Dach-Sparren war verdreht und ist nun rissig

Diskutiere Dach-Sparren war verdreht und ist nun rissig im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich habe ein Problem mit einem Dach-Sparren. Der war bei der Hausübergabe total verdreht. Ich hab ihn daher bemängelt. Er wurde...

  1. lutz02

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    Hallo,

    ich habe ein Problem mit einem Dach-Sparren.
    Der war bei der Hausübergabe total verdreht. Ich hab ihn daher bemängelt. Er wurde seitlich durch zwei starke Bretter mit dem gegenüberliegenden Sparren verschraubt und damit aufgerichtet.
    Jetzt (etwa ein 3/4 Jahr später) habe ich gesehen, dass dieser Balken auf der ganzen länge seitlich total rissig ist. Alle anderen Balken haben keine oder nur ein paar ganz kleine Risse, aber dieser hat total viele, relativ große Risse (Länge der Risse bis zu 30 cm, Tiefe bis zu 3 cm).
    Ich vermute, dass durch das 'gewaltsame' aufrichten des Balkens dieser nun quasi unter Spannung steht und daher an der Seite aufreisst. Kann das sein? Wie viele und wie große Risse darf so ein Balken eigentlich haben, damit die Statik noch passt?

    Danke, Lutz
     
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  3. R.J.

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    Wie die Anti-Dreh-Vorrichtung Funktioniert habe ich zwar nicht ganz verstanden aber prinzipiell ist Holz eher zwängungsfrei einzubauen. Drehwuchs an sich ist natürlich auch nicht so toll, aber irgendwie scheint es das Stückchen Holz ja durch die Sortierung geschafft haben.
    Zu deinen Rissen kannst du ansatzweise hier nachlesen.
    Inwiefern sich das auf die Tragfähigkeit auswirkt kann hier kann nur dein TWP beantworten. Der kennt schließlich die angesetzten Beanspruchung.
     
  4. #3 Meister_Hans, 11. September 2007
    Meister_Hans

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    Mmmmh, R.J., Lutz baut in BY, da ist der TWP nicht zwingend erforderlich... Und der Beschreibung nach müßte es sich hier um einen Firstpunkt handeln...

    Ansonsten gebe ich Dir Recht.
     
  5. lutz02

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    Danke, R.J. und Meister Hans für eure Antworten.

    Ich habe das Haus von einem Bauträger gekauft. TWP heißt vermutlich Tragswerkplaner, keine Ahnung ob es da einen gibt.

    Mir geht es erst mal um zwei Sachen:
    1. Ich möchte herausbekommen, ob es sein kann dass so ein Balken reißt, weil er aufgerichtet wurde. Oder ob das als Ursache auszuschließen ist.
    Die beiden gegenüberliegenden Sparren treffen sich am First, eine Firstpfette gibt es nicht. Hier war die eine verdreht. Ich habe noch ein paar Fotos, damit es klarer wird:
    Vorher:
    [​IMG]
    Nach dem "aufrichten":
    [​IMG]
    Die Risse:
    [​IMG]
    [​IMG]
    [​IMG]

    2. Möchte ich wisse, wie die Risse sich auf die Statik/Tragfähigkeit auswirken.
    Mir ist klar, dass dies aus dieser Entfernung schwer möglich ist. Aber vielleicht gibt es da ja ein paar Faustregeln, die mir zumindest ein Anhaltspunkt sein können...

    Danke und Gruß, Lutz
     
  6. #5 VolkerKugel (†), 11. September 2007
    VolkerKugel (†)

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    Zuerstmal ...

    ... ist die Holzqualität auf der Güteeinstufung ganz unten angesiedelt, sach ich mal.
    Auf Deutsch: das Billigste vom Billigen. Welches Baujahr übrigens?

    Andererseits beeinträchtigen die hier gezeigten Risse nicht die Tragfähigkeit.
    Da hab´ ich bei Sanierungen schon ganz andere (und bei Sparren mit geringeren Holzquerschnitten) gesehen und die Dächer stehen seit Jahrzehnten.

    Nach der Beschreibung scheint es sich um ein Sparrendach (also ohne First- und Mittelpfette) zu handeln.
    Hilfreich zur weiteren Beurteilung wäre mal ein Gesamtfoto des Dachraums sowie ein Detailfoto vom unteren Anschluss der Sparren an die Rohdecke/den Ringanker.
     
  7. lutz02

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    Hallo Volker,

    Baujahr 2006,
    Wenn ich nicht völlig daneben liege, gibt es keine First-, aber eine Mittelpfette. Ich hätte ein Foto, habe aber mein Limit scheinbar erreicht.
    Von dem Anschluss kann ich nicht so leicht ein Foto machen, da müsste ich erst die Dämmung beseitigen...

    Gruß, Lutz
     
  8. #7 Jürgen Jung, 12. September 2007
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    wie weit gehen denn

    die Knaggen in Bild 2?

    Ansonsten gebe ich Volker Kugel recht:

    Holz für Baujahr 2006: low level
    Risse: keine Sorge

    ob die Risse aus Zwängungen der Knaggen kommen, wage ich zu beweifeln.

    Gruß aus Hannover
     
  9. MaMa

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    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
    Ich würde meinen die Knaggen in Bild 2 sind reine Firstlaschen, nur ein wenig stabiler und befestigungsmäßig aufwändiger ausgeführt, jedoch ohne Wirkung für die Risse (die wären auch so gekommen).
    Bei den Rissen würde ich auch nicht mehr vermuten als das Resultat von mittlerweile durchgetrockneten Bauhölzern des unteren Preissegments auf denen drei Tage vorm Zuschnitt noch die Vögel gezwitschert haben.
    Grüße aus Leipzig
     
  10. #9 Ralf Dühlmeyer, 12. September 2007
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    Solche Hölzer...

    wurden vor 100 Jahren zum Propeller-Schnitzen verwendet. :p
    Mein Respekt den Kollegen, die den Drehwuchs grade gezwungen haben - nur könnte es sein, daß sich diese Zwangsmaßnahme eines schönen Tages (oder Nachts) mit einem derben Knall in ihre Bestandteile zerlegt. :wow
    Aber auch deswegen wird Ihnen nicht der Himmerl - ääääh das Dach auf den Kopf fallen.
    MfG
     
  11. lutz02

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    Danke für eure Antworten.

    Die Knaggen oder Firstlaschen sind rechts nach dem Bildrand auch gleich zu Ende (wie auf der anderen Seite).

    Was mich verwundert ist, dass eben nur dieser Balken solche Risse hat. Wenn es einfach an zu feuchtem Holz liegt, müssten ja auch die anderen Balken Risse zeigen, da ist aber (fast) nichts.

    Bzgl. der Risse gehen die Meinung scheinbar weit auseinander. Von "keine Sorge" bis "derben Knall" ist alles dabei... Es scheint also nicht so eindeutig zu sein.

    Gruß, Lutz
     
  12. #11 Ralf Dühlmeyer, 12. September 2007
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    Der derbe Knall bezieht sich auf die Laschen, nicht auf die Risse!!!!!
    MfG
     
  13. Meister_Hans

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    Japp, der derbe Knall kann entstehen, wenns eine oder beide Laschen zerreißt. Die Auswirkungen sind dann aber nicht so schlimm, daß Dir das Dach runterkommt sondern daß eben eine oder beide Laschen kaputt sind. Der Sparren trägt trotzdem weiter.

    Das was mich ein wenig wundert ist, daß am Firstpunkt von vornherein absolut keine Lagesicherung der beiden Hölzer verbaut werden sollte wie z. B. die beiden Laschen des "korrigierten" Sparrens. Eine "konstruktive" Firstpfette versuche ich eigentlich so gut wie immer einzubauen. Dann können schon mal keine "Firstwellen" entstehen, wie man bei alten Scheunen oder Häusern manchmal feststellen kann. Und wenn keine Firstpfette reinkommt dann doch mindestens ein Blatt damit die beiden Sparren am First aneinander genagelt werden können. Stumpf gestoßen ist nach meiner Meinung unterste Ebene der Handwerklichen Fähigkeiten.

    Mittelpfette ist drin, m. E. ist das in der Dreierserie das Holz, an dem die Verteilerdose angeschraubt wurde...

    Bezüglich der Holzqualität kann ich eigentlich nur vermuten, daß die anderen Sparren entweder schon von besserer Qualität sind oder evtl. technisch vorgetrocknet waren oder sogar beides...

    Ist beim Holz halt mal so, der Zimmerer sollte sich normalerweise sein Holz genau angucken, bevor er es verarbeitet. Doch dies wird immer mehr vernachlässigt, da entweder Abbundanlagen genutzt werden die das Holz nur bearbeiten aber keine Sichtprüfung durchführen oder weil´s dem Verarbeiter relativ wurscht ist, was für nen Krempel er verarbeitet.
     
  14. R.J.

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    Einen derben Knall gibt es meistens auch wenn die Risse enstehen. Da diese nun mal schon da sind wird, meine ich, die Firstlasche nicht mehr auseinander fliegen, da die Spannungen schon (mindestens teilweise) abgebaut sind.

    Also das ist nicht ganz so. Abbundanlagen die mit nicht maßhaltigen Material gefüttert werden produzieren auch nur Murks. Stell dir mal ein absolut drehwüchsigen Sparren in der Anlage vor, der kann da ganz schön viel kaputt machen. Da hat also keiner Interesse daran die teuren Anlagen und Werkzeuge mit billigstem Bauholz zu ruinieren.
     
  15. lutz02

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    Für eine Firstpfette war der Bauträger wohl zu geizig. Die anderen Sparren sind aber auch durch ein Brett ähnlich dem problematischen verbunden. Halt nur auf einer Seite und mit einem dünnen Brett.

    Genau, die Verteilerdose ist an so einem Querbalken, die ich für die Mittelpfette halte.

    Wenn es mal leise ist im Haus, dann höre ich schon immer wieder Knalle, die ich bisher nicht so recht zuordnen konnte. Meine Vermutung war schon der Dachstuhl, aber immer wenn ich oben war hat es nicht geknallt...
     
  16. Jürgen Jung

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    man sollte nicht

    so schnell sein mit seinen Urteilen. Ob der Unternehmer zu geizig war, um eine Firstpfette einzubauen, wage ich auch zu bezweifeln.

    Ein Blick in die Statik würde das sofort klären :deal

    Gruß aus Hannover
     
  17. Bauwahn

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    war wohl eine konstruktive Firstpfette, wenn statisch keine vorgesehen ist. Bei mir wurde an der Stelle eine Überblattung mit Verschraubung gemacht, ich denke, das ist auch eine passable Lösung (bei 45° DN auch nicht zu kompliziert).

    Gruß

    Thomas
     
  18. lutz02

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    Du hast recht, an dieser Stelle war ich vielleicht etwas schnell... :mauer
     
  19. Lukas

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    Jeder bekommt das, was er bestellt/bezahlt. Was hat das mit handwerklichen Fähigkeiten zu tun?

    Gruß Lukas
     
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  21. Jürgen Jung

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    es geht aber

    auch anders rum :e_smiley_brille02: , die Kunden bezahlen viel und bekommen trotzdem sch... , oder?

    Wir wissen ja nicht, wie es hier war?

    Gruß aus Hannover
     
  22. Lukas

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    Las ich da nicht was von BT? :yikes
     
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