Bodenplatte steht über - warum?

Diskutiere Bodenplatte steht über - warum? im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Bei (gemauerten) Kellern ist mir aufgefallen, dass die Bodenplatte immer etwas größer ist, als die Außenkante der Kellerwand. Von oben betrachtet,...

  1. Guido4711

    Guido4711

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    Bei (gemauerten) Kellern ist mir aufgefallen, dass die Bodenplatte immer etwas größer ist, als die Außenkante der Kellerwand. Von oben betrachtet, steht die Bodenplatte also etwas über.

    I.d.R. (also jedenfalls hier in der Gegend) werden die Keller dann später mit KMB gegen Feuchtigkeit abgedichtet und die Kante an der Bodenplatte wird mit der KMB (und einer Netzeinlage) abgerundet.

    Warum wird das (also das die Bodenplatte übersteht) so gemacht? Wäre ja eigentlich einfacher, wenn die Außenkante der Bodenplatte mit der Außenkante der Steine übereinstimmen würde.
     
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  3. jman

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    Das kann man auch machen, allerdings muss dann die Bewehrung anders sein. Das hat sogar dann noch den Vorteil, das man keine Hohlkehle ausbilden muss und somit eine Fehlerquelle weniger für Undichtigkeiten existiert.

    Warum wird das gemacht? Keine Ahnung vielleicht ist es ja billiger so zu Bauen.
    (Meinung eines Ahnungslosen...)
     
  4. Thomas B

    Thomas B

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    1. Fehlerquelle minimieren. Eine etwas zu große Bopla ist natürlich besser, als etwas zu klein! Auf der Baustelle heißt dies, daß die Bopla sehr genau abgestellt/ geschalt werden muß, weil sie ja exakt da enden muß, wo später die Wände aufgehen. Das gelingt natürlich leichter, wenn man einfach 10 - 15 cm überstehen läßt.

    2. Schalungsuntergrund. Wenn der Keller auch betoniert wird, ist es für die Handwerker einfacher die Schaltafeln/ Schalelemente auf die Bodenplatte zu stellen.

    Grüßla

    Thomas
     
  5. Pfriem

    Pfriem

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    Ist es nicht so, daß gerade durch die Hohlkehle der (Dichtungs)Anschluss zw. BP und Wand einfacher wird?
     
  6. #5 Carden. Mark, 4. September 2008
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    Bei BP ohne Überstand kommt es zu einer höheren Randpressung, insbesondere bei einspringenden Ecken als bei solchen mit Überstand.
    Es wird eine höhere obere Bewehrung Notwendig, welche z.B. durch Randverbügelungen verankert werden muss. (ich bin aber kein TWP)
    Hinzu kommen die vorgenannten Probleme, des „sauberen“ abschalens.
    Sollte diese z.B. 2,0 cm rein- oder rausrücken, oder nicht 99% gradlinig verlaufen, werden schnell die max. zulässigen Materialdicken bei der Abdichtung überschritten.
    Es ist schon so, dass der Aufwand und die Fehlerhaftigkeit im Hohlkehlenbereich hoch sind, die Gefahr, dass das ganze nicht 100 % deckungsgleich verlaufen wird, sehe ich aber noch höher an.
     
  7. kossichris

    kossichris

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    der Überstand hat meist einen stat. Hintergrund (Lastaubreitung...) Geht zwar auch ohne ist dann aber meist Kostenintensiver und nicht unbedingt besser (Detaillösung..)

    M.f.G.

    kossi :shades
     
  8. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    überstehende Bodenplatte / Fundamente oder nicht

    Also eher wie Mark es beschrieben hat. Der statische Lastabtrag ist bei den meisten EFH nicht das überwiegende Thema, da nur geringe Wandlasten.

    Konstruktiv ist der Punkt mit überstehender Bodenplatte einfacher in den Griff zu bekommen, vor allem nachzubessern.

    Speziell bei Dreischichtwänden (Halbferttigteile, nachträglich ausbetonierte Wände - auch falls mal einer Schalungssteine im Keller verwendet und son Zeugs) nicht auf den Überstand verzichten.

    Wenn ohne Überstand, dann statischer Nachweis, statisch konstruktiv lösen und eine ordentlich arbeitende Baufirma. Es sind dann geringe Toleranzen auszuführen, nicht die Üblichen bei Beton im Erdreich. Sonst kann man sich die Abdichterei gleich Schenken - ebener Untergrund.
    Und es müßte meistens auch eine Abdichtung für eine Bewegungsfuge ausgebildet werden (planmäßiger Abriss - aus konstruktiver Durchbildung und statischem System).

    -> überstehende Bodenplatte ist nervenschonender

    Ausführlich genug?
     
  9. #8 PHausBauherr, 17. November 2009
    PHausBauherr

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    Ok, hatte mir vor kurzem die gleiche Frage gestellt, und alle Argumente für einen Überstand leuchten mir ein :respekt. Aber - wäre eine über die Füge gezogene Perimeterdämmung (rechtes Bild) nicht eine wesentlich bessere Abdichtung als der Überstand, der gewissermaßen eine "Landebahn" für das Wasser ist (linkes Bild)?

    [​IMG]

    (Sauberkeitsschicht im rechten Bild wurde vergessen einzuzeichnen ...)
     
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  11. #9 Ralf Dühlmeyer, 17. November 2009
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    Dämmung dämmt und Dichtung dichtet.
    Dämmung dichtet nicht und Dichtung dämmt nicht.
    Von daher ist es dem Wasser egal, ob es gerade oder "um die Ecke" runterläuft - so lange es nicht reinläuft.
     
  12. #10 PHausBauherr, 17. November 2009
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    Danke, das stimmt natürlich. Besonders wenn das ganze im Wasser steht, ist es sicher egal.

    Bei Wasser, das gelegentlich mal so die Wand runterläuft (wenn man das im Erdreich so sagen kann ...) scheint mir die überdämmte Lösung zwar immer noch weniger belastend für die Fuge, aber anhand aller anderen Argumente konnte ich inzwischen meinen Frieden mit einer überstehenden Bodenplatte finden :lock
     
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