Deckenheizung für Hausneubau

Diskutiere Deckenheizung für Hausneubau im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir planen derzeit unser Einfamilienhaus als KFW 70-Haus (ENEV 2009). Bei der Heizung waren wir an sich bei einer Fußbodenheizung. Jetzt...

  1. #1 Revan, 5. Juni 2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Juni 2010
    Revan

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    Hallo,

    wir planen derzeit unser Einfamilienhaus als KFW 70-Haus (ENEV 2009). Bei der Heizung waren wir an sich bei einer Fußbodenheizung. Jetzt wurde uns vom Generalunternehmer, der den Bau durchführen soll, eine Deckenheizung empfohlen (xxxxxxxxx). Auf dem Papier hört sich das ja recht gut an, aber in der Praxis?

    Was uns besonders interessiert:

    - reicht die tatsächlich, um die Zimmer zu beheizen, d.h. funktioniert das Prinzip?
    - Was ist mit Ecken, wo die Strahlungswärme nicht hin kann (z.B. unter dem Tisch--> kalte Füße?)
    - Ist die Heizung zuverlässig bezüglich Qualität, Heizleistung, Zeitraum bis es warm wird?
    - Funktioniert die versprochene Kühlleistung im Sommer auch?

    Vielleicht hat jemand von euch so eine Heizung in seinem Haus und kann seine Erfahrungen mit uns teilen, das würde uns sehr helfen.
    Danke!
     
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  3. fmw6502

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    Hast Du schon alle vorherigen threads/Beiträge zum Thema Deckenheizung gelesen? Welche Frage bleibt dann noch offen?

    Gruß
    Frank Martin
     
  4. #3 Skeptiker, 5. Juni 2010
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    In die tragenden Decken integrierte Heizflächen sind im Gewerbebau seit ca. 10 Jahren üblich, Kühl- und Heizdecken schon erheblich länger) im Wohnungsbau werden sie erst vereinzelt eingesetzt. Verbaut wurden meines Wissens bisher vor allem Heizleitungen in tragenden Betondecken. Dafür existieren mehrere Fachbegriffe wie "Betonkerntemperierung" (BKT), "Betonkernaktivierung" (BKA) und andere ähnliche.

    Der Systemanbieter der Leitungssysteme, die bei "deinem" System eingesetzt werden "UPONOR" ist ein relativ großer und schon lange am Markt.

    Sowohl für Büros als auch für Wohnnutzungen habe ich derartige Systeme bereits selbst geplant, im Bau und in der Nutzung erlebt. Ich lebe selbst in einem Haus mit BKT, beheizt über eine Sole / Wasser WP. Beim Einsatz in Ziegeldecken habe ich keinerlei Erfahrung.
    Die Beschreibung der Systemvorteile (kürzere Reaktionszeit) als bei BKT sind einleuchtend. Die immensen Verzögerungen der BKT von bis zu mehreren dutzend Stunden würden damit tatsächlich erheblich rduziert. In meiner perönlichen Nutzung habe ich bisher keine Probleme mit dieser Latenz festgestellt. Man muss sich nur von der bisherigen Erfahrung "ich drehe am Thermostat und es wird warm" verabschieden. Ziel einer guten Heizung ist aber keine spürbar warme Heizfläche, sondern ein passend temperiertes Haus - und das war unser Haus bisher immer.

    Zu den konkreten Fragen:

    - Eine spürbare Abschattung der Wärmestrahlung gibt es nach meiner Erfahrung nicht.
    - Eine präzise Dimensionierung der Heizflächen ist auch bei diesem System zwingend notwendig.
    - Bei einem KfW-70 Haus reicht nach meiner Erfahrung die Wärmeabgabe über die Deckenunterseite einer Betondecke nicht zur Beheizung aus, d.h. es wird bei konventionellem schwimmenden Heizestrich (wg. Trittschalldämmung) wahrscheinlich zusätzlich eine Fußbodenheizung erforderlich. Bei einer Stahlbetondecke wird die Wärme annähernd in gleichen Mengen nach oben und unten abgegeben, so dass ausreichend starken und damit schweren Decken rd. 10 cm Bodenaufbau eingespart werden könnten. Man erspart sich bei diesen somit ein zweites paralleles Heizungssystem (echte Fußbodenheizung). Das geht wg. der Trittschallproblematik natürlich nur nach entsprechender Berechnung. Alternativ könnte auch ein Estrich auf Trennlage eingebracht werden. Beides dürfte bei demdargestellten System wegen der dämmenden Hohlkörper und der Anordnung der Heizleitungen unten in der Decke nicht sinnvoll möglich sein. Dazu solltet ihr euch vom GU eine Berechnung vorlegen lassen.

    Also: Prinizipiell funktionieren ähnliche Systeme, dieses ist etwas anders und ist aufgrund anderer Vor- und Nachteile etwas anders zu bewerten.

    :bau_1:
     
  5. Revan

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    Natürlich habe ich mir die Threads zum diesem Thema vorher schon mal durchgelesen. Aber so richtig habe ich keine Antworten auf meine Fragen gefunden, evtl. sogar mit diesem System der Deckenheizung in der Ziegeldecke.

    Aber eure Infos haben mir schon mal ein wenig weiterholfen, danke.
     
  6. planfix

    planfix Gast

    im industriebau häufig, im wohnungsbau bisher keine (oder nur selten) erfahrungen.
    im zusammenspiel mit einer lüftungsanlage würde ich strikt abraten.

    rein physilalisch betrachtet macht eine fbh mehr sinn, weil warme luft nach oben steigt.
     
  7. #6 Skeptiker, 7. Juni 2010
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    Vorsicht: Es handelt sich bei diesen Systemen primär um Strahlungsheizungen, nicht um Konvektionsheizungen!
     
  8. R.B.

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    Jede Fläche mit einer Temperatur "x" strahlt (emittiert IR).

    Aber das Thema hatte wir schon sooooooo oft.

    Gruß
    Ralf
     
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  10. #8 Skeptiker, 7. Juni 2010
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    Mit der IR-Strahlung hast Du ohne Zweifel Recht, deshalb schrieb ich ja auch "(ist) primär eine Strahlungsheizung" oder ist das falsch?

    Ich habe zugegebenermaßen noch nicht sämtliche Beiträge in diesem Forum hier gelesen - kommt bestimmt noch in den nächsten Jahren. :e_smiley_brille02:
     
  11. #9 greentux, 8. Juni 2010
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    wäre ja mal eine Aufgabe zu berechnen, bei welchen Temperaturen "primär" in "sekundär" umschlägt...
     
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