Dachsanierung vs. Neubedeckung

Diskutiere Dachsanierung vs. Neubedeckung im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, anbei folgendes Bild zum Sachverhalt: [img] Bei meiner Altbausanierung hat mein Architekt bis dato (um die Gesamtkosten zu drücken) kein...

  1. #1 Tommy1986, 7. August 2014
    Tommy1986

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    Hallo,

    anbei folgendes Bild zum Sachverhalt:

    [​IMG]

    Bei meiner Altbausanierung hat mein Architekt bis dato (um die Gesamtkosten zu drücken) kein neues Dach eingeplant, da die Unterstrichpfannen von Außen in einem sehr guten Zustand sind.
    Innen (wie man teilweise auf dem Bild sehen kann) bröckelt der Unterstrich ab oder ist bereits nicht mehr vorhanden.

    1. Variante für die Sanierung

    1. Unterstrich der Pfannen erneuern
    2. Hartfaserplatte in die Zwischenräume der Sparren einarbeiten, um im Winter ggf. Flugschnee abzuweisen
    3. Sparren aufdoppeln
    4. Zellulose Einblasdämmung
    5. Dampfsperre
    6. Gipskartonplatten als Dachschrägenverkleidung


    2. Variante

    1. altes Dach runter
    2. Sparren aufdoppeln von außen (so geht im Haus kein Platz verloren)
    3. Unterspannbahn
    4. Lattung
    5. neue Pfannen
    6. Dämmung mit Zellulose von Innen
    7. Sparren mit Lattung ausgleichen und mit Gipskarton verkleiden.


    Was wäre für Euch die sinnvollere Variante, wenn man mal den Preis außen vor lässt??
     
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  3. Neutal

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    Von innen ist bei der Drempelhöhe keine vernünftige Lösung möglich. Die Drempelwand muß von aussen gedämmt werden. Einblasdämmung und Unterdeckbahn vertragen sich nicht so richtig. Hartfaserlösung ist murks. Architekten vor die Tür setzen und Fachmann holen
     
  4. Kalle88

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    Er soll dir mal den Anteil von Dach- und Konterlatten, Unterdeckbahn und Ziegeln anhand der Gesamtkosten der Sanierung vorrechnen. Wenn er dann das immer noch zum Argument nimmt, dann tuts mir leid.

    Gibt das nicht Aufschluss darüber wie es sich mit dem Verstrich in der Überdeckung verhalten wird?

    Ich kommentiere mal kurz was ich persönlich von den Varianten halte:


    1. Handelt es sich um ein Denkmalgeschütztes Haus oder warum will man diesen Krampf gehen? Mal vom Aufwand ganz abgesehen. Da passt das Sparen an der Eindeckung irgendwie überhaupt nicht. Der Erfolg ist auch extrem fragwürdig. Wenn man bedenkt, dass man die Dichtigkeit nach Ender der Maßnahme nicht mehr sieht.

    2. Krampf Nummer zwei. Wie sollen die Hartfaserplatten Befestigt werden? Leisten am Sparren? Erhöht den Raumverlust bei Aufdoppelung. Wie sind die Stöße zu sichern, wenn der Flocker einbläst und sich die Platten am Stoß aufbiegen? Wie ist der Detailpunkt an der Traufe zu lösen? Das möglich anfallendes Wasser sicher abgeleitet werden kann? Ich kenne keine Lösung. Wie kann man gewährleisten, dass die Platte in der Mitte sich nicht aufdrücken und somit anfallendes Wasser zum Sparren hingeleittet wird? Alles in allem, ist das einfach nur Käse. Zumal ein brauchbarer Handwerksbetrieb das garnicht ausführen würde oder nur unter extremen Bedenken.

    3. Je weiter nach innen aufgedoppelt werden, umso mehr müssen Innenwände zurück geschnitten werden. Damit die Luftdichtigkeitsebene im Gesamten von Giebel zu Giebel verlegt werden kann. Was ist statisch überhaupt nötig? Muss der Dachstuhl evtl. konstruktiv verstärkt werden? Wie sieht es mit Wurmbefall oder anderen Schädlingen aus? Du wirst nur mit Zellulose ziemlich viel aufdoppeln müssen um EnEv-Standard zu erreichen.

    4. Finde ich gut, bei der Kombi aber nicht sauber praktikabel. Eine Kombi aus mehreren ökologischen Baustoffen würde den Querschnitt der Dämmung sicherlich schrumpfen lassen.

    5. Ist, wie Flocke schon sagte, bei der Drempelhöhe nicht möglich. Selbst wenn du vor den Drempel eine Vorsatzschale stellen würdest und diese dämmen würdest und daran deine Luftidchtigkeitsebene herunter führen würdest. Hättest du mit Problemen wie Flankendiffussion zu kämpfen oder ziemlich wahrscheinlich Schimmel in den Raumecken. Denn, sofern Innenwände nicht thermisch von deinem Drempel getrennt sind, fungiert der Drempel als Kühlrippe. Deine Innenwände zieht sich dann die Kälte in den Raum. In den Ecken kommst zur Taupunktunterschreitung und über kurz oder lang kommt der Schimmel. Gleiches verhält sich mit Außenwänden. Weiter ist der Anschluss im Fußpunkt deines Drempels fragwürdig. Bei einer Holzbalkendecke sollte das schwierig werden hier Luftdicht anzuschließen. So dass in den Balkengefache keine Feuchtigkeit ins Bauteil kriechen kann.

    5. Eine Installationsebene wäre sicher ratsam, Leitungen gehören nämlich nicht hinter die Luftdichtigkeitsebene. Schalbretter oder ähnlich dünnes flatter Holz gehört da als UK für GKB sicher nicht hin. Ansonsten die üblichen Fallstricke beim Trockenbau im DG. Abrisse Drempel, Wand usw. Da können Trockenbauer mehr zu sagen.


    1. Macht bei der Maßnahme um es sinnvoll anzugehen Sinn und ist sicherlich kein fehl investiertes Geld.

    2. Auch hier sind erstmal konstruktive Verstärkungen von Überlegung. Im gleichen Atemzug kann man dann als Lastanfall noch eine Weichfaserplatte ansetzen. 6 cm zum Bleistift. Die fungiert dann als Aufsparrendämmung. Hat genug Steifigkeit für das Ausflocken, die Giebelseitigen Mauerkronen können überdämmt werden. Entschärfung der Innenraumsituation. Fungiert zu gleich als Unterdeckung, ist im Regelfall bis zu 3 Wochen frei bewitterbar und ist Fachregelkonform. Soll heißen, die Dämmung wird zur Eindeckung ausreichend und gut vor eindringendem Wasser geschützt.

    3. Siehe Punkt 2. In Kombination mit Ausflocken erachte ich eine Unterdeckbahn als völlig ungeeignet. Nicht selten drückt sich die UDB bis an die Ziegel. Keine Hinterlüftung der Eindeckung oder nur unzureichend. Hierzu müssten Strecklatten eingezogen werden. Was das Sparpotential in anbetracht der Arbeitszeit wieder zu nichte macht. Zumal eintreibender Flugschnee oder Starkregen nicht mehr sicher in die Dachrinne abgeleitet werden kann. Schlicht - das Wasser sucht sich seinen Weg, wo der hin geht kann dann keiner sagen. UDB's wären für Traufe, Giebel und Durchdringungen bei Verwendung einer Weichfaserplatte ziemlich brauchbar.

    4. Sofern nicht aus irgendwelchen gesonderten Gründen roh zu verarbeiten.

    5. Ziegel mit ausreichend Verschiebespiel wären brauchbar. Wenn die Traufe und deren Unterschläge nicht entsprechend verändert werden sollten. Bei Ziegeln wie Tegalit oder ähnlichem sollte man entsprechende Abweichungen mit dem DD schriftlich festlegen. Wäre nicht das erste Dach was Wellamadella gedeckt wird und jede 3 Pfannen aufsperrt.

    6. Siehe Variante 1.

    7. Siehe Variante 1





    Fazit: Keines von beiden. Warum? Weil beide nicht wirklich durchdacht sind. Also Archi auf die Füße treten, wenn nicht Spezi für Altbausanierung holen. Ihr selber solltet euch vorher Gedanken drum machen, was für Anforderungen ihr an die Maßnahme stellt. Ökologisch? Billig? Sicher? usw.
     
  5. #4 Tommy1986, 8. August 2014
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    Ich danke Ihnen zunächst für Ihre ausführliche Hilfe und Stellungnahme.

    Was ich im Vorhinein sagen kann, dass ich aus der Verwandtschaft her den Zellulose-Dämmstoff kennengelernt habe und von diesem überzeugt bin. D.h. Glaswolle würde für mich nicht in Frage kommen.
    Zudem (ich weiß nicht ob es hierfür relevant ist) sind die Wände zweischalig und werden ausgeblasen. Demnach ist der Drempel doch schon gedämmt, oder?

    Die Sparen sind in einem super Zustand. Mein Architekt (Altbau-Spezialist) und mein Statiker haben sich diese genau angeschaut.
    Die Sparen sowie die Lattung und sämtliche Dielenbalken in meinem Altbau sind super trocken. Die Dachschrägen waren vorher mit einem Lehm-Strohputz verputzt, sodass ich davon ausgehe, dass die klimatischen Bedingungen dem Holz sehr gut getan haben!!

    Mich würde interessieren, welchen Aufbau Sie für diesen Altbau vorschlagen würden, wenn ich mich für ein neues Dach entscheide.
     
  6. Kalle88

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    Die Drempelwand ist zweischalig gemauert? Oder gehört zum Außenmauerwerk? Demnach würde ich das jetzt eher mit nein beantworten. Die Kerndämmung spielt da auch nur eine untergeordnete Rolle. Da sich mit dem Ausblasen kaum Dämmwerte erzielen werden, die mit dem Dach mithalten kann. Wobei man bei dem Thema Kerndämmung auch Zwiegespalten sein kann. Darüber will ich mich aber nicht auslassen, da mir hier konkretes Fachwissen fehlt.


    Mir ging es auch nicht zwangsläufig nur um Pilze, Insektiziede oder ähnliches. Mir ging es eher darum, in wie weit deine Sparren die spätere Aufdopplung, Dämmung und ggf. ein neues Dach vertragen um konstruktiv nicht die Kretsche zu machen. Wenn sich Archi und Statiker das aber angesehen haben und darüber ihr OK gegeben hat, kann man wohl davon ausgehen, dass es seine Richtigkeit hat.

    Es gibt keine fertigen Aufbauten aus denen man einfach wählt und dann hat es sich. In Verbindung mit einer Zellulosedämmung würde ich auch immer einer Holzweichfaserplatte als Unterdeckplatte einsetzen. Keine Folien und schon garnicht ein krampfiges Gebastel mittels Hartfaserplatten. Bei der Eindeckung würde ich persönlich zu etwas tendieren was A. zum Haus und dem alter passt und B. was sich generell ins Gemeinschaftsbild gliedert. Angenommen, du wohnst nun in eine kleinen Fachwerksiedlung. Gedeckte Dächer mit Schiefer, Bieber oder ähnlichem und nun klatscht du dir eine glasierte Tonpfanne aufs Dach. Das kann die ganze Ansicht einer Häuserzeile versauen.

    Wenn ich mich dem Projekt Altbau stelle, dann will man ja so viel wie möglich vom alten Flair erhalten. Dein Planer sollte seine Wahl dir einfach und plausibel begründen können.
     
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