Carport - Statik und Windlast bei einer geschl. Seite

Diskutiere Carport - Statik und Windlast bei einer geschl. Seite im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo Miteinander, ich habe eine Frage an die Statiker unter Euch. Selber bin ich Bauingenieur, aber das Studium ist schon eine Weile her und...

  1. #1 Stefan Wi, 29. Juli 2015
    Stefan Wi

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    Hallo Miteinander,

    ich habe eine Frage an die Statiker unter Euch.
    Selber bin ich Bauingenieur, aber das Studium ist schon eine Weile her und damit ich hier nichts falsch rechne, wollte ich Euch befragen.

    Ich plane ein Carport mit den Abmessungen 6m x 3m an dem hinten noch ein Absteller dran ist. Insgesamt ist die Konstruktion somit 9,14m x 3m.

    Ich habe nun alle Bauteile bemessen, auch wenn sie größer als bei Baumarkt-Carports ausfallen, würde ich noch gern als Wetterschutz eine Wand des Carports schließen.
    Hierzu habe ich nat. bei der Stützenbemessung noch nicht die Windlast berücksichtigt.

    Wenn ich die Windlast nach w=cf*psi berechne, so erhalte ich eine Kraft (KN), die auf die Mitte der Wand drückt.
    Da ich bei der Stütze aber eine Streckenlast benötige, müsste ich doch die Kraft durch die Wandlänge teilen. Umso KN/m zu erhalten.
    Oder sehe ich das falsch?
    Dabei ist allerdings zu bemerken, dass dann die Windlast mit 1,7KN/m mir recht hoch vorkommt für Windlastzone 1 oder 2.

    Es gibt aber noch eine andere Formel für Windlasten auf Teilflächen.
    w=cp*p+1,25 -> die 25% Aufschlag für Nachweis einzelner Tragglieder.
    Somit ergibt sich w zu:
    Cp= h/a = 3m/9,14m = 0,33 <0,5 -> Cp=0,7
    Staudruck für Gebäude <8m Höhe =0,5 KN/m²
    w= 0,7*0,5 KN/m² = 0,35KN/m²

    Wie ist die Windlast nun einzustufen.

    Gehe ich von einer Einzellast auf den Wandmittelpunkt umgerechnet in eine Streckenlast aus, oder ist die Windlastberechnung für Teilflächen hier eher anzusetzen?
    Es ergibt sich daraus ein erheblicher Unterschied im Stützenquerschnitt bezüglich Knicken ob ich nun 1,7KN/m oder 0,35KN/m² ansetze.

    Ich hoffe mir kann jemand einen kleinen Denkanstoß geben.

    Danke

    Gruß
    Steve Wi
     
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  3. #2 Alfons Fischer, 29. Juli 2015
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    ein paar Skizzen würden helfen.
    Aber nach meinem Verständnis ist eine Windlast nie eine Punktlast und sollte auch nicht zu einer solchen zusammengefasst werden.
    ggf. muss man für die Bemessung einzelner Bauteile und von Anschlüssen noch mit einer Erhöhung rechnen.
     
  4. #3 gunther1948, 29. Juli 2015
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    hallo
    zwischen essen (oldenburg) = norddeutsche tiefebene und essen ( ruhrgebiet ) gibts schon einen deutlichen unterschied.
    frage: wie hast du denn die windlasten auf das dach berechnet wenn du hier schon mit einzellasten rumhantierst?

    gruss aus de pfalz
     
  5. #4 Stefan Wi, 29. Juli 2015
    Stefan Wi

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    Hallo,

    Essen Ruhrgebiet soll der Standort sein.
    Auf das Dach habe ich eine Windlast von 0,65 KN/m² angesetzt. WZ2 obwohl 1 ausreichen würde.
    Bei einem Sparrenabstand von 1,2m ist g= 0,57KN/m² X 1,35= 0,77KN/m².
    qs=0,75KN/m²*1=0,75KN/m² X 1,5 = 1,125KN/m² Schneelast. 1 -> da Neigung unter 30° (hier 9° Pultdach) Schneelastzone 1 oder 2 mit <200m

    Wie füge ich eine Grafik an? Ich habe im AutoCAD eine Skizze erstellt.

    Gruß
    Steve Wi
     
  6. #5 Stefan Wi, 29. Juli 2015
    Stefan Wi

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    Hallo,

    ich habe mir einmal von unserem IT-Mann das Programmpaket Frilo (Friedrich & Lochner) installieren lassen.
    Im Modul H01 Holzstütze geht die Windlast als Maßeinheit mit KN/m ein.

    Gruß
    Steve Wi
     
  7. #6 gunther1948, 29. Juli 2015
    gunther1948

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    hallo
    wie soll denn die aussteifung (standsicherheit) von dem konstrukt gewährleistet werden?
    gebäude an wohnhaus angebaut ----> verwehkeil für schnee evtl.
    nur mit einzelbauteil-nachweis, wie auch immer, kommste nicht weiter.
    statisches system festlegen.

    gruss aus de pfalz
     
  8. #7 gunther1948, 29. Juli 2015
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    hallo
    das macht hier im bef keinen sinn dir bei deiner schusterarbeit zu helfen und diy siehe nub´s.

    gruss aus de pfalz
     
  9. saxum66

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    Ist schon sehr verwunderlich, dass ein ausgebildeter Bauingenieur nicht in der Lage ist, die statische Berechnung und Bemessung eines Carports durchzuführen.
     
  10. #9 gunther1948, 29. Juli 2015
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    hallo
    naja die eu hat gas gerade nicht vereinfacht und die änderung hat ihn wohl links überholt.
    an einem verwertbaren nachweis hat sich schon mancher zahnlücken geholt.

    gruss aus de pfalz
     
  11. #10 Stefan Wi, 29. Juli 2015
    Stefan Wi

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    Kannst du es denn?

    Ich habe Fels- und Tunnelbau studiert und Verkehrstechnik vertieft.
    Hochbau war Grundstudium und Statik ist wie geschrieben lange her. Klar haben wir im Stahl- und Holzbau Dächer, Hallen, und deren Verbindungsmittel berechnet und nachgewiesen, doch das ist eben schon etwas länger her.

    Ich bitte ja keinen die Berechnungen/ Nachweise für mich zu machen. Manchmal braucht man eben nur einen kleinen Tipp und kommt dann selber wieder dahinter.

    @gunther1948

    Die Carportstatiken die ich im I-Net gefunden habe sind alle Einzelnachweise der jeweiligen Bauteile (Sparren, Pfetten, Stützen, Fundament)
    Da ist nichts zu erkennen von einem räumlichen Stabwerk.
    Die bemessungsrelevanten Schnittgrößen/ Kräfte werden logischerweise für den Nachweis/ Bemessung des darunterliegenden Bauteils (Sparren->Pfette->Stütze->Fundament) verwendet.

    Die Windlast auf die Wandfläche geht als Moment in die Stützenfüße ein. Ein Teil wird nat. über die Sparren und Dachschalung in die zweite Seite des Carports in die Stützenfüße eingeleitet.

    Laut Bauamt soll die Statik zu einem überdachten Stellplatz plausibel sein. Sie muss auch nicht von einem Statik Büro abgestempelt werden.

    Gruß
    Stefan Wi
     
  12. #11 Stefan Wi, 29. Juli 2015
    Stefan Wi

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    Das statische System ist ein 5 Feldträger (Pfette 1) an der Gebäudewand (nicht mit dem Geb. verbunden auf 6 Einzelfundamenten); Pfette 2 ist ein 4 Feldträger mit 1,5m Kragarm auf 5 Einzelfundamenten; Sparren ist ein Träger auf zwei Stützen mit Krli und Krre von 14,5cm (Dachüberstand). Stütze ist unten eingespannt und oben ungehalten (Lagerart 0 - in alle Richtungen beweglich) Die Wand unter der Pfette 2 soll verkleidet werden. Da sie gen Westen (Hauptwindrichtung) ausgerichtet ist, muss die Windlast berücksichtigt werden.

    Aus diesem Grunde meine Frage, wie sie in den Ansatz der Lastermittlung gebracht werden kann.

    Gruß
    Stefan Wi
     
  13. mikado93

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    ...du brauchst nenn Bauexperten...:bau_1:...zum Glück bist du hier...hier wird dir geholfen...:hammer:
     
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  15. #13 Bauqualle, 31. Juli 2015
    Bauqualle

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    .. auhh ja .. man könnte ja einen Cremonaplan zeichnen und die Lastabtragungen dadurch ermitteln .. :hammer:

    … Ramona … !!! …
     
  16. Stefan Wi

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    Hallo,

    danke für die zahlreiche Hilfe.

    Soweit bin ich nun fertig.

    Jetzt stellt sich nur die Frage, ob man das Carport lieber am Gebäude befestigen sollte und sich eine Stützenreihe (6 Stützen) spart, oder doch lieber die Trennung zum Gebäude behalten will.

    Wie sieht es bei Carports, die am Gebäude befestigt sind eigentlich mit der Setzung aus?
    Das Gebäude soll sich laut Baufirma max. 1cm setzen.

    Gruß
    Stefan Wi
     
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