Detaillierter Nachweis der Wärmebrücken

Diskutiere Detaillierter Nachweis der Wärmebrücken im Spezialthema: Wärmebrücken Forum im Bereich Bauphysik; Hi! Für den Energieausweis kann man die Wärmebrücken mit pauschal 0,05 W/m²K ansetzen. Alternativ kann man einen geringeren...

  1. Zwieback

    Zwieback Gast

    Hi!

    Für den Energieausweis kann man die Wärmebrücken mit pauschal 0,05 W/m²K ansetzen.

    Alternativ kann man einen geringeren Transmissionswärmeverlust durch Wärmebrücken nachweisen.

    Meine Fragen dazu:
    - Muss für den Nachweis kompliziert gerechnet oder simuliert werden oder kann man sich die Werte aus Wärmebrückenkatalogen zusammenklicken?
    - Ist der Nachweis von Wärmebrücken beim Ausstellen eines Wärmebedarfsnachweises (250 - 600 Euro) üblicherweise inklusive oder kostet das extra?
    - Kann man sagen, wieviel das ca. mehr kostet?
     
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  3. blaxxun17

    blaxxun17

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    Kosten für Einzelnachweis

    Servus Zwieback,

    da muss man schon konkret rechnen, d.h. Geometrie und Baustoffe berücksichtigen. "Einfach Zusammenklicken" ist hier nicht.

    Die Berechnung ist i.d.R. eine Zusatzleistung, bei uns hätte das pro WB ca. 65 euronen netto gekostet. Der Energieausweis bzw. KFW-Berechnung hat 330 netto gekostet (Bayern).

    Gruß
    blaxxun17
     
  4. Zwieback

    Zwieback Gast

    Danke. Wenn ich wüsste, wieviele Wärmebrücken ein Haus hat oder was alles als Wärmebrücke zählt, könnte ich die Kosten abschätzen.

    Aber eines weiss ich bereits: Mit schlecht informierten Bauherren kann man sich eine goldene Nase verdienen, denn wir bezahlen für den Energieausweis 200 Euro mehr. Und das mit einem Planer, der - wie sich nachträglich herausgestellt hat - nicht viel Erfahrung damit hat. :yikes
     
  5. Roth

    Roth

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    Na toll...

    Mir hat der Energieberater für die geforderte detaillierte Wärmebrückenberechnung 500 € + MWst "abgeknöpft", weil`s
    "so schwer war. Ich hab fast einen ganzen Tag dran gesessen. Das müssen Sie mir glauben."
     
  6. Roth

    Roth

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    Genau!
    Und weil alles so schwer war, hat auch mein Energieausweis ein bissle mehr gekostet: 750 €

    Zu blöd, dass ich damals (2006/07) dieses Forum noch nicht kannte. Ich bin erst durch meine Baumängel draufgekommen, mich hier zu beteiligen.
    Bedanke mich bei denen, die einem gute Auskünfte geben, kostenlos und in ihrer Freizeit!
     
  7. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    mal ruhig bleiben.

    Wenn man das richtig durchackert und eine entsprechende Planung, ist das ein Aufwand. Vor allem muss man das mehrmals durchjuckeln.

    Wenn allerdings etwas naive Personen da dran gehen ...

    Und wenn Unwilligkeit da ist was zu optimieren ...

    So kommt man zum Forum und läßt seinen Frust raus...
     
  8. R.J.

    R.J.

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    Es gibt Wärmebrücken da kommst du mit 1-2h pro Berechnung hin, an komplexen Situationen sitzt man u.U. den ganzen Tag, gerade bei Bestandsbauten. Hinzu kommt noch alle mögliche Nebenkosten, Informationsbeschaffung, Büro, Material, Akquise... 65Euro sind ein Witz.
     
  9. Zwieback

    Zwieback Gast

    Bei wem, beim Planer oder beim Bauherren? Bei mir ist das eher der Planer, der "unwillig" ist.

    Aber ich wollte mich nicht beschweren über die Kosten meines Wärmebedarfsnachweises, sondern wollte wissen, was die Berechnung der Wärmebrücken bei einem Neubau in etwa kostet.
     
  10. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    War auch so gedacht
     
  11. Zwieback

    Zwieback Gast

    Was zählt denn alles als Wärmebrücken bzw. kann man wärmebrückenfrei bauen?

    Wenn man z.B. unter der Bodenplatte dämmt und diese Dämmung rauszieht bis zur vertikalen Perimeterdämmung, gibt es bei diesem Übergang doch keine Wärmebrücke, oder doch?

    Oder wenn man das Fenster in die Dämmebene setzt, wo ist da eine Wärmebrücke?
     
  12. R.J.

    R.J.

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    Jede Ecke ist eine WB, jeder material- und stoffbedingte Übergang ist eine WB.
    Der Sockel ist mindestens eine geometrische WB, das Fenster in der Dämmeebene eine materialbedingte.

    Nein man kann im eigentlichen Wortsinn nicht wärmebrückenfrei bauen, wie auf dem Konto kommt es aber auf das Vorzeichen an.
    Für ein normales EFH kann man zwischen 10 und 30 Wärmebrücken erfassen. Wobei 10 untere Grenze sind und 30 noch nicht das Ende.
     
  13. PeMu

    PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Ein Fenster z.B. besteht aus 4 linearen (4 Seiten) und 4 punktuellen Wärmebrücken (4 Ecken). Diese können geometrisch und stofflich alle unterschiedlich sein.
    Wenn man die reale Ausführung im Toleranzbereich 5mm sieht, dann kommt es auch so unterschiedlich.

    Nun ist man geneigt möglichst viele Details gleich auszubilden -> beim Beispiel Fenster Laibung re+li gleich, aber unten Fensterbank oben Rolladenkasten oder Sturz -> 3 lineare und 2 punktuelle WB

    So jetzt kann jeder mal seine Hütte durchgehen und allein an den Öffnungen durchzählen und mal sehen ob man was zusammenfassen kann.
    Wie weit treibt man das?
    Das ganze dann nach dem Bauen auf den Ist-Zustand abgleichen - noch ne Runde.
     
  14. Zwieback

    Zwieback Gast

    Das hört sich aufwendig an. Helfen hier "Wärmebrückenkataloge"?

    Verschiedene Baustoffhersteller bieten Wärmebrückenkataloge (Beispiel: Kalksandstein) an. Nutzt so was zur Berechnung der Wärmebrücken?
     
  15. R.J.

    R.J.

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    Mir haben Kataloge noch nie geholfen.
    Es ist unwahrscheinlich (bei steigender Anforderungen der EnEV sowieso) das genau das passende Detail mit allen Abmessung und Kennwerten abgebildet ist.
    Dafür ist Bauen zu individuell.
     
  16. blaxxun17

    blaxxun17

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    Fakten

    Servus RJ,

    das war ein reales Angebot - vermutlich hast Du aus der Ferne aber mehr Einblick?:frust

    Ich hätte wenig davon, hier falsche Zahlen zu nennen.

    Angebot und Nachfrage regelen auch hier den Preis, also locker bleiben.

    Gruß
    blaxxun17
     
  17. R.J.

    R.J.

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    Wer billig kauft kauft zweimal.
    Schau dich mal im Forum um.
     
  18. blaxxun17

    blaxxun17

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    Billig?

    Lieber R.J.,

    auch wenn´s nicht klar erkennbar ist - Dein Beitrag dürfte als Antwort auf meinen letzten zu verstehen sein.

    Ist schon klar, man (= der Bauherr) MUSS immer das teuerste nehmen, weil das auch immer das Beste ist. Dass dann am Ende halt einige (Zehn- bis Hundert) Tausend Euro mehr zusammenkommen ist ja egal. Geht man halt nochmal zur Bank...

    Es gibt ganz sicher Gewerke, bei denen Sparen am falschen Ende verkehrt ist bzw. man evtl. zweimal kauft.

    Bei einer Wärembrückenberechnung kann ich so einen Hinweis nicht nachvollziehen. Eine Berechnung kann mit etwas Willen jederzeit nachvollzogen werden. Eine Berechnung kann auch keinen "Schaden" verursachen, richtig?

    Also, wenn der "günstige" Energieberater "Schrott" abliefert, d.h. die Berechnung nicht schlüssig ist oder von der KfW (hier im Fred ging es ja wohl um den Nachweis) das nicht anerkennt, dann lass ich die Berechnung halt vom teuereren Kollegen nochmal machen. Eine Doppel-Bezahlung kann man per Werkvertrag vermeiden, d.h. Bezahlung nur im Erfolgsfall.

    ======
    An dieser Stelle muss ich schon mal sagen, dass viele "Fachleute" hier im Forum bzgl. der Kosten wohl die Bodenhaftung verloren haben. Wenn ich immer alles über einen Architekten/Gutachter/SV/etc. hätte machen lassen, müsste ich jetzt noch ca. 147,4 Jahre leben um die Schulden zu tilgen. Nix für ungut, aber hier wäre etwas mehr Nähe zur Realität angesagt. Schaut Euch doch mal die Lohn-/Gehaltsentwicklung in DE an - ja, die ist real negativ, da wachsen die Bäume halt nicht in den Beraterhimmel....

    So, jetzt dürft Ihr mich steinigen :D

    Gruß
    blaxxun17
     
  19. R.J.

    R.J.

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    Du musst nicht das billigste oder teuerste Angebot nehmen. Aber so mancher Preis steht in keiner Relevanz zur Leistung. Wenn ein Anbieter mit Niedrigstpreisen überlebt spart er an anderer Stelle, meistens an der Qualität.
    Meinst du alle anderen verdienen sich eine goldenen Nase? Du wirst auch nicht einverstanden sein wenn du für die Hälfte Arbeiten musst weil Angebot und Nachfrage alles geregelt haben.
    Du bist Wirtschaftsingenieur, musst du selbst wissen was du tust.

    Eine falsche Berechnung kann sehr wohl Schaden verursachen, Stichwort Subventionsbetrug.

    von dir? :mega_lol:
     
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  21. DerSuchende

    DerSuchende

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    Aus diesem Grund müssen Wärmebrücken schon bei der Planung vermieden werden.

    MfG
     
  22. planfix

    planfix Gast

    Meinst Du die,kommen von allein?... Die muß man erst mal erfinden! Das geht nicht wie beim Fahrrad, das nicht immer neu erfunden werden muß.


    @Roth
    Kommt drauf an was er geliefert hat, aber wenn ich Energieberater höre, schwillt mir sowieso der Kamm.


    und das macht kein Energieberater:
     
Thema:

Detaillierter Nachweis der Wärmebrücken

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