Bohrpfahlwand mit Verpressanker?

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  1. Uwe!

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    Hallo!

    Ich hab mal wieder eine Frage um meinen Wissensdurst zu stillen.

    An einer Baustelle in der Nähe (Eisenbahntunnel) ist auf der einen Seite schon vor Monaten eine Bohrpfahlwand erstellt worden. Zur Zeit werden am Fuß in jeden Bohrpfahl ca. 20 m lange Löcher schräg nach unten gebohrt. Meine Vermutung war/ist für Verpressanker. In die Löcher wird aber etwas eingeführt, dass wie ein 50er Leerrohr aus schwarzem Kunststoff mit drei daran mit Klebeband befestigten dünnen (1 cm?), blauen Schläuchen/Röhrchen/Kabel? aussieht. Das ganze wird dann noch gründlich mit Wasser gespült.

    Sind das Verpressanker? Und wenn ja, wozu dient das Leerrohr und die drei Schläuche, bzw. was ist das?

    Danke!

    Uwe
     
  2. Uwe!

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    PS:
    ist das Leerrohr vielleicht, um das Bohrloch von unten mit Beton etc. auffüllen zu können und wird dabei wieder mit raus gezogen? Aber wie kommt der eigentlich Anker dann rein und was sind die blauen Teile?
     
  3. #3 OLger MD, 28.04.2015
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    Möglicherweise verrohrtes Bohren für Litzenanker/Kompaktanker als Daueranker oder Kurzzeitanker.
    In das Bohrloch wird noch Verpressmörtel eingepresst, um den Anker mit dem Baugrund zu verzahnen.
    Die in regelmäßigen Abständen angeordneten "blauen Teile" könnten Abstandhalter sein. Damit wird sichergestellt. dass die Litze allseitig die geforderte Überdeckung mit Verpressmörtel erhält. Je nach System wird das Hüllrohr beim Verpressen wieder gezogen.
    Nach dem Erhärten des Verpressmaterials kann der Anker gespannt werden.
    Das Spülen mit Wasser kann dem Begrenzen der Krafteinleitungslänge dienen. Hierbei wird überschüssiges Verpressgut herausgespült.
    Der Einbau zusätzlicher Anker erfolgt dann, wenn die Pfähle alleine den Erddruck nicht aufnehmen können; z.B. weil die Pfahldurchmesser so gering wie möglich gehalten wurden.

    Schau doch mal was für ein Anker eingebaut wird. Könnte ggf. auch ein GeWi-Pfahl / Einzelstabspannglied werden.

    Gruß
    Holger
     
  4. Uwe!

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    Hallo Holger,

    vielen Dank erst mal!
    Nee, sind es nicht. Das hab ich wohl nicht richtig beschrieben. Die blauen Röhrchen sind auf der kompletten Länge (ca. 20m) parallel zu dem schwarzem Leerrohr verlegt und alles zusammen alle paar Meter mit Klebeband verbunden.
    Das verstehe ich so, dass Du davon ausgehst, dass der eigentlich Anker schon im Hüllrohr ist? Die scheinen aber definitiv leer zu sein, also zum einen schaut da auf beiden Enden nichts raus und vom Biegeradius (ca. 1,5m am Kran hängend) kann da kein dickes Eisen drin sein.
    Das Spülen wurde gemacht, bevor irgend ein Verpressgut eingebracht wurde. Es wurde gebohrt, direkt danach das oben beschriebene Gebilde eingeführt und dann unmittelbar gespült.
    Das ist mir soweit klar.
    Ich werd das mal beobachten, evtl. kann ich auch ein Bild liefern.
     
  5. Uwe!

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  6. #6 peterk61, 29.04.2015
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    Es handelt sich um einen Baugrubenverbau aus einer zweifach rückverhängten, tangierenden oder überschnittenen Bohrpfahlwand.

    Die Wasserspülung nach Abschluss der Ankerbohrung soll wahrscheinlich eventuell noch in der Bohrung vorhandenes Bohrklein ausspülen.

    Wenn der Verpressmörtel der Anker abgebunden hat, aber noch nicht die vollständige Festigkeit erreicht, wird durch die dünnen blaue Röhrchen nochmals Ankermörtel nachverpresst. Der nachverpresste Mörtel sprengt den Mörtel der 1. Verpressung nochmals auf. Die Mantelreibung der Anker erhöht sich durch das Nachverpressen nochmals deutlich.
     
  7. Uwe!

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    Wow! Danke!
    Sieht immer so einfach aus, aber da steckt ja dann im Detail doch einiges an know-how dahinter!

    Der eigentliche Anker wird dann vor oder zusammen mit der Verpressung in das Leerrohr eingeführt?
     
  8. #8 peterk61, 30.04.2015
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    Der Anker kommt natürlich vor dem Verpressen in die Bohrung. Vepresst wird auch nur im hinteren Teil der Bohrung.
     
  9. #9 Skeptiker, 30.04.2015
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    Danke für die Erklärung, ich habe mich das an fremden Baugruben auch schon öfter gefragt!
     
  10. #10 OLger MD, 30.04.2015
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    Dann wurde wohl das Hüllrohr nach dem Einführen in das Bohrloch sauber gespült und anschließend die Ankerlitzen eingebaut. Auf dem Bild ...16 rechts an der Bohrpfahlwand das könnten die Schutzkappen der Ankerbüchsen sein. Vermutlich von den Litzenankern. Verfahren z.B. nach Zulassung Z-20.1-64
    In der hinteren Wand vermute ich GeWi-Pfähle. Man erkennt noch die viereckigen Ankerplatten und teilweise die überstehenden Ankerstäbe.
     
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