Dämmung unter Estrich, welche nehmen?

Diskutiere Dämmung unter Estrich, welche nehmen? im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich bin gerade dabei ein altes Haus zu Sanieren. Dies geschieht viel in Eigenleistung, sodass ich kürzlich den Fussboden im EG (nicht...

  1. Zittauer

    Zittauer

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    Hallo,

    ich bin gerade dabei ein altes Haus zu Sanieren. Dies geschieht viel in Eigenleistung, sodass ich kürzlich den Fussboden im EG (nicht unterkellert) rausgehackt habe, da ich aufsteigende Feuchtigkeit hatte und ich die Horizontalsperre erneuern wollte. Bitumenschweißbahn ist mittlerweile drin, jetzt solls also wieder in die entgegengesetzte Richtung gehen. Ich möchte gern Fussbodenheizung haben, sodass ich vor dem Estrich noch eine Dämmschicht einbringen sollte. Mein Heizungmonteur sprach von 120 (!!!!) mm Dämmschicht. Das halte ich für extrem abgedreht und ist baulich gar nicht möglich. Nach dem heraushacken habe ich ca. 10 cm Höhe gewonnen bzw. verloren.

    Ich habe mich versucht da einzulesen aber nichts so richtiges gefunden, welche Dämmung nehme ich am besten damit ich nachher die Schläuche für die FBH aufbringen kann? Wie stark sollte die Estrichschicht minimal sein, also wie stark könnte meine Dämmung ausfallen?

    Es wäre wirklich nett wenn mir jemand helfen kann.

    LG
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Na ja, da lohnt zuerst einmal ein Blick in die ENeV und siehe da, der HB könnte mit den 12cm gar nicht so weit daneben liegen.
    Möchte man davon abweichen, dann ist das unter Umständen möglich. Härtefall usw. usw.

    Wenn Du nur 10cm an Höhe zur Verfügung hast, dann gehen da schon mal 1cm für den Oberbelag ab, macht also 9cm. Dann 45mm Rohrüberdeckung, bleiben 45mm. Dann noch 17mm für die Rohre selbst, und Du bist bei 28mm die für die Dämmung übrig sind. Da geht dann bald mehr Wärme(energie) in das Erdreich als in den Raum.

    Jetzt könnte man die Rohrüberdeckung etwas reduzieren, je nach Estrich und Risikofreude des Estrichlegers sind dann noch einmal 10 bis max. 15mm drin.

    Die Alternative wäre Trockenestrichplatten, die haben typ. 25mm. Dann stünden 65mm für die Dämmung zur Verfügung weil die Rohre ja mit Wärmeleitblechen in die Dämmung eingelegt werden. Das erhöht natürlich die Kosten.

    Letztendlich gibt es noch Dünnschichtsysteme, wobei man aufpassen muss, dass man sich mit den dünnen Röhrchen nicht eine Menge Probleme einhandelt (Stichwort Druckverluste, Hydraulik). Mit woclhen Systemen und einer dünnen Ausgleichschicht kriegt man auch einen niedrigen Bodenaufbau hin, so dass mehr Platz für die Dämmung zur Verfügung steht. Auch hier gilt, vorher in den Geldbeutel schauen.
     
  4. Zittauer

    Zittauer

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    Vielen Dank für deine Antowort. Hat mir schon mal sehr geholfen. Die 10 cm habe ich schon ohne Aufbau gerechnet. 28mm sind für mich 30mm, wenn ich den Aufbau drauf rechne wäre ich bei 40 mm Dämmung.

    Wenn ich beispielsweiße diese Dämmung nehmen würde, wie werden die Rohre auf der Dämmung fixiert?
     
  5. Lebski

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    Mit (Kunstoff)Klammern festgetackert. Das Gerät und Klammern hat der Heizungsbauer, es gibt Folie mit Karos draufgedruckt, das erleichtert es die Rohre gleichmässig auszulegen. Bitte keine Produktlinks, auch wenn es ein Werbepartner des Forums ist.
     
  6. R.B.

    R.B.

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    40mm Dämmlage sind nicht gerade berauschend und entgegen aller Empfehlungen und Verordnungen. Dein Aufbau schickt grob 15-20W/m2 in Richtung Erdreich, da kommt über´s Jahr gesehen schon einiges zusammen.
    Ob es möglich ist hier mit Härtefall zu argumentieren, das müsste ich jetzt nachlesen.
     
  7. Groxox

    Groxox

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    Gegenüber wem muss er das denn argumentieren? Wer soll denn da kommen und sagen "Die EnEV ist nicht eingehalten worden!"? Der HB?
     
  8. #7 Fliesenfuzzi, 14. Oktober 2015
    Fliesenfuzzi

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    Ich raffe auch nicht wem gegenüber man sich in seinem eigenen Haus rechtfertigen muß was man einbaut.
    Würde XPS nehmen, besser als gar nix...

    Kann aber nur raten soviel Dämmung wie möglich drunterzuhauen und eine dünne Trockenbau-FBH einzubauen. Das Geld ist gut angelegt.
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Aha, das bedeutet also, wenn kein Polizist an der Ampel steht dann kann ich auch bei Rot über die Ampel fahren. Sollte ich mir merken.

    Keine Ahnung ob der HB bereit ist unter solchen Umständen eine Fachunternehmererklärung auszustellen, somit wäre er raus aus der Geschichte und die Verantwortung bleibt beim Bauherren. Ob dann das Bauamt bei ihm vor der Tür steht und kontrolliert? Die Wahrscheinlichkeit ist gering, doch wenn die Kontrollen verstärkt würden, dann hätte er ein Problem. Wer weiß, vielleicht entdecken die Behörden ja irgendwann einmal diese Einnahmequelle. Auch bei einem Verkauf des Gebäudes könnte ihm das auf den Fuß fallen, denn ein Käufer geht davon aus, dass wenn im Jahr 2015 der Boden saniert und eine FBH eingebaut wurde, dass alle gültigen Gesetze bzw. Verordnungen eingehalten wurden. Wenn nicht dann wäre das ein Mangel.
    Was der TE daraus macht ist sein Problem, ich kann nur empfehlen sich an Gesetze und Verordnungen zu halten. Es gibt genügend Möglichkeiten die man prüfen kann um im Bestand die EnEV zu erfüllen, und genau das sollte das Ziel sein.

    Ungeachtet dessen ist es in meinen Augen unsinnig dann eine FBh zu bauen die einen großen Teil der Energiemenge sinnfrei in´s Erdreich schickt. 30 bis 40kWh pro m2 jedes Jahr in´s Erdreich heizen, da wäre zu überlegen ob man nicht auf die FBH verzichtet und andere Heizflächen aufbaut und damit den Wärmeverlust halbiert.
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Warum dann nicht einfach mal in die EnEV schauen? Kann man doch alles nachlesen. Tuning Freunde dürfen an ihren Autos doch auch nicht alles ändern was ihnen in den Sinn kommt, zumindest so lange sie damit am Straßenverkehr teilnehmen wollen.
     
  11. Zittauer

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    Hallo,


    vielen Dank für eure Diskussion. Ich habe auch mein Meinung über diese Verordnung, die ich hier aber nicht genau erläutern will, da mein Anliegen ist, machbare Aufgaben möglichst selbst zu bewältigen. Ich bin kein Profi sondern versusche alles möglich vernünftig zu machen und frage lieber vorher um Rat um nachher nicht dazustehen wie Idiot, gerade weil bei jungen Familienvätern wie mir das Geld recht knapp ist. Ich versuche eben den besten Mittelweg zwischen Finanzierbarkeit und Funktion zu finden.

    Daher finde ich das der Punkt zu überlegen ob normale Heizkörper nicht sinnbringender sind, schon angebracht ist.
    Werde mir das nachmal reiflich überlegen. Eine Dämmung steht dann ja dennoch an, wenn auch nicht so massiv.

    Ich habe dennoch ein paar Fragen:

    1. Stöße der Dämmung werden mit Amierungsmörtel verbunden?
    2. Kommt auf die Stöße von oben Aluminiumklebeband?
    3. Falls FBH muss die Dämmung in Waage liegen oder gibts da Spielraum, ist ein altes Haus und überall schief und krumm. Ich weiß untersch. Estrichdicke bedeutet untersch. Wärmeabgabe... Aber was ist eure Meinung.

    4. Wie Stark Wäre die Mindestestrichdicke ohne FBH?
    5. Meines Wissen zieht Wärme nach oben und Kälte bleibt unten, wieso kann es dann sein das so viel Wärme nach unten abgeführt wird?

    Ich Danke euch schon jetzt sehr. Ist wirklich toll dieses Forum hier gefunden zu haben!
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Nein.

    Je nach Dämmung bzw. Tackerplatte kommt auch eine Folie zum Einsatz, am Rand sowieso. Verarbeitungsrichtlinien beachten.

    Die Platten müssen plan aufliegen (Siehe Verarbeitungsrichtlinien).

    Kommt darauf an, was für ein Estrich verwendet wird. DIN18560 wäre für den Anfang schon mal nicht schlecht.

    Schlechtes Wissen. Temperaturleitung in Luft hat nichts mit Temperaturleitung in Materialien zu tun. Wärme geht von Warm nach Kalt, egal ob hoch oder runter oder links oder rechts. Bei Luft (Konvektion) ergibt sich eine Strömung nach oben aufgrund der geringeren Dichte.

    Angesichts der Frage weiß ich nicht, ob die Aufgabe für Dich machbar ist. Zu einer FBH, aber auch zu einem Heizkörperkreis, gehört noch viel mehr als nur das bisschen Dämmung oder Estrich.
     
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  14. Zittauer

    Zittauer

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    Hallo,

    Danke für deine Antworten.

    Ich meine ja nicht das ich es schaffe eine FBH bzw. Heizkörperkreis selbst zu kreiern, aber paar Dämmplatten aufn Boden verlegen dürfte sicher jeder hinbekommen.

    Dennoch werde ich aus manchen Antworten nicht schlau. Wenn die Platten nicht verbunden werden, werden sie also schwimmend verlegt und stumpf gestossen? Was für eine Folie meinst du bei 2.?

    Danke
     
  15. R.B.

    R.B.

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    Schau in die Verarbeitungsrichtlinien, dort steht alles notwendige. Es wäre sinnfrei das alles hier jetzt abzutippen. Ansonsten kannst Du Deinen Heizungsmonteur fragen, der sollte doch wissen wie eine FBh gebaut wird.

    anscheinend nicht, denn sonst müsstest Du nicht fragen wie die Platten verlegt werden. Suche Dir ein System aus, dann ergibt sich der Rest von selbst (oder auch nicht). Es gibt veschiedene Systeme und jedes hat so seine Eigenarten. Deswegen gibt es ja Verarbeitungsrichtlinien zu jedem System. Ob stumpf gestoßen, mit Folie, oder verklebtem Stoß, die Auswahl ist groß.
     
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Dämmung unter Estrich, welche nehmen?

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