträchtlicher Teil Flankenverluste statt

    Und diesen Flankenverlust, habe ich beim konventionellen Dämmen nicht? Das nur weil die Dämmung unmittelbar unter der Bodenheizung ist oder wieso ist das so?
    Regelt das dann nicht eine "Fassadendämmung" in dem Fall?

    Vielen Dank an alle für die Antworten und bedenkt bitte, dass ich nicht direkt vom Fach bin. Ich möchte allerdings auch das eine oder das andere lernen und es ist auch denke ich mal gut, "neutrale" Meinungen zu hören.
     
  5. #5 Fred Astair, 20.10.2021
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    Nein, dann befindet sich die Dämmung unter dem warmen Estrich und dieser ist durch Randdämmstreifen vom aufgehenden Mauerwerk getrennt.
    Die Massivdecke hingegen geht in Wand hinein und leitet die Wärme nach Außen und in die Wände.

    Darum haben wir ja so viel Geduld. ;)
     
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  6. #6 nordanney, 20.10.2021
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    Wenn die Aufbauhöhe nicht viel hergibt, kann man z.B. auch mit ganz wenigen cm Dämmung unter dem Estrich arbeiten, dafür aber hochdämmend (PUR/PIR) und den Rest über die Kellerdecke.

    Preislich ist fräsen übrigens nicht zwingend günstiger.
     
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