Der "optimale" Fußbodenaufbau

Diskutiere Der "optimale" Fußbodenaufbau im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hallo Baufreunde, es geht um die Errichtung eines kleinen EFH-Neubaus. Hierbei um die Estricharbeiten. Ein Angebot liegt bereits vor, hier...

  1. #1 Betonfreak, 07.08.2007
    Betonfreak

    Betonfreak Gast

    Hallo Baufreunde,

    es geht um die Errichtung eines kleinen EFH-Neubaus. Hierbei um die Estricharbeiten.

    Ein Angebot liegt bereits vor, hier wurde folgendes angeboten:


    Kellergeschoß (Aufbau ca. 10 cm)

    Gefitas Feuchtigkeits- und Dampfsperre PE 3/300
    50 mm Bodendämmplatten aus XPS WLG 035
    50 mm Schwimmender Zementestrich
    Fliesenbelag

    Hinweise zum Keller: Die Kellerwände sind mit 80 mm Wärmedämmung WLG 035 ausgestattet. Der Keller enthält „Teil“-Aufenthaltsräume, d.h. Sauna/Hobby und Heim-/Zweit-Büro.

    Erdgeschoß (Aufbau ca. 15 cm)

    35 mm Wärme- und Trittschalldämmrolle EPS 045 DES sm (kommt vom Heizungsbauer)
    Anhydritestrich Einbaudicke über Rohr ca. 65 mm
    Steinzeugfliese

    Erdgeschoß erhält Fußbodenheizung !!

    Dachgeschoß (Aufbau ca. 12 cm)

    40 mm Wärmedämmung EPS 040 DEO dm
    20 mm Trittschalldämmplatten Risilent Floor 4000 EPS 045 DES sm dyn. Sf.
    50 mm Schwimmender Zementestrich
    Teppichboden, teilw. Laminat

    Spitzboden (Aufbau ca. 10 cm)

    40 mm Trittschalldämmplatten Risilent Floor 4000 EPS 045 DES sm dyn. Sf.
    50 mm Schwimmender Zementestrich
    Teppichboden


    Hierzu meine Fragen:

    1. Ist der Aufbau grundsätzlich o.k., oder habt Ihr direkt etwas auszusetzen?
    2. Das Haus ist für den Eigengebrauch, da guckt man nicht auf den letzten Euro. Habt Ihr Vorschläge für „sinnvolle“ Verbesserungen, speziell bzgl. Schall- und Wärmeschutz?
    3. Die Dämmplattenbezeichnungen beim Estrich sind für mich das reinste „Chinesisch“. Kennt jemand so was wie eine Übersichtstabelle, in denen die einzelnen Materialmerkmale beschrieben sind? Dann könnte man mal selbst schauen, mit welchen Materialien Verbesserungen möglich sein könnten.

    Viele Grüsse
    Betonfreak
    Es kommt drauf an, was man draus macht!
     
  2. Julius

    Julius

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    Warum nicht überall FBH?
     
  3. #3 planfix, 07.08.2007
    planfix

    planfix Gast

    ich würde:
    1. einen enev nachweis rechnen lassen
    2. im keller mehr dämmung rein bringen, weil das sicherlich beim nachweis rauskommt
    3. auch im keller fbh vorsehen, weil man/frau im keller am schnellsten kalte füße bekommt
    4. reichen 45 mm estrich über rohr
     
  4. Patty

    Patty

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    Also bin zwar kein Estrichleger, aber habe mich in den letzten Monaten auch ordentlich damit befassen müssen. Hatte ungefähr die gleichen Voraussetzungen, was die Aufbauhöhe angeht, ein paar Dinge aber anders gemacht.

    Im Keller haben wir 50mm alukaschiertes PU WLG 25, weil wir ebenfalls mit den vorgesehenen 10-11cm Aufbau und WLG35 zu knapp waren für die enev.
    Als Feuchtigkeitssperre haben wir eine selbstverschweißende Erika, gleich wie die Knauf Katja. Ist deutlich einfacher zu verarbeiten als die dicke Gefitas.

    FBH fürn Keller halte ich für übertrieben, wenn er nicht dauerhaft genutzt wird. Die Reaktionszeit ist zu lahm, mit Wandheizkörpern kann man es sich für 2-3 Stunden Aufenthalt viel schneller behaglich machen.

    Wir haben keine FBH im EG, nur im OG-Bad, aber daher weiß ich das 65mm über Rohr wirklich übertrieben ist. Unser Estrichleger war dazu der Meinung im EG den Trittschall so dünn wie möglich zu machen, es sei denn der Keller würde wirklich dauerhaft bewohnt. Haben in unserem Fall 40+50mm EPS WLG035 und 50mm Anhydrit, also gar kein Trittschall.

    Im DG haben wir 30mm Rockwool Trittschall und 50mm EPS WLG 035. Klappt ganz gut, sind zwar noch nicht eingezogen, aber man hört eigentlich nichts wenn sich jemand oben aufhält.

    Jedenfalls würde ich das normale EPS erstmal grundsätzlich in 035 nehmen, der Preisunterschied sind nur ein paar Cent.

    Macht ihr die Dämmung selbst??
     
  5. #5 Betonfreak, 08.08.2007
    Betonfreak

    Betonfreak Gast

    Vielen Dank erst mal für Eure Beiträge, habe schon einige Erkenntnisse gewonnen.

    Zu Euren "Gegenfragen":

    ENEV-Nachweis ist vorhanden, allerdings fehlerhaft, bzw. abweichend von der tatsächlichen Ausführung. Im Nachweis ist im Keller 6 cm WLG 035 und 4 cm WLG 040 Trittschalldämmung vorgesehen, also insgesamt ca. 15 cm Aufbau. Wir haben aber definitiv nur 10 cm zur Verfügung. Glücklicherweise haben wir an den Kellerwänden 8 cm WLG 035 eingebracht, nach ENEV sind nur 5 cm vorgesehen, so dass die Bilanz wieder passen sollte.

    FBH wollten wir eigentlich gar nicht, ging im EG aber wegen mangelnder "Heizkörperstellfächen" nicht anders.

    Wegen der Anhydritüberdeckung von 65 mm werd ich mal den Estrichleger fragen.

    Wir führen beim Estrich keine Arbeiten selbst durch.

    Meine Erkenntnisse:

    Wirklich wichtig ist der Schallschutz über dem EG, also im DG-Aufbau. Hier werde ich den Estrichleger mal fragen, was man noch verbessern kann. Bei der ersten Besprechung meinte er übrigens, dass über den Estrichaufbau sowieso nicht so viel Schallschutz gewonnen werden könnte, es kommt auf die Betondeckenstärke an. Seht Ihr das auch so, den Schallschutz im Estrichaufbau nicht überzubewerten?

    Der Wärmeschutz ist nur wirklich wichtig im Bereich zur Außenhaut, also bei mir eher EG-Aufbau, da KG kaum genutzt. Auch hier werde ich mich nochmal nach Verbesserungen schlau machen, der komplette Verzicht auf den Schallschutz ist eine gute Idee.

    Bezüglich des KG-Aufbaus werde ich den Estrichleger mal nach der besseren 025er-Dämmung fragen, wobei ich das wegen der eher seltenen Nutzung (vielleicht alle 3 Tage mal 3 Stunden) nicht sooo wichtig finde.

    Insgesamt werde ich alle Wärmedämmmaterialien nochmal "eine Stufe" besser anfragen.

    Die eine oder andere Änderung aufgrund Eurer Beiträge noch - ich denke , dann bekomme ich einen gut durchdachten Fußbodenaufbau.

    Das wichtigste: Hoffentlich stimmt dann auch die Ausführungsqualität!

    Viele Grüsse
    Betonfreak
    Es kommt drauf an, was man draus macht!
     
  6. #6 Bauwahn, 08.08.2007
    Bauwahn

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    Also abgesehen davon, dass die EnEV einzuhalten ist, sind das MINDESTVORGABEN.
    Leute, seht die EnEV doch mal auch als HILFE an, dass Ihr ein einigermassen vernünftiges Haus bekommt. Die ist doch nicht dazu da, Euch zu schikanieren.

    Aus praktischen Gründen sollte man dann die Dämmung im EG auch verbessern, damit die Wärme auch "weiß", dass sie nicht in den Keller soll.
    Das ist EnEV-technisch etwas schwierig zu handhaben und sollte auch durch eine halbwegs dichte Tür zum Keller ergänzt werden, aber es hilft.

    Gruß

    Thomas
     
  7. Patty

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    Genau, und deswegen haben wir in unserem einzigen Raum mit FBH ebenfalls das 025er PU. Installateur, Estrichleger und Dämmstoffhändler waren in dem Fall alle einer Meinung, da sonst mehr Energie in der Decke verpufft. Im EG wäre das dann natürlich noch wirksamer, da es über dem "kalten" Keller liegt. Problem nur, das PU kostet etwa 100-150% mehr als 035er EPS. Bei unseren 10qm im Bad war das egal, aber bei einer ganzen Etage knallt das schon gewaltig ins Budget.

    Irgendwas fehlt übrigens auch in Deiner Aufstellung im EG. 35, 65 + Fliese ergeben keine 150mm. Wird wohl noch 40mm Dämmung drunterkommen. Die 65mm schätze ich, sind bestimmt als Gesamtstärke gemeint, dann sind es etwa 45mm Rohrüberdeckung. So haben wir es nämlich auch.
     
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