Dämmung nass

Diskutiere Dämmung nass im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo Forum! Ich lasse zur Zeit eine EG-ETW in einem Dreifamilienhaus von einem Generalunternehmer schlüsselfertig erstellen. Über meiner...

  1. #1 red_husar, 19.03.2006
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    Hallo Forum!

    Ich lasse zur Zeit eine EG-ETW in einem Dreifamilienhaus von einem Generalunternehmer schlüsselfertig erstellen. Über meiner Terrasse befindet sich der Balkon der Obergeschosswohnung. Das Haus ist von außen verklinkert, zwischen Klinker und Kalksandstein befindet sich nach Aussage des Generalunternehmers zur Isolierung eine impregnierte Glaswolle ohne Hintergrundlüftung.

    Bei Regen ist in den letzten Wochen Wasser von den noch nicht versiegelten Balkonen hinter den Klinker gelaufen. Der Innenputz weist an dieser Stelle massiv Feuchtigkeit auf ca. 2 m² auf. Der Generalunternehmer meint, die Glaswolle trockne bei etwas höheren Außentemperaturen von alleine, und damit sei ein späterer Schaden wie z. B. Schimmelbildung ausgeschlossen. Somit sieht er auch keinen weiteren Handlungsbedarf. Ich bin Baulaie, habe aber bei dieser Aussage so meine Bedenken.

    An ein Streichen oder Tapezieren ist nicht zu denken, auch weil sich der Generalunternehmer standhaft weigert bei diesen Temperaturen die Heizung anzustellen, bzw. anderweitig für eine Erwärmung im Bau zu sorgen. Der Übergabetermin war laut Vertrag der 01.03. Er rechtfertigt die Verzögerung mit schlechtem Wetter, also den Frosttagen in diesem Winter.

    Ich hoffe, daß meine Grundinformationen für ein paar Tips von Euch Profis ausreichen. Wie könnte ein weiteres Vorgehen aussehen.

    Gruß

    Thorsten
     
  2. Eric

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    Nachfrage: Was bedeutet: Die Balkone sind noch nicht versiegelt?

    Auf den Balkonen muß sich eine 2-lagige Schweißbahnabdichtung befinden, die vor der Erstellung der Vorsatzschale an der tragenden KS-Wand 30 cm hochgeführt wird. Wenn so wäre, kann ich mir nicht vorstellen, wie da noch Wasser in die Klikervorsatzschale bis in Ihre darunterliegende Wohnung gekommen ist.

    Gibts Fotos von dem Bereich, wo das Wasser einläuft und noch nicht " versiegelt " ist?
     
  3. #3 Carden. Mark, 19.03.2006
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    Doch - und zwar durch die Verblendung selber (wenn Wasser auf dem Balkon steht) oder am Zwischenraum zum Hintermauerwerk (wenn hier das Fenster noch nicht eingedichtet wurde.
    Wenn das Wasser dann hinter der Schale runterläuft - wird es den Weg am Hintermauerwerk suchen - ander als bei durchschlagendem Wasser.
     
  4. #4 Harald W., 19.03.2006
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    Ausrede des Unternehmers..

    ..Frosttage im Winter sind kein unkalkulierbares Risko im Winter. Wenn ein GU/GÜ/BT einen Bau beginnt, der im März fertiggestellt werden soll, hat er diesen vor dem Winter begonnen und führt diesen über den Winter. Schlechtwettertage sind dementsprechend aus Erfahrung einzukalkulieren.
    Die Äußerung des Unternehmers ist eine plumpe Ausrede. Gehe mal mit der Suche-Funktion hier ins Forum, da ist hier und da schon etliches zum Thema Schlechtwetterausfall geschrieben worden.
     
  5. Eric

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    @Mark

    Wenn Wasser auf dem Balkon stehen sollte, dann müßte man klären, worauf das wieder beruht ( kein Gefälle unter der Balkonabdichtung + Wandanschluß fehlerhaft ?).

    Wasser soll von den noch nicht " versiegelten Balkonen " hinter die Vorsatzschale gelaufen sein. Die Balkone sind eine Etage über der ETW von red-husar. Wären dagegen entgegen der Annahme von red-husar die noch nicht eingedichteten Fenster " schuld ", dann wären wahrscheinlich nicht nur die genannten 2 qm naß.

    Es ist halt " Kaffeesatzleserei ", wenn mans nicht vor Ort sieht und auch nicht weiß, was red-husar mit fehlender " Versiegelung der Balkone " meint und obs denn auch tatsächlich die richtige Wassereintrittsstelle ist.

    Die angefragten Fotos könnten vielleicht weiteren Aufschluß geben.
     
  6. #6 Carden. Mark, 19.03.2006
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    Dehalt tue ich mich mit der Beantwortung der Frage auch so schwer.
    Ich weiß noch nicht einmal ob, wie weit der Aufbau Erstellt wurde. Aber auch auf Balkonen gilt die 18195-4. Entwässerungsschlitze der Verblendung erst ab 10 cm über dem Belag usw. Alles was dadrunter liegt muss Schlagregendicht sein.

    Mit der Witterung wiederum ist das son eine Sache. Steht doch in der VOB, das die SW Tage keine Verlängerung mit sich bringen, mit welchen üblicher Weise gerechnet werden musste. Aber dieses Jahr? Im Vergleich zu den Jahren davor. Was ist hier also als üblich anzusetzen. Wieviele Tage?
    1995-1996 haben wir einmal fast 4 Monate keine Rohbauarbeiten ausführen können - was dann
     
  7. #7 red_husar, 19.03.2006
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    Erst mal vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich werde gleich morgen zum Bau fahren und die Bereiche fotografieren. Also bitte morgen noch mal reinschauen. Ich versuche es noch mal laienhaft zu erklären:

    Die Balkone sind aus Betonteilen gegossen und haben ein Gefälle zur Balkontür. Ca. 10 cm von der Hauswand entfernt befindet sich der Regenwasserablauf, an den aber noch keine Fallrohre angeschlossen sind. Regnet es, läuft das Wasser durch die Regenabläufe und tropft unter dem Balkon wieder Richtung Klinker. Der Klinker wurde bis ca. 3 cm unter den Balkon gezogen, der verbleibende Spalt zwischen Balkon (von unten) und Klinker ist noch nicht versiegelt (das meinte ich damit).

    Mehr Aufschluss dürften morgen die Fotos geben.

    Vielleicht noch eine Anmerkung zum Vertrag bzg. Schlechtwetter.

    Vertrag in Anlehnung BGB - sinngemäß steht dort:

    Der Gereralunternehmer verpflichtet sich zur vertagsgemäßer Fertigstellung bis zum 01.03.06. Bei nichts vertragsgem. Fertigstellung bis zum 01.04. zahlt der GU dem Auftraggeber anfallende Zinsen in Höhe von 250,-€. Bei nicht vertragsgem. Fertigstellung bis zum 01.05. ist eine Vertragsstrafe in Höhe von 1500,-€ fällig, die die anfallenden Zinsen einschließt.

    Bei Umständen,die der GU nicht zu verantworten hat (z.B. Höhere Gewalt, Streik, schlechtes Wetter), verzögert sich die Fertigstellung um den Zeitraum der Verzögerung.

    Bis letzte Woche hat er 45 Frosttage (8 Wochen) geltend gemacht, an denen angeblich nicht gearbeitet werden konnte.

    Anmerkung:

    Rohbau weitestgehend fertiggestellt (außer Balkone), innen geputzt, Estrich ist jetzt bei mir zwei Wochen drin.

    Danke für Eure Geduld mit mir!

    Thorsten
     
  8. #8 Hundertwasser, 19.03.2006
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    Das wir Frosttage hatten, und zwar überdurchschnittlich viele, davon kann man ausgehen. Frage: Wurde ein Bautagebuch geführt?
     
  9. #9 red_husar, 19.03.2006
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    Nein, kein Bautagebuch.
     
  10. #10 T9-Liebhaber, 19.03.2006
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    "Der Generalunternehmer meint, die Glaswolle trockne bei etwas höheren Außentemperaturen von alleine, und damit sei ein späterer Schaden wie z. B. Schimmelbildung ausgeschlossen. Somit sieht er auch keinen weiteren Handlungsbedarf."

    Da frag ich mich wie das funktionieren soll, wenn die Dämmschicht nicht hinterlüftet ist.
    Im Endefekt ist die Dämmung genauso eingeschlossen wie Beispielsweise die Dämmung unter einem Estrich. Natürlich wird die Nässe irgendwann mit der Zeit von selber ablüften, was in dieser Zeit aber mit der Dämmung passiert (Schimmelbildung, Wärmeverlust...) will ich mir in meinen Gedanken gar nicht ausmalen.
    Sie geben viel Geld für ein Haus aus, deshalb denke ich möchten Sie für Ihr Geld auch perfekte Ware, oder.
    Also darauf bestehen, dass der Generalunternehmer ein Trocknungsunternehmen einschaltet, die mehr Ahnung von der Sache haben. Und nicht so einen Schmarrn in die Welt setzen, nur um ein paar Euro zu sparen.
     
  11. #11 Carden. Mark, 19.03.2006
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    Die Dämmung hinter der Verblenderschale wird ähnlich schnell trocknen wie die einer hinterlüfteten Fasade. Der Kaminefekt einer Hinterlüftung, wird nach bekannten Untersuchungen, überschätzt. Die Feuchte wird durch die Schalen diffundieren. Es bleibt, der Wärmedämmverlust bis zur Austrocknung und das Schadensbild auf der Innenseite des Hintermauerwerks. Kurzfristige Schimmelbildung, bis zu Herstellung des geplanten Wärmedurchgangwiederstandes ist nicht ausgeschlossen.
     
  12. #12 C. Schwarze, 20.03.2006
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    @Herr Carden
    Das hörte sich auf bau.de 2002 noch etwas anders an.
    Ich würde es um jeden Preis vermeiden wollen, das Feuchtigkeit von innen, durch das Verblendmauerwerk muß, um zu trocknen, weil die Gefahr von Ausblühungen besteht.
     
  13. #13 T9-Liebhaber, 20.03.2006
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    Wie schon gesagt

    wir haben hier einen Neubau, wer bitte will in einem Neubau Feuchtigkeit die mit der Zeit von alleine ablüften soll (mit allen negativen Folgen)... ich denke wohl keiner.
     
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