Brandabschottung - das unbekannte Wesen

Diskutiere Brandabschottung - das unbekannte Wesen im Baumurks in Wort und Bild Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen, in der Tiefgarage eines MFH gibt es mehrere Deckendurchbrüche für Fallrohre, die die über der Garage befindlichen...

  1. GWeberJ

    GWeberJ

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    Hallo zusammen,

    in der Tiefgarage eines MFH gibt es mehrere Deckendurchbrüche für Fallrohre, die die über der Garage befindlichen Balkon/Terrassen entwässern.

    Ein Übergreifen eines Brandes in der TG auf die darüberliegenden Bereiche muss verhindet werden, also braucht man eine Brandschottung. Dazu war auf einem Stapel von Gipskartonplatten an der Garagendecke eine Brandschutzmanschette eingesetzt. Der Ablauf war wohl nicht ganz dicht, also schimmelten die GK-Platten vor sich hin. Zusätzlich musste die Manschette laut Hersteller direkt an der massiven Decke verankert werden und nicht an einer Aufdopplung von GK-Platten.

    Nach einigen Monaten hat der Bauträger nun tatsächlich die verschimmelten GK-Platten entfernt. Und was findet man darunter? Eine Kernbohrung für das Ablaufelement ohne jede Brandabschottung (es sei denn, dieser Styroporring, der wohl als Abstandshalter für den Ablauf fungiert, gilt nun als Brandschott).

    Dumme Frage(n): Wie macht man das richtig? Den Ablauf einmörteln (Schallschutz dürfte da ja keine Rolle spielen)? Oder gibt es spezielle Steinwolle-Schalen für solche Ablaufelemente? Wie kann man einen Styroporring in eine F90-Decke einbringen?
     

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  3. kappradl

    kappradl Gast

    Dafür kann man Brandschutzschaum nehmen.
     
  4. sniper

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  5. ThomasMD

    ThomasMD

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    Ist denn überhaupt für die Abtrennung Tiefgarage->Außenbereich eine Brandschottung erforderlich?
     
  6. mls

    mls Bauexpertenforum

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    afaik werden bs-manschetten eingebaut > abz.

    ich dachte immer, bei tg würde statik und brandschutz,
    inkl. ausführung, (quasi)hoheitlich geprüft?
    naja .. f90 kann ja jeder .. wie man sieht :p

    @gweber, ps in tg hatten wir schonmal früher?
     
  7. Gast036816

    Gast036816 Gast

    und vergiss nicht euren baudödelträger auf die korrosionsansätze der freigeschnittenen bewehrung in der kernbohrung hinzuweisen, das wird sonst die nächste baustelle.
     
  8. GWeberJ

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    Habe in einer Infobroschüre gelesen, dass dies nötig ist, wenn die Durchführungen weniger als 5 m von den Hauswänden entfernt sind. Ist bei uns der Fall. Sind nichtmal die 30 cm nach Flachdachrichtlinie von den aufsteigenden Bauteilen weg.

    Aber ich bin auch überfordert, das alles bis ins letzte Detail zu prüfen, sofern mir dies überhaupt möglich ist. Habe jetzt schon gut 5000 Euro für Gutachter ausgegeben und hunderte Stunden selbst im Netz recherchiert. Und jede Woche könnte ich wieder einen bestellen.
     
  9. GWeberJ

    GWeberJ

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    So eine Manschette schottet aber nur das HT-Rohr ab. Zumindest soweit ich das verstanden habe. Der Ringspalt muss demnach anders verschlossen werden.

    Mit Verlaub. Das sind in meinem Fall alles Personen, deren Sachverstand und Motivation gleichermaßen beschränkt ist. Noch vor einem Jahr dachte ich, dass Schornsteinfeger, Bauamt, etc. alles Profis sind, die ihr Handwerk verstehen. Inzwischen durfte ich erfahren, dass man diese "Fachkräften" nach ein paar Stunden googeln an Fachwissen weit hinter sich gelassen hat (natürlich nur bezogen auf die jeweils vorliegende Problematik). Ist wirklich bitter.

    Als ich die Bauaufsicht z. B. darauf hinwies, dass laut Zulassung Mineralwolle-Brandschutzschalen mit Wickeldraht zu fixieren sind, bekam ich zu hören: "Das habe ich aber schon zigmal ohne Wickeldraht gesehen."

    Würde ich meinen Job so machen, wie diese Bande, wäre ich längst im Pfandflaschenbusiness unterwegs.

    Man verzeihe mir diese Tirade. Aber bei mir ist eine Menge Wut im Bauch.
     
  10. GWeberJ

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    Was tut man dagegen?
     
  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 15. November 2014
    Ralf Dühlmeyer

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    Halbwissen OH JE.

    Wenn es die TG Decke zu einem Gründach ist, stellt sich mir erstmal die Frage, ob ein Brandschutz der Leitung überhaupt erforderlich ist.

    Macht ja wohl einen "kleinen" Unterschied, ob das Loch der TG direkt unter einer Wohnungstür mit Zugang zum Garagendach sitzt, Flammen also direkt übergreifen könnten, oder ob der "Vulkan" 20 m von der Fassade weg ausbricht.

    Und der Schimmel dürfte von Kondensat an der ungedämmten Leitung und dem (anscheinend) Gußtopf des Einlaufs stammen!
     
  12. GWeberJ

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    So schaut es oben drüber aus.
     

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  13. ThomasMD

    ThomasMD

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    Das Rolltor und die Schlupftür sehen nicht gerade nach T90 und rauchdicht aus.
    Was sollen da also die Brandschotts an den Einläufen 2m weiter bewirken?
     
  14. GWeberJ

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    Ich hab mal den Grundriss der Dachterrassen mit der Position der Ablaufrohre eingestellt.
     

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  15. Gast036816

    Gast036816 Gast

    ihr habt ja fast so viele regenfallrohre an der fassade wie eine kirche an orgelpfeifen hat.

    jetzt solltest du noch einen schnitt durch den grundriss mit tiefgarage darunter bis zur außenwand garage einstellen - wenn du so etwas hast.
     
  16. GWeberJ

    GWeberJ

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    Ich habe die Umrisse des TG-Bereichs rot eingezeichnet. Hoffentlich ist es erkennbar.

    Nach den Infos, die ich habe, ist jeder Deckendurchbruch, der weniger als 5 m von einer Außenwand entfernt ist, mit der gleichen Feuerwiderstandsklasse wie die Decke selbst auszuführen. Das trifft auf alle Abflüsse zu. Ob das bei der kleineren Dachterrasse rechts, die sich direkt über dem Eingangstor der TG befindet, einen Mehrwert darstellt, kann man sicher in Zweifel ziehen.
     

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  18. GWeberJ

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    So, ich habe mir nun etwas zusammengereimt. Bin gespannt, was die Profis davon halten:

    - Eine Brandschutzmanschette ist hier generell untauglich. Denn deren Funktionsprinzip (bzw. die Bedingungen, unter denen sie geprüft werden) verlangt, dass hinter der Manschette noch für 10 bis 15 cm das brennbare Rohr weiterführt (innerhalb des Bauteils). Dies ergibt sich aus der Zulassung sowie aus einer Broschüre, die ich im Netz gefunden habe (siehe Bild). Das klappt im vorliegenden Fall nicht, weil in der Decke gleich das nicht-brennbare Rohr anschließt. Vermutlich hat man deswegen mit den GK-Platten aufgedoppelt. War aber laut Hersteller der Manschette untauglich.
    - Was übrig bleibt: a) Ablauf und Verrohrung komplett nicht-brennbar und das ganze Einmörteln. b) Verwendung von Ablaufsystemen mit integrierter Brandschottung gemäß Zulassung/Prüfzeugnis.
     

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  19. GWeberJ

    GWeberJ

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    Und ein Schnitt durch das Dach würde vermutlich so aussehen, wie auf dem Bild hier. Der Styroporring, der auf den Bildern im Anfangsposting zu sehen ist, ist vermutlich das untere Ende der Wärmedämmung des Ablaufelements.
    Damit hat man dann aber um das Rohr herum ein ordentliches Loch in der F90-Decke, das nur durch Polystryol verfüllt ist.
     

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