"Brummender" Estrich

Diskutiere "Brummender" Estrich im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, in unserer Neubau-Wohnung (Filigranbetondecken/-böden, dann irgendeine Dämmung, dann Estrich mit FBH, dann Fliesen) erzeugt der...

  1. GWeberJ

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    Hallo zusammen,

    in unserer Neubau-Wohnung (Filigranbetondecken/-böden, dann irgendeine Dämmung, dann Estrich mit FBH, dann Fliesen) erzeugt der Boden ein "Brummen", wenn er barfuß begangen wird. Dieses Geräusch ist auch aus der über uns liegenden Wohnung deutlich zu hören, so dass ich manchmal nicht weiß, ob meine Frau im Nebenraum herumspaziert oder die Nachbarn über mir (ist schwer zu orten). Eine Trittschallmessung will ich demnächst in Auftrag geben.

    Ist den Experten vielleicht bekannt, ob eine bestimmte Art von Estrich oder eine bestimmte Kombination von Bodenbelägen/Estrich und darunterliegender Dämmung anfällig für das Erzeugen solcher Brummgeräusche ist? Etwas derartiges ist mir nämlich noch bei keiner anderen Wohnung, die ich betreten habe, aufgefallen (zugegeben: wahrnehmbar ist es nur barfuß oder mit ganz leichtem Schuhwerk - sobald eine dickere Sohle ins Spiel kommt, scheint ein anderer Frequenzbereich angeregt zu werden, den der Boden dann deutlich besser "schluckt").

    Vielen Dank!
     
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  3. ThomasMD

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    Wie können wir uns das "Brummen" vorstellen?
    Wie lange brummt es, wenn jemand aufgetreten ist?
    Oder ist es eher ein Wummern?

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  4. GWeberJ

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    Ja, das trifft es sicher besser. Das Geräusch erinnert grob an übersteuernde Boxen oder die niederfrequenten Anteile von Explosionsgeräuschen im Fernsehen. Oder als würde man mit einem stumpfen Gegenstand gegen eine massive Wand schlagen (z. B. menschliche Ferse, die auf einen harten Fußbodenbelag tritt).

    Noch den Bruchteil einer Sekunde, also sehr kurz.
     
  5. GWeberJ

    GWeberJ

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    P.S. Noch ein Versuch, das Geräusch zu beschreiben:

    Sobald man (auch) mit der Ferse auftritt, erzeugt das ein Geräusch, das ich intuitiv erst dann erwarten würde, wenn jemand bewußt ganz fest aufstampft. Von den Nachbarn höre ich z. B. buchstäblich jeden Schritt, obwohl die keinesfalls da oben Fußball spielen oder Sackhüpfen machen.
    In meiner Wohnung bemühe ich mich jetzt möglichst ohne Ferse aufzutreten, weil mir das eigene Gehgeräusch auf die Nerven geht. Würden wir alle Birkenstock-Sandalen als Hausschuhe tragen, gäbe es dagegen wohl so gut wie nie störende Geräusche. Aber bei einem angenehm warmen Boden durch FBH will natürlich jeder im Haus barfuß in den Wohnungen herumrennen. Ich ja auch.
     
  6. ThomasMD

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    Ok, alles klar, haben wir auch.
    Wird vor allem von Frauen ausgelöst, die oft hochhackige Schuhe tragen.
    Ich höre auch genau, wo meine Frau gerade barfuß herumläuft. Selber laufe ich in der Wohnung auch eher im Salsagang (mit dem Ballen zuerst).
    Über uns wohnt keiner und die Untermieter haben sich noch nicht beschwert. Habe sie aber auch noch nicht gefragt (wegen der schlafenden Hunde). ;)

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  7. GWeberJ

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    Ist das etwa ein Charakteristikum "moderner" Fußbodenkonstruktionen? Hohe Frequenzen massiv dämpfen, um bei DIN-Messungen gut dazustehen, dafür bei niedrigen Frequenzen alles durchlassen?

    Wie gesagt: Ich habe schon in mehreren MFH gewohnt und noch nie solche Geräusche gehört.
     
  8. Corinna72

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    Frequenzen unter 100 Hz werden von der DIN 4109 (Schallschutz im Hochbau) leider nicht erfasst, was ich als groben Mangel dieser Norm empfinde.
    Typischerweise treten die Resonanzfrequenzen heutiger Estrichkonstruktionen bei 60 - 65 Hz auf, was man dann als Wummern durchhört und nach DIN leider nicht beanstandet werden kann.
    Es wäre möglich, die Resonanzfrequenz weiter nach unten zu verschieben, durch stärkeren Estrich. Außerdem würde die zusätzliche Masse zu weiterer Schalldämpfung führen. Leider wird das aber so gut wie nie gemacht. Bauherren machen sich zu wenig Gedanken um Schallschutz, Architekten vernachlässigen das Thema oftmals ebenfalls, Baufirmen sehen auch nicht ein, warum sie etwas besseres verbauen sollen, als geschuldet und außerdem würde man dadurch auch einiges an Raumhöhe verlieren.
     
  9. GWeberJ

    GWeberJ

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    Ich lebte einige Jahre in einem Gebäude von 2001. Da habe ich einmal im Jahr was von den Nachbarn über mir gehört: Wenn Sie ihren Weihnachtskrach hatten.
    Das habe ich tatsächlich für den Standard im Neubau-Bereich gehalten, seufz.

    Gibt es nicht verschiedene Arten von Estrich bzw. darunterliegender Dämmung? Kann man da wirklich nur etwas mit zusätzlicher Aufbauhöhe gewinnen (hier gibt es bodentiefe Fenster - also selbst wenn ich einen Anspruch darauf vor Gericht feststellen lassen könnte, wird es wohl nicht umzusetzen sein)?
     
  10. sniper

    sniper

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    moin thomas

    das nennt man ballengang ,angeblich das obtimum der menschlichen fortbewegung

    soähnlich wie quattro beim auto
     
  11. Corinna72

    Corinna72

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    weiche flauschige Teppiche helfen ebenso wie weiche Hausschuhe und das Vermeiden von Fersengang.
     
  12. Corinna72

    Corinna72

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    Salsa ist wirklich geil!
     
  13. GWeberJ

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    Update:

    Habe nun die Planung des Fußbodenaufbaus:

    1,5 cm Belag
    5,5 cm Anhydrit-Heizestrich
    2 cm "Verlegematte" (wohl diese Tackerplatten)
    5 cm Fußbodendämmung WLG 022

    Die Resonanzfrequenz des Fußbodens kann grob mittels 160*Wurzel('Dynamische Steifigkeit Dämmung'/'Flächengewicht Estrich') abgeschätzt werden. Die Resonanz liegt im Idealfall unterhab von 50 Hz. Der Estrich ist relativ dünn, also leicht, was für die Resonanzfrequenz ungünstig ist. Nun muss ich noch die Steifigkeit der Dämmung rausbekommen.

    Detail am Rande: Der Fußbodenaufbau des überliegenden Geschosses der Wohnung, die der Bauträger zur eigenen Verwendung reserviert hat, sieht doch geringfügig anders aus.

    1,5 cm Belag
    6,5 cm Anhydrit-Heizestrich
    3 cm "Verlegematte"
    20 cm Fußbodendämmung WLG 040

    Ich rate mal, dass man dort eher kein Dröhnen von oben hört.
     
  14. Kater432

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    Wie sieht es denn mir der notwendigen Rohrüberdeckung aus? Also Tackerplatte, darauf liegen ja noch die Heizungsrohre auf. Somit liegen diese ja in deinen 5,5cm Estrich. Bei Rohrstärke 17mm sind dies noch 38mm Rohrüberdeckung (ohne das evtl. die Rohre etwas hochstehen)

    Bei Zementestrich war mMn die Rohrüberdeckung mindestens 45mm (abhängig von der Festigkeitsklasse) und bei Anhydrit glaube ich 40mm (oder waren es 35mm). Da würde ich mal schauen ob die notwendige Rohrüberdeckung überhaupt gegeben ist.
     
  15. GWeberJ

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    Bei Festigkeit F5 scheinen es 35 mm Mindestrohrüberdeckung zu sein (Google), auf Normen habe ich aber keinen Zugriff.

    Mal eine ganz blöde Frage: Wozu eigentlich 50 mm Wärmedämmung für die Decken zwischen Wohneinheiten? Ist da Schallschutz nicht viel wichtiger? Oder sieht man das eher vor, um für Leitungen auf der Bodenplatte etwas Ausgleichsspielraum zu haben?
     
  16. Kater432

    Kater432

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    Ich weiß nicht was im MfH Pflicht ist, aber Sinn sehe ich jedenfalls. Du willst ja schließlich nicht den Nachbarn unter dir mitheizen, oder? Die Wärme soll schließlich zu dir nach oben für die du bezahlst, und nicht nach unten.
    Ebenso von dem Mieter unter dir soll seine Wärme ja nicht durch die Decke zu dir kommen. Natürlich immer nur bei unterschiedlicher Beheizung. Trotzdem mMn Pflicht, damit die Wärme im Estrich aufsteigt und nicht in der Betondecke.
     
  17. #16 gunther1948, 23. Mai 2014
    gunther1948

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    hallo
    gibts da irgendwo etwas an dem du nicht rumnörgeln musst. alptraum für den gu.
    sonst wirds eine deckenheizung für den untermieter.

    gruss aus de pfalz
     
  18. GWeberJ

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    Ich habe um das Jahr 2000 herum schon einmal eine Wohnung im "gehobenen Segment" gekauft. Da war nix (offensichtliches) dran auszusetzen - und warum soll ich dann noch mit der Lupe suchen?

    Nun bin ich in Wohnung gelandet, wo nach nichtmal einem Jahr die Fassade bröckelt, Steinmauern sich auflösen, jeder Schritt der Nachbarn zu hören ist, etc. Ist doch klar, dass ich jetzt jedes Steinchen umdrehe, soweit mir das möglich ist. Außerdem ist es wirklich interessant und wird mir sicherlich helfen, wenn ich mal selbst baue.

    Er hat doch schon sein Geld. Für ihn ist das erstmal nur ein bißchen nervig.

    Dass man da etwas dämmen muss, ist mir schon klar. Aber bei 20 mm Tackerplatte erreicht man wohl eine dynamische Steifigkeit von 30 MN/m3 (habe ich so bei mehren Anbietern gefunden). Setze ich für 55 mm CFA-Estrich 110 kg/m2 an, dann lande ich bei einer Resonanzfrequenz von um die 80 Hz. Optimale Durchlässigkeit für (Barfuß-)Trittschall.
    Zudem: 20 mm Tackerplatte bringen gut 26 dB Trittschallverbesserung, 250 mm Betondecke haben ungefahr 68 dB Trittschallpegel. Insgesamt also 42 dB. Da noch 5 dB Vorhaltmaß drauf und wenn dann bei der Verarbeitung gar nix schiefgeht, können ganz knapp die 46 dB aus DIN 4109, Beiblatt 2 erreicht werden, die bei mittlere Bauqualität als Standard angesehen werden können.
    Alles auf Kante genäht, aber "exklusiv, luxuriös, ruhige Lage, etc." in die Baubeschreibung knallen und entsprechend Bepreisen. Das I-Tüpfelchen ist dann, dass der Bauträger seine eigene Wohnung, mit der er zusätzlich um Vertrauen warb, mit 31 cm Bodenaufbau "trittschallisoliert". Da kann man doch mal etwas schmollen, oder ?
     
  19. DirkZ1

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    Die Rohrüberdeckung muss bei der Biegezugfestigkeitsklasse F4 mindestens eine Nenndicke von 45mm, bei Fließestrich der Biegezugfestigkeitsklasse CAF-F4 mindestens eine Nenndicke von 40 mm aufweisen.
     
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  21. #19 Rudolf Rakete, 23. Mai 2014
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