Dachdurchführung bei aufgesetztem Schornstein

Diskutiere Dachdurchführung bei aufgesetztem Schornstein im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir wollen in unserem EFH (Bungalow) einen Kaminofen mit aufgesetztem Schornstein (BW 150) installieren lassen. Da unser Wohnzimmer...

  1. jochen35

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    Hallo,

    wir wollen in unserem EFH (Bungalow) einen Kaminofen mit aufgesetztem Schornstein (BW 150) installieren lassen. Da unser Wohnzimmer keine Zwischendecke hat und somit nach oben direkt mit dem Dach abschließt, soll der Edelstahl-Schornstein auch direkt durch das Dach geführt werden und auf dem Kaminofen aufsitzen. Aus optischen Gründen haben wir uns für einen gebürsteten Edelstahlschornstein entschieden, der ohne Klemmbänder auskommt.

    Die Installation soll natürlich durch einen Fachmann erfolgen, den wir auch in Kürze damit beauftragen wollen. Da erfahrungsgemäß auch Fachbetriebe Fehler machen können, möchte ich natürlich selber gerne wissen, auf was zu achten ist. Daher habe ich noch folgende Fragen und würde mich über Eure Antworten sehr freuen.

    Was ist bei der Dachdurchführung zu beachten? Wie muss diese realisiert werden, so dass die Dämmeigenschaften erhalten bleiben und keine Wärmebrücke entsteht. Und wie sollten Dampfdiffusionssperre und die Unterspannbahn mit dem Schornstein verbunden werden, um das Eindringen von Feuchtigkeit und somit auch den Befall von Schimmel zu vermeiden.

    Der Dachaufbau sieht von innen nach außen wie folgt aus

    16x110mm Fichtenprofilholzschalung > 12,5mm Gipskartonfeuerschutzplatte > 20mm Holzlattung > 0,20mm PE_Folie als Dampfdiffusionssperre > 250mm Mineraldämmstoff > 45x245 Sparren > diffussionsoffene Unterspannbahn > 25mm Konterlattung > 38x58mm Latten > Dachziegel


    Gruß
    Jochen
     
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  3. Sterneberg

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    hallo,
    ich glaube das ganze Vorhaben wird etwas komplizierter als du es dir vorstellst. Ich habe die Prozedur auch gerade "durch". Erstmal kann der Edelstahlschornstein nicht direkt auf den Ofen "aufgesetzt" werden, da der Schornstein eine Bodenplatte braucht. das bedeutet für die Reihenfolge vo unten nach oben: Bodenplatte (oder alternativ Bodenplatte mit Reinigungseinrichtung-- lässt sich aber schlecht reinigen, da der Ruß beim reinigen durch den Schornsteinfeger dann nach unten herausfällt), nächstes Teilstück also Reinigunganschluß mit seitlicher Tür, danach kommt der Rauchrohranschluß. Hier wird üblicherweise der Übergang des doppelwandigen Edelstahlschornsteins auf das einwandige Rauchrohr ausgeführt. Es hat sich bewährt, im folgenden 90 Grad Bogen gleich eine Reinigungsöffnung für das Rauchrohr zu integrieren, darunter ggf. ein Teilstück Rauchrohr mit "Zugbegrenzer", um den Zug aus dem Ofen ggf. nicht nur durch die Ofenschieber reduzieren zu können, sondern eben auch über dem Ofen.

    So, die Dachdurchführung unterliegt strengen Anforderungen. Läuft der Edelstahlschornstein im Haus nur über ein Stockwerk, das ist bei euch offensichtlich gegeben, dann darf er überhaupt "im" Haus verbaut werden, sonst müsste er an der Aussenwand stehen. Bei der Dachdurchführung sind Abstandsmaße zu den Holzbauteilen des Daches einzuhalten.(Auch bei doppelwandigen v2A schornsteinen, die als Werbung einen Abstand von 50mm deklarieren. Das gilt aber nur für "luftumspülte Bereiche", d.h. läuft der Schornstein offen an einem Balken vorbei, reicht dieser Abstand. Bei der Dachdurchführung müssen mindestens 260mm eingehalten werden. Das
     
  4. Sterneberg

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    hallo,
    ich glaube das ganze Vorhaben wird etwas komplizierter als du es dir vorstellst. Ich habe die Prozedur auch gerade "durch". Erstmal kann der Edelstahlschornstein nicht direkt auf den Ofen "aufgesetzt" werden, da der Schornstein eine Bodenplatte braucht. das bedeutet für die Reihenfolge vo unten nach oben: Bodenplatte (oder alternativ Bodenplatte mit Reinigungseinrichtung-- lässt sich aber schlecht reinigen, da der Ruß beim reinigen durch den Schornsteinfeger dann nach unten herausfällt), nächstes Teilstück also Reinigunganschluß mit seitlicher Tür, danach kommt der Rauchrohranschluß. Hier wird üblicherweise der Übergang des doppelwandigen Edelstahlschornsteins auf das einwandige Rauchrohr ausgeführt. Es hat sich bewährt, im folgenden 90 Grad Bogen gleich eine Reinigungsöffnung für das Rauchrohr zu integrieren, darunter ggf. ein Teilstück Rauchrohr mit "Zugbegrenzer", um den Zug aus dem Ofen ggf. nicht nur durch die Ofenschieber reduzieren zu können, sondern eben auch über dem Ofen.

    So, die Dachdurchführung unterliegt strengen Anforderungen. Läuft der Edelstahlschornstein im Haus nur über ein Stockwerk, das ist bei euch offensichtlich gegeben, dann darf er überhaupt "im" Haus verbaut werden, sonst müsste er an der Aussenwand stehen. Bei der Dachdurchführung sind Abstandsmaße zu den Holzbauteilen des Daches einzuhalten.(Auch bei doppelwandigen v2A schornsteinen, die als Werbung einen Abstand von 50mm deklarieren. Das gilt aber nur für "luftumspülte Bereiche", d.h. läuft der Schornstein offen an einem Balken vorbei, reicht dieser Abstand. Bei der Dachdurchführung müssen mindestens 260mm eingehalten werden. Das bedeutet, je nach Schornsteindurchmesser, ein Quadrat von ungefähr 800mm. In diesem Bereich muß alles aus nicht brennbarem Material bestehen. Für die technische Umsetzung kann das bedeuten: Oben Aussen Blechplatte als Dachdurchführung mit Regenkragen, darunter Brandschutzplatte (feuerfeste Gipskarton gilt nicht als solche, da sie den Flammpunkt nicht einhält-- auch Fermacellplatten nicht-- bei den Platten also Zertifizierung beachten , dann kommt Steinwolle (Flammpunkt 1000 Grad), darunter wieder Brandschutzplatte als Abschluß zum Raum.

    Der luft- und winddichte Anschluß des Ganzen ist dann wieder ein Kapitel für sich. aber das ist mir jetzt zuviel zu Schreiben.

    PS: es gibt auch konfektionierte Wanddurchführungen, die reichten aber bei mir wegen der hohen Dämmstärke und der "Dachdicke" nicht aus.
    MfG
    der Sterneberger
     
  5. jochen35

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    Also, wenn ich richtig informiert bin, ist ein aufgesetzter Schornstein ohne Sohle durchaus möglich und zulässig, wenn gleich hier mehr beachtet werden muss, als bei einem konventionellen Edelstahlschornstein. So wird er uns ja auch von einem Fachbetrieb angeboten und bei der aufgesetzten Installation kann wohl auch auf die Reinigungsöffnung verzichtet werden. Der Schornsteinfeger reinigt den Schornstein dann vom Dach, und anschließend saugt er den Ofen aus.
     
  6. Sterneberg

    Sterneberg

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    hallo,
    hier mal eben die Feuerstättenverordnung für Berlin (Auszug §7). Möglich, das das so wie du es beschreibst, möglich ist. wichtig ist, den zuständigen Schornsteinfeger schnell ins Boot zu holen. Der Prüft und bestätigt das Vorhaben.Und wenn er sagt: Ok!--- dann is auch ok:bounce:

    Schornsteine müssen
    1.
    gegen Rußbrände beständig sein,
    2.
    in Gebäuden, in denen sie Gesc
    hosse überbrücken, ei
    ne Feuerwiderstandsfähigk
    eit von mindestens
    90 Minuten haben oder in durchgehenden Schächten mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Mi-
    nuten angeordnet sein,
    3.
    unmittelbar auf dem Baugrund gegründet oder auf einem feuerbeständigen Unterbau errichtet sein;
    es genügt ein Unterbau aus nichtbrennbaren Baustoffen für Schornsteine in Gebäuden der Gebäu-
    deklassen 1 bis 3, für Schornsteine, die oberha
    lb der obersten Geschossde
    cke beginnen, sowie für
    Schornsteine an Gebäuden,
    4.
    durchgehend, insbesondere nicht durch Decken unterbrochen sein und
    5.
    für die Reinigung Öffnungen mit Schornsteinreinigungsverschlüssen haben.
    (8) Schornsteine, Abgasleitungen und Verbindungsstücke, die unter Überdruck betrieben werden,
    müssen innerhalb von Gebäuden
    1.
    in vom Freien dauernd gelüfteten Räumen liegen,
    2.
    in Räumen liegen, die § 3 Abs. 1 Nr. 3 entsprechen,
    3.
    soweit sie in Schächten liegen, über die ges
    amte Länge und den ganzen Umfang hinterlüftet sein
    oder
    4.
    der Bauart nach so beschaffen sein, dass Abga
    se in gefahrdrohender Menge nicht austreten können.
    (9) Verbindungsstücke dürfen nicht in Decken, Wänden oder unzugänglichen Hohlräumen angeordnet
    sowie nicht in andere Geschosse oder Nutzungseinheiten geführt werden.
    (10)
    1
    Luft-Abgas-Systeme sind zur Abgasabführung nur
    zulässig, wenn sie getre
    nnte, durchgehende Luft-
    und Abgasführungen haben.
    2
    An diese Systeme dürfen nur ra
    umluftunabhängige Feuerstätten ange-
    schlossen werden, deren Bauart
    sicherstellt, dass sie für dies
    e Betriebsweise geeignet sind.
    3
    Im Übrigen
    gelten für Luft-Abgas-Systeme die Absätze 4 bis 9 sinngemäß
     
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  8. Julius

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    Warum ein Dozent nicht in der Lage ist, das wegzulassen, was für den Fall unerheblich ist, bleibt mir ein Rätsel. Du hast mehr Irrelevantes zitiert als Punkte von Belang.
     
  9. Sterneberg

    Sterneberg

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    Hi Julius,
    ich weiß das es in diesem Forum Tradition ist, sich mehr über die Beiträge anderer zu echauffieren als zum Thema zu sprechen. Obwohl ich als interessierter Leser deine Beiträge meist als substantiell betrachtet habe.

    Meine Intention war einfach dem Themeneröffner einen schnellen umfassenden Überblick zu geben- (Außerdem ist "paste and copy" schnell gemacht und ich musste nicht alles durchlesen und kürzen. Ich hoffe du entschuldigst dieses Verhalten----in diesem Sinne freue ich mich auf zukünftige knackige Beiträge deinerseits--- Informationen pur ohne Firlefanz---ich werde es auch üben :bierchen:
     
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Dachdurchführung bei aufgesetztem Schornstein

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